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Veröffentlicht am 29.03.2020

Bezaubernde Geschichten erobern die Herzen von Groß und Klein

Mit Polli durchs Jahr
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Klappentext:

Ein Jahr ist lang, 12 Monate - und was da alles passieren kann!
Wollt ihr wissen, wie Paulchen zum Vogelretter wird? Miterleben, wie Tristan und Isolde ausreißen und die Geheimnisse einer ...


Klappentext:

Ein Jahr ist lang, 12 Monate - und was da alles passieren kann!
Wollt ihr wissen, wie Paulchen zum Vogelretter wird? Miterleben, wie Tristan und Isolde ausreißen und die Geheimnisse einer Pusteblume entdecken?
Wie wunderbar es ist, wenn man erfährt, dass man etwas ganz Besonderes ist, oder wie Lukas von einer Spinne zum Hexenmeister ernannt wird?
Hier könnt ihr Monat für Monat Polli und ihre Freunde durchs Jahr begleiten. Sie erzählen euch von vielen aufregenden Abenteuern und zeigen dazu passende Beschäftigungsmöglichkeiten, wie z.B. Bastelvorlagen, Ausmalbilder und vieles mehr.
Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter - für jeden Monat gibt es eine Geschichte von 10-20 Minuten Lesezeit.

Fazit:

Ich habe schon viele Geschichten von Ilona Cornelia gelesen und jede davon hat mich begeistert, so dass ich regelmäßig auf ihrer Homepage stöbere, um neue Geschichten zu entdecken. Ich freute mich dann riesig, als Ilona mir schrieb, dass sie ein neues Buch veröffentlichen wird, in dem bekannte und neue Geschichten sich vereinen. Ich konnte es kaum abwarten, dieses Buch dann in Händen zu halten.

Polli ist nun bei mir eingezogen und ich konnte mich erst einmal an dem hochwertigen Cover mit den schönen Zeichnungen erfreuen. Beim ersten Durchblättern fielen mir sofort die vielen schönen Zeichnungen in Schwarzweiß oder in Farbe auf, die das Herz erfreuen und zum genaueren Hinschauen einladen.

Schon zu Beginn jeder Geschichte gibt es ein schönes Foto oder eine Zeichnung, um auf die Handlung einzustimmen.

Jede der Geschichten beinhaltet eine tiefere Botschaft, die auf kindgerechte Weise verschiedene Facetten des Lebens darstellt. Es geht um Freundschaft, Geschwisterliebe und Streit unter Geschwistern, Verzeihen, Zusammenhalt, Ängste und noch viel mehr. Entdeckt einfach gemeinsam mit euren Kindern die Bandbreite der wunderschönen Geschichten, die mitten aus dem Leben gegriffen wurden. Die Geschichten sind sehr unterschiedlich und regen ohne erhobenen Zeigefinger zum Nachdenken an, sorgen für Gesprächsstoff und animieren dazu, mehr Zeit gemeinsam zu verbringen.

In diesem Buch gibt es viel zu entdecken und zu erfahren. Mal spielen Kinder die Hauptrolle, dann wieder Tiere und auch mal Pflanzen und in allen Geschichten können sich Große und Kleine wiederfinden und mitfühlen und auch mitlachen. Die Gefühle der verschiedenen Charaktere sind uns wohlbekannt und werden von der Autorin liebevoll und einfühlsam auf den Punkt gebracht.

Die Geschichten werden durch passende Basteltipps perfekt abgerundet. Bei den Basteltipps gefällt mir besonders, dass zu jeder Geschichte mehrere gehören, die in verschiedene Schwierigkeitsgrade unterteilt wurden, je nach Alter und Geschicklichkeit der Kinder. Diese Tipps sorgen dafür, dass Erwachsene und Kinder noch mehr Zeit miteinander verbringen und sich auf diese Weise kostbare Momente des Zusammenseins schaffen können.

Das Herzblut der Autorin ist in jeder Geschichte und Zeichnung deutlich zu spüren und überträgt sich auf alle Leser. Ich freue mich auf weitere Geschichten und vergebe voller Überzeugung eine absolute Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.03.2020

Gut recherchierter und spannender Roman

Die geworfene Münze
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Klappentext:

Schwaben 1203: Die junge Gräfin Isabeau wurde von ihrem Schwager Rudolf im Burgverlies eingekerkert. Seit ihr Gemahl Lothar sich dem Kreuzzug ins Heilige Land angeschlossen hat, ist sie ihrem ...

Klappentext:

Schwaben 1203: Die junge Gräfin Isabeau wurde von ihrem Schwager Rudolf im Burgverlies eingekerkert. Seit ihr Gemahl Lothar sich dem Kreuzzug ins Heilige Land angeschlossen hat, ist sie ihrem machtgierigen Schwager hilflos ausgeliefert. Dem jungen Schmied Matthias gelingt es, sie aus ihrem Verlies zu retten. Sie müssen rechtzeitig Isabeaus Gemahl finden, denn sonst ist ihrer beider Leben in Gefahr. Doch auf dem Weg ins Heilige Land warten nicht nur unzählige Gefahren, die die beiden überwinden müssen. Zu spät erkennt Matthias, dass Isabeau ihm mehr bedeutet, als einem einfachen Schmied zusteht …

Fazit:

Direkt nach der Hochzeit sieht Isabeau ihren Mann zum letzten Mal, da er sich dem Kreuzzug ins heilige Land anschließt. Sein Bruder will sich in sofort die Grafschaft und die junge Isabeau aneignen und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Da der junge Schmied Matthias durch ein Versprechen an Isabeau gebunden ist, gelingt Isabeau, dank Matthias Hilfe, in letzter Sekunde die Flucht vor ihrem machthungrigen Schwager. Nun beginnt für Matthias und Isabeau eine aufregende Reise, da sie im heiligen Land Isabeaus Mann suchen wollen.

Schon auf den ersten Seiten lernte ich Matthias und sein tragisches Schicksal kennen. Durch die Intrigen des Adels verlor er alles, was ihm lieb und teuer war. Da er nichts mehr zu verlieren hat, gibt er ein Versprechen, dass sein Leben verändert und in den Grundfesten erschüttert.

Isabeau ist eine junge Adlige, die sich ihrem Stand entsprechend verhält und auf mich dennoch einen sehr viel mutigeren und wehrhafteren Eindruck macht, als es bei Frauen dieser Zeit üblich war. Matthias ist natürlich weit unter ihrer Würde und dies lässt sie ihn deutlich spüren, obwohl sie auf seine Hilfe angewiesen ist.

Die Reise, die zu dieser Zeit natürlich sehr lange dauert und sehr gefährlich ist, stellt die zwei Charaktere vor ungeahnte Herausforderungen und Prüfungen. Sie treffen auf gute und böse Menschen und müssen immer wieder um ihr Leben bangen. Doch das Schicksal ist ihnen hold, da sie auch immer wieder Hilfe bekommen, mit der sie kaum rechnen konnten.

Unterwegs treffen sie auf die junge Marie, die für den Diebstahl eines Brotes sehr hart bestraft wurde und nehmen sie mit auf ihre Reise. Nicht nur die Gefühle für dieses Kind wachsen, sondern Isabeau und Matthias wachsen zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen und entdecken verbotene Gefühle. Eine Adlige und ein Schmied, kann das gutgehen?

Die Erlebnisse auf der Reise wurden sehr bildgewaltig und detailliert beschrieben, so dass ich das Gefühl hatte, direkt dabei zu sein und die Ängste und Sorgen und auch die kleinen Freuden direkt zu spüren.

Der Autor gab mir tiefe Einblicke in die damalige Gesellschaft mit all ihren Facetten. Ist der Adel wirklich so edel und gut, wie er sich darstellen wollte? Welche Rolle spielt die Kirche und deren Diener auf Erden? Soll das heilige Land wirklich gerettet werden, oder dient der Kreuzzug anderen Beweggründen? Werden die Hauptprotagonisten an den Intrigen, dem Machthunger und den Gefahren scheitern, oder wird am Ende alles gut? Das lest bitte selbst, es lohnt sich.

Wie der Klappentext schon andeutet, entwickeln sich bei Matthias zarte Gefühle für Isabeau. Wird sie seine Gefühle erwidern? Und wenn ja, gibt es eine Chance für diese Gefühle? Auch das müsst ihr leider selbst herausfinden.

Mich fesselte dieser Roman von Anfang an und ich konnte das Buch erst nach der letzten Seite aus der Hand legen. Die geschichtlichen Ereignisse und deren zum Teil realen Persönlichkeiten wurden zu einer fesselnden Geschichte verwoben, die mir sehr gefallen hat. Ich konnte tief in die Gefahren dieser Zeit eintauchen und dank der guten Recherche wieder neues Wissen erlangen.

