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Veröffentlicht am 19.04.2021

Herzensbrecher am Horizont - Borkum ich komme

Herzensbrecher am Horizont
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“Auf Borkum ist alles anders”

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Wanda hat sich ihren Traum erfüllt und hat ihren Kindheitswunsch als Beruf gewählt. Sie ist Stewardess. Als sich zwischen Jetlag und langen ...

“Auf Borkum ist alles anders”

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Wanda hat sich ihren Traum erfüllt und hat ihren Kindheitswunsch als Beruf gewählt. Sie ist Stewardess. Als sich zwischen Jetlag und langen Fernflügen eine gewisse Unzufriedenheit bei mir zeigt ist Zeit sich anders zu orientieren. Da hat Wandas bester Freund Tom eine gute Idee. Auf Borkum sucht der Tierarzt Hark Harksen eine Helferin für seine Tierarztpraxis. Prompt reist Wanda nach Borkum und kann ihr Glück nicht fassen. Hark stellt sie ein. Eigentlich will Wanda nur ein Jahr bleiben. Als sie aber den schüchternen Mo kennenlernt will Wanda gar nicht mehr abreisen.

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„Herzensbrecher am Horizont“ ist der erste Teil der neuen Reihe „Verliebt auf Borkum“ von Cornelia Engel. Und der zweite Teil „Herzklopfen unterm Sternenhimmel“ lässt auch nicht lange auf sich warten. Dieser erscheint schon im Juli. Aber zurück zu Teil eins. Die Nordsee als Kulisse bietet sich natürlich für die Geschichte als idealen Ort. Wanda ist in ihrem Beruf nicht mehr zufrieden und sucht eine andere oder neue Perspektive. Vor allem Ruhe ist ihr wichtig. Und da hat ihr bester Freund Tom, der selbst von Borkum stammt, diese Idee für Wanda. Am liebsten wäre ich selbst mit auf diese traumhafte Insel ohne Autoverkehr gereist. Auf Borkum trifft Wanda nach Dr. Harksen gleich noch auf den Brummelbär Kai-Uwe. Oh, Mann, kann Kai-Uwe miesepetrig sein. Aber im Laufe der Geschichte zeigt er auch eine andere Seite von sich. Die Tiere im Buch, die der Geschichte die Würze geben, sind alle lieb und nicht nur Tierfreunde werden hier auf ihre Kosten kommen. Schon da merkt man, dass Dr. Harksen ein großes Herz hat. Bei ihm gilt: "Two feet move your body, and four feet move your soul." Natürlich darf die Liebe nicht fehlen und wer denkt Wanda verliebt sich in ihren Chef wird sich täuschen. Hark kommt erst in Teil zwei zum Zug. Wandas Interesse gilt Mo, den sie schon auf der Fähre auf dem Weg nach Borkum entdeckt hat. Aber ob Wanda bei Mo punkten kann, ob es Konkurrenz für sie gibt oder alles ganz glatt läuft erfährt jeder selbst beim Lesen. Das Buch gibt tiefere Einblicke in den Beruf der Stewardess, aber auch des Tierarztes, was für Außenstehende sehr interessant ist. Mit knapp 300 Seiten ist das Buch ideal für Lesestunden im Liegestuhl, die jetzt hoffentlich bald zu Genüge kommen werden. Ich freue mich schon sehr auf Teil zwei.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2021

Die Roseninsel – toller Roman über das Mythos Bayern

Die Roseninsel
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Die junge Ärztin Liv aus Berlin sucht eine Auszeit. Dabei stößt sie auf eine interessante Stellenanzeige. Der Verwalter der Roseninsel im Starnberger See ist aus gesundheitlichen Gründen ausgefallen. Es ...

Die junge Ärztin Liv aus Berlin sucht eine Auszeit. Dabei stößt sie auf eine interessante Stellenanzeige. Der Verwalter der Roseninsel im Starnberger See ist aus gesundheitlichen Gründen ausgefallen. Es wird eine Krankheitsvertretung für vier Wochen gesucht. Prompt meldet sich Liv und reist kurz darauf nach Bayern. Angekommen auf der Roseninsel findet Liv endlich die ersehnte Ruhe, einen wunderschönen Rosengarten und eine verwunschene Villa. Als ihr ein Missgeschick passiert findet sie das Tagebuch von Magdalena, die vor hundert Jahr auf dieser Insel lebte. Magdalena war verwandt mit den Königen von Bayern und Liv deckt ein großes Rätsel auf.

