Konnte mich nicht packen
Der StauIch fand die Idee wirklich gut, aber die Story konnte mich nicht so richtig packen und las sich eher zäh. Temporeich und fesselnd (wie beschrieben) war da leider gar nichts. Ein Mord auf der Autobahn und ...
Ich fand die Idee wirklich gut, aber die Story konnte mich nicht so richtig packen und las sich eher zäh. Temporeich und fesselnd (wie beschrieben) war da leider gar nichts. Ein Mord auf der Autobahn und der/die Täter:in muss noch vor Ort sein, weil der Verkehr aufgrund der Detonation einer Autobombe in einem Tunnel komplett zum Erliegen gekommen ist. Sergeant Belinda, genannt Billy, - die nach einem halben Jahr in Australien gerade wieder in England gelandet ist - und zufällig im Stau neben dem Ermordeten landet, beginnt zu ermitteln.
Alle Fahrer:innen der umstehenden Autos scheinen irgendwie etwas verbergen zu wollen. Billys Vorgehen fand ich dafür, dass sie (wie mehrmals gesagt wurde) über 30 Jahre im Dienst ist, oft nicht nachvollziehbar und eher planlos. So ganz alleine ist sie auch bei weitem nicht. Ein alter Freund, der zufällig auch bei der Polizei arbeitet, und diverse andere Officer helfen ihr über Telefongespräche bzw. Nachrichten. Ein bisschen erfährt man nach und nach auch über ihre Vergangenheit, aber zu wenig, um sie als Charakter irgendwie greifbar oder sympathisch zu machen. Es ging auch über weite Strecken zu sehr um ihren Harndrang, da hätte sich wohl mit Decken o.ä. eine Möglichkeit gefunden, sie auch bei Helligkeit abzuschirmen.
Was mich auch extrem gestört hat: Auf der Innenseite des Buchdeckels wird einfach schon die Mordwaffe genannt. Die KOMPLETTE ERSTE HÄLFTE des Buchs dreht sich darum, dass Billy nicht weiß, womit der Typ getötet wurde. Wer schreibt diese Texte und warum spoilert man da so??
Dazu waren es einfach zu viele Personen + die jeweiligen Beschreibungen ihrer Autos und der Position, in der sie sich im Stau befinden - das konnte ich mir beim besten Willen nicht alles merken und musste ständig nachschauen, wer das nun wieder war. Vielleicht hätte hier eine Skizze geholfen. Immer wieder kommen auch neue Menschen und Nebenschauplätze dazu, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben.
Einige "technische" Ungereimtheiten haben mich auch gestört. Es hieß, das lokale Telefonnetz sei wegen der Autobomben bzw. Terrorgefahr gesperrt. Soweit nachvollziehbar. Aber warum trifft das auch auf Onlinedienste zu? Teilweise kann Billy dann wieder WhatsApp versenden, muss aber Leute schicken, um nach einem Zeichen zu suchen, wo genau sie sich befinden, statt einfach bei GoogleMaps zu schauen und ihren Standort zu schicken.
Völlig unklar blieb am Ende, was es mit den Autobomben auf sich hatte und mit der Frau, die aus dem "Schrottauto" geflohen ist. Der Fall löst sich zwar auf, aber doch enorm konstruiert und mit zu vielen unrealistischen Zufällen.
Eine Anmerkung noch zur Übersetzung: Der Spruch "Jedem das Seine" (S. 180) ist sehr problematisch und hätte anders übersetzt werden sollen. Sowas müsste eigentlich auffallen.