Der Schreibstil des Autors wurde der damaligen Zeit angepasst und dies fand ich sehr passend. Auch wenn sehr viele bedeutende Persönlichkeiten der Zeit eingebunden wurden, gelang es, die Spannung zu halten und mich mitzureißen. Das Verhalten der Charaktere konnte ich nachvollziehen, da sie der Zeit entsprechend sehr realistisch und authentisch ausgearbeitet wurden. Stück für Stück entwickelten sie sich weiter, wuchsen an den Herausforderungen und ich hätte sie gerne noch weiter begleitet.

Ich konnte einen hervorragend recherchierten Roman lesen, der mir die Zeit der Kreuzzüge näher brachte, ohne sie zu glorifizieren. Von mir eine absolute Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2020

Selbstfindung mal anders

Ein Mustang, ein Muli und die Liebe
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Klappentext:

Annie Parker ist fünfundzwanzig Jahre alt, Neusingle, Tagebuchschreiberin und auf der Suche nach sich selbst. Sie kauft unter dubiosen Umständen bei einem Rodeo die Mustangstute Sixteen, ...

Klappentext:

Annie Parker ist fünfundzwanzig Jahre alt, Neusingle, Tagebuchschreiberin und auf der Suche nach sich selbst. Sie kauft unter dubiosen Umständen bei einem Rodeo die Mustangstute Sixteen, um sie vor dem Schlachter zu retten.
Ratlos und mit der Situation überfordert, beginnt sie mit dem halbwilden Pferd zu wandern.
Am Highway begegnet ihr Luke Milers, der nicht nur an Annie, sondern auch an Sixteen ein geheimnisvolles Interesse hat. Er wird zu ihrem Guardian Angel, plant ihre Route und überlässt ihr sein Muli, den legendären Dexter, damit sie sicher nach Montana zur Sweet Water Ranch wandern kann.
Doch Luke hat Annie verschwiegen, dass Sixteen bei einem Wettbewerb, dem Mustang Show Off, versteigert werden soll.
Kann Annie ihrem Herzen folgen und Luke vertrauen?
So beginnt die seltsame Reise der Annie Parker.

Fazit:

Bei diesem Buch fiel mir zuerst das Cover auf, auf dem alles vorhanden ist, was die Geschichte beinhaltet. Im Vordergrund der Schattenriss eines Liebespaares und im Hintergrund wandert Annie mit einem Muli und einem Pferd durch die Berge. Gerade der Teil mit der Wanderung interessierte mich und ich begann schnell zu lesen. Ich war positiv überrascht über die Schilderungen. Warum? Das müsst ihr selbst lesen, da ich euch den Spaß erhalten möchte.

Annie mit „ie“ ist Neusingle, da sie von ihrem Freund aus der gemeinsamen Wohnung geworfen wurde. Sie kriecht bei ihrem Bruder unter, um sich ihre Wunden zu lecken. Doch dann beschließt sie, dass es genug ist und will sich ihren Traum erfüllen, eine Wanderung durch den Yellowstone Park. Allerdings landet sie in Idaho und dort nimmt das Schicksal seinen Lauf. Auf einem Rodeo begegnet sie der Mustangstute Sixteen, die sie scheinbar um Hilfe anfleht. Da Annie diesen Hilferuf versteht, kauft sie die Stute kurzerhand, obwohl sie keine Erfahrung mit Pferden hat und ganz besonders keine Erfahrung mit Mustangs. Was tun ohne Erfahrung und ohne Geld? Annie begibt sich mit Sixteen auf eine Wanderung und muss sich nun vielen Abenteuern und Herausforderungen stellen. Eine seltsame Reise beginnt.

Annie war mir schnell sympathisch und ich bewunderte ihren Mut, sich dieser Aufgabe zu stellen, die sie scheinbar doch so überfordert. Ich hatte das Gefühl direkt bei ihr zu sein und mit ihr zu wandern, ihre Ängste selbst zu spüren und mich mit ihr zu freuen, wenn etwas geklappt hat. Ich konnte mit Annie die Landschaft erkunden und viele nette und auch unsympathische Menschen kennenlernen. Manche der geschilderten Begebenheiten machten Angst und erforderten den ganzen Mut und manche sorgten für ein Schmunzeln. Auch die neue Liebe, mit all ihren Facetten, Gefühlen und Fragen erlebte ich hautnah mit. Kurzgefasst, es ist der Autorin gelungen eine Bandbreite an Begebenheiten und Charakteren in ihre schöne Geschichte zu verweben, die mich überraschte. Besonders bemerkenswert ist für mich, wie es ihr gelang, den vernünftigen Umgang mit Pferden sachlich fundiert, eindrucksvoll und ohne erhobenen Zeigefinger einzubauen, da zeigt sich die Pferdekennerin.

Ich habe eine normale Liebesgeschichte erwartet und wurde mit sehr viel mehr überrascht. Ich war schnell in den Bann gezogen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Sämtliche Charaktere wirkten sehr authentisch auf mich, mit all ihren Ecken und Kanten. Bei den Herausforderungen, die Annie bewältigen musste, war ich hautnah dabei und habe mit ihr gefühlt und gelitten und mich dann wieder mit ihr gefreut. Sie stößt oft an ihre Grenzen, verändert sich und findet sich selbst und wächst mit jeder neuen Herausforderung. Mit jedem Tagebucheintrag, die in die Geschichte verknüpft waren, tauchte ich tiefer in Annies Welt und später auch in die von Luke. Zwischen Annie und Luke baut sich ganz langsam eine Liebesgeschichte auf, die so manches Rätsel aufgibt und der einige Hindernisse im Weg stehen. Doch halt, ich will nicht zu viel verraten. Lest bitte selbst.

Bei Luke war ich öfter hin- und hergerissen, da ich seine Beweggründe nicht kannte und diese sich erst nach und nach herauskristallisierten. Anfangs erschien er wie ein Schutzengel, dann wie ein eiskalter Profi, der nur seinen Profit im Auge hat, um im nächsten Moment scheinbar wieder der richtige Partner für Annie zu sein. Welche Ziele verfolgt er und meint er es ernst mit Annie? Bitte selbst lesen.

Ich freute mich, dass es sich bei den Charakteren um ganz normale, durchschnittliche Menschen handelte und nicht wie sonst oft, um Charaktere aus der Welt der Reichen und Schönen. Die Hauptprotagonisten entwickelten sich weiter, lernten dazu und konnten mich mit ihren Gedanken und Gefühlen tief berühren. Der Humor hat mir sehr gut gefallen und ich konnte an manchen Stellen lauthals lachen. Zusätzlich wird eine gewisse Spannung aufgebaut, die dafür sorgte, dass ich das Buch atemlos verschlang. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Annie, Luke, Sixteen und Dexter weiter geht.

Beim Lesen hatte ich immer schöne Bilder vor Augen, da mir die Autorin genügend Raum für meine Phantasie gab. Die Menschen und besonders die Tiere wurden so einfühlsam dargestellt, dass ich sie ins Herz schließen konnte. Mir fiel besonders der Abschied von Dexter und Sixteen schwer und ich bin gespannt, wie es ihnen ergehen wird. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

Von mir eine absolute Leseempfehlung für diese Geschichte, die mir Freude bereitete und mich gut unterhalten konnte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2020

Ungewöhnlicher Krimi

Die Präparatorin
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Klappentext:

Eine ungewöhnliche Heldin auf der Suche nach einer grausamen Wahrheit, rätselhaft, düster, trügerisch.

Als Tierpräparatorin Felicitas Booth eine Kiste mit Erinnerungsstücken ihres Vaters ...

Klappentext:

Eine ungewöhnliche Heldin auf der Suche nach einer grausamen Wahrheit, rätselhaft, düster, trügerisch.

Als Tierpräparatorin Felicitas Booth eine Kiste mit Erinnerungsstücken ihres Vaters entdeckt, gerät ihre Welt ins Wanken. War er doch nicht nur das unschuldige Mordopfer, für das sie ihn jahrzehntelang hielt? Was geschah auf jener Afrikaexpedition, die nur die Hälfte der Teilnehmer überlebte? Felicitas beschließt, sich der Wahrheit zu stellen – ohne zu ahnen, welche Folgen das für ihr Leben hat.

Fazit:

Nach einem sehr ungewöhnlichen Prolog über den ich erst einmal nachdenken musste, begleitete ich die sehr zurückgezogen lebende Felicitas in das Pflegeheim, in der ihre demente Mutter lebt. Das Verhältnis zur Mutter ist nicht das Beste und ich fragte mich sofort, was da wohl vorgefallen ist.

Im Pflegeheim angekommen, erfährt Felicitas, dass ihre Mutter verstorben ist und ihr Leichnam vom Bestatter schon abgeholt wurde. Warum diese Eile? Gibt es etwas zu verbergen?

Im Zimmer der verstorbenen Mutter stößt Felicitas auf eine Kiste mit Erinnerungsstücken und Zeitungsberichten. Was Felicitas nun nach und nach entdeckt, bringt die Ordnung ihrer kleinen Welt in Aufruhr.

Als wäre das noch nicht genug, muss sie im Bestattungsunternehmen eine fürchterliche Entdeckung machen und muss sich mehreren Einbrüchen und später auch noch Morden stellen.
Was hat das mit der Vergangenheit zu tun? Wie hängt das mit der Afrikaexpedition zusammen? War ihr Vater kein Opfer, sondern eher Täter? Wer trachtet Felicitas nach dem Leben? Welche Rolle spielt ihr Nachbar? Um die Antworten zu finden, müsst ihr das Buch leider selbst lesen, da ich nicht zu viel verraten will.

Mich konnte das Buch von der ersten bis zur letzten Seite fesseln. Ein außergewöhnlicher Krimi, der mich mit seinen vielen Wendungen immer wieder überraschte und zum Miträtseln einlud.

Felicitas ist eine sehr verschlossene Frau, die nur für ihre Arbeit zu leben scheint. Sie ist in die Fußstapfen ihres Vaters getreten und arbeitet als Tierpräparatorin. Ich konnte viel über diesen ungewöhnlichen Beruf lernen. Nach dem frühen Tod des Vaters ist Felicitas traumatisiert und verschließt das Trauma tief in sich. Erst mit dem Fund der Erinnerungsstücke stellt sie sich nach und nach der Vergangenheit und macht schockierende Entdeckungen.

Sämtliche Handlungsorte wurden so detailliert und bildlich beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, direkt vor Ort zu sein. Auch die Protagonisten wurden so beschrieben, dass ich sie mir gut vorstellen konnte, auch wenn ihre Beweggründe nicht immer nachvollziehen waren. Die Beschreibung der Großwildjagd hat mich eher schockiert und abgestoßen. Für die Jäger sind die Tiere einfach nur Sachen, um ihre niederen Bedürfnisse zu befriedigen.

Stück für Stück kam ich der Lösung durch die geschickten Rückblenden näher, um dann zu bemerken, dass ich mich wieder einmal auf dem Holzweg befand. Ich fragte mich oft, wie es Felicitas gelingen wird, diesem Albtraum zu entrinnen. Ob es ihr überhaupt gelingt?

Der Schreibstil des Autors führte dazu, dass ich den Krimi in einem Rutsch gelesen habe. Die Handlung war für mich nicht vorhersehbar und ich der Auflösung entgegenfieberte. Das Finale hat mich dann eiskalt erwischt und überrascht.

Mir hat der Krimi gefallen und ich vergebe eine Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2020

Pflichtlektüre für alle Menschen, die mit Pferden zu tun haben

Pferdeseele
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Auszug aus dem Klappentext:

Katinka hat ihre Reiterin abgeworfen und wird als Strafe dafür – wie schon so oft – kräftig mit der Gerte malträtiert. „Das Pferd ist unreitbar!“, heißt es einmal mehr. Die ...

Auszug aus dem Klappentext:

Katinka hat ihre Reiterin abgeworfen und wird als Strafe dafür – wie schon so oft – kräftig mit der Gerte malträtiert. „Das Pferd ist unreitbar!“, heißt es einmal mehr. Die bildschöne Hannoveranerstute versteht nicht, dass sie auch in diesem Stall nicht bleiben darf und – wie schon so oft – weitergereicht wird.
Auch in ihrem nächsten Zuhause läuft es gar nicht gut. Die „Blumenfrau“ wird mehrmals abgeworfen und traut sich schließlich gar nicht mehr in Katinkas Nähe. „Das Pferd ist unreitbar!“ Schon wieder wird Katinka in einen Anhänger verladen …

Fazit:

Schon der Klappentext macht klar, um was es in diesem Buch geht. Leider ist dies auch heute oft genug traurige Realität.

Was passiert mit Pferden, die nicht so funktionieren, wie es die Menschen wollen? Leider ist dann oft genug das Pferd schuld und nicht der Mensch. Wer hat den Mut hinter die Kulissen zu schauen und auf das Pferd einzugehen? Einfacher ist es für viele Menschen, das Pferd weiterzugeben und sich ein „funktionierendes“ Pferd zu holen.

Katinka muss dies genauso erleben. Sie ist schon durch viele Hände gegangen und wird immer wieder falsch verstanden. Sie ist ungehorsam und spinnt, da sie ihre Reiter/innen immer wieder abwirft. Da sie auch noch unfähig ist, aus ihren Fehlern zu lernen hilft scheinbar nur Gewalt und wenn die versagt, muss sie gehen. Was ist nur mit Katinka los, warum kann dieses dumme Tier nicht funktionieren? Durch wie viele Hände muss sie gehen, bis sie endlich „ihren“ Menschen findet? Ob es Hoffnung für Katinka gibt? Das lest bitte selbst, ich will nicht zu viel verraten.

Mich hat Katinkas Geschichte von Anfang an tief berührt und ich musste so manches Tränchen aus den Augen wischen. Diese Geschichte, die so einfühlsam erzählt wurde, ist in vielen Ställen auch heute noch traurige Realität. Oft genug wird leider vergessen, dass Pferde fühlende und denkende Wesen sind, die uns genau das zurückgeben, was sie von uns bekommen.
Katinkas Reise endet nach vielen Schlägen und Missverständnissen bei Hannes, der vor Katinka gewarnt wird. Ob er endlich der Mensch ist, der Katinka versteht und zu dem sie Vertrauen fassen kann? Kann Katinka wirklich noch einem Menschen vertrauen? Katinka muss jetzt neue Herausforderungen bewältigen und dies wird einfühlsam und nachvollziehbar beschrieben. Doch das müsst ihr selbst lesen, es lohnt sich.

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für alle Reiter/innen sein, bevor sie sich in den Sattel setzen. Leider gibt es immer noch viel zu viele Menschen, die sich ein Fahrrad statt ein Pferd kaufen sollten. Dies gilt sowohl für den Turniersport, als auch für den Breitensport. Beim Umgang mit Pferden ist ein Umdenken sinnvoll, doch das ist leider noch nicht in allen Köpfen angekommen und Pferde werden immer noch als Sportgerät missbraucht.

Der Autorin ist es gelungen, die Verletzungen, die Pferde immer wieder durch Menschen erleiden müssen so nachvollziehbar darzustellen, dass sie zum Umdenken anregt. Der Schreibstil mag für manche Leser erst einmal ungewöhnlich sein, da die Geschichte aus Katinkas Sicht erzählt wird. Für mich war der Schreibstil passend, da ich tief in Katinkas Gedanken und Gefühle abtauchen konnte. Sie wurden für mich noch plastischer und nachvollziehbarer und ich habe mit Katinka gelitten, gebangt und gehofft. Toll gemacht.

Ich bin selbst Reitbeteiligung eines kranken Pferdes und für mich stand von Anfang an immer das Wohl des Pferdes im Vordergrund. Auch dieses Pferd galt als unreitbar und gefährlich. Sie ging durch viele Hände, bis sie endlich bei einer Freundin von mir landete, die sich erst einmal um die Gesundheit des Pferdes kümmerte. Die vielen Tage, an denen wir entschieden, dass wir nicht reiten, sondern uns auf andere Art um Cayenne kümmern, lassen sich kaum zählen. Es gab auch schlimme Tage, voller Tränen und Verzweiflung, an denen wir die Hoffnung schon aufgegeben hatten, ihr helfen zu können. Ich bin dankbar für jeden Tag, den ich mit genau diesem Pferd erleben durfte, da wir uns gegenseitig viel geben konnten und hoffe natürlich auf viele weitere schöne Tage. Einfach nur bei ihr sein und jede Minute mit Cayenne genießen, das reicht schon.

Das Cover des schönen Buches erinnert mich immer wieder an intensive Momente mit Cayenne. Der Weg bis zu diesen Momenten war hart und steinig, gepflastert mit vielen Hindernissen, genau aus diesem Grund bedeuten sie mir so viel.

Ich danke der Autorin dafür, dass sie die Missstände im Umgang mit Pferden aufgreift und Wege beschreibt, besser und fair mit diesen schönen Tieren umzugehen.

Mit den Worten der Autorin schließe ich ab.

Es gibt keine „Problempferde“!
Viel mehr gibt es da draußen unzählige Pferde mit einem „Menschenproblem“!

In diesem Sinne wünsche ich jedem Pferd den „richtigen“ Menschen, der es achtet und vernünftig mit ihm umgeht.

Von mir eine absolute Leseempfehlung und sieben von fünf möglichen Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere