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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2019

Liebesgeschichte mit überraschender Wendung

Das geheime Glück
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"Du bist mein Anfang und mein Ende und jeder Tag dazwischen." (Zitat Seite 423)

Das geheime Glück ist eine sehr besondere Liebesgeschichte, denn sie beginnt mit dem Ende und endet mit dem Anfang - ein ...

"Du bist mein Anfang und mein Ende und jeder Tag dazwischen." (Zitat Seite 423)

Das geheime Glück ist eine sehr besondere Liebesgeschichte, denn sie beginnt mit dem Ende und endet mit dem Anfang - ein Kniff, der mir sehr gut gefallen hat und der noch mehr Sinn macht, wenn sich das Geheimnis hinter Emilys und Robbies Glück lüftet.
Bis dahin ist es aber ein weiter Weg, der hier und da ein wenig schneller hätte verlaufen dürfen. Klar werden viele Jahre (ca. 50) behandelt, doch da immer nur einzelne Episoden wichtig sind, hätte ein wenig Raffung nicht geschadet.

Gelungen fand ich, dass Julie Cohen schwierige und brisante Themen in ihre Geschichte eingebaut hat, auf die ich leider nicht näher eingehen kann - großer Spoileralarm! Doch gerade die Auflösung finde ich recht mutig und mit so einem Ende (bzw. Anfang, je nachdem wie man es betrachtet...) hätte ich tatsächlich nicht gerechnet. Die Auflösung gefiel mir dann auch um einiges mehr als die, von der ich in der Mitte des Buchs angenommen hatte, dass sie es wäre. Ja, das klingt sehr verschwurbelt :) , aber ich möchte einfach nicht spoilern!

Die Auflösung hat dem Buch dann auch einen Extra-Punkt beschert, zumal sie für Gesprächsstoff sorgt. Durch die behandelten brisanten Themen hebt sich Das geheime Glück zudem von anderen Liebesgeschichten ab. Der Schreibstil ist einnehmend und ich habe die Sympathie der Autorin für ihre Figuren gespürt.

Ein empfehlenswerter Roman!

Veröffentlicht am 19.01.2017

Konnte mich nicht überzeugen

Zum wilden Eck
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Als Mops-Besitzerin und großer Fan der Rasse musste ich natürlich zu diesem Buch greifen. Da so ein Mops in den letzten Jahren auch gerne mal auf dem Cover platziert wird, ohne dass er eine große Rolle ...

Als Mops-Besitzerin und großer Fan der Rasse musste ich natürlich zu diesem Buch greifen. Da so ein Mops in den letzten Jahren auch gerne mal auf dem Cover platziert wird, ohne dass er eine große Rolle spielt, war ich natürlich neugierig, wie es sich mit "Zum wilden Eck" verhält.

Fritzi Sommer erzählt in ihrer Geschichte von der Karrierefrau Josi und ihren Möpsen Henri, Viktor und Wilma. Josi bläst aufgrund von Problemen mit ihrem Mann Trübsal und die Möpse tun ihr Möglichstes, um sie aufzuheitern. Plötzlich ereilt Josi die Information, dass ihr Onkel Fritz gestorben ist - und ihr den Campingplatz "Zum wilden Eck" hinterlassen hat. Die Möpse und Josi sind zunächst nicht so begeistert, doch nach und nach freunden sie sich mit dem Platz und deren Bewohnern an und als ein Mord geschieht, fühlen sich die Möpse, angeführt von Henri, als Ermittler und wollen den Fall lösen.

So witzig das alles klingt, so wenig hat mich die Geschichte mitgerissen. Gefallen hat mir, dass tatsächlich aus der Mops-Sicht geschrieben ist und das Cover nicht in die Irre führt. Aber leider wurde ich mit dem Stil des Buchs nicht warm. Ich musste mich fast ein wenig quälen und fand das Buch auch nicht besonders spannend.

Schade, ich hätte "Zum wilden Eck" mit den Möpsen gerne mehr Sterne gegeben, aber es hat mich einfach nicht überzeugt.

Veröffentlicht am 07.12.2016

Ein großartiger Roman!

Die Attentäter
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Antonia Michaelis erzählt in ihrem neuen Buch von der Freundschaft zwischen den in Berlin aufwachsenden Cliff und Alain sowie Margarete. Die drei begegnen sich im Kindesalter und ihre Geschichten werden ...

Antonia Michaelis erzählt in ihrem neuen Buch von der Freundschaft zwischen den in Berlin aufwachsenden Cliff und Alain sowie Margarete. Die drei begegnen sich im Kindesalter und ihre Geschichten werden auf verhängnisvolle Weise miteinander verwoben. Die Gefühle zwischen Cliff und Alain sind schon von Anfang an besonders, doch sie sind auch von Anfang an von einem Schatten belegt. Ein Schatten, der alles zerstören wird. Cliff findet seinen Platz im Leben nicht und landet schließlich bei den Kämpfern der IS. Als er nach Berlin zurückkehrt, glauben Alain und Margarete, dass nun alles gut wird, doch ein schrecklicher Plan kommt langsam ans Licht.