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Da ich selbst aus Bayern stamme kenne ich natürlich den Starnberger See. Um nur mal ein paar Orte aufzuzählen: Tutzing, Possenhofen (hier hat Sisi ihre Kindheit verbracht) und natürlich den Ort Berg, in dessen Nähe König Ludwig II ertrunken ist. Die Roseninsel kannte ich allerdings noch nicht und es soll sich ein Ausflug dorthin lohnen. Man kann mit Holzbooten zu der Insel gelangen. Das Buch „Die Roseninsel“ hat mir sehr gut gefallen. Handelt es doch von einem Familiengeheimnis, das so ähnlich hätte sein können. Das Buch wechselt zwischen Gegenwart (Liv) und den Jahren 1889 und 1890 (Magdalena) hin und her. Mir haben beiden Geschichten sehr gut gefallen. Das Buch ist in einer ruhigen, aber sehr nachvollziehbaren Weise geschrieben. Liv wird leider im Ruhepol von ihrer Vergangenheit eingeholt. Aber sie meistert diese Zeit sehr gut und sieht wieder in die Zukunft. Magdalena lebt in einem goldenen Käfig und kann die Zeit auf der Insel nicht genießen. Zu sehr fehlt ihr das Leben in München. Warum Magdalena auf dieser Roseninsel lebt wird der Leser während des Lesens nach und nach erfahren.

Mich hat das Buch sehr zufrieden zurückgelassen. Es bleiben keine offenen Fragen und das Buch hat ein rundes Ende. Am Ende des Buches hat die Autorin noch einige Hintergründe zur Roseninsel und zu den Wittelsbachern, denen die Insel gehört hat, beschrieben. Ebenfalls erklärt sie, was ihrer künstlerischen Ader, also fiktiv, entsprungen ist und was wahr ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.08.2020

Schicksalssterne - nicht das beste Buch der Autorin

Schicksalssterne
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Ich hatte mich sehr auf das neue Buch von Sarah Lark gefreut, da mir ihr Vorgängerbuch „Das Geheimnis des Winterhauses“ sehr gut gefallen hat. Leider konnte mich das Buch „Schicksalssterne“ nicht so überzeugen. ...

Ich hatte mich sehr auf das neue Buch von Sarah Lark gefreut, da mir ihr Vorgängerbuch „Das Geheimnis des Winterhauses“ sehr gut gefallen hat. Leider konnte mich das Buch „Schicksalssterne“ nicht so überzeugen. Das Buch beginnt 1910 in Hannover wo sich Mia Gutermann und Julius von Gerstorf das erste Mal über den Weg laufen. Beide verlieben sich ineinander und Mias Vater Jakob Gutermann ist schon so weitsichtig beiden zu raten Deutschland zu verlassen. Denn Mia ist Jüdin. Ich kann nicht glauben, dass 1910 schon jemand den Fortlauf der Geschichte erahnen geschweige denn Handeln konnte wie es jemand gemacht hätte, der weiß was später mit den Juden geschehen wird. Auf jeden Fall wandern Mia und Julius nach Neuseeland aus. Die Überfahrt ist sehr unspektakulär und geht sehr schnell von Statten. Mia und Julius gründen dort eine Pferdezucht. Und hier geht schon das Problem des Buches los. Die Autorin baut hier sehr viele Fachbegriffe ein, die einem Leser ohne Pferdeleidenschaft zu fachmännisch sind. Das hat mich schon etwas genervt und am Lesefluss gehindert. Hier fand ich das Buch einfach nur langweilig. Was hier an Drama fehlt wird in den nächsten Seiten überdimensioniert. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Vergewaltigung, Intrigen, Ehebruch. Sogar die gleichgeschlechtliche Liebe wird angesprochen.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass ich eine andere Vorstellung vom Buch hatte. Ich dachte, dass mehr über die Maoris und Neuseeland selbst geschrieben wird. Gerne auch über die Pferdezucht, aber nicht mit Fachbegriffen um sich werfen, die nicht jeder verstehen wird. Für mich hat sich das Buch gezogen wie Kaugummi und ich bin nicht so schnell voran gekommen wir mit anderen Büchern, bei denen ich sofort merke, dass sie mir gefallen. Die Autorin kann viel bessere Bücher schreiben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 06.07.2020

Eine Liebe zwischen den Fronten - Bitte unbedingt lesen, super recherchiert!!!

Eine Liebe zwischen den Fronten
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„Das Wissen darum, dass alle Menschen gleich sind, das habe ich von meinem Vater. Dass es überall Gute und Schlechte gibt. Und dass gerade auch in dunklen Zeiten nichts wichtiger ist als die Menschlichkeit. ...

