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Veröffentlicht am 02.07.2025

Konnte mich nicht packen

Der Stau
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Ich fand die Idee wirklich gut, aber die Story konnte mich nicht so richtig packen und las sich eher zäh. Temporeich und fesselnd (wie beschrieben) war da leider gar nichts. Ein Mord auf der Autobahn und ...

Ich fand die Idee wirklich gut, aber die Story konnte mich nicht so richtig packen und las sich eher zäh. Temporeich und fesselnd (wie beschrieben) war da leider gar nichts. Ein Mord auf der Autobahn und der/die Täter:in muss noch vor Ort sein, weil der Verkehr aufgrund der Detonation einer Autobombe in einem Tunnel komplett zum Erliegen gekommen ist. Sergeant Belinda, genannt Billy, - die nach einem halben Jahr in Australien gerade wieder in England gelandet ist - und zufällig im Stau neben dem Ermordeten landet, beginnt zu ermitteln.

Alle Fahrer:innen der umstehenden Autos scheinen irgendwie etwas verbergen zu wollen. Billys Vorgehen fand ich dafür, dass sie (wie mehrmals gesagt wurde) über 30 Jahre im Dienst ist, oft nicht nachvollziehbar und eher planlos. So ganz alleine ist sie auch bei weitem nicht. Ein alter Freund, der zufällig auch bei der Polizei arbeitet, und diverse andere Officer helfen ihr über Telefongespräche bzw. Nachrichten. Ein bisschen erfährt man nach und nach auch über ihre Vergangenheit, aber zu wenig, um sie als Charakter irgendwie greifbar oder sympathisch zu machen. Es ging auch über weite Strecken zu sehr um ihren Harndrang, da hätte sich wohl mit Decken o.ä. eine Möglichkeit gefunden, sie auch bei Helligkeit abzuschirmen.

Was mich auch extrem gestört hat: Auf der Innenseite des Buchdeckels wird einfach schon die Mordwaffe genannt. Die KOMPLETTE ERSTE HÄLFTE des Buchs dreht sich darum, dass Billy nicht weiß, womit der Typ getötet wurde. Wer schreibt diese Texte und warum spoilert man da so??

Dazu waren es einfach zu viele Personen + die jeweiligen Beschreibungen ihrer Autos und der Position, in der sie sich im Stau befinden - das konnte ich mir beim besten Willen nicht alles merken und musste ständig nachschauen, wer das nun wieder war. Vielleicht hätte hier eine Skizze geholfen. Immer wieder kommen auch neue Menschen und Nebenschauplätze dazu, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben.

Einige "technische" Ungereimtheiten haben mich auch gestört. Es hieß, das lokale Telefonnetz sei wegen der Autobomben bzw. Terrorgefahr gesperrt. Soweit nachvollziehbar. Aber warum trifft das auch auf Onlinedienste zu? Teilweise kann Billy dann wieder WhatsApp versenden, muss aber Leute schicken, um nach einem Zeichen zu suchen, wo genau sie sich befinden, statt einfach bei GoogleMaps zu schauen und ihren Standort zu schicken.

Völlig unklar blieb am Ende, was es mit den Autobomben auf sich hatte und mit der Frau, die aus dem "Schrottauto" geflohen ist. Der Fall löst sich zwar auf, aber doch enorm konstruiert und mit zu vielen unrealistischen Zufällen.

Eine Anmerkung noch zur Übersetzung: Der Spruch "Jedem das Seine" (S. 180) ist sehr problematisch und hätte anders übersetzt werden sollen. Sowas müsste eigentlich auffallen.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Viele spannende Lebensfragen

Im Leben nebenan
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Was wäre, wenn das Leben anders verlaufen wäre? Wenn man, statt nach dem Abi in die Großstadt zu ziehen und Karriere zu machen, mit seiner Jugendliebe zusammen im Dorf geblieben und ein Kind bekommen hätte?

Toni ...

Was wäre, wenn das Leben anders verlaufen wäre? Wenn man, statt nach dem Abi in die Großstadt zu ziehen und Karriere zu machen, mit seiner Jugendliebe zusammen im Dorf geblieben und ein Kind bekommen hätte?

Toni passiert genau das - eigentlich lebt sie mit Jakob zusammen in der Großstadt und die beiden versuchen seit einiger Zeit erfolglos, schwanger zu werden. Bis sie sich irgendwann fragt, ob sie das eigentlich noch will - dieses Leben, den Partner, überhaupt ein Kind?

Plötzlich wacht sie in einem ganz anderen Leben auf, verheiratet mit ihrer Jugendliebe Adam und gerade Mutter einer Tochter geworden, lebt sie mit ihm im Heimatdorf.

Erzählt wird abwechselnd aus beiden Perspektiven, das hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein Buch über viele Themen, die die meisten (Frauen) irgendwann beschäftigen: Möchte ich Mutter werden? Kann ich mir ein Leben ohne Kind(er) vorstellen? Mit wem möchte ich zusammen sein, passen unsere Zukunftsvorstellungen und was, wenn das Leben, das man sich früher ausgemalt hat, nicht passiert?

Wie oft malt man sich aus, wie das Leben wäre, wenn man diese oder jene Entscheidung getroffen hätte - oder eben nicht? Wäre das Leben besser, schlechter, oder einfach anders?

Das Buch ist eher als Gedankenexperiment zu verstehen, ich denke, darum gibt es am Ende auch keine "Auflösung", eher eine Annäheerung an die Frage: Wie schließt man mit dem Verlauf des eigenen Lebens Frieden? - Denn beeinflussen oder planen kann man es eben nur bedingt.

Einen Punkt Abzug gebe ich, weil das Buch zwar nie langweilig war, aber eher so dahinplätscherte und auch keine wirklichen Spannungs- oder "Aha"-Momente hatte. Ich würde es aber (vor allem) Frauen empfehlen, die vielleicht manchmal mit ihren Entscheidungen hadern oder sich fragen, ob ein anderes Leben "besser" wäre.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Ein merkwürdiges Buch

Shark Heart
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Nach dem Lesen des Klappentexts habe ich eine spannende Geschichte über einen Mann, der sich in einen weißen Hai verwandelt, erwartet. Bekommen habe ich eine zähe Aneinanderreihung teilweise loser Episoden ...

Nach dem Lesen des Klappentexts habe ich eine spannende Geschichte über einen Mann, der sich in einen weißen Hai verwandelt, erwartet. Bekommen habe ich eine zähe Aneinanderreihung teilweise loser Episoden der Leben von unsympathischen Leuten. Die originelle Idee wurde denkbar langweilig umgesetzt.

Lewis und Wren lernen sich Anfang/Mitte 30 kennen und heiraten, kurz darauf bekommt Lewis die Diagnose, dass er sich in einen weißen Hai verwandelt. In der Geschichte werden solche Mutationen (zu Haien, Reptilien, Vögeln etc.) als recht alltäglich hingenommen, es gibt spezielle Abteilungen im Krankenhaus, die sich um die Menschen in den unterschiedlichen Verwandlungsstadien kümmern. Das ist ja schon merkwürdig genug, mir war aber das ganze Buch lang schleierhaft, ob das nur eine große Metapher für bestimmte Krankheiten sein soll?! Lewis vergisst nach und nach immer mehr seiner menschlichen Eigenschaften, soll das Demenz darstellen?

Als Charakter fand ich vor allem Lewis unerträglich. Er wollte mal Schauspieler in New York werden, daraus ist aber nichts geworden. Jetzt ist er Lehrer an einer High School, denkt aber die ganze Zeit, er sei etwas Besseres als alle anderen, ein verkanntes Genie und ach, so besonders. Das soll durch die eingeschobenen "Szenen" eines Theaterstücks verdeutlicht werden, das er geschrieben hat, die aber wirklich nicht bahnbrechend waren.

Wren konnte ich auch gar nicht greifen, und was sie an Lewis fand, wurde auch nicht deutlich. Sie ist quasi das Gegenteil von ihm, analytisch und rational. Dass sie angeblich eine so tiefe Liebe zueinander haben, war nicht spürbar, dazu ist der Schreibstil zu distanziert. Sie opfert sich eigentlich nur für ihn auf und muss die ganze Zeit gucken, dass alles so läuft, wie er es will/braucht.

Plötzlich wechselt die Erzählebene zur Kindheit von Wrens Mutter und erzählt super fragmenthaft und mit großen Zeitsprüngen, wie sie schwanger wurde und vom Verlauf von Wrens Kindheit. Dadurch versteht man Wrens Hintergründe natürlich besser, die ganze Passage fügt sich aber gar nicht in den Haupttext ein, das hätte man auch anders lösen können.

Auch mit dem Teil, in dem Lewis Leben im Meer beschrieben wird, konnte ich wenig anfangen. Er vergisst immer mehr und ist irgendwie in seiner eigenen Welt (was wieder zur Demenz passen würde). Ich verstehe auch, dass damit grundsätzliche philosophische Fragen wie "Was bedeutet Menschsein?" behandelt werden, gleichzeitig wird aber sein Blutdurst beschrieben und wie er andere Lebewesen bis hin zu einem frischgeborenen Walkalb frisst, als sei das total normal - hier ist für meinen Geschmack die Verbindung von Fiktion und Realität nicht nachvollziehbar.

Es ist kein Fantasybuch, aber auch keine realitätsnahe Erzählung. Bei mir bleiben einfach zu viele Fragezeichen zurück.

Am Ende des Buchs wird nochmal verdeutlicht, dass es allgemein um Verlust und Trauer geht, und wie man trotz allem wieder glücklich sein kann. Bis dahin zog sich das Buch aber, ich habe teilweise den Text seitanlang nur überflogen, weil der Inhalt so nichtssagend war. Und so bahnbrechend waren die "Weisheiten" jetzt auch nicht. Was mich persönlich gestört hat, war, dass Wren natürlich ausgerechnet schwanger war und nur durch ihre Tochter wieder glücklich werden konnte. Also nee.

Mein Eindruck war, dass das Buch sowohl sprachlich als auch inhaltlich irgendwie künstlerisch erscheinen wollte, mich hat diese Art der Erzählung aber gar nicht abgeholt. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, wenn eine Geschichte eher als Metapher verstanden werden soll. Hier fand ich es aber einfach nicht gut gelöst und der Schreibstil hat mir nicht gefallen.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Ein toller Thriller!

Der Buchhändler
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So sollte ein Thriller sein, spannend und mit unerwarteten Wendungen!
Ein Mann zieht neu in eine Kleinstadt und übernimmt die örtliche Buchhandlung. Schnell kommt er mit den anderen Bewohner:innen in Kontakt, ...

So sollte ein Thriller sein, spannend und mit unerwarteten Wendungen!
Ein Mann zieht neu in eine Kleinstadt und übernimmt die örtliche Buchhandlung. Schnell kommt er mit den anderen Bewohner:innen in Kontakt, erste Freundschaften entstehen. Doch er hat ein Gehemnis, das niemals ans Licht kommen sollte. Dann verschwindet plötzlich die Tochter eines Freundes ...

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Interessant konzipierter Krimi mit einigen Länger

Die Entführung
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Der Krimi hat mir an sich gut gefallen - Gerade zum Schluss war es mir aber zu viel "Gerede" und zu wenig Krimi.

Die Hälfte der Handlung spielt im Jahr 2000, als die Freundinnen Lena und Ronja an ihrem ...

Der Krimi hat mir an sich gut gefallen - Gerade zum Schluss war es mir aber zu viel "Gerede" und zu wenig Krimi.

Die Hälfte der Handlung spielt im Jahr 2000, als die Freundinnen Lena und Ronja an ihrem letzten Urlaubstag am Chiemsee entführt werden. Diesen Teil des Buches fand ich zum Großteil wirklich spannend, da abwechselnd aus der Sicht der Mädchen sowie der zwei Ermittler:innen Jakob und Eva erzählt wird, die sich um die Familien der Mädchen kümmern. Allerdings kam mir auch da schon die eigentliche "Krimi"-Handlung etwas zu kurz. Jakob und Eva sind mehr oder weniger "Babysitter" und versuchen, Lenas reichen Vater auf die Verhandlungen mit den Entführern vorzubereiten und den Familien beizustehen. Von der eigentlichen Ermittlungsarbeit der Polizei erfährt man kaum etwas.

Die zweite Hälfte spielt 17 Jahre später. Ohne zu viel zu spoilern - eines der Mädchen hat überlebt, die Leiche des zweiten wurde nie gefunden. Plötzlich wird aber doch eine Leiche in der Nähe des Hofes, wo sie damals festgehalten wurden, gefunden ...

In diesem zweiten Teil wurde es dann teilweise sehr undurchsichtig. Sehr viele Namen, die Protagonisten wurden verwirrenderweise oft entweder mit ihrem Vor- oder Nach- oder Spitznamen benannt, sodass man sich für manche der (nicht wenigen) Figuren auch noch mehrere Namen merken musste. Und dieser Teil bestand überwiegend aus Gesprächen, in denen immer mehr herauskam, wer (eigentlich alle) wie in die damaligen Ereignisse verwickelt war, wer was wusste, wann wo war, wem was gesagt hat etc.

Das Ende fand ich dann wiederum ganz gut gelöst, nur die letzten 100 Seiten waren recht mühsam zu lesen - hier hätte man insgesamt kürzen und generell ein paar Leute weglassen können, um das Ganze etwas dynamischer zu machen.

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