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Veröffentlicht am 20.11.2019

Der Fjord schweigt - spannend bis zum Schluss und unbedingt lesenswert

Der Fjord schweigt
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Als Kerstin zusammen mit ihrer Freundin Iris einen Kurztrip nach Norwegen macht lernt sie dort den sehr attraktiven Morten kennen. Kerstin stellt schnell fest, dass Morten zwar sehr gut aussieht, aber ...

Als Kerstin zusammen mit ihrer Freundin Iris einen Kurztrip nach Norwegen macht lernt sie dort den sehr attraktiven Morten kennen. Kerstin stellt schnell fest, dass Morten zwar sehr gut aussieht, aber sich keine Gefühle für ihn entwickeln. Doch Morten will das nicht akzeptieren und lässt Kerstins Meinung überhaupt nicht gelten. Dreißig Jahre später erfährt Kerstins Tochter Annika bei der Beerdigung ihres Vaters Stefan, dass sie kein Einzelkind ist, sondern einen Zwillingsbruder hatte. Dieser ist als Kleinkind in einem norwegischen See ertrunken. Als sie ihre Mutter auf diese Information anspricht verweigert ihr diese Rede und Antwort. So macht sich Annika selbst auf den Weg nach Norwegen. Vorher muss sie ihrer Mutter versprechen sich ja nicht in einen norwegischen Mann zu verlieben. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft laufen ihr die höchst attraktiven Brüder Jan und Erik über den Weg.

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Das Buch „Der Fjord schweigt“ habe ich in kürzester Zeit gelesen. Kein Wunder! Dieses Buch ist eine gute Mischung aus Familiengeheimnis, Familiendrama, Thriller, Liebesgeschichte, Spannung und traumhafter Kulisse in Norwegen. Auch, wer gerne Bücher liest, die in zwei Zeitebenen handeln kommt auf seine Kosten. Sehr gut hat mir der Perspektivwechsel einer gleichen Szene gefallen. So kann man das Erlebte von zwei verschiedenen Seiten lesen. Im Buch werden auch Kerstins Gefühle sehr authentisch erzählt, die unter dem Verlust ihres Kindes leidet. Man kann sehr gut nachvollziehen wie so ein Schicksalsschlag die ganze Familie belastet und auch entzweien kann. Auch Annikas Traurigkeit nach dem Tod ihres Vaters ist nachvollziehbar. Musste sie doch miterleben, wie er nach einer schweren Krankheit endlich erlöst wurde und sie stellt sich die Frage, wie ihr Vater sowas verdient hat. Deshalb kann ich nur sagen, dass im Buch auch viel über das Gefühlsleben der Personen erzählt wird und man sich richtig in die Geschichte reinversetzen kann. Meiner Meinung nach ist das wieder ein sehr gelungenes Buch der Autorin und auf jeden Fall sehr lesenswert.

Veröffentlicht am 08.10.2019

Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten - genauso gut wie Teil eins

Die Schwestern vom Ku'damm: Wunderbare Zeiten
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Berlin 1952: Silvie Thalheim hilft gerne im Kaufhaus ihrer Familie mit. Den schließlich ist Mode eine Leidenschaft von Silvie. Allerdings schlägt ihr Herz mehr für das Radio. Als Rundfunkredakteurin arbeitet ...

Berlin 1952: Silvie Thalheim hilft gerne im Kaufhaus ihrer Familie mit. Den schließlich ist Mode eine Leidenschaft von Silvie. Allerdings schlägt ihr Herz mehr für das Radio. Als Rundfunkredakteurin arbeitet sie beim RIAS und hat dort sogar eine eigene Sendung. Im Kaufhaus Thalheim selbst ist jetzt Oskar mehr eingebunden. Seit er aus dem Krieg zurückgekehrt ist hat er von seinem Vater mehr Befugnisse bekommen und Rike tritt leider etwas mehr in den Hintergrund. Als jemand versucht dem Unternehmen zu schaden merkt Silive, dass es nicht ganz ohne ihre Hilfe geht und übernimmt mehr Verantwortung.

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Mit dem Buch "Die Schwestern vom Ku'damm - Wunderbare Zeiten" ist Brigitte Riebe nach "Die Schwestern vom Ku'damm - Jahre des Aufbaus" ein toller zweiter Teil gelungen. Dieses Buch wird mehr aus der Sicht von Silvie erzählt und auch Silvie ist mehr der Mittelpunkt der Geschichte. Man kann sie und ihre Ansichten nach dem Lesen viel besser verstehen. Im ersten Teil war mir Silvie zu flatterhaft und ich war mehr auf der Seite von Rike. Von ihr handelte auch der erste Teil und die anderen beiden Schwestern waren hier eher im Hintergrund. Nach diesem Buch hat sich das gewandelt. Hier war mir Rike zu vernünftig und ich konnte mich besser mit Silvie identifizieren. Da im Buch auch historische Ereignisse wie die Hochzeit in Monaco von Fürst Rainier und Grace Kelly vorkommen fühlt mich sich sofort in diese Zeit zurück versetzt. Man kann das Berlin der fünfziger Jahre spüren als ob man es selbst erleben würde. Auch sind immer noch die Jahre des Krieges zu spüren. Gerade durch Oskar, der in der Nacht von Alpträumen geplagt wird und so die Nacht zum Tage macht und lieber die Nachtclubs besucht als sich für das Modehaus wirklich zu interessieren. Das Buch handelt in den Jahren 1952 - 1957. Am Schluss des Buches gibt es auch noch eine Zeittafel mit den wichtigsten Ereignissen dieser Jahre. D. h. mit der jüngsten Thalheim Schwester Flori werden wir dann im nächsten Teil in den sechzigern eintauchen. Wer den ersten Teil gerne gelesen hat wird mich Sicherheit auch mit diesem Buch große Freude haben. Obwohl ich denke, dass man auch ohne Vorkenntnisse quer einsteigen kann, aber so dann nicht Rikes Geschichte und die Jahre der Nachkriegszeit kennt. Das Buch bekommt von mir auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 22.08.2019

Als wir im Regen tanzten - bevor man sich an den Buch wagt zuerst Teil ein lesen!!!!

Als wir im Regen tanzten
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Berlin 1928: Berlin ist die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Schauspielerin Recha und der Regisseur Willi zur Nieden sind ein Traumpaar der Filmwelt. Doch Recha ist Jüdin und die Nationalsozialisten ...

Berlin 1928: Berlin ist die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Schauspielerin Recha und der Regisseur Willi zur Nieden sind ein Traumpaar der Filmwelt. Doch Recha ist Jüdin und die Nationalsozialisten gewinnen immer mehr Zustimmung auch von UFA. Willi nimmt diese Situation nicht Ernst und entfremdet sich so Recha. Die Frage ist, werden beide wieder zu einander finden?

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Vom Michaela Saalfeld gibt es schon den ersten Teil „Was wir zu hoffen wagten“ zu lesen. Zwar ist „Als wir im Regen tanzten“ ein selbstständiges Buch, allerdings würde jedem raten zuerst den ersten Teil und besonders das Nachwort zu lesen um das gewisse Verständnis für dieses Buch zu haben. Leider führt der Klappentext etwas in die Irre. Der Autorin ging es nicht hauptsächlich um die Weimarer Republik. Auch wenn schon die ersten Anzeichen vom Aufstreben der Nationalsozialisten angesprochen wird. Sondern eher um die Filmproduktion der damaligen Zeit. Das hebt sie im Nachwort des ersten Teiles auch hervor. Dass wir im zweiten Teil mehr über Willi zur Nieden und seinem Beruf als Filmproduzent lesen werden. Der Stummfilm verschwindet langsam und der Tonfilm wird neu eingeführt. Viele Schauspieler, die erfolgreich im Stummfilm waren fühlen sich im Tonfilm nicht wohl und scheitern hier mit ihrer Karriere. Im Buch werden auch mehr die familiären Probleme der Familie zur Nieden und Willis Schwestern Felice und Ille erzählt. Um die Weimarer Republik geht es hauptsächlich nicht. Zwar muss ich zugeben, dass mir Teil eins auch besser gefallen hat, da er dramatischer ist und die Geschichte der belgischen Stadt Ypern im ersten Weltkrieg erzählt. Allerdings hätten sich viele Leser durch das lesen des ersten Teils besser über das Buch informieren können. Viele wussten gar nicht, dass es eine Vorgeschichte gibt. Deshalb sind viele kritische Stimmen auch dadurch entstanden. Zum ersten Teil gibt es noch die Kurzgeschichte „In der Nacht weint meine Stadt“ (nur als E-Book erhältlich) zu lesen. Diese Geschichte handelt während der Zeit von „Was wir zu hoffen wagten“.

Veröffentlicht am 22.07.2019

Die Saphirtochter - Geschichte vorhersehbar; Buch handelt in einem wunderschönem und exotischen Land

Die Saphirtochter
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Ceylon 1935: Die 32jährige Louisa Reeve ist seit zwölf Jahren glücklich mit dem Geschäftsmann Elliot verheiratet. Als Elliot einen tödlichen Unfall erleidet erfährt Louisa nach und nach, dass Elliot einige ...

Ceylon 1935: Die 32jährige Louisa Reeve ist seit zwölf Jahren glücklich mit dem Geschäftsmann Elliot verheiratet. Als Elliot einen tödlichen Unfall erleidet erfährt Louisa nach und nach, dass Elliot einige Geheimnisse vor ihr hatte. Als sie die Zimtplantage Cinnamon Hills aufsucht, die anteilig auch ihren Mann Elliot gehörte, lernt sie vor Ort Leo kennen, der einige Geheimnisse von Elliot kennt. Aber nicht nur die Plantage schleicht sich in Louisas Herz sondern auch Leo.


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Wenn man das Buch "Die Saphirtochter" liest fühlt man sich sofort in eine andere Welt versetzt. Auch scheint die Uhr stehengeblieben zu sein. Die Geschichte wirkt nicht wie wenn sie in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts handeln würde sondern 50 Jahre zuvor. Ceylon ist zur damaligen Zeit doch sehr vom Rest der Welt abgeschottet und bis die Zeitungen von Europa dort ankommen vergehen Wochen. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Allerdings ist ungefähr nach einem drittel des Buches einiges vorhersehbar und man kann sich denken, wie die Geschichte enden wird. Sehr gut hat mir gefallen, dass sich Louisa mit Gwen und Laurence aus dem Buch "Die Frau des Teehändlers" der Autorin angefreundet hat. Sie werden im Buch immer mal wieder kurz erscheinen und Gwen kann in manchen Situationen Louisa mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sehr gut gefällt mir auch das Cover des Buches, das super zu den Vorgängerbüchern passt. Man kann sofort eine Zusammengehörigkeit erkennen. Ich gebe dem Buch vier Sterne, da mir manchmal etwas die Spannung gefehlt hat, aber ich vom Ceylon der damaligen Zeit sehr fasziniert bin.

Veröffentlicht am 25.06.2019

Die Mondschein-Lagune - der Klappentext verspricht etwas anderes

Die Mondschein-Lagune
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Antonia sucht eine neue Herausforderung. Als ihr ein Forschungsauftrag in Venedig angeboten wird schlägt sie sofort zu. Dieser Auftrag kommt ihr gerade recht. So kann sie aus der unglücklichen Beziehung ...

Antonia sucht eine neue Herausforderung. Als ihr ein Forschungsauftrag in Venedig angeboten wird schlägt sie sofort zu. Dieser Auftrag kommt ihr gerade recht. So kann sie aus der unglücklichen Beziehung zu Stefan flüchten und darüber nachdenken wie es mit ihnen weitergehen soll. In Venedig angekommen trifft sie auf die Contessa Ada Foscarini, die schon seit ihrer Kindheit in Venedig lebt. Durch Ada lernt Antonia den Venezianer Dario kennen, in den sie sich verliebt.


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Im Großen und Ganzen war das Buch "Die Mondschein-Lagune ganz ok. Leider führt der Klappentext in die Irre. Es wird ein Familiengeheimnis angekündigt. Jeder stellt sich dadurch ein spannendes Familiengeheimnis vor, dass Puzzleteilchen für Puzzleteilchen im Buch gelöst wird und so den Spannungsbogen hochhält. Das ist leider nicht so. Im Buch merkt man zwar, dass die Autorin Venedig wie ihr Herzblut liebt und auch viel Wissen über diese Stadt hat. Deshalb erinnert mich das Buch eher an einen Reiseführer, der einem Eckchen von Venedig zeigen möchte, die den wenigsten bekannt sind. Die Autorin weist auch auf die momentanen Probleme der Stadt hin. Eben, dass durch die vielen schnellfahrenden Boote das Fundament der Stadt heraus gewaschen wird und die Stadt somit bedroht ist. Ich wusste nicht, dass jeden Tag so viele Touristen wie Einwohner durch Venedig geschleust werden. Nämlich sechzigtausend. Das ist eine stolze Zahl. Unter Antonias Forschungsarbeit hat man auch eine andere Vorstellung. Denn viel Zeit zum Forschen verbringt sie nicht. Sie lässt sich eher die venezianischen traditionellen Gerichte und den Wein schmecken. Zufällig stößt sie auf ein Gerücht, dem sie näher nachgeht und wird hinterher als internationale Forscherin gefeiert. Ich frage mich nur für was? Fürs Essen und Wein trinken? Unter der Forschungsarbeit hatte ich eine andere Vorstellung und mir mehr Ausführlichkeit gewünscht. Außerdem dachte ich, dass Antonia Ada beim lösen des Familiengeheimnisses behilflich ist. Davon hatte ich nichts bemerkt. Nach fast jedem Kapitel kommt Adas Katze Mimi zu Wort, die sich mit der Ratte Canaletto unterhält. Die Idee ist zwar nicht schlecht, aber gewöhnungsbedürftig. Wem klar ist, dass hier im Buch kein spannendes Familiengeheimnis aufgedeckt wird sondern eher die Stadt Venedig selbst im Mittelpunkt steht, dem könnte das Buch gefallen. Ich hatte eine etwas andere Vorstellung vom Buch und hatte mich von dem wunderschönen Cover inspirieren lassen.