Gut zu lesen
Perfect DayDies war mein erstes Buch von Romy Hausmann. Über die beiden Vorgänger habe ich bzgl. "Liebes Kind" extrem viel Gutes gehört (ist auf dem TBR), über "Marta schläft" eher negative Stimmen, sodass meine ...
Dies war mein erstes Buch von Romy Hausmann. Über die beiden Vorgänger habe ich bzgl. "Liebes Kind" extrem viel Gutes gehört (ist auf dem TBR), über "Marta schläft" eher negative Stimmen, sodass meine Erwartungen gemischt waren.
Den Schreibstil fand ich sehr gut, ich bin schnell in die Geschichte hineingekommen - es passiert ja auch auf den ersten Seiten bereits sehr viel. Im Laufe des Buches konnte diese anfängliche Spannung aber leider nicht aufrecht erhalten werden. Ann möchte ja beweisen, dass ihr Vater unschuldig im Gefängnis sitzt und in den letzten 14 Jahren nicht ein Dutzend kleiner Mädchen umgebracht hat. Hartes Thema und der Plot klingt zunächst gut - die Entwicklung ging dann aber in eine andere Richtung als ich gedacht habe. Mit Ann bin ich nicht so richtig warm geworden, Eva mochte ich hingegen - schade, dass sie nur kurz dabei war. Ann verrennt sich regelrecht in ihre fixen Ideen, ist (verständlicherweise) überhaupt nicht rational dabei und trifft eine Kurzschlusshandlung nach der nächsten.
Die Ereignisse in Schergel haben einen nochmal gut in die Irre geführt, aber dieses "Thriller-Gefühl" kam auch da leider nicht auf. Die Einschübe der "Wir"-Kapitel, des Interviews und der "Gefühlsbeschreibungen" fand ich auch gute Stilmittel. Das Ende war zum Teil vorhersehbar, aber mit ein paar unerwarteten Komponenten.
Ich habe das Buch gerne gelesen, ein richtiger Page Turner war es aber nicht. Vor allem die Seiten nach der Auflösung fand ich etwas mühsam, da der Fall ja aufgeklärt war. Natürlich möchte Ann nur verstehen und Antworten haben, die Erklärung war (auf eine wahnsinnige Art) auch sinnvoll, hätte aber auch kürzer abgehandelt werden können.