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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.10.2019

Man kann nicht alles mögen...

Gut gegen Nordwind
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Schon seit einigen Jahren schleiche ich um den hochgelobten Roman »GUT GEGEN NORDWIND« von Daniel Glattauer herum. Aufgrund der durchweg positiven Rezensionen habe ich eine Geschichte erwartet, die das ...

Schon seit einigen Jahren schleiche ich um den hochgelobten Roman »GUT GEGEN NORDWIND« von Daniel Glattauer herum. Aufgrund der durchweg positiven Rezensionen habe ich eine Geschichte erwartet, die das Potenzial hat, eine Herzensgeschichte zu werden.
Doch das war leider nicht der Fall, denn mich persönlich hat dieser Roman ziemlich enttäuscht zurückgelassen.

Die Grundidee, die Geschichte ausschließlich in E-Mails zu erzählen und die Protagonisten lediglich virtuell zusammenzubringen, ist durchaus interessant. Die E-Mails sind gekonnt formuliert und lassen sich schnell Weglesen. Auch die ersten kurzen Nachrichten zwischen Emmi und Leo haben einen guten Unterhaltungswert. Allerdings zeigen sich die Charaktere nach kurzer Zeit von ihrer pubertären Seite und ganz besonders die Reaktionen von Emmi waren mir zu kindisch und klischeebeladen. Die nichtigen Streitereien, die schnell einsetzen, haben mich genervt und dadurch konnte ich nur wenig Sympathien für die Protagonisten und ihre Geschichten aufbringen.

Erschwerend kommt hinzu, dass man durch das Lesen der E-Mails wenig vom wahren Seelenleben der Charaktere erfährt und nur das miterlebt, was sie einander erzählen.



FAZIT

Rückblickend betrachtet, hat »GUT GEGEN NORDWIND« meine (vielleicht zu) hohen Erwartungen nicht erfüllen können. Der in vielen Rezensionen als Lieblingsbuch glorifizierte Roman bot mir keinerlei Mehrwert und die Tändeleien der Protagonisten konnte ich leider keinen Moment ernst nehmen.

Veröffentlicht am 03.10.2019

Ein monstermäßiges Grusel-Abenteuer

Willkommen in Monsterville
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Dieses Abenteuer hält, was der Titel verspricht: Es ist monstermäßig.

Gemeinsam mit Ben erleben die Leser ein gruseliges und spannendes Abenteuer, das voller Geheimnisse und Rätsel steckt. Dabei beginnt ...

Dieses Abenteuer hält, was der Titel verspricht: Es ist monstermäßig.

Gemeinsam mit Ben erleben die Leser ein gruseliges und spannendes Abenteuer, das voller Geheimnisse und Rätsel steckt. Dabei beginnt Bens Geschichte mit einem Umzug, der ihn gar nicht glücklich macht. Seine Eltern haben sich getrennt und in der neuen Stadt wohnen merkwürdige Kreaturen. Anfangs glaubt Ben noch, dass sich die Bewohner lediglich auf Halloween vorbereiten und deswegen bereits in ihren Kostümen stecken. Schnell merkt er, dass er der Einzige ist, der diese Monster sehen kann. Nun möchte er noch schneller aus dieser verfluchten Stadt flüchten. Doch genau dann verschwindet sein geliebter Hund …

Uns hat Bens magische Geschichte sehr gut unterhalten und sie hat uns genau das beschert, was wir erwartet haben: ein monstermäßiges Leseabenteuer. Die Charaktere sind nahbar, wirken authentisch und die Handlung ist gruselig, spannend, skurril und witzig zugleich.
Das Setting ist mehr als passend. »WILLKOMMEN IN MONSTERVILLE« spielt um die Halloween-Zeit und die gesamte Stadt umgibt eine besondere Atmosphäre.

Dass die Handlung zwischendurch immer wieder vom Erzähler, einem gewissen “Adam Monster”, unterbrochen wird, empfanden wir als Bereicherung und unterhaltsam. Denn er erklärt verschiedene Dinge und versorgt die Leser auf charmante Weise mit wissenswerten Hintergrundinfos.

Zu Beginn wird im Prolog ein wirklich gruseliges Schauermärchen erzählt, das sich im 16. Jahrhundert in der Stadt ereignet haben soll. Auf mysteriöse Weise sind Siedler verschwunden und Ben findet kurz nach dem Umzug unwissentlich einen Hinweis auf die verschwundenen Menschen. Dieses schaurige Rätsel möchte man als Leser unbedingt gelöst haben, doch am Ende sind noch VIELE Fragen offen und wir sind begierig darauf zu erfahren, was damals tatsächlich geschehen ist. Auf einen möglichen zweiten Band sind wir daher sehr gespannt.

FAZIT

»WILLKOMMEN IN MONSTERVILLE« ist eine Empfehlung für junge Leser ab 8/9 Jahren, die gruselige Bücher mögen. Während der spannend erzählten Geschichte gibt es aufwendige Illustrationen zu entdecken und Rätsel zu entschlüsseln. Wer keine Angst vor Monstern hat, sollte sich unbedingt auf Bens Abenteuer einlassen!

Veröffentlicht am 03.10.2019

Ein spannendes, aber auch anstrengendes Fantasyabenteuer

Arthur und der schreckliche Scheuch
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»ARTHUR UND DER SCHRECKLICHE SCHEUCH« ist ein wortreiches Leseabenteuer, das die jungen Leser und Zuhörer von einem verstaubten Dachboden aus in die Fantasywelt zweier Kinder entführt und auf eine gefährliche ...

»ARTHUR UND DER SCHRECKLICHE SCHEUCH« ist ein wortreiches Leseabenteuer, das die jungen Leser und Zuhörer von einem verstaubten Dachboden aus in die Fantasywelt zweier Kinder entführt und auf eine gefährliche Mission schickt.

Ähnlich wie bei »DIE CHRONIKEN VON NARNIA« reisen die beiden Protagonisten, die Zwillinge Arthur und Rose, nacheinander durch ein Portal in eine Parallelwelt, die sie als kleine Kinder selbst entworfen haben. Diese Welt wird durchaus bildhaft beschrieben und die Autorin begegnet mit ihrem leichtgängigen Schreibstil der jungen Zielgruppe auf Augenhöhe, trotzdem empfand ich die durchgehend kindlichen Beschreibungen und Begriffe beim Lesen als sehr anstrengend und das hielt mich davon ab, vollständig in die Fantasiewelt einzutauchen. Hinzu kommen viele unnötige Passagen, die das gesamte Abenteuer unnötig in die Länge ziehen.

Schön hingegen empfand ich die Darstellung der Beziehung des Zwillingpärchens, das sich zu Beginn der Geschichte stark voneinander entfremdet hat und sich im Verlauf der Handlung wieder annähert. Allerdings erschienen mir die elfjährige Zwillinge beim Lesen eindeutig jünger.

Insgesamt ist dieses Kinderbuch trotzdem ein spannendes und stellenweise auch gruseliges Leseabenteuer, das sich besonders gut gemeinsam lesen und vorlesen lässt. Wenn man schon viele, große Kinderbuchklassiker, wie z.B. »DIE CHRONIKEN VON NARNIA« gelesen hat, kann man dem Reiz an Arthurs Weltenentwurf zwar nur schwer verfallen, doch aus Kinderaugen betrachtet, ist die abenteuerliche Reise in die kindliche Fantasiewelt an- und aufregend.

Ich persönlich würde »ARTHUR UND DER SCHRECKLICHE SCHEUCH« Selbstlesern, Mädchen und Jungen, ab 8 Jahren empfehlen. Zum Vorlesen eignet sich dieses Abenteuer sicherlich schon ab 6 Jahren.

Veröffentlicht am 23.09.2019

Leider viel zu kitschig ...

From Here to You
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Mit »BEAUTIFUL DISASTER« hat sich Jamie McGuire in mein Herz geschrieben und auf ihren neuen Roman »FROM HERE TO YOU«, in dem sogar die Maddox-Zwillinge als Feuerwehrmänner Nebenrollen besetzen, war ich ...

Mit »BEAUTIFUL DISASTER« hat sich Jamie McGuire in mein Herz geschrieben und auf ihren neuen Roman »FROM HERE TO YOU«, in dem sogar die Maddox-Zwillinge als Feuerwehrmänner Nebenrollen besetzen, war ich echt gespannt. Doch leider konnte mich die Liebesgeschichte von Darby und Trex nicht überzeugen.

Dabei beginnt die Geschichte an einem wirklich spannenden Punkt und konnte mich von den ersten Szenen an mitreißen. Denn die sind wirklich rasant. Die Protagonistin Darby erfährt an ihrem Hochzeitstag, dass sie schwanger ist. Kurzerhand flüchtet sie aus der Kirche, setzt sich samt Hochzeitskleid in einen Fernbus und fährt in einen anderen Bundesstaat, um eine möglichst große Distanz zwischen sich und ihren gewalttätigen Verlobten zu bringen. Durch eine glückliche Fügung findet sie eine Anstellung in einem kleinen Hotel und genau dort trifft sie auf den geheimnisvollen Elitesoldaten Scott Trexler, der sich sofort Hals über Kopf in sie verliebt…

Nach dem rasanten Einstieg kommt die Handlung schnell an einen Punkt, an dem kaum noch etwas Interessantes geschieht und die Längen im Mittelteil ziehen sich wie Kaugummi. Am meisten gestört haben mich jedoch die kitschigen Dialoge und das übertrieben gefühlsduselige Verhalten von Trex, der Darby ständig Liebeserklärungen à la „Ich habe mein Leben lang nach dir gesucht“; „Ich gehöre zu dir“; „Endlich habe ich dich gefunden“ macht. Diese Passagen fand ich sehr anstrengend zu lesen, da sie mir so unglaubwürdig erschienen.

Im letzten Buchdrittel wendet sich die kitschige Liebesromanze wieder in einen spannenden Krimi und ganz ehrlich, diese Kapitel haben mich wiederum extrem gefesselt und gut unterhalten.

Alles in allem hat mich »FROM HERE TO YOU« ehr enttäuscht zurückgelassen, da mir die Längen im Mittelteil und das Verhalten des Protagonisten einfach zu anstrengend waren. Die Grundidee der Geschichte hat mir hingegen ganz gut gefallen. Die Umsetzung leider weniger … Schade!

Veröffentlicht am 06.09.2019

Band 6 - Ein ereignisreicher und einnehmender Roman mit den Waringham-Vorfahren!

Teufelskrone
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Die historischen Romane von Rebecca Gablé sind für mich immer etwas ganz besonderes und sobald die Charaktere Richtung Waringham reisen, habe ich das Gefühl, nach Hause zu kommen. Und beim Lesen von »TEUFELSKRONE« ...

Die historischen Romane von Rebecca Gablé sind für mich immer etwas ganz besonderes und sobald die Charaktere Richtung Waringham reisen, habe ich das Gefühl, nach Hause zu kommen. Und beim Lesen von »TEUFELSKRONE« habe ich besonders die Kapitel geliebt, in denen das fiktive Waringham mitsamt seinen Bewohnern im Mittelpunkt steht.

»TEUFELSKRONE« ist mittlerweile der sechste Waringham-Band und spielt handlungstechnisch gesehen über 160 Jahre VOR dem ersten Buch - »DAS LÄCHELN DER FORTUNA (England, 1360)«. Der Leser beginnt das neue Abenteuer somit im Jahr 1193 und lernt die Vorfahren des großen Robin of Waringham sowie den regierenden König Richard "Löwenherz" Plantagenet und seinen Bruder Prinz John "Ohneland" kennen, die sich nach dem Ende des Dritten Kreuzzuges in einem großen politischen und brüderlichen Konflikt wiederfinden. An der Seite des jungen Yvain of Waringham, dem zweiten Sohn des Lords of Waringham, erlebt man diesen Konflikt und die historischen Ereignisse, die daraus resultieren, hautnah mit.

Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn eine größere Distanz gegenüber dem Protagonisten Yvain verspürte, der mir zu brav und fehlerlos erschien. Da ihm kein böswilliger Gegenspieler in die Quere kam, dauerte es eine Weile, bis er all seine Facetten zeigte und ich seinen Charakter erkennen konnte. Im Verlauf der Handlung hat er sich auf leisen Sohlen in mein Herz geschlichen und ich habe ihn gerne und mit wachsender Neugierde durch seine Geschichte begleitet. Trotzdem hätte er für meinen Geschmack etwas bissiger sein können.

In den Waringham-Romanen stellt Rebecca Gablé ihre fiktiven Charaktere stets an die Seite der Regenten oder verbannten Thronfolgern und findet genau die richtigen Lücken, um diese zu platzieren. Aus diesem Blickwinkel heraus erlebt man die historischen Ereignisse hautnah mit und in »TEUFELSKRONE« empfand ich genau diesen Blick erhellend. Denn so wie Yvain empfand auch ich für den hochgelobten Richard Löwenherz keinerlei Ergebenheit oder Bewunderung und fand es großartig, dass Rebecca Gablé sich nicht der allgemeinen Glorifizierung seiner Person hat hinreißen lassen. So klar und deutlich habe ich ihn noch nie gesehen.

Die Handlung selbst erstreckt sich weit über 20 Jahre und es ist wahrlich eine turbulente und unsichere Zeit. Sowohl für die Regenten in Europa als auch für die Waringhams. Mich haben die Wendungen und Schicksale von der ersten Seite an ausgesprochen gut unterhalten und gespannt mitfiebern lassen.

FAZIT
Mit »TEUFELSKRONE« beweist Rebecca Gablé erneut, dass man den Zauber und das Grauen längst vergangener Epochen zwischen zwei Buchdeckeln bannen kann. Selbst wenn man schon viele Romane zu den historischen Ereignissen gelesen hat, schafft sie es auch dieses Mal, ihre Leser mit neuen Blickwinkeln und interessanten Geheimnissen zu überraschen.

Wer die Waringhams noch nicht kennt und historische Romane liebt, sollte diese unvergleichliche Familie unbedingt kennenlernen. Da »TEUFELSKRONE« vor den Ereignissen des ersten Bandes spielt, kann man beruhigt mit diesem 6. Band beginnen und im Anschluss die Reihe mit dem ersten weiterführen.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren