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Veröffentlicht am 05.09.2025

Zwischen Schweigen und Sehnsucht

Die Verlorene
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Die Verlorene hat mich von Anfang an berührt. Bereits auf den ersten Seiten war ich mitten in der Geschichte – gefangen in der Atmosphäre aus Aufbruch, Enge und den unausgesprochenen Geheimnissen der damaligen ...

Die Verlorene hat mich von Anfang an berührt. Bereits auf den ersten Seiten war ich mitten in der Geschichte – gefangen in der Atmosphäre aus Aufbruch, Enge und den unausgesprochenen Geheimnissen der damaligen Zeit. Die Hauptfigur wirkt greifbar, nahbar, zerrissen – und genau deshalb so echt. Ich habe mit ihr gefühlt, gelitten, gehofft.

Miriam Georg schreibt mit großer Feinfühligkeit. Es sind oft die leisen, scheinbar unbedeutenden Momente, die tief unter die Haut gehen. Je weiter ich gelesen habe, desto mehr Rätsel taten sich auf. Und einige Antworten haben mich erschüttert – nicht durch Schockeffekte, sondern durch das, was zwischen den Zeilen steht. Besonders ein Wendepunkt hat mich emotional sehr mitgenommen.

Der letzte Abschnitt war unglaublich intensiv. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und musste danach trotzdem erst mal alles sacken lassen. Die Enthüllungen geben der Geschichte eine Tiefe, mit der ich so nicht gerechnet hatte. Es wurden zwar einige Fragen beantwortet, aber viele Gedanken wirken noch lange nach.

Nicht jede Entscheidung der Figuren konnte ich persönlich nachvollziehen, aber ich glaube, genau das macht den Reiz des Romans aus: Er zeigt, wie komplex Menschen und ihre Geschichten sind – vor allem, wenn sie von Schweigen umgeben sind. Und genau das hallt nach.

Die Verlorene ist ein Roman, der nicht laut ist – aber lange bleibt. Eine Geschichte, die wirkt, Fragen aufwirft und in Erinnerung bleibt.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Leise Wunder

Der Garten der kleinen Wunder
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Der Garten der kleinen Wunder ist ein Buch, das man nicht hastig durchliest, sondern eher in kleinen Schlucken genießt. Patricia Koelle schreibt mit einer leisen, poetischen Sprache, die einen sofort entschleunigt. ...

Der Garten der kleinen Wunder ist ein Buch, das man nicht hastig durchliest, sondern eher in kleinen Schlucken genießt. Patricia Koelle schreibt mit einer leisen, poetischen Sprache, die einen sofort entschleunigt. Ich habe das Buch bewusst langsam gelesen – nicht, weil es sich zog, sondern weil ich immer wieder innehalten wollte, um einzelne Gedanken sacken zu lassen.

Im Mittelpunkt steht nicht nur der Garten als Ort, sondern das, was er symbolisiert: Wachstum, Loslassen, Veränderung, aber auch Erinnerungen und das Wunder in den kleinen Dingen. Die Figuren sind fein gezeichnet, besonders die Hauptfigur mochte ich sehr. Sie wirkt still, aber nicht schwach – eher wie jemand, der lernt, sich selbst zuzuhören.

Was mir besonders gefallen hat, war diese Mischung aus Natur, Vergangenheit und innerem Wandel. Es gibt kein großes Drama, keine plötzlichen Wendungen, sondern eine sanfte Entwicklung, die genau zur Stimmung passt. Manche Stellen wirkten fast ein wenig märchenhaft – im besten Sinne.

An wenigen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tempo oder Konkretheit gewünscht. Manchmal blieb mir eine Szene emotional zu vage oder zu verträumt. Aber genau dieser Stil macht auch den Reiz aus – und passt zur Geschichte.

Insgesamt ist Der Garten der kleinen Wunder ein stilles, warmes Buch, das einen daran erinnert, dass das Leben selten laut ist – und dass die kleinen Dinge oft die wichtigsten sind. Ideal für alle, die Geschichten lieben, die zwischen den Zeilen wirken.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Magie und Macht

The Deer and the Dragon
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The Deer and the Dragon war für mich ein mitreißender Auftakt, der vieles vereint, was ich an Fantasy liebe: starke Figuren, eine komplexe Welt und ein Hauch von Mythologie, der sich wie ein roter Faden ...

The Deer and the Dragon war für mich ein mitreißender Auftakt, der vieles vereint, was ich an Fantasy liebe: starke Figuren, eine komplexe Welt und ein Hauch von Mythologie, der sich wie ein roter Faden durch die Handlung zieht. Ich mochte besonders, dass sich das Buch Zeit nimmt, seine Welt aufzubauen – manchmal fast schon ein bisschen zu sehr, aber nie so, dass es mich verloren hätte.

Die Protagonistin ist mutig, eigensinnig und trägt ihre Narben mit Würde. Ich habe sie gern begleitet, auch wenn sie manchmal Entscheidungen trifft, die ich selbst so nicht getroffen hätte – aber genau das macht sie menschlich. Auch die Nebenfiguren sind spannend, facettenreich und sorgen dafür, dass sich die Geschichte vielschichtig anfühlt.

Die Sprache ist stellenweise fast poetisch, ohne überladen zu wirken. Ich mochte den Ton sehr – manchmal düster, manchmal unerwartet sanft, dann wieder kraftvoll. Es gibt einige richtig starke Szenen, die im Kopf bleiben, und kleine Sätze, die nachhallen.

Was mich ein klein wenig gestört hat, war, dass es gelegentlich zu viel auf einmal sein wollte: Emotionen, Spannung, Politik, Magie – nicht alles hatte immer genug Raum. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Insgesamt war es ein gelungener Start in eine Reihe, die definitiv Potenzial hat, noch tiefer zu gehen. Ich bin gespannt, wohin uns Band 2 führen wird – und ob der Drache noch mehr Feuer zeigt.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Leise Tiefe

Das Gefühl von Unendlichkeit
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Das Gefühl von Unendlichkeit hat mich mit seinem poetischen Titel und dem ruhigen Erzählton sofort neugierig gemacht. Die Geschichte nimmt sich Zeit, entwickelt sich in leisen Tönen und setzt weniger auf ...

Das Gefühl von Unendlichkeit hat mich mit seinem poetischen Titel und dem ruhigen Erzählton sofort neugierig gemacht. Die Geschichte nimmt sich Zeit, entwickelt sich in leisen Tönen und setzt weniger auf große Dramen als auf innere Prozesse. Genau das mochte ich – zumindest anfangs. Die Sprache ist gefühlvoll, oft fast schon melancholisch, und schafft eine nachdenkliche Stimmung, in der man sich gut verlieren kann.

Die Figuren wirken authentisch, wenn auch stellenweise etwas distanziert. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht ganz nah an sie herankomme – was wahrscheinlich beabsichtigt ist, aber mir gelegentlich das Mitfühlen etwas schwer gemacht hat. Trotzdem sind ihre Gedanken und Entscheidungen nachvollziehbar, besonders, wenn es um die Themen Identität, Verlust und Neuanfang geht.

Was für mich nicht ganz rund war: Manche Passagen zogen sich etwas, gerade im Mittelteil. Es gab Momente, in denen ich gedanklich abgeschweift bin, obwohl ich eigentlich dranbleiben wollte. Auch inhaltlich blieb mir einiges zu vage – ich hätte mir an ein paar Stellen mehr Tiefe oder Klarheit gewünscht.

Trotzdem: Der Roman hat schöne Momente und starke Bilder. Besonders das Thema “Unendlichkeit im Kleinen”, also in Begegnungen, Erinnerungen oder Blicken, fand ich sehr gelungen. Für Leser:innen, die ruhige, nachdenkliche Bücher mögen und sich gern zwischen den Zeilen verlieren, ist Das Gefühl von Unendlichkeit auf jeden Fall einen Blick wert – auch wenn es nicht ganz in mir nachgeklungen hat, wie ich es mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Glitzernd gemütlich

Herzglitzern und Mistelzweige
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Herzglitzern und Mistelzweige war für mich ein echtes Wohlfühlbuch – mit viel Charme, einer Prise Romantik und ganz viel schwedischer Weihnachtsstimmung. Ich habe es sehr genossen, in das winterliche Setting ...

Herzglitzern und Mistelzweige war für mich ein echtes Wohlfühlbuch – mit viel Charme, einer Prise Romantik und ganz viel schwedischer Weihnachtsstimmung. Ich habe es sehr genossen, in das winterliche Setting einzutauchen. Die Beschreibungen der Landschaft, die Traditionen, das Licht, die Düfte – all das hat eine besondere Atmosphäre geschaffen, die mich richtig eingefangen hat.

Die Geschichte war an vielen Stellen vorhersehbar. Manche Entwicklungen konnte man schon sehr früh erahnen, und auch das große Finale mit lauter Pärchen war für mich ein bisschen zu kitschig. Es wirkte fast, als müssten auf den letzten Seiten zwanghaft alle Fäden romantisch verknüpft werden – das hätte es für mich gar nicht gebraucht.

Trotzdem mochte ich das Buch wirklich gern. Die Figuren sind sympathisch, die Dialoge oft charmant und die kleinen Missverständnisse, die zur Handlung führen, waren trotz der Vorhersehbarkeit unterhaltsam. Vor allem die kleinen Alltagsmomente – Plätzchenduft, heiße Getränke, verschneite Wege – haben für mich diesen typischen Wohlfühlfaktor ausgemacht.

Herzglitzern und Mistelzweige ist kein Buch, das überrascht – aber eines, das wärmt. Für gemütliche Lesestunden mit Kuscheldecke, Tee und Lichterkette ist es genau das Richtige. Und wer Lust auf ein bisschen Schweden-Feeling zur Weihnachtszeit hat, wird hier definitiv fündig.

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