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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

Faszinierend

Ein Ort, der bleibt
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Mit „Ein Ort, der bleibt“ hat Sandra Lüpkes einen Generationen-Roman geschrieben, der mich von der ersten Seite an fasziniert hat.
Im Mittelpunkt steht Imke, die in der Gegenwart lebt und sich auf Spurensuche ...

Mit „Ein Ort, der bleibt“ hat Sandra Lüpkes einen Generationen-Roman geschrieben, der mich von der ersten Seite an fasziniert hat.
Im Mittelpunkt steht Imke, die in der Gegenwart lebt und sich auf Spurensuche in Istanbul begibt. Was zunächst wie ein persönlicher Tapetenwechsel wirkt, entwickelt sich schnell zu einer Reise in die Vergangenheit, und zwar zu drei Frauen, deren Leben auf ganz unterschiedliche Weise miteinander verbunden sind.
Jede von ihnen lebt in einer anderen Zeit, geprägt von den jeweiligen Umständen, und doch ziehen sich bestimmte Themen wie Verlust, Identität und Zugehörigkeit durch alle Ebenen.
Ein großer Teil der Geschichte spielt in Istanbul, zwischen kulturellen Gegensätzen, politischen Umbrüchen und persönlichen Entscheidungen entfaltet sich eine Geschichte, die auch ein dunkles Kapitel der Geschichte berührt.
Die Verknüpfung der Zeitebenen finde ich dabei besonders gelungen: Nach und nach setzen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen, bis ein Gesamtbild entsteht, das sowohl berührt als auch nachdenklich macht.
Ich mag Sandra Lüpkes Schreibstil: sie schreibt total atmosphärisch und spannend. Die historischen Hintergründe wirken authentisch und sind so in die Handlung eingebunden, dass sie nie trocken oder belehrend wirken.

Fazit:
Für mich ist „Ein Ort, der bleibt“ ein richtig starker Generationenroman, der zeigt, wie Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen, und wie Geschichten über Jahrzehnte hinweg weiterleben. Die Mischung aus Frauenschicksalen, historischer Tiefe und der faszinierenden Kulisse Istanbuls hat mich komplett abgeholt.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Spannend

Die Totenklägerin
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Im Mittelpunkt von „Die Totenklägerin“
steht Matilda Rizzo, die als Trauerrednerin tätig ist, aber gleichzeitig auch als Anwältin praktiziert hat. Sie fühlt sich den Toten gegenüber verpflichtet und spricht ...

Im Mittelpunkt von „Die Totenklägerin“
steht Matilda Rizzo, die als Trauerrednerin tätig ist, aber gleichzeitig auch als Anwältin praktiziert hat. Sie fühlt sich den Toten gegenüber verpflichtet und spricht deshalb auch unbequeme Wahrheiten am Grab aus.
Als die zwölfjährige Jackie sie bittet, den Tod der alten Resi zu hinterfragen, beginnt Mathilda zu ermitteln, und stößt schnell auf Ungereimtheiten. Gemeinsam mit Jackie deckt sie nach und nach ein Geflecht aus Geheimnissen, Abhängigkeiten und verdrängter Schuld auf, das auch Matildas eigene Vergangenheit berührt.

Matilda ist wirklich mal eine ganz andere Ermittlerin mit einem sehr interessanten familiären Hintergrund. Sie ist hartnäckig wenn sie einmal Witterung aufgenommen hat. Jackie dagegen sorgt für Kontrast: manchmal ein wenig ungestüm, aber genau deshalb eine perfekte Ergänzung zu Matilda. Die Dynamik zwischen den beiden wirkt lebendig und authentisch.
Der Roman ist spannend, emotional und aus wechselnden Perspektiven erzählt, was einen direkten Einblick in die Gedanken der Charaktere ermöglicht.
Insgesamt ist „Die Totenklägerin“ für mich ein gelungener Krimi, der nicht nur durch seinen Fall, sondern vor allem durch seine Figuren überzeugt. Die Mischung aus ungewöhnlicher Ermittlerin, emotionaler Tiefe und Spannung funktioniert erstaunlich gut.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Spannender Urlaubskrimi

Schatten über den Chianti-Hügeln
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Mit „Schatten über den Chianti-Hügeln“ hat mich Gianni Borsa wieder einmal bestens unterhalten, ein Krimi, der leicht zu lesen ist und trotzdem mehr Tiefe mitbringt, als ich zunächst erwartet habe.

Der ...

Mit „Schatten über den Chianti-Hügeln“ hat mich Gianni Borsa wieder einmal bestens unterhalten, ein Krimi, der leicht zu lesen ist und trotzdem mehr Tiefe mitbringt, als ich zunächst erwartet habe.

Der Fall hat mich zum zweiten Mal in die malerische Toskana entführt.
Ein Olivenbauer wird unter verdächtigen Umständen tot aufgefunden und was zunächst nach einem überschaubaren Verbrechen aussieht, entwickelt sich nach dem Fund eines Grabes aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs schnell zu einer komplexen Geschichte, bei der nichts so ist, wie es scheint.
Commissario Daniele Figallo beginnt zu ermitteln und bekommt natürlich wieder Unterstützung von Sandra Wolff, die mittlerweile mit ihrem Yoga-Studio heimisch in Poggibonsi geworden ist.
Während sie versuchen, die Wahrheit ans Licht zu bringen, geraten sie ( und ich😂) immer wieder auf falsche Fährten. Motive und Zusammenhänge verschieben sich ständig, sodass es einfach spannend geblieben ist. Stück für Stück wird dann aber ein dunkles Kapitel der deutsch-italienischen Geschichte sichtbar, das bis in die Gegenwart nachwirkt.

Ich mag Daniele und Sandra einfach, sie ergänzen sich perfekt und besonders schön finde ich, dass sich zwischen den beiden doch eine Entwicklung abzeichnet, und genau das macht es für mich sehr interessant😂
Ich habe in jedem Kapitel wieder die Liebe von Gianni Borsa zur toskanischen Landschaft gespürt und zugleich schafft er es, ein ernstes historisches Thema einzubinden, dieses Zusammenspiel aus Leichtigkeit und Tiefe hat mir besonders gut gefallen. Ich hoffe sehr, dass uns diese ernsten Themen auch heute als Mahnung dienen.

Fazit:
Schatten über den Chianti-Hügeln ist ein Krimi, der mehr bietet als nur Spannung. Die Verbindung aus Gegenwart und Vergangenheit, gibt der Geschichte Gewicht und das mag ich so an Krimis, wenn sie nicht nur spannend sind, sondern auch etwas mitgeben.
Wer Krimis mit Urlaubsfeeling, Tiefgang und überraschenden Wendungen mag, sollte hier unbedingt zugreifen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Toller 2. Fall

Kohle, Stahl und Mord: Das Totenhaus
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Im Mittelpunkt von „Das Totenhaus" steht ein Mordfall, der tief in die Vergangenheit des Ruhrgebiets führt.
Eine verletzte, erinnerungslose Frau führt Ermittlerin Elin Akay zu einer verlassenen Villa, ...

