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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2020

Eine sehr gelungene Fortsetzung...

Muse of Nightmares - Das Geheimnis des Träumers
1

"Sie war ein Geist, er war ein Gott, und ihre Küsse fühlten sich an, als hätten sie einen Traum zuerst verloren und dann wiedergefunden" [S. 30]
Mit diesen Worten möchte ich gerne meine Rezension zu "Muse ...

"Sie war ein Geist, er war ein Gott, und ihre Küsse fühlten sich an, als hätten sie einen Traum zuerst verloren und dann wiedergefunden" [S. 30]
Mit diesen Worten möchte ich gerne meine Rezension zu "Muse of Nightmares" starten, dem ersten Part des zweiten Teils.
Wer den 1.Band gelesen hat, weiß, dass es einen ziemlich gemeinen Cliffhänger hatte, der so manchen mehr als eine Träne gekostet hat und ja ich hatte Angst, große Angst, wie es weitergeht...
Zunächst fand ich Laini Taylors Schreibstil wieder unglaublich genial, metaphorisch und poetisch. Es war vergleichsweise mit dem 1.Band nicht mehr so magisch, sondern eindeutig düsterer, auch die Handlung hat die Geschwindigkeit angezogen, obwohl nicht viel passiert. Der Hauptstrang der Geschichte nimmt nicht mehr als 2-3 Tage in Anspruch und der Fokus liegt eher auf den Gemeinheiten Minyas, die, aber auch nur von kurzer Dauer waren. Ebenfalls die andere Perspektive fand ich sehr interessant und ich war sehr überrascht, dass neue Charaktere neben unseren bereits Bekannten eingeführt werden.
Ich weiß nicht warum, aber irgendwie drehte sich alles im Kreis. Der Leser hat auch ein paar neue Dinge erfahren, die alles ändern, aber eigentlich werden nur die Grundstein für die zweite Hälfte gelegt. Ich glaube, dass der Geschichte nichts Schlimmeres hätte passieren können, als gesplittet zu werden, denn die Leseprobe für den nächsten Part hatte mich sofort wieder, war wieder magischer und fesselnder.
Das Buch war auf keinen Fall schlecht, ich liebe Sarai und ganz besonders Lazlo hat einen großen Fleck in meinem Herz eingenommen, genauso wie Sarais "Geschwister", Eril-Fane und weitere Charaktere. Es passiert einfach nicht viel, liest sich wie eine Einleitung und leider hatte es auch nicht mehr diese besondere Atmosphäre von Lazlos Träumen, weil der Fokus verschoben wurde. Was ich trotzdem richtig gerne mag, ist Lazlos Entwicklung! Er ist so besonders, lieb, herzensgut und ich liebe die Beschreibung, dass er "Feenlicht" in den Augen hat.
Trotz meiner kleinen Kritik freue ich mich sehr auf den finalen Part, kann es kaum erwarten und vergebe 4/5 Sterne

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  • Geschichte
  • Atmosphäre
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 27.06.2020

Wer von ihnen hat Sarah auf dem Gewissen?

Pretty Dead. Wenn zwei sich lieben, stirbt die Dritte (Romantic Suspense meets Dark Academia)
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Der Klappentext klingt spannend und lässt den Leser sofort an großartige Titel wie „One of us is lying“, „Two can keep a secret“, „A good girl’s guide to murder“, etc. denken. Alle genannten Titel habe ...

Der Klappentext klingt spannend und lässt den Leser sofort an großartige Titel wie „One of us is lying“, „Two can keep a secret“, „A good girl’s guide to murder“, etc. denken. Alle genannten Titel habe ich verschlungen und geliebt und natürlich hoffte ich, dass ich „Pretty Dead“ bald in einem Atemzug mit ihnen nennen kann. Trotz einem sehr angenehmen Schreibstil ist es Stefanie Hasse leider nicht ganz gelungen mich komplett umhauen und mitnehmen zu können.

Wie bereits erwähnt fand ich den Schreibstil sehr angenehm zu lesen, die Kapitel waren nicht allzu lang und die wechselnden Perspektiven auf das Geschehen fand ich auf den ersten Blick auf jeden Fall interessant.

Zunächst haben mir die Charaktere gut gefallen. Am Anfang hatte ich ein paar Probleme sie auseinanderzuhalten und ihnen die Rolle in Sarahs Leben zuzuordnen, da war der Coverumschlag sehr praktisch.

Meine Lieblinge waren auf jeden Fall Brooke und Chase, aber auch die anderen waren mir überwiegend (außer zwei Protagonistinnen) sehr sympathisch, aber leider blieben alle Charakterentwicklungen sehr blass. Besonders Sarah. In diesem Zusammenhang hätten mir mehr Rückblicke besonders aus ihrer Perspektive sehr geholfen, ihre Motivation besser zu verstehen. Ihre Charakterdarstellung wirkt sehr eindimensional und ich kann kaum ihre Handlungen und Intrigen nachvollziehen. Auch der/die Strippenzieher*in wirkte sehr blass. Auch hier hätte ich mir noch mehr Einblicke gewünscht, evtl. anonym? Das hätte die Spannung auf jeden Fall höher treiben können.

Ich gebe es nicht gerne zu, aber es ist nicht wirklich viel passiert. Vieles dreht sich im Kreis. Der Leser wird zwar mit Andeutungen und Geheimnissen förmlich überschüttet, aber ansonsten passiert eigentlich nichts. Ein paar Erpressungsversuche da, ein paar Zettelchen dort, aber die Polizeiarbeit ging komplett unter. Ich hätte mir von deren Seite auf jeden Fall mehr Präsenz gewünscht.

Auch das Ende wirkte überstürzt und zu konstruiert. Leider wusste ich eigentlich schon seitdem ersten 1/4, wer hinter allem steckt, warum und wie es gewesen sein müsste. Meine erste Befürchtung ist zum Glück nicht eingetreten, sonst hätte ich dem Buch (nur dafür) schon einen kompletten Stern abgezogen, aber mit meinen restlichen Vermutungen lag ich goldrichtig.

Insgesamt konnte mich die Geschichte durchaus unterhalten und ich konnte sie binnen weniger Stunden lesen, aber wirklich mind-blowing war es leider nicht. Ich habe mehr erwartet und würde an dieser Stelle auf die oberen genannten Bücher verweisen, wenn ihr noch mehr in diesem Genre lesen wollt. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es jüngeren Lesern, die noch nicht so viel in diese Richtung gelesen haben, besser gefallen könnte. Ich hätte gerne mehr Sterne vergeben, aber letztendlich sind es 3/5 Sterne

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.06.2020

Auf das Suchen und Finden...

Das sternenlose Meer
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"Die Suchenden werden finden. Ihre Türen haben auf sie gewartet" (S. 84)

Dieses poetische Meisterwerk verzaubert seinen Leser mit seinem ersten Buchstaben. Es ist zunächst verwirrend, gefühlt in ...

"Die Suchenden werden finden. Ihre Türen haben auf sie gewartet" (S. 84)

Dieses poetische Meisterwerk verzaubert seinen Leser mit seinem ersten Buchstaben. Es ist zunächst verwirrend, gefühlt in jedem Kapitel erwartet den Leser eine andere Perspektive, kurze Anekdote, Andeutungen und Geheimnisse. Angelehnt an unter anderem "Süße[s] Leid" (das Buch, das Zachary findet) ist es charmant, geheimnisvoll und mysteriös. Ein Geheimnis, ein Rätsel, ein wisperndes Wort, das meine Neugier immer mehr angestachelt hat. Eine Antwort zieht gefühlt duzentende neue Fragen nach sich.
Wer hier ein Buch über packende Abenteuer, actiongeladene Handlungen oder schnelle Enthüllungen erwartet, sollte dieses Buch nicht lesen.
Der besondere Charme, das prickelnde Gefühl, das man etwas Außergewöhnliches gefunden hat, liegt an der besonderen Erzählweise. Erin Morgenstern lässt sich Zeit, spielt mit dem Leser und Zachary. Erst nach und nach ergibt die Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte Sinn. Besonders der ausdrucksstarke und poetische Schreibstil konnte mich einfach verzaubern.
Mir fehlen einfach nur die Worte. Jedes Wort, das meine Gedanken Ausdruck verleihen soll, scheint eines zu wenig zu sein, weil man es einfach selbst erlebt und gelesen haben sollte. Ich habe mich schon lange nicht mehr so hibbelig bei einer Geschichte gefühlt, als würde ich nur die erste Schicht eines Zaubers entfernen, aber nicht - noch nicht - tiefer blicken können. Nicht alle Geheimnisse der Geschichte sind dazu bestimmt, gelöst zu werden, manche bleiben immer durchscheinend und ungelöst. Es ist einfach magisch und märchenhaft. Ich meine nicht den einseitigen Begriff von Märchen, den wir verwenden. Ein Märchen hat nicht nur seine hellen, hoffnungsstarken Seiten, die von Liebe überquillt, sondern sie ist ebenfalls gespickt von Grausamkeit, Brutalität, Hoffnungslosigkeit und einer düsteren Dunkelheit.
Es ist eine Geschichte, in der der Leser denkt, dass er dem Geheimnis immer näher kommt, verstanden habe, worum es geht, wie alles läuft, bis es sich lachend wieder den suchenden Fingern entzieht, alles anders ist und Fragezeichen zurückbleiben.

Dies ist eine Geschichte, die meine Gedanken durcheinander gewirbelt hat, mich teils glücklich, verwirrt, glücklich, aber auch melancholisch zurückgelassen ist. Ich bin fast schon ein wenig traurig, dass die Geschichte jetzt vorbei ist, der Leser Zachary, Dorian, Mirabel, den Hüter, Kat und Co. verlassen hat. Eine Geschichte ist zu Ende gegangen, aber das Ende mündet in einem Anfang, denn eine Geschichte lebt von Veränderungen. Ich vergebe diesem Jahreshighlight 5+/5 Sterne

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Veröffentlicht am 15.06.2020

Eine Dating Agentur, ein sexy Werpuma und sehr viel sexy Time...

Midnight Liaisons - Zur Gefährtin erwählt
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Eine Dating Agentur, deren Kunden Übernatürliche sind? Vampire, Gestaltwandler, Feen und auch sexy Werpumas spielen hier die Hauptrolle. Jessica Clare hat einen kurzweiligen, witzigen und gut geschriebenen ...

Eine Dating Agentur, deren Kunden Übernatürliche sind? Vampire, Gestaltwandler, Feen und auch sexy Werpumas spielen hier die Hauptrolle. Jessica Clare hat einen kurzweiligen, witzigen und gut geschriebenen Roman erschaffen, der ordentlich Sexy Time beinhaltet. Die Geschichte dreht sich rund um die menschliche Bathsheba, die in dieser Agentur arbeitet und unter gar keinen Umständen mit einem Kunden ausgehen darf und um den sexy Werpuma Beau, dem kurz vor knapp das Date abgesagt wurde. Kunde ist König, sodass sich Bath zunächst mehr als unwillig zu einem Date bereitschlagen lässt. Wer tiefe Charakterentwicklungen liebt, der sollte hier evtl. enttäuscht werden. Nur am Rande erfährt der Leser ein wenig über die Beiden, aber der Fokus liegt wirklich auf der "magischen" Anziehungskraft der Beiden aka Sexszenen. Um ehrlich zu sein habe ich auch nicht mehr erwartet. Ich wollte durch die Seiten fliegen, einen sexy männlichen Prota haben und die ein oder andere gut geschriebene explizite Szene lesen, die die Autorin sehr gut schreiben kann. Baths Handlungen, besonders zum Ende hin konnte ich nicht immer nachvollziehen und auch die alles übertreffende Gefahr, die Bath drohte, fand ich ein wenig flach, aber ansonsten hat mich Geschichte gut amüsiert.
Es ist einfach witzig, nett für Zwischendurch und wer nicht allzu viel erwartet, wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Ich hätte gerne noch ein paar Konversationen gehabt, mehr Handlung, aber ansonsten habe ich nicht mehr viel zu sagen.
Wer mit einem übermächtigen männlichen Beschützerinstinkt, Entführungstendenzen und übermäßigen Sexszenen kein Problem hat, kann sich das Buch gerne genauer anschauen. Ich vergebe 3/5 Sterne

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Veröffentlicht am 12.06.2020

Flieh, so weit du kannst – deiner Vergangenheit entkommst du nicht!

Im grausamen Licht der Sonne
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Nalini Singh ist absolut keine Unbekannte für mich. Die gute Frau kann unheimlich gut Fantasy schreiben, umso neugieriger war ich, ob sie genauso gut packende Thriller schreiben kann.
Ihr Schreibstil konnte ...

Nalini Singh ist absolut keine Unbekannte für mich. Die gute Frau kann unheimlich gut Fantasy schreiben, umso neugieriger war ich, ob sie genauso gut packende Thriller schreiben kann.
Ihr Schreibstil konnte mich wieder ab der ersten Zeile fesseln. Sie versteht es die perfekte Balance zwischen atmosphärischen Beschreibungen, guten Dialogen/Monologen und Unterschwelligkeit zu finden.
Besonders cool finde ich das Setting. Ich kann mich spontan an kein Buch erinnern, das ich gelesen habe, welches in Neuseeland angesiedelt war. Man merkt, dass die Autorin dort lebt, viel recherchiert hat und das Land liebt. Sie beschreibt die wunderschöne Kulisse mit ihrer wilden ungestümen Schönheit, dem endlosen Busch, dem gefährlichen Klippen und der Einsamkeit. Ich hatte förmlich Kopfkino und große Lust bekommen, dieses außergewöhnliche Land mit seiner zwiespältigen Persönlichkeit und trügerischen Sicherheit kennenzulernen.
Neben dem wunderschönen Setting kreiert die Autorin eine Atmosphäre, die mir mehr als einmal eine Gänsehaut beschert hat. Eine unterschwellige Bedrohung, dass irgendetwas passieren wird, dass man niemanden vertrauen kann. Es hätte wortwörtlich nur noch der Nebel gefehlt.
Bevor ich auf Ana und Will eingehen werde, möchte ich noch ein paar Worte zur Handlung verlieren.
Bereits ab der ersten Zeile könnte mich Nalini Singh einfangen. Ich hing gebannt an ihren Lippen, wollte immer mehr und weiter in den Geheimnissen von Golden Cove eintauchen. Viele Geheimnisse wurden gelüftet, aber auch nicht alle. Dieses Kleinstadtfeeling, in dem jeder jeden kennt, keine Geheimnisse geheim bleiben, hat mich auch sehr fasziniert. In der Mitte gab es mal ein paar Seiten, die nicht direkt langweilig, aber schon sehr ruhig waren, aber dann ging es wieder richtig zur Sache. Ein paar Stränge werden nur angerissen, was ich vllt. ein wenig schade finde, aber ansonsten konnte die Autorin mit ihrem Können überzeugen. Einzig mit der Auflösung bin ich nicht unbedingt zufrieden. Sie ist sehr vorhersehbar, zu offensichtlich und zu einfach. Ich hätte mir etwas anderes gewünscht, was nicht in jedem zweiten Buch vorkommt. Der Ansatz ist nicht schlecht, es ist okay, aber nichts Besonders. Den Epilog fand ich ganz schön. Es schließt das Buch ab, lässt, aber auch Freiraum für weitere Bände.
Zum Schluss möchte ich noch auf die beiden Protagonisten eingehen, aus deren Perspektive das Buch geschrieben ist.
Ana und Will sind zwei Charaktere, mit denen es das Leben nicht immer nett meinte. Sie haben tiefe Narben, wollen sich am liebsten irgendwo zurückziehen und ihre Wunden legen. Sie sind stark, hart und sehr ernst. Nicht jeder wird sie mögen, aber ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Ich hatte schon lange nicht mehr so tiefgründige, fast schon... melancholische, gezeichnete und mysteriöse Protagonisten.
Besonders gerne mag ich, dass die Liebesgeschichte nur ganz zart angedeutet wird. Es gibt keine schmutzigen oder rührselige Szenen, sondern nur eine tiefe Verbindung, die sich langsam aufbaut. Für mich hätte es sogar noch einen Tick mehr sein können.
Insgesamt ein gut gemachter Thriller mit unterschwelliger Spannung, gut ausgearbeiten Charakteren und einer Auflösung, die für meinen Geschmack ein bisschen schwach auf der Brust ist. Ich vergebe 4/5 Sterne.

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