Tiefe Einblicke in ein (Kletter)leben
Frei am FelsMich hat dieses Buch von Alex Megos und Andreas Thamm nachhaltig beeindruckt. Es ist ehrlich und begeisternd zugleich.
Alex Megos, inzwischen Anfang 30, nimmt uns mit auf seine Reise als Kletterer. Vom ...
Mich hat dieses Buch von Alex Megos und Andreas Thamm nachhaltig beeindruckt. Es ist ehrlich und begeisternd zugleich.
Alex Megos, inzwischen Anfang 30, nimmt uns mit auf seine Reise als Kletterer. Vom jugendlichen Anfänger bis hin zum erfahrenen Olympioniken – in diesem Buch wird nichts ausgelassen. Erfolge werden ebenso erzählt wie Niederlagen.
Alex ist ein Teenager, als er die faszinierende Welt des Kletterns in hohen Schwierigkeitsgraden für sich entdeckt. Er erzählt von Reisen, da mag man sich gar nicht ausdenken, wie es den Eltern daheim ging. Er erzählt von bezwungenen Routen und er erzählt von seiner Besessenheit und Unruhe. Ein Tag ohne Klettern ist für ihn ein verlorener Tag. Er legt sich zwanghafte Regeln auf und gleitet in eine Magersucht. Die dazu gehörenden Gedanken werden im Buch nachvollziehbar dargelegt und auch der weite Weg, der notwendig ist, Gedankenspiralen zu verändern. Ich bin total beeindruckt, wie offen Alex diese Geschichte erzählt, wie er uns Leser teilhaben lässt an Gefühlen und Gedanken.
Für diejenigen, denen die Kletterwelt fremd ist, werden Kletterbegriffe nicht nur im Glossar aufgeführt, sondern auch im Text auf eine gut verständliche Weise erklärt. Auch das muss man erstmal schaffen, hat diese Welt doch ein eigenes Vokabular. Insgesamt finde ich das Buch sprachlich und strukturell richtig gut.
Mir gefällt sehr, dass Weggefährten, Unterstützer und Förderer im Buch ebenso ihren Platz bekommen, wie Konkurrenten oder Legenden. Nicht viele Kletterer schaffen es, auch den Sichernden zu erwähnen, ohne den es keinen Erfolg gäbe.
Hut ab vor dieser Karriere, Hut ab davor, wie Alex sich im Leben entwickelt hat und danke für diesen schonungslosen Einblick in ein Kletterleben.