Antonia Michaelis' Bücher sind etwas Besonderes. Obgleich die Geschichte in der Realität spielt, schwingt auch immer Phantasie in ihnen mit - mal mehr, mal weniger. Auch in ihrem neuesten Buch wird es teilweise phantastisch - (Engels)flügel begleiten die Protagonisten. Dieser Punkt könnte für einige Leser vielleicht etwas "schräg" sein, man muss sich auf jeden Fall auf diese Art der Erzählung einlassen. Auch die Sprache ist wunderschön, schon nach wenigen Seiten war ich wieder gefangen. Düster, traurig, ehrlich, liebevoll: die Autorin lässt mich tief ins Innere der drei Hauptpersonen blicken. Ihre Liebe zueinander ist allgegenwärtig, genau wie die Angst von Alain und Margarete um (den gefallenen Engel) Cliff. Ein paar Einsichten gibt es auch in die Gefühle der anderen Attentäter neben Cliff. Das junge Mädchen, die die IS-Kämpfer für "Popstars" hält, und gar nicht richtig weiß, worauf sie sich einlässt, oder die junge Frau, die eigentlich zu klug für die kommenden Ereignisse ist und dennoch ins Verderben rennt

Die Bilder, die Antonia Michaelis nutzt, um ihre Geschichte zu erzählen, sind wundervoll und eindringlich. Dabei geht sie auch bis an die Grenzen, z. B. wenn sie von den grausamen Machenschaften der IS-Kämpfer schreibt. Auch wenn nicht alles explizit dargestellt wird, wurden die Bilder vor meinen Augen umso furchteinflößender. Und der geplante Anschlag auf das Berghain ist einfach grauenerregend. Diese Bilder werden lange nicht aus dem Kopf verschwinden, denn Die Attentäter ist vor allem auch - leider - sehr aktuell und der Tag des Blutes könnte so jeden Tag stattfinden.

Die Attentäter gehört zwar in die Kategorie Jugendbuch, aber ist eindeutig nicht nur für Jugendliche geschrieben. Obwohl ich kein Teenager mehr bin, hat mich die Geschichte sehr beschäftigt. Es ist auf kein Buch, das leicht zu vergessen ist. So poetisch die Sprache ist, so authentisch und realistisch ist das Geschehen - und das ist absolut bedrückend.

Ein großartiger Roman!

Veröffentlicht am 07.12.2016

Eine wundervolle Reise

Die Reise der Amy Snow
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Auf Die Reise der Amy Snow bin ich durch die vielen positiven Rezensionen aufmerksam geworden. Obwohl historische (Frauen-)Romane eher nicht so mein Fall sind, hörte sich die Geschichte um Amy, die nach ...

Auf Die Reise der Amy Snow bin ich durch die vielen positiven Rezensionen aufmerksam geworden. Obwohl historische (Frauen-)Romane eher nicht so mein Fall sind, hörte sich die Geschichte um Amy, die nach dem Tod ihrer einzigen Freundin von selbiger auf eine Reise voller Rätsel und Geheimnisse durch das viktorianische England geschickt wird, sehr spannend an.

Bereits nach wenigen Seiten hat mich Amys Geschichte in ihren Bann gezogen. Das Mädchen, das einst als Baby von der jungen Aurelia gefunden wurde und in ihrem herrschaftlichen Haus aufwuchs, war mir sofort sympathisch und nachdem sie den ersten Brief der verstorbenen Aurelia gelesen hat, wollte auch ich unbedingt wissen, wohin diese Reise Amy führt.

Mit seinen knapp 480 Seiten ist Die Reise der Amy Snow nicht gerade ein kleines Büchlein, doch der wunderbare Schreibstil, die vielen Rätsel und die grundverschiedenen Menschen, denen Amy im Laufe der Zeit begegnet, ließen meine Augen nur so über die Seiten fliegen. Ich habe jede Zeile genossen und einige Sätze haben mich zum Schmunzeln gebracht: "Mrs. Riverthorpe ist ein sturer alter Vogel und ein harter Brocken, aber ich bin verliebt und damit im Vorteil, wenn irrationale Ausdauer gefordert ist." Köstlich!

Mir gefiel die lebendige Art, wie Tracy Rees die vielen Charaktere beschrieben hat. Ich habe sie alle vor mir gesehen, von Amy und Henry, über die knurrige Mrs. Riverthorpe und die Vennaways bis zu Quentin Garland bis zu den warmherzigen Wisters, bei denen ich auch zu gerne gewohnt hätte.

Auch wenn das Ende der Reise nicht vollkommen überraschend ist, war ich doch froh, Amy bis dahin begleiten zu dürfen.

Die Reise der Amy Snow ist ein schöner Roman, den ich auch Menschen empfehlen kann, die mit historischen Romanen eher nichts anfangen können. Hier überwiegt die spannende Geschichte mit ihrem einnehmenden Erzählstil.

Veröffentlicht am 06.12.2016

Wenig witzige Fortsetzung

Mops und Möhren
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Mops und Möhren ist die Fortsetzung zu Nicht ohne meinen Mops.

Die leicht chaotische Tanja wohnt immer noch mit ihren schwulen Freunden Rolf und Chris zusammen, doch diesmal mischen sich auch viele Fremdgeschichten ...

Mops und Möhren ist die Fortsetzung zu Nicht ohne meinen Mops.

Die leicht chaotische Tanja wohnt immer noch mit ihren schwulen Freunden Rolf und Chris zusammen, doch diesmal mischen sich auch viele Fremdgeschichten in das Leben der WG-Bewohner.

Diese Fremdgeschichten sind dann auch das Problem des Buchs. Sie interessieren mich leider nicht, den Mittelpunkt wieder auf die WG und ihre Bewohner zu legen, wäre mir lieber gewesen. Zudem ist Mops und Möhren bei weitem nicht so lustig und charmant wie der Vorgänger. Zu oft fehlte es an Witz - und leider auch am Mops. Ich hätte mir viel mehr Mopsiges gewünscht, wenn der kleine Kerl schon auf dem Titelbild ist und im Titel auftaucht.

Wer die Fortsetzung gerne lesen will, ist schnell damit durch. Flüssig geschrieben ist es allemal. Eine wirkliche Empfehlung kann ich aber leider nicht aussprechen. Dann lieber noch einmal den Vorgänger lesen.