Profilbild von Libby196

Libby196

Lesejury Profi
online

Libby196 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Libby196 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.07.2025

Sollte man gelesen haben

Brief an den Vater
0

Ein Klassiker, aber auch heute noch viel Interpretationspotenzial. Ein Buch, das man meiner Meinung nach gelesen haben sollte. Kein Wunder, dass Freud seine Freude (haha) daran hatte. Schwieriges Vater-Kind-Verhältnis, ...

Ein Klassiker, aber auch heute noch viel Interpretationspotenzial. Ein Buch, das man meiner Meinung nach gelesen haben sollte. Kein Wunder, dass Freud seine Freude (haha) daran hatte. Schwieriges Vater-Kind-Verhältnis, mit dem sich bestimmt viele identifizieren können

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2025

Konnte mich nicht überzeugen

The April Story – Ein wirklich erstaunliches Ding
0

Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Es ließ sich recht flüssig lesen, hatte aber einige Längen, durch die ich nur mühsam kam und so richtige Spannungsmomente gab es nicht. Autor ...

Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Es ließ sich recht flüssig lesen, hatte aber einige Längen, durch die ich nur mühsam kam und so richtige Spannungsmomente gab es nicht. Autor ist der Bruder von John Green, selbiger wird auf der Rückseite zitiert - schon mal ein komishcer Beigeschmack, denn der eigene Brüder würde sich wohl kaum negativ äußern unddas dann noch aufs Buch drucken lassen.

Die grundsätzliche Idee der Geschichte fand ich an sich ganz gut, quasi als Metapher für unsere heutige Zeit: die Macht und die positiven - aber auch gefährlichen - Möglichkeiten von Social Media und wie die Menschheit sich durch Verschwörungstheorien und Angstmache voneinander entfernt.

Die Art der Erzählung und die vielen verschiedenen Elemente haben für mich aber irgendwie kein stimmiges Bild ergeben. Vieles war wirr, wurde nur angerissen und ich hätte mir eine irgendwie sinnvollere Auflösung am Ende gewünscht. Dazu kamen so viele Aspekte, die nicht weiter behandelt oder geklärt wurden; wie sich selbstständig machende Roboterhände und was die "Carls" nun eigentlich bewirken sollten, was am Ende mit April passiert ist etc.. Es soll wohl eine Fortsetzung geben. Wenn alles mit einer Art Traum aufgelöst wird, bin ich echt raus.

Aber zum Inhalt: Die Protagonistin April entdeckt als erste eine riesige "Kriegerstatue" in New York (natürlich, denn alles passiert immer in New York), die - wie sich herausstellt - genauso in insgesamt 64 Städten weltweit aufgetaucht ist, sich nicht bewegen lässt und aus einem Material besteht, das auf der Erde nicht vorkommt und außerdem über dem Boden schwebt. Also muss sie außerirdischen Ursprungs sein. Sie stellt mit einem Freund das erste Video darüber online, was sie (wieso auch immer) unfassbar bewühmt macht. Die weiteren Ereignisse handeln von den Herausforderungen der plötzlichen Berühmtheit, ihren privaten Problemen und einem globalen Traum, in dem die Menscheit zusammen Rätsel lösen muss.

Als Parabel auf unsere Welt ein interessanter Ansatz: Wie schnell kann eine Einzelperson, die mediale Berühmtheit für eigentlich keine "Leistung" erhält, Projektionsfläche für alle möglichen Ideologien werden? Wie verändert sich ein Mensch durch diesen plötzlichen Erfolg? Und was bedeutet das alles für uns als Spezies Mensch?

Nachvollziehbar und begründet, warum sich alles so auf April fokussiert, war die Story aber nicht. Ohne diesem speziellen Autor etwas zu unterstellen, stößt es mir öfter negativ auf, dass Amerikaner offenbar häufig denken, der Nabel der Welt zu sein. Natürlich nehmen die Aliens hier zuerst Kontakt auf und alle anderen 63 Orte spielen keine Rolle.

Ein erstaunliches Ding? Ich weiß nicht. Es wirkt so, als wurde hier versucht, sehr viele Themen in ein Buch zu quetschen, sodass einfach keine stimmige Geschichte zustande kommt. Es passieren zu viele Dinge, die lose und fragmenthaft aneinandergereit erscheinen.

Wie gesagt, ein spannender Ansatz, aber mich konnte die Story selbst nicht packen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2025

Gute Botschaft - drastische Umsetzung

Nichts
0

Das Buch handelt sehr eindringlich von der Frage der Bedeutung im Leben/dem Sinn des Lebens. Lohnt sich das Leben gar nicht, weil am Ende Nichts eine Bedeutung hat?

Der genaue Inhalt wurde ja schon hunderte ...

Das Buch handelt sehr eindringlich von der Frage der Bedeutung im Leben/dem Sinn des Lebens. Lohnt sich das Leben gar nicht, weil am Ende Nichts eine Bedeutung hat?

Der genaue Inhalt wurde ja schon hunderte Male besprochen. Ich persönlich fand die Entwicklung der Kinder zu extrem. Natürlich kann man sich fragen, ob der Inhalt so krass im Gedächtnis bleiben würde, wenn sich die "bedeutungsvollen" Dinge nicht immer weiter gesteigert hätten. Nur Sandalen oder Fahrräder wären wohl auch zu profan. Aber dass Siebtklässler (!) auch vor Vergewaltigung, Verstümmelung und sogar zweifachem Mord nicht zurückschrecken - und auch zwischendurch gerne mal gewalttätig sind - kommt mir doch sehr drastisch vor.

Vielleicht liest man das Buch (ähnlich wie bspw. "Herr der Fliegen") eher wie eine Art Parabel. Wie weit würden Menschen gehen, um dem vermeintlich sinnlosen Leben Bedeutung beizumessen?

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2025

Solider Krimi

Mord unterm Reetdach
0

Ich liebe Krimis, habe bei diesem Buch aber wieder gemerkt, dass "Cozy Krimis" nicht so meins sind. Ein alter reicher Mann wird umgebracht, ein anderer wohlhabender Mann (unser Protagonist, wie der Autor ...

Ich liebe Krimis, habe bei diesem Buch aber wieder gemerkt, dass "Cozy Krimis" nicht so meins sind. Ein alter reicher Mann wird umgebracht, ein anderer wohlhabender Mann (unser Protagonist, wie der Autor selbst zufällig Makler auf Sylt) soll sein Anwesen verkaufen. Mehrere Personen wollen entweder das Haus oder Geld, Frauen intrigieren (natürlich) und werden generell sehr auf ihr Äußeres reduziert, manche sind wenigstens witzig (dann aber lesbisch). Es gibt ein paar Verstrickungen und am Ende wird der Fall aufgelöst - plötzlich geht es dann noch um Medikamentenbetrug und Familiengeheimnisse. Einiges bleibt aber unklar (wer hat Mia eingemauert? Sowas macht man ja nicht mal kurz über Nacht). Das alles vor der Kulisse Sylts (ich mag die Insel, hätte ich sie aber nur durch diesen Buch kennengelernt, würde es mich nicht reizen, hinzufahren).

Der Schreibstil ist okay, genervt hat mich allerdings immer wieder, dass der Autor offenbar zeigen wollte, wie viele tolle Fremdwörter er kennt (wirkt oft unauthentisch) und sämtliche Figuren sprechen ständig in Redensarten (könnte witzig sein, wenn es aber alle Charaktere machen, hat es nichts individuelles mehr und es kommt auch zu häufig vor). Vor allem das Wort "verklausuliert" hat es ihm angetan und ständig "grient" irgendwer.

Alles in allem lässt sich das Buch leicht lesen und man kann ein bisschen miträtseln, so wirkliche Spannung kommt aber nicht auf.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2025

Konnte mich nicht überzeugen

Meeresfriedhof
0

Ich bin etwas schwer in das Buch reingekommen, weil sehr viele Personen vorkommen, die auch noch (fast) alle irgendwie verwandtschaftlich miteinander verbandelt sind oder für die Familie Falck arbeiten. ...

Ich bin etwas schwer in das Buch reingekommen, weil sehr viele Personen vorkommen, die auch noch (fast) alle irgendwie verwandtschaftlich miteinander verbandelt sind oder für die Familie Falck arbeiten. Ich musste ständig zum Stammbaum vorne zurückblättern, um zu schauen, wer die Personen jeweils sind. Der Schreibstil ist ansonsten recht flüssig, nur die Erzählweise oft zu langatmig.

Das Buch spielt außerdem in verschiedenen Zeitebenen bzw. gibt es immer wieder Rückblenden, die teils etwas schwer zu erkennen waren.

Es ist in personaler Erzählweise geschrieben, wechselt dabei aber zwischen den Protagonist:innen. Am häufigstem wird aus der Sicht von Sasha erzählt. Deren Großmutter und Oberhaupt der Falck-Familie, Vera, hat mit über 90 Jahren Selbstmord begangen.

Jetzt ist aber ihr Testament verschwunden und alle (vor allem Veras Sohn Olav) befürchten, dass sie dem verarmten (und verhassten) anderen Teil der Familie Immobilien (von enorm hohem Wert) vererbt. Durch einen Tipp kommt Sasha darauf, dass wahrscheinlich ein nie veröffentlichtes Manuskript ihrer Oma ihr „Testament“ ist.

Dieses Manuskript jedoch wurde in den 1970ern vom Staatsschutz eingezogen, weil es offenbar brisante Wahrheiten enthält – die dem widersprechen, was der Staat über die Geschehnisse im 2. Weltkrieg veröffentlich hat.

Ich fand irgendwie keine:n der Protagonist:innen sympathisch und alle bleiben das ganze Buch lang schwer greifbar. Olav faselt ständig davon, wie wichtig das Erbe ist, die Linie erhalten etc. und möchte unbedingt verhindern, dass jemand anders als er etwas vom Erbe bekommt. Seine Kinder scheint er nur zu mögen, wenn sie seiner Sache irgendwie dienlich sind.

Einzig interessant sind die Auszüge aus dem alten Manuskript, da hier das lang gehütete Familiengeheimnis langsam ans Licht kommt.

200 Seiten, einige Personen und Kriegshandlungen weniger, und die Geschichte wäre deutlich spannender gewesen.

Mir persönlich war es zu viel „Drumherum“, das die eigentliche Geschichte nicht vorangebracht, sondern nur verwirrt hat. Mehr als 2,5 Sterne kann ich darum leider nicht geben, auch wenn der Autor sich offensichtlich sehr viel Mühe mit der Konzeption des Buchs gegeben hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere