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Veröffentlicht am 10.03.2026

Tod auf dem Friedhof

Commissario Leone und die Toten von Rom
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Commissario Leone und sein Team müssen sich dieses Mal um den Mord an einem Minister kümmern. Das an sich macht es schon zu einem schwierigen Fall , denn die Presse wittert Schlagzeilen. Der Minister scheint ...

Commissario Leone und sein Team müssen sich dieses Mal um den Mord an einem Minister kümmern. Das an sich macht es schon zu einem schwierigen Fall , denn die Presse wittert Schlagzeilen. Der Minister scheint ohne Fehl und Tadel zu sein, bis sich durch einen Hinweis eine brisante Spur ergibt. Es soll Mauscheleien gegeben haben, bei denen sich das Opfer eine goldene Nase verdient hätte. Nun geraten die Freunde aus Jugendtagen ins Visier, ohne dass es eine konkrete Spur gibt. Auch die die Witwe kann keinen entscheidenden Hinweis geben.. Als Commissario Leone feststellen muss, dass sie einigen Hinweise nicht die erforderliche Aufmerksamkeit geschenkt haben, ist es fast zu spät. Der Mörder holt zum nächsten Schlag aus und auch Leones Leben ist keinen Pfifferling mehr wert.

Bereits der Auftakt des Krimis bietet Hochspannung. Man ist Ohrenzeuge des Verbrechens. Für mich eine besondere Freude war, der Ort des Verbrechens, der Cimitero Acattolica ., ein Friedhof , auf dem nur Nicht-Katholiken beerdigt werden, darunter bekannte Künstler wie Keats. Ich habe etwas dazu gelernt und einen Ort kennengelernt, der sicher einen Besuch lohnt. - hoffentlich ohne Mord.

Die umfangreichen Ermittlungen sind packend und bieten Raum für Spekulationen, was mir persönlich gut gefällt und auch wichtig ist. Gefallen hat mir auch, dass den Beamten Fehler passiert sind, was es in meinen Augen nur realistischer macht. Wenn ich etwas bemängeln wollte, dann, dass der Täter die Bühne des Geschehens relativ spät betritt. Das wird aber durch das furiose Ende mehr als ausgeglichen. Das Team ist sehr sympathisch und hält zusammen. Besonders mochte ich Vanni, der mit seiner Unbekümmertheit und losen Zunge für die besonderen Momente sorgt.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Überzeugend realistischer Thriller aus Berlin kurz nach Kriegsende

Im Schatten der Ruinen
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Berlin liegt 1948 in Trümmern. Hunger und Kälte haben die Bevölkerung fest im Griff. Überleben ist alles, was zählt. Das ist die Stunde der Schwarzmarkthändler und Schieberbanden, die sich viel zu oft ...

Berlin liegt 1948 in Trümmern. Hunger und Kälte haben die Bevölkerung fest im Griff. Überleben ist alles, was zählt. Das ist die Stunde der Schwarzmarkthändler und Schieberbanden, die sich viel zu oft am Elend der Bevölkerung bereichern. An dieser Stelle kommt der strafversetzte amerikanische Captain Wallet ins Spiel. Er soll die Bandenkriminalität unter Kontrolle bringen. Wallet ist wenig begeistert, hält er doch von den Deutschen nicht all zu viel . Aber er war im Zivilleben ein guter Polizist mit Berufsehre. Wallet sieht sich einer schier unlösbaren Aufgabe gegenüber. Wenig Unterstützung von seinem Vorgesetzten, Querelen mit den Sowjets und ein extrem gut organisierter Gegner. Wie bereits in der Heimat sucht sich Wallet Hilfe durch einen ortskundigen Spitzel und trifft auf Heiner, einen zwölfjährigen Jungen, der mit allen Mitteln versucht, seine Mutter Klara zu unterstützen. Gegen seinen Willen bekommt Wallet durch die beiden einen anderen Blick auf die Deutschen und umso größer die Bestürzung, als Heiner spurlos von der Bildfläche verschwindet.

Zu Beginn war mir Wallet mit seiner vorgefassten Meinung nicht gerade sympathisch. Was aber von Anfang an für ihn sprach, war der Wille, den Schieberbanden ein Ende zu setzen. Mit der Zeit konnte ich erkennen, dass er doch ein weiches Herz besitzt und bereit ist, seine Vorurteile zu relativieren. Von da an war er mein Held. Um so größer deshalb meine Wut und mein Entsetzen, wenn eine wohl durchdachte Aktion scheiterte, der Gegner immer einen Schritt voraus war. Es gab Situationen, da hätte ich keinen Cent für sein Leben gegeben. Am Ende sind die Ermittlungen dann doch von einem Erfolg gekrönt, wenn auch ein paar Fragen offen bleiben, die mich auf eine Fortsetzung hoffen lassen.

Was mich ebenfalls , neben der fesselnden Handlung und meinem Helden Wallet, für das Buch eingenommen hat, war die Fülle gut recherchierter Fakten, die perfekt in die Handlung eingearbeitet waren. Angefangen bei der trostlosen Lage der Zivilbevölkerung, über die Zwistigkeiten mit den Sowjets bis hin zu der Nazi-Einheit "Brandenburger" gab es viele Informationen, die in meinen Augen ein lebensnahes Bild der damaligen Zustände ergeben.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Packende epische Fantasy

Flut aus schwarzem Stahl
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Bereits die ersten Seiten stimmen auf blutige Ereignisse ohne Gnade ein und zudem lerne ich eine der Hauptfiguren, Ruhlin, kennen. Sein Erzählstrang - die Geschichte umfasst insgesamt drei - hat mich am ...

Bereits die ersten Seiten stimmen auf blutige Ereignisse ohne Gnade ein und zudem lerne ich eine der Hauptfiguren, Ruhlin, kennen. Sein Erzählstrang - die Geschichte umfasst insgesamt drei - hat mich am meisten erschüttert. Er wird gefangen genommen und zu einem Kämpfer in der Arena, ähnlich wie bei den Römern, ausgebildet und dies mit unglaublicher Brutalität Kein Wunder, dass er Fluchtgedanken hegt.

Der zweite Handlungsstrang ist Thera gewidmet. Sie dient der Schwester des Eisens, eine der drei Schwesternköniginnen, die das Reich regieren. Thera muss dafür sorgen, dass Gesetzesübertretungen geahndet werden und für die Sicherheit des Landes sorgen. Als Tributzahlungen ausbleiben, soll sie den Grund dafür herausfinden und wird auf ihrer Mission mit der Grausamkeit und Übermacht eines unbekannten Feindes konfrontiert.

Felin macht das Trio komplett. Er ist Theras Bruder, die er glühend beneidet. Die beiden kommen definitiv nicht miteinander aus. Felin bekommt von der Schwester der Weisheit zusammen mit einer hoch talentierten Schreiberin einen besonderen Auftrag. Sie sollen die Hallen ihrer Götter, die Altvar, finden.

Meine Schilderung des Inhalts muss zwangsläufig sehr oberflächlich bleiben, denn der Autor schildet die Ereignisse so detailreich und so voller überraschender Einfälle, dass ich nicht wusste, was ich besonders hervorheben sollte. Die Handlung ist fesselnd und facettenreich, aber nichts für Zartbesaitete . Die Kämpfe sind zahlreich, blutig und grausam und genauso beschrieben.

Gut gefallen hat mir, dass es mit Thera und einigen anderen starke Frauen gibt, für die ich mich begeistern konnte. Das Ende war nochmals eine nicht vorhersehbare Überraschung und deshalb um so verstörender . Das Buch endet mit einem Cliffhänger für all diejenigen, die mir ans Herz gewachsen und auch für die, die ich zu verabscheuen gelernt habe. Für mich ein Grund , auf eine baldige Fortsetzung zu hoffen .

Mein Fazit : Wer ein Freund von epischer Fantasy ist und es liebt in fremde Welten einzutauchen, sollte diesen Roman unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Spannend, humorvoll und ein neuer Blick auf alte Märchenfreunde

Deadly Ever After – Blut und Schnee
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Ich habe als Kind Grimms Märchen geliebt und fand die Idee, sie neue Abenteuer erleben zu lassen, eine wunderbare Idee. Zudem habe ich bisher alle Romane der Autoren mit Begeisterung gelesen.

Was bereits ...

Ich habe als Kind Grimms Märchen geliebt und fand die Idee, sie neue Abenteuer erleben zu lassen, eine wunderbare Idee. Zudem habe ich bisher alle Romane der Autoren mit Begeisterung gelesen.

Was bereits nach den ersten Seiten deutlich wurde, meine Helden aus Kindheitstagen haben sich weiter entwickelt und nicht alle zum guten. Besonders entsetzt war ich über Schneewittchen, die nun als böse, despotische Kaiserin das Land mit Tod und Terror überzieht. Nur gut, dass es , wie es sich für ein gutes Märchen gehört, ein paar aufrechte Helden gibt, die sich tapfer gegen die Tyrannin stellen, wenn auch ihre Ausgangsposition mehr als schlecht ist. Tristan, ohne Magie und eher gezwungenermaßen, erhält nach der Vernichtung des Rebellenheeres den Auftrag, die Hulda zu suchen. mit dem Hinweis, sie allein könne helfen. Wer, wie, wo , warum gilt es herauszufinden und das Abenteuer beginnt. Unterwegs trifft Tristan auf weitere Mitstreiter und es ergibt sich eine bunt zusammengewürfelte Truppe. Während ihrer Suche machen sie die Bekanntschaft weiterer Märchengestalten, die mich ins Grübeln gebracht haben, mit der Frage, zu welchem Märchen sie wohl gehören.

Neben Tristan ist mir besonders Linde ans Herz gewachsen. Sie ist lebenserfahren, neigt zu zynischen, aber weisen Bemerkungen und soll ihren Mann ermordet haben. Und sie ist immer da, wenn es eng wird. Ihre Sicht der Dinge hat mich oft zum lachen gebracht. Aber auch die anderen haben ihre Qualitäten und sorgen mehr als einmal für eine Überraschung und Heiterkeit. Am Ende kommt es zum unvermeidlichen Showdown und einem märchenhaften Ende.

Ich empfand die Handlung als spannend , voller gefährlicher Situationen und unerwarteter Wendungen. Das Raten, wer gehört in welches Märchen, hat Riesenspaß gemacht. Was nicht immer ganz einfach war, weil die Charaktere waren nicht immer auf den ersten Blick eindeutig erkennbar . Ich wurde schon lange nicht mehr so abwechslungsreich und humorvoll unterhalten. Hinzu kommt, dass viele schöne Kindheitserinnerungen geweckt wurden. Ich habe mir fest vorgenommen, mal wieder ein Märchenbuch zur Hand zu nehmen.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Spannender Auftakt und unerwartete Wendung

Böser, böser Wolf
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Ich liebe die Weihnachtskrimis der Autorin und so habe ich im Grunde blind , den neuen Krimi in die Hand genommen. Der Auftakt hat mir sehr gut gefallen und die Idee für die Ereignisse fand interessant. ...

Ich liebe die Weihnachtskrimis der Autorin und so habe ich im Grunde blind , den neuen Krimi in die Hand genommen. Der Auftakt hat mir sehr gut gefallen und die Idee für die Ereignisse fand interessant. Die Krimiautorin Katie wird entführt und soll sich Mordszenarien ausdenken, die der Täter in die Tat umsetzen will. Thema : Grimms Märchen. Dies ist der eine Handlungsstrang , den ich als sehr emotional empfunden habe. Besonders der Gewissenskonflikt der Autorin wurde sehr gut dargestellt.

Auf der Gegenseite steht DI Leyla. Leylas Freundin Allison ist vor vielen Jahren unter ungeklärten Umständen spurlos verschwunden. Dieses Trauma begleitet Leylas bis heute. Nun glaubt sie nach dem ersten Mord des Grimm - Rippers, Parallelen zu Allisons Fall zu erkennen und ihre Ermittlung wird immer mehr zur Besessenheit. Mir hat der Wechsel zwischen den beiden Handlungssträngen gut gefallen, da er in meinen Augen die Spannung erhöht hat.

Dann kippt die Handlung in meinen Augen . Das hat mich zusehend ratlos gemacht und verwirrt. Leyla beginnt an ihrer eigenen Realität zu zweifeln. Existiert sie wirklich oder ist auch sie das Phantasieprodukt der Autorin ? Vieles spricht dafür, aber ebenso dagegen. Die Morde sind auf jeden Fall real und Leyla ist fest entschlossen, den Täter aufzuspüren. Am Ende mischen sich Realität und Phantasie untrennbar . Der Fall wird dennoch gelöst, wenn auch etwas märchenhaft.

Die Autorin stellt mit dem 2. Teil des Krimis die fast schon philosophisch anmutende Frage, ob wir nicht alle Phantasiefiguren sein könnten . Und könnten wir dann unsere eigene Geschichte beeinflussen und sie so zur Realität werden lassen ? Dieses Gedankenspiel fand ich durchaus interessant und es bietet Stoff zum Nachdenken. Mein Problem ist aber, dass ich so gar nicht mit dieser Entwicklung gerechnet habe und somit meine Erwartungen an den Krimi nur teilweise erfüllt wurden. Dementsprechend ist mein Fazit zweigespalten. Den Auftakt fand ich fesselnd, aber der 2. Teil konnte mich nicht für sich einnehmen.

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