„Das Wissen darum, dass alle Menschen gleich sind, das habe ich von meinem Vater. Dass es überall Gute und Schlechte gibt. Und dass gerade auch in dunklen Zeiten nichts wichtiger ist als die Menschlichkeit. Im Übrigen bin ich nicht gewillt, Menschen als Feinde zu sehen, nur weil sie zufällig auf der anderen Seite des Rheins geboren sind und eine andere Sprache sprechen.“ (wahre Worte von Madeleine)
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Berlin 1870: Mitten in der Verlobungsfeier zwischen dem jungen deutschen Arzt Paul von Gerlau und der Französin Madeleine Tellier erfahren beide, dass Paul an die Front muss. Zwischen Preußen und dem Französischen Kaiserreich ist der Krieg aufgrund der spanischen Erbfolge ausgebrochen. Madeleine und ihr Vater müssen so schnell wie möglich zurück in ihre Heimatstadt Metz. Paul so schnell wie möglich als preußischer Militärarzt nach Coblenz zu seinem Regiment. Madeleine und Paul stehen wortwörtlich zwischen den Fronten. Denn ab 19.07.1870 sollen sie plötzlich Feinde sein.
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Von Maria W. Peter habe ich schon einige historische Romane gelesen. Da die meisten Bücher über die zwei bekannten Weltkriege handeln liest man sehr wenig über den deutsch-französischen Krieg, der vom 19.07.1870 – 10.05.1871 ging und dessen Beginn sich dieses Jahr zum 150. Mal jährt. Leider geht dieser Krieg momentan ganz unter. Beim Krieg war nicht nur Preußen beteiligt sondern auch die süddeutschen verbündeten Staaten Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt. Da Maria W. Peter beim Schreiben ihrer Bücher gute Recherchearbeit leistet und wahre Begebenheit einbaut habe ich beim Lesen viel über diese Zeit gelernt. Die Grenzregionen Lothringen und Elsass haben in ihrer Geschichte schon viel erlebt. Einmal gehörten sie zu Frankreich dann ab 1871 zu Preußen und nach dem ersten Weltkrieg wieder zu Frankreich. Sehr gut im Buch ist beschrieben wie die Menschen damals diesen Krieg erlebt haben. Die Geschichte wechselt sich zwischen Madeleine, Paul und Madeleines Bruder Clement ab. Im Hause Tellier gibt es die junge Dienstbotin Djamila, die aus Algerien stammt. Ihr Bruder Karim kämpft im Tirailleur Regiment auch gegen die Preußen. Seine Sicht der Begebenheit ist sehr interessant zu lesen. Am Ende des Buches gibt es ein Personenverzeichnis und ein Glossar mit Beschreibung von französischen Wörtern. Obwohl diese Wörter während der Geschichte auch immer auf Deutsch erklärt werden und somit ein hin und her Blättern gar nicht nötig ist. Ich gebe dem Buch wohlverdiente 5 Sterne und freue mich schon auf weitere Bücher dieser Autorin.

  • Cover
  • Geschichte
  • Thema
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 27.06.2020

Eine wahre Freundin ist wie ein BH - eine Freundin in allen Lebenslagen

Eine wahre Freundin ist wie ein BH
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Heike Abidi und Ursi Breidenbach haben dieses Buch zusammen geschrieben. Von beiden Autorinnen kenne ich schon Bücher, die sie getrennt geschrieben haben. Eines, das beide zusammen geschrieben haben kannte ...

Heike Abidi und Ursi Breidenbach haben dieses Buch zusammen geschrieben. Von beiden Autorinnen kenne ich schon Bücher, die sie getrennt geschrieben haben. Eines, das beide zusammen geschrieben haben kannte ich bis jetzt noch nicht. Jede von ihnen hat eigene Beispiele zu Freundschaften genannt. Die Namen der Freundinnen wurden anonymisiert. Aber ich denke jede von den Freundinnen weiß wann sie gemeint ist. Auch haben sie Frauen dazu interviewt, die ihnen gerne von Frauenfreundschaften erzählt haben. Ganz am Anfang steht die Sandkastenfreundschaft, Freundschaften während der Schul- oder Studienzeit, im Beruf, aber auch wie eine Beziehung eine Freundschaft verändern kann. Besonders wenn sich Lebenspartner und Freundin nicht so gut verstehen. Manche Freundschaften schließt man auch aufgrund der Kinder. z. B. während der Schwangerschaft oder mit Müttern anderer Kindergarten- oder Schulkinder. Oft versuchen auch beste Freundinnen, dass ihre Kinder sich anfreunden, was nicht immer unbedingt gelingen muss. Ganz interessant sind die Freundschaften wenn die Frauen schon etwas reifer sind. Ich finde da lässt man sich nicht mehr so gerne formen und bevorzugt Freundinnen, die ungefähr gleich ticken. Unbezahlbar ist eine Freundschaft, die schon alle möglichen Lebenskrisen wie Krankheit oder auch mal Differenzen überstanden hat. Was ich weniger bevorzuge sind Freundschaften in einer ganzen Clique. Denn da schleicht sich schon, wie im Buch erwähnt, eine Gruppendynamik ein. Solange hier jeder seine Position einhält kann auch das gut gehen. Aber das ist nicht so ganz meine Welt, da ich jetzt auch kein typischer Vereinstyp bin, bei denen man auch diese Gruppendynamik beobachten kann. Ich teile meine Freundschaften ungerne und treffe mich lieber immer mit einer Freundin einzeln als mit mehreren zusammen. Das Buch ist witzig und locker geschrieben. Und jeder wird sich dort auch selbst in den Beispielen entdecken können. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere