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Veröffentlicht am 04.01.2020

Die englische Gärtnerin - Blaue Astern - sehr schönes Buch; ich freue mich auf die Fortsetzung

Die englische Gärtnerin - Blaue Astern
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"Das Leben fragt nicht nach dem rechten Zeitplan. Es geschieht und fordert einen heraus."

England im Juni 1920: Charlotte Windley hat ihren Abschluss in Botanik an der Universität in London mit Bestnoten ...

"Das Leben fragt nicht nach dem rechten Zeitplan. Es geschieht und fordert einen heraus."

England im Juni 1920: Charlotte Windley hat ihren Abschluss in Botanik an der Universität in London mit Bestnoten abgeschlossen. In der Parkanlage Kew Gardens wird ihr eine befristete Stelle auf ein Jahr angeboten. Ihr Traum hat sich fast erfüllt. Es fehlt nur noch mit ihrer großen und heimlichen Liebe Dennis zusammen auf einer Expedition eingesetzt zu werden. Als Charlotte diese Chance bekommt zerstört ein furchtbarer Unfall in der Familie ihre große Hoffnung. Der Deutsche Victor Bromberg ist sehr fasziniert von Charlotte und würde sie sofort heiraten. Kann eine Ehe mit Victor der Familie Windley helfen?

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Der erste Teil der Reihe"Die englische Gärtnerin" hat mir sehr gut gefallen. Im Laufe des Buches wird man auch erfahren was es mit den blauen Astern, die ja im Titel erwähnt auf dem Cover ersichtlich sind, auf sich hat. Charlotte steht für sehr viele Frauen dieser Zeit. Während es ersten Weltkrieges wurden Frauen überall eingesetzt um die Arbeitskraft der Männer zu ersetzen, die an der Front kämpften. Nach Ende des Krieges wurden sie nicht mehr gebraucht und manchen waren sie sogar ein Dorn im Auge. Nahmen sie doch den Kriegshelden die Arbeit weg. Charlotte ist hartnäckig geblieben und hat nur so ihre Stelle in der Parkanlage Kew Gardens erfolgreich bekommen. Doch das o. g. Zitat schlägt nur zu deutlich zu und Charlotte muss ihre Träume erstmal begraben. Mir sind die Familienmitglieder der Familie Windley sehr ans Herz gewachsen. Besonders Charlottes jüngere Schwester Debbie ist ein Wirbelwind und bringt die nötige Frische in dieses Buch. Auch Victors Cousine Aurora ist eine sehr herzliche und liebenswürdige Person. Die arme ist leider keine Schönheit und versucht dieses mit Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft auszugleichen. Manche Menschen lernen das erst später zu schätzen und zu bemerken was für eine tolle Person Aurora ist. Victor hat von der Frauenwelt altmodische Ansichten. Aber schnell wird klar, dass er Charlotte sehr liebt und er ihr nichts lange abschlagen kann. So wie das Autofahren, bei dem mir im Buch wieder ein schönes Zitat aufgefallen ist, das sich auch Frauen heutzutage wieder zu Herzen nehmen sollten: "Wenn ein Chauffeur oder Dein Mann mit Dir im Auto fahren kannst Du die Tour genießen. Aber das wahre Vergnügen liegt darin, selbst am Steuer zu sitzen." Charlottes Leidenschaft zur Botanik wird im Buch gleich ersichtlich. Hinter jeder Blumenart, die im Buch erwähnt wird, steht auch der lateinische Name. Sehr gut hat mir gefallen, dass es am Ende des Buches keinen Cliffhanger gibt. Das lässt mich sonst immer etwas unzufrieden zurück. Ich bin auf jeden Fall schon sehr neugierig auf die beiden weiteren Teile. Denn der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Der zweite Teil "Rote Dahlien" wird am 27.03.2020 und der dritte Teil "Weißer Jasmin" am 26.06.2020 erscheinen. Diese Zeit ist absehbar.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.11.2019

Das Erbe - nach diesem Buch ist man sprachlos und sehr nachdenklich

Das Erbe
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September 2018 in Berlin: Die 39jährige Mona ist über Nacht reich. Ihre verstorbene Großtante Klara vererbt ihr ein sehr großes Haus in München-Schwabing mit zwölf Wohneinheiten. "Mona wird das richtige ...

September 2018 in Berlin: Die 39jährige Mona ist über Nacht reich. Ihre verstorbene Großtante Klara vererbt ihr ein sehr großes Haus in München-Schwabing mit zwölf Wohneinheiten. "Mona wird das richtige tun." Das hat Klara zu ihrer Nachbarin Agathe gesagt. Doch Mona weiß nicht, was Klara ihr mit diesem Satz auf den Weg geben wollte. Mona forscht nach und kommt einer längst vergangenen Intrige auf die Spur, die auch mit ihrer Familie zu tun hat.

München 1938: Klara ist damals 14 Jahre alt und belauscht an der Salontür ein Gespräch zwischen ihren Vater und ihren jüdischen Vermieter Jakob Roth. Die Roths wollen nach Amerika auswandern und bitten Klaras Vater um ein Abkommen.

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"Das Erbe" ist das erste Buch, dass ich von Ellen Sandberg gelesen habe. Deshalb habe ich jetzt keine Vergleiche zu den beiden vorgherehenden Bücher. Aber ich fand dieses Buch, dass zwischen der Geschichte von Mona und Klara hin und her wechselt grandios. Überraschenderweise kommt noch ein dritter Erzählstrang von Sabine in Hamburg dazu. Gewiss gibt es im Buch sehr viele unsympathische Personen, die nur vor Geldgier strotzen. Ehrlicherweise sogar die meisten davon scheinen nur von Geldgier getrieben zu sein. Sogar Monas Geschwister meinen, dass ihnen was vom großen Kuchen zustehen würde und werden zu Mona sehr ungemütlich. Aber Raffgier ist menschlich und bekanntlich schafft viel Geld nicht nur Freunde. Das stellen ja auch die Roths in der Nazizeit fest. Auch ist bewiesen, dass nicht jeder Nachkomme mit dem Besitz der Familie umgehen kann. Nicht umsonst heißt es, dass ein Unternehmen nicht über drei Generationen hinaus geht. Der erste baut es auf, der zweite hält es, er dritte wirtschaftet es runter oder verkauft es. Ihm fehlt einfach das Herzblut dazu. Aber zurück zum Buch. Ich kann es sehr gut verstehen, dass im Buch einige sehr unsympathische Personen eingebracht wurden über die jeder nur fassungslos ist. Die Geschichte ist spannend und packend und Mona kann einem richtig leid tun. Denn ihre anfängliche Freude und Euphorie zum Erbe ist nur von kurzer Dauer. Gefreut hat es mich, dass das Buch in München handelt und in der Geschichte der Vergangenheit das Kaufhaus Hirschvogl erwähnt wird. Auch in dem Buch "Amalientöchter" von Joan Weng hatte das Kaufhaus einen kurzen Auftritt und ich finde es toll, wie so an das Buch "Das Haus der schönen Dinge" von Heidi Rehn erinnert wird. Ein großes Buch Highlight von mir aus dem Jahr 2017. Wer Familiengeheimnisse liebt und gerne über die Nazizeit liest ist bei das Buch "Das Erbe" sehr gut aufgehoben.

Veröffentlicht am 20.11.2019

Der Fjord schweigt - spannend bis zum Schluss und unbedingt lesenswert

Der Fjord schweigt
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Als Kerstin zusammen mit ihrer Freundin Iris einen Kurztrip nach Norwegen macht lernt sie dort den sehr attraktiven Morten kennen. Kerstin stellt schnell fest, dass Morten zwar sehr gut aussieht, aber ...

Als Kerstin zusammen mit ihrer Freundin Iris einen Kurztrip nach Norwegen macht lernt sie dort den sehr attraktiven Morten kennen. Kerstin stellt schnell fest, dass Morten zwar sehr gut aussieht, aber sich keine Gefühle für ihn entwickeln. Doch Morten will das nicht akzeptieren und lässt Kerstins Meinung überhaupt nicht gelten. Dreißig Jahre später erfährt Kerstins Tochter Annika bei der Beerdigung ihres Vaters Stefan, dass sie kein Einzelkind ist, sondern einen Zwillingsbruder hatte. Dieser ist als Kleinkind in einem norwegischen See ertrunken. Als sie ihre Mutter auf diese Information anspricht verweigert ihr diese Rede und Antwort. So macht sich Annika selbst auf den Weg nach Norwegen. Vorher muss sie ihrer Mutter versprechen sich ja nicht in einen norwegischen Mann zu verlieben. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft laufen ihr die höchst attraktiven Brüder Jan und Erik über den Weg.

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Das Buch „Der Fjord schweigt“ habe ich in kürzester Zeit gelesen. Kein Wunder! Dieses Buch ist eine gute Mischung aus Familiengeheimnis, Familiendrama, Thriller, Liebesgeschichte, Spannung und traumhafter Kulisse in Norwegen. Auch, wer gerne Bücher liest, die in zwei Zeitebenen handeln kommt auf seine Kosten. Sehr gut hat mir der Perspektivwechsel einer gleichen Szene gefallen. So kann man das Erlebte von zwei verschiedenen Seiten lesen. Im Buch werden auch Kerstins Gefühle sehr authentisch erzählt, die unter dem Verlust ihres Kindes leidet. Man kann sehr gut nachvollziehen wie so ein Schicksalsschlag die ganze Familie belastet und auch entzweien kann. Auch Annikas Traurigkeit nach dem Tod ihres Vaters ist nachvollziehbar. Musste sie doch miterleben, wie er nach einer schweren Krankheit endlich erlöst wurde und sie stellt sich die Frage, wie ihr Vater sowas verdient hat. Deshalb kann ich nur sagen, dass im Buch auch viel über das Gefühlsleben der Personen erzählt wird und man sich richtig in die Geschichte reinversetzen kann. Meiner Meinung nach ist das wieder ein sehr gelungenes Buch der Autorin und auf jeden Fall sehr lesenswert.

Veröffentlicht am 08.10.2019

Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten - genauso gut wie Teil eins

Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten
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Berlin 1952: Silvie Thalheim hilft gerne im Kaufhaus ihrer Familie mit. Den schließlich ist Mode eine Leidenschaft von Silvie. Allerdings schlägt ihr Herz mehr für das Radio. Als Rundfunkredakteurin arbeitet ...

Berlin 1952: Silvie Thalheim hilft gerne im Kaufhaus ihrer Familie mit. Den schließlich ist Mode eine Leidenschaft von Silvie. Allerdings schlägt ihr Herz mehr für das Radio. Als Rundfunkredakteurin arbeitet sie beim RIAS und hat dort sogar eine eigene Sendung. Im Kaufhaus Thalheim selbst ist jetzt Oskar mehr eingebunden. Seit er aus dem Krieg zurückgekehrt ist hat er von seinem Vater mehr Befugnisse bekommen und Rike tritt leider etwas mehr in den Hintergrund. Als jemand versucht dem Unternehmen zu schaden merkt Silive, dass es nicht ganz ohne ihre Hilfe geht und übernimmt mehr Verantwortung.

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Mit dem Buch "Die Schwestern vom Ku'damm - Wunderbare Zeiten" ist Brigitte Riebe nach "Die Schwestern vom Ku'damm - Jahre des Aufbaus" ein toller zweiter Teil gelungen. Dieses Buch wird mehr aus der Sicht von Silvie erzählt und auch Silvie ist mehr der Mittelpunkt der Geschichte. Man kann sie und ihre Ansichten nach dem Lesen viel besser verstehen. Im ersten Teil war mir Silvie zu flatterhaft und ich war mehr auf der Seite von Rike. Von ihr handelte auch der erste Teil und die anderen beiden Schwestern waren hier eher im Hintergrund. Nach diesem Buch hat sich das gewandelt. Hier war mir Rike zu vernünftig und ich konnte mich besser mit Silvie identifizieren. Da im Buch auch historische Ereignisse wie die Hochzeit in Monaco von Fürst Rainier und Grace Kelly vorkommen fühlt mich sich sofort in diese Zeit zurück versetzt. Man kann das Berlin der fünfziger Jahre spüren als ob man es selbst erleben würde. Auch sind immer noch die Jahre des Krieges zu spüren. Gerade durch Oskar, der in der Nacht von Alpträumen geplagt wird und so die Nacht zum Tage macht und lieber die Nachtclubs besucht als sich für das Modehaus wirklich zu interessieren. Das Buch handelt in den Jahren 1952 - 1957. Am Schluss des Buches gibt es auch noch eine Zeittafel mit den wichtigsten Ereignissen dieser Jahre. D. h. mit der jüngsten Thalheim Schwester Flori werden wir dann im nächsten Teil in den sechzigern eintauchen. Wer den ersten Teil gerne gelesen hat wird mich Sicherheit auch mit diesem Buch große Freude haben. Obwohl ich denke, dass man auch ohne Vorkenntnisse quer einsteigen kann, aber so dann nicht Rikes Geschichte und die Jahre der Nachkriegszeit kennt. Das Buch bekommt von mir auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 22.08.2019

Als wir im Regen tanzten - bevor man sich an den Buch wagt zuerst Teil ein lesen!!!!

Als wir im Regen tanzten
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Berlin 1928: Berlin ist die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Schauspielerin Recha und der Regisseur Willi zur Nieden sind ein Traumpaar der Filmwelt. Doch Recha ist Jüdin und die Nationalsozialisten ...

Berlin 1928: Berlin ist die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Schauspielerin Recha und der Regisseur Willi zur Nieden sind ein Traumpaar der Filmwelt. Doch Recha ist Jüdin und die Nationalsozialisten gewinnen immer mehr Zustimmung auch von UFA. Willi nimmt diese Situation nicht Ernst und entfremdet sich so Recha. Die Frage ist, werden beide wieder zu einander finden?

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Vom Michaela Saalfeld gibt es schon den ersten Teil „Was wir zu hoffen wagten“ zu lesen. Zwar ist „Als wir im Regen tanzten“ ein selbstständiges Buch, allerdings würde jedem raten zuerst den ersten Teil und besonders das Nachwort zu lesen um das gewisse Verständnis für dieses Buch zu haben. Leider führt der Klappentext etwas in die Irre. Der Autorin ging es nicht hauptsächlich um die Weimarer Republik. Auch wenn schon die ersten Anzeichen vom Aufstreben der Nationalsozialisten angesprochen wird. Sondern eher um die Filmproduktion der damaligen Zeit. Das hebt sie im Nachwort des ersten Teiles auch hervor. Dass wir im zweiten Teil mehr über Willi zur Nieden und seinem Beruf als Filmproduzent lesen werden. Der Stummfilm verschwindet langsam und der Tonfilm wird neu eingeführt. Viele Schauspieler, die erfolgreich im Stummfilm waren fühlen sich im Tonfilm nicht wohl und scheitern hier mit ihrer Karriere. Im Buch werden auch mehr die familiären Probleme der Familie zur Nieden und Willis Schwestern Felice und Ille erzählt. Um die Weimarer Republik geht es hauptsächlich nicht. Zwar muss ich zugeben, dass mir Teil eins auch besser gefallen hat, da er dramatischer ist und die Geschichte der belgischen Stadt Ypern im ersten Weltkrieg erzählt. Allerdings hätten sich viele Leser durch das lesen des ersten Teils besser über das Buch informieren können. Viele wussten gar nicht, dass es eine Vorgeschichte gibt. Deshalb sind viele kritische Stimmen auch dadurch entstanden. Zum ersten Teil gibt es noch die Kurzgeschichte „In der Nacht weint meine Stadt“ (nur als E-Book erhältlich) zu lesen. Diese Geschichte handelt während der Zeit von „Was wir zu hoffen wagten“.

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