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Veröffentlicht am 02.12.2020

Ein wunderschönes Buch mit dem Zauber der Weihnacht

Das Wunder von R.
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Manuel (9), Camila (7) und Shonda (4 Jahre alt) müssen mit ihren beiden Müttern ihre Heimat verlassen, da ihre Lebensform dort nicht mehr geduldet wird - für viele zuhörende oder selbstlesende Kinder sicher ...

Manuel (9), Camila (7) und Shonda (4 Jahre alt) müssen mit ihren beiden Müttern ihre Heimat verlassen, da ihre Lebensform dort nicht mehr geduldet wird - für viele zuhörende oder selbstlesende Kinder sicher eine der ersten Begegnungen mit einer gleichgeschlechtlichen Ehe in einem Kinderbuch; und dann sogar noch in einem Weihnachtsbuch... was deswegen als „modern“ bis „revolutionär“ angekündigt war, hat meine Kinder (7 und 5) gar nicht lange aufgehalten 🤷‍♀️ dank solcher Bücher gehören für ihre Generation Beziehungen jeder Art einfach dazu - warum auch nicht, denn „Was Liebe ist, kann jeder Mensch fühlen.“ Doch nun von den im Vorwort von der Autorin, LGBTQ-Aktivistin Francesca Cavallo, erläuterten Beweggründe endlich zur Geschichte - denn die ist auch ohne Hintergedanken einfach nur schön!
Die 5-köpfige Familie zieht also nach R., einem Städtchen, in dem sie in Sicherheit sind, da nie etwas passiert - weil nichts passieren soll und daher niemand etwas unternimmt oder Kontakt zu anderen pflegt; so etwas würde misstrauisch beäugt. Eine schwierige Situation... als dann noch der Weihnachtsmann die Kinder um Hilfe bittet, mit Hilfe von 10 seiner Elfen in knapp bemessener Zeit unzählige Geschenke zu verpacken, fällt die Familie komplett raus aus dem Sicherheitsschema der Stadt und ruft die Polizei auf den Plan. Ob das gut ausgeht für die beiden Mamas, die drei Kindern und alle, die auf ihre Geschenke warten?! Es ist ja ein Weihnachtsbuch, aber ein besonderes... 😉 aber sicher nehme ich nicht zu viel Spannung, wenn ich verrate, dass hier groß & klein ganz angetan waren von der zauberhaften Geschichte und ebenso von den schönen Illustrationen! Liebe, Vertrauen, Zusammenhalt - all die Werte, die man mit dem Fest der Nächstenliebe verbindet, haben hier ihren Platz. Noch dazu „[...] Mut, unsere Häuser und Herzen für das zu öffnen, was wir nicht kennen!“ (S.119), und eine Prise Magie, wie sie nur der Weihnachtsmann verbreiten kann... eine schöne Mischung, die hier gut ankam und eine „unnormale“ Familienkonstellation normal macht, so dass diese hoffentlich in ein paar Jahren genauso wenig Aufmerksamkeit bekommt wie die nie im Text erwähnte Tatsache, dass die Mamas auf den Bildern verschiedene Hautfarben haben 😊
Ein empfehlenswertes Weihnachtsbuch, mit dem man sehr gut ein Gespräch über Offenheit und Toleranz beginnen kann - oder mit dem man einfach die Weihnachtsmagie genießt!

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Veröffentlicht am 08.11.2020

31 originelle Märchen von namhaften Persönlichkeiten!

Flo, der Flummi und das Schnack
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Hänsel und Gretel waren gestern, nun kommen Elektra, Paraplü und der Spitar - sowie zahlreiche weitere menschliche, tierische und erfundene Helden!
Ganze 31 AutorInnen haben sich neue Märchen ausgedacht, ...

Hänsel und Gretel waren gestern, nun kommen Elektra, Paraplü und der Spitar - sowie zahlreiche weitere menschliche, tierische und erfundene Helden!
Ganze 31 AutorInnen haben sich neue Märchen ausgedacht, die einfach wunderschön von Martina Liebig illustriert wurden - die Zeichnungen sind für meine drei Kinder (7; 5 und 2) und mich das Highlight an diesem Buch!
Zu jeder der Geschichten ist eine Altersangabe sowie die geschätzte Lesezeit angegeben. Einige Märchen sind bereits ab 3 oder 4 Jahren geeignet, wobei ich finde, das man auch einige Lebensjahre oder gar -jahrzehnte älter sein darf, um diesen Märchen angemessenes Interesse und auch das Verständnis entgegenzubringen. Meine Kinder waren nämlich leider nicht so angetan und konnten sich nur schwerlich mit zB den Wollmäusen oder Faultier & Wickeltier identifizieren ... die Moral oder „Message“ einiger Märchen haben wir länger ausdiskutiert. Vielleicht liegt es daran, dass wir bisher eher Geschichten als Märchen gelesen haben - bei mir kam das Buch besser an als bei dem jungen Publikum 😉 ich versuche es in ein paar Jahren wieder; stelle es bis dahin in mein Bücherregal und lasse die originellen Geschichten allein auf mich wirken 😊

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Veröffentlicht am 08.11.2020

Immobilienhaie, Ratten und noch deutlich mehr Themen warten auf Dengler!

Kreuzberg Blues
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Zum zehnten Mal ermittelt Georg Dengler - und deckt wieder einmal nicht nur etwas für seine Auftraggeber auf, sondern legt auch Stück für Stück die Missstände eines politisch brisanten und hochaktuellen ...

Zum zehnten Mal ermittelt Georg Dengler - und deckt wieder einmal nicht nur etwas für seine Auftraggeber auf, sondern legt auch Stück für Stück die Missstände eines politisch brisanten und hochaktuellen Themas auf: dieses Mal ist es die Immobilienbranche am Beispiel Berlin. Kaufen und Verkaufen; Vermieten und Entmieten - für Rendite scheint jedes Mittel recht zu sein. Als das Baby einer Freundin Olgas durch eine vermutlich mutwillig ausgesetzte Ratte verletzt wird, wird Dengler aktiv und reist gemeinsam mit Olga nach Berlin. Gut recherchiert und mit so einigen Fakten garniert wird dem Leser die Immobilienbranche näher gebracht - und nicht nur diese: da das Buch im Frühjahr 2020 spielt, ist auch das Corona-Virus ebenso wie seine Leugner ein Thema...zu letzteren zählen hier auch die Impfgegener, welche mit einer längeren Passage zu den Anthroposophen aufgeführt sind. Schon verrückt, wer angeblich ein Erzengel ist 😂 die Instrumentalisierung solcher Gruppen durch Strippenzieher extremer politische Lager lässt einen einmal mehr kritisch auf diese lauten Minderheiten gucken...
Ich habe bisher alle Fälle von Georg Dengler gelesen und fand auch hier das zentrale Thema sehr spannend - durch die Hinzunahme von Corona, Domestizierung von Wildtieren und politischen Geheimbünden im Hintergrund dann jedoch etwas überfrachtet... die Konzentration auf eine Sache hätte mir besser gefallen und das ganze „typischer“ für Dengler gemacht. Dennoch: ich bleibe dem Ermittler bzw Wolfgang Schorlau treu und bin schon gespannt, mit welchem Thema der nächste Band aufwartet - mit dem hier skizzierten Ende mag ich mich nicht anfreunden...

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Veröffentlicht am 08.11.2020

Unbeschreiblich schön illustriert, diese niedliche Geschichte über eine Maus und die Relativität der Zeit

Einstein
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Mir fehlen ein wenig die Worte, um meine Begeisterung über die Illustrationen auszudrücken: vor mir liegt ein Buch mit außergewöhnliches Bildern - detailreich, oft über die komplette Doppelseite erstreckt ...

Mir fehlen ein wenig die Worte, um meine Begeisterung über die Illustrationen auszudrücken: vor mir liegt ein Buch mit außergewöhnliches Bildern - detailreich, oft über die komplette Doppelseite erstreckt und so bezaubernd, dass sich hier groß & klein beim Betrachten der Details darin verlieren! Und auch der Text begeistert: kindgerecht wird mit einem fiktiven Mäuseabenteuer die Entdeckung des Relativitätstheorie von Albert Einstein beschrieben - oder war es doch eine Maus, die diese Entdeckung tätigte?! 😉

Doch zurück an den Anfang des Abenteuers: die Maus versucht auf verschiedenen Wegen, doch noch zum verpassten Käsefest zu kommen. Sie hat die Uhr zurückgedreht, aber nicht die Zeit. Eine Uhrmachermaus erklärt ihr (und dem Leser) die Geschichte der Zeit. Sie erkennt „Die Zeit ist etwas, das stetig dahinfließt. Immer in die gleiche Richtung. Uhren und Kalender helfen nur dabei, das Verstreichen der Zeit darzustellen.“ und dann schafft sie es doch ... und reist ins Jahr 1905, in welchem Einstein als junger Angestellter des Patentamtes seine wichtigsten Entdeckungen macht. Etwa mit Hilfe einer Maus?!

Im Nachgang zum Mäuseabenteuer sind noch weitere Informationen zu Einsteins Lebenslauf und seinen Entdeckungen angefügt, die besonders für die etwas älteren Leser interessant dargestellt sind - meine beiden großen mit 5 und 7 wollten an der Stelle lieber zurückblättern zum Mäuseabenteuer. Wir freuen uns sehr, mit diesem Buch den Autor und Illustrator Torben Kuhlmann entdeckt zu haben und sind schon ganz gespannt auf seine weiteren Werke über Edison, Armstrong und Lindbergh!

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Veröffentlicht am 31.10.2020

Ein Rutschvergnügen mit Folgen...

Ellas verrückt-verrutschtes Leben
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Wer kennt ihn nicht: den Wunsch danach, die Zeit zurückdrehen zu können... wenn etwas peinliches passiert ist oder etwas kaputt gegangen ist... eine halbe Stunde würde ja reichen. Und stellt euch vor: ...

Wer kennt ihn nicht: den Wunsch danach, die Zeit zurückdrehen zu können... wenn etwas peinliches passiert ist oder etwas kaputt gegangen ist... eine halbe Stunde würde ja reichen. Und stellt euch vor: die besten Freundinnen Ella und Dodo, die seit kurzem auch noch Stiefschwestern sind, finden im Garten ihres neuen Hauses eine Rutsche, die so etwas kann!! Also, Sprossen hoch und los... damit Ella dem Umzug auf’s flache Land in den Norden entkommt und stattdessen zur Party ihres Schwarms Toni in München kann. Und sich nicht mit den Gänsen herumärgern muss. Oder waren es Truthähne?! Denn bald stellt sich heraus, dass das Zeit-zurückrutschen nicht ohne Folgen bleibt... und was hat es mit dem riesigen Nachlass von Herrn Kamitzki auf sich, dem der Hof zuvor gehörte und der von den Dorfbewohnern im freundlichsten Fall als „merkwürdig“ bezeichnet wird?!
Viele Geheimnisse warten auf die beiden Mädels, die nach diesen ereignisreichen, aber leider kurzen Sommerferien in die 6. Klasse kommen. Einige werden in diesem Buch aufgedeckt, aber es bleibt auch noch Potential für (mindestens) eine Fortsetzung - für die bereits eine Leseprobe am Ende enthalten ist. Wir konnten mit Ella sehr gut mitfühlen, die sich schwer tut mit der neuen Umgebung - unser eigener Umzug ist noch nicht lange her... (und hat zum Glück nicht die Sommerferien verkürzt 😉) ihre Gefühle gegenüber allem Fremden sind ebenso nachvollziehbar wie ihr Wandel - eigentlich sind die Zwillinge Lizzi und Luka ja doch ganz nett... und irgendwann muss Ella es sich eingestehen, dass es in Kleinkotzingen doch nicht so furchtbar ist wie sie es sich eingeredet hat!
Uns hat das Buch gut gefallen (nur meinem
Sohn war der Wandel von Ellas Papa nicht so geheuer - aber er ist mit 5 Jahren auch deutlich jünger als die Zielgruppe) und meine Tochter hat immer wieder neue Theorien zur Zeitrutsche angestellt. Den zweiten Teil müssen wir also unbedingt lesen, um zu erfahren, ob sie recht hatte oder nicht 😉 Unser einziger Kritikpunkt ist eigentlich nur der, dass die Fortsetzung erst im April 2020 erscheint... 🙃 ansonsten können wir dieses 230 Seiten starke Buch wirklich weiterempfehlen! ⏳

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