Im Mittelpunkt von „Das Totenhaus" steht ein Mordfall, der tief in die Vergangenheit des Ruhrgebiets führt.
Eine verletzte, erinnerungslose Frau führt Ermittlerin Elin Akay zu einer verlassenen Villa, in der ein Mann ermordet wurde. Es ist die Stinnes-Villa, einst Wohnsitz des Zechendirektors auf ehemaligem Bergbauareal, eben das titelgebende „Totenhaus".
Die Nachforschungen enthüllen ein lange zurückliegendes Verbrechen aus der Bergbauzeit, das bis heute nachwirkt.
Elin Akay ist eine Ermittlerin, die mich einfach fasziniert, klar, hartnäckig im Vorgehen und mit einem feinen Gespür für Zwischentöne. Sie wirkt bodenständig und glaubwürdig, genau so, wie ich mir eine Hauptkommissarin im Ruhrpott vorstelle. Ihr Team ergänzt sie hervorragend, mit unterschiedlichen Starken und Reibungspunkten.
Ein Highlight ist für mich die neue Staatsanwältin. Sie bringt frischen Wind in die Ermittlungen, ist scharf im Denken, unbequem, aber absolut kompetent, jemand, der nicht einfach nur mitläuft.
Martin Conrath schreibt atmosphärisch und ohne Schnörkel. Der Ton passt einfach zum Ruhrgebiet: rau und ehrlich. Gefallen hat mir auch, wie selbstverstandlich er Orte mit Geschichte und Bergbau verbindet. Es ist für mich einfach ein Krimi, bei dem ich immer gedacht habe, noch ein kapitel, und dann war die Nacht tast rum e eben ein Pageturner. Die Mischung aus glaubwürdigen Figuren und einem Setting, das ich kenne und liebe hat funktioniert. Dass die Handlungsorte quasi vor meiner Haustür liegen und der Bergbau eine so zentrale Rolle spielt, hat den Krimi für mich noch interessanter gemacht.
Fazit:
Wer Krimis mag, die nicht glattgebügelt sind, sondern Ecken, Kanten und Geschichte haben, sollte hier unbedingt zugreifen

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Super

Nordstrøm – Die Jagd
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Mit „NORDSTRØM - Die Jagd" hat mich Claudia Rimkus total gepackt.
Der Krimi beginnt mit dem Fund der verstümmelten Leiche eines Kommunalpolitikers an der Kreideküste auf Rügen. Der ehemalige Polizeipsychologe ...

Mit „NORDSTRØM - Die Jagd" hat mich Claudia Rimkus total gepackt.
Der Krimi beginnt mit dem Fund der verstümmelten Leiche eines Kommunalpolitikers an der Kreideküste auf Rügen. Der ehemalige Polizeipsychologe Erik Nordstrøm wird von der Witwe beauftragt, den Mord aufzuklären, während er gleichzeitig nach einem verschwundenen jungen Mechaniker sucht. Zusammen mit seiner neuen Kollegin Sara Sachs folgt er Spuren über mehrere Ostseeorte und entdeckt eine Verbindung zwischen den Fällen, während weitere Morde passieren und sie selbst in große Gefahr geraten.
Spuren führen zu Personen, die eigentlich längst aus dem Fokus geraten sein sollten, und zu Taten, die nie wirklich aufgearbeitet wurden.
Ohne zu viel zu verraten: Der Roman steuert auf ein Finale zu, das nicht nur nervenaufreibend ist, sondern auch eine moralische Frage aufwirft, die mich als Leser wirklich beschäftigt hat.

Claudia Rimkus schreibt klar, direkt und sehr atmosphärisch. Die Handlung entwickelt sich zügig, ohne hektisch zu wirken, und immer wieder setzt sie kleine Spannungsmomente, die einen praktisch zwingen weiterzulesen.
Besonders gelungen fand ich, wie sie Spannung aufbaut: Nicht nur durch Action oder überraschende Wendungen, sondern auch durch das langsame Aufdecken von Zusammenhängen. Man merkt, dass jedes Detail eine Rolle spielen könnte – und genau das sorgt für diesen krassen Spannungsbogen, der sich durch den gesamten Roman zieht.
Fazit:
Das Ermittlerpaar Eric und Sara funktioniert hervorragend und die zentrale Frage nach Selbstjustiz bleibt noch lange im Kopf.
Wer spannende Ermittlungen und interessante Figuren mag, sollte hier definitiv zugreifen. Ich hoffe sehr, dass wir die Beiden bald wieder in einem neuen Fall begleiten dürfen.

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