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Liselottchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2025

Süßer Wohlfühlroman mit Happy End

Zurück ins Leben getanzt
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Daria entgeht in Indien nur knapp einer Massenvergewaltigung, wird jedoch schwer verletzt und traumatisiert. Sie kann ihr Zimmer kaum, verlassen, einzig die Musik der Band »Runenherz« und hier vor allem ...

Daria entgeht in Indien nur knapp einer Massenvergewaltigung, wird jedoch schwer verletzt und traumatisiert. Sie kann ihr Zimmer kaum, verlassen, einzig die Musik der Band »Runenherz« und hier vor allem Bandmitglied Erik geben ihr ein bisschen Kraft. Ihre Eltern verschaffen ihr schließlich eine Eintrittskarte mit Backstage-Treffen der Jungs, so kommt sie ihrem Idol näher als gedacht. Nach einer leidenschaftlichen Nacht geht es ihr besser, selbst als sie schwanger wird und Erik nichts davon wissen will, findet sie Kraft, allein für ihr Kind da zu sein und eine Ausbildung zur Tanztherapeutin zu absolvieren. Sieben Jahre später werden die Karten neu gemischt: Erik ist nach einem Unfall depressiv und wird ausgerechnet in jener Klinik behandelt, in der Daria als Tanztherapeutin angestellt ist ...

Was für eine gefühlvolle Geschichte! Von Beginn an war ich mitten im Geschehen, durch den bildhaften Schreibstil der Autorin. Es ist nicht mein erstes Buch von der Autorin, daher weiß ich, dass sie eine Meisterin darin ist, Gefühle mittels Worten zu transportieren. Die Stimmung von Daria nach dem Überfall, ihre Faszination für Erik und auch seine Emotionen hat sie wundervoll nahegebracht. Ein besonderes Highlight ist die kleine Frieda, liebenswert, unkompliziert, fröhlich. Darias Eltern sind Menschen mit Herzenswärme, wer wünscht sich nicht solche Eltern? Und ihre Freundin Chloe ist ebenfalls ein Anker für Daria.
Natürlich ist manches ein wenig kitschig und märchenhaft, das darf es für mich in einer Wohlfühlgeschichte jedoch durchaus sein. Den ersten Teil dieser Reihe kannte ich nicht, dennoch hatte ich keine Probleme, der Handlung zu folgen. Ein sehr schönes Buch, das ich von der ersten bis zur letzten Seite genossen habe.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Gefährliche Weihnachtsplätzchen

Mord an Weihnachten
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Staatsanwalt Jacobsen wollte nur einen kurzen Besuch in seiner Heimat verbringen, und verbringt mit seiner Jugendfreundin Lina ein wenig Zeit auf dem Weihnachtsmarkt. Doch dann brechen mehrere Leute nach ...

Staatsanwalt Jacobsen wollte nur einen kurzen Besuch in seiner Heimat verbringen, und verbringt mit seiner Jugendfreundin Lina ein wenig Zeit auf dem Weihnachtsmarkt. Doch dann brechen mehrere Leute nach dem Genuss von eben gekauften Keksen, vor seinen Augen zusammen. Am Ende gibt es sogar einen Todesfall: Jasper Wögens, der von vielen wegen einer ihm angelasteten Brandstiftung gemieden wird. War es ein gezielter Anschlag auf ihn? Obwohl Jacobsen nicht bleiben wollte, übernimmt er die Ermittlungen, gemeinsam mit einem bewährten Team.

Wieder einmal ist der Autorin – wie schon in Band 1 – ein spannender Krimi gelungen. Aus den verschiedenen Blickwinkeln der Ermittler und einer Ermittlerin wird der Fall puzzleartig aufgeschlüsselt und die Wahrheit ans Licht gebracht. Ich habe mitgerätselt und wurde am Schluss überrascht. Auch der weihnachtliche Touch und die privaten menschlichen Hintergründe der beteiligten Personen gefielen mir gut. Die Autorin hat einen bildhaften flüssig lesbaren Schreibstil, der mich flott durch die Seiten trug. Wer gerne Cosy Crime liest und auf blutige Details verzichten kann, der oder die ist hier genau richtig.
Solide Ermittlungen, sympathische Figuren, das winterliche Inselflair von Föhr – ein Krimi, den ich sehr gern weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Erinnerungen und Gedanken

Spät am Tag
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Die Schriftstellerin Johanne, Anfang 30 und geschieden, mietet sich ein Zimmer am Land, um ungestört schreiben zu können. Bald verliebt sie sich in ihren Vermieter Mikael, in dessen Nachbarschschaft seine ...

Die Schriftstellerin Johanne, Anfang 30 und geschieden, mietet sich ein Zimmer am Land, um ungestört schreiben zu können. Bald verliebt sie sich in ihren Vermieter Mikael, in dessen Nachbarschschaft seine Ex-Frau Sofia sowie seine kleine Tochter Maren wohnen. Daraus ergibt sich ein ungewöhnliches Dreiecks-Verhältnis, denn Sofia kommt oft unangemeldet und stört die Beziehung. Die Leserschaft erfährt dies aus den Gedanken Johannes, die in Ich-Form in den Zeiten herumspringt und uns die Geschichte mosaiksteinartig präsentiert.

Die Autorin verstand es, einprägsame Figuren zu schaffen, die jedoch alle in irgendeiner Weise geheimnisvoll bleiben. Allen voran Johanne, die Erzählerin, die mit sparsam verteilten Emotionen ihr Leben vor uns ausbreitet. Stückchenweise, sie springt in ihren Gedanken vor und zurück, oft sind es nur Erinnerungsfetzen, winzige Erlebnisse, die auf sie einen bleibenden Eindruck gemacht haben. Dann Sofia, die Ex, war für mich fast mehr präsent, als Mikael, der eigentliche Protagonist. Sofia und Johanne umschleichen sich mit katzenartiger Höflichkeit, Sofias Ambitionen und Gefühle bleiben genauso verborgen wie der Grund, weshalb die Ehe gescheitert ist. Mikael, der Dritte im Bunde, weicht oft aus, mag keinen Streit, von ihm hätte ich gern mehr erfahren. Vieles steht nebenbei oder sogar zwischen den Zeilen. Auch die zahlreichen Gedankensprünge machten für mich das Lesen anstrengend.
Schade, aus dem Plot hätte mehr werden können. Ein ruhiges Buch, das sich trotz seiner Kürze nicht einfach schnell weglesen lässt. Bestechend ist die karge und trotzdem beeindruckende Landschaft. Möglicherweise müsste man es mehrmals lesen, um all die Feinheiten erfassen zu können.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Schwer verdaulich zu lesen und unendlich traurig

Das Netzwerk der Kinderschänder
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In diesem Buch schlüsselt der Autor auf, wie viele Netzwerke hinter Kinderpornoringen und Pädophilen-Gruppen stecken, welche gemeinsamen Interessen auf politischer Ebene solche Machenschaften vertuschen ...

In diesem Buch schlüsselt der Autor auf, wie viele Netzwerke hinter Kinderpornoringen und Pädophilen-Gruppen stecken, welche gemeinsamen Interessen auf politischer Ebene solche Machenschaften vertuschen und dafür sorgen, dass die Täter mit vergleichsweise geringen Strafen davonkommen.

Es ist kein Buch, dass ich in einem Rutsch durchlesen konnte, denn es ist schwere Kost, die der Autor hier anbietet. Ein paar der Fakten, die er aufzählt, habe ich selbst erlebt, beispielsweise den jüngsten Fall mit dem Schauspieler, der komplett ohne Strafe davon kam. Ganz klar komme ich zu der Schlussfolgerung, dass die Gesellschaft die Kinder in zwei Klassen teilt: Die Kinder, die in den Wohlstand geboren werden und die mit sämtlichen Privilegien versehen sind, sowie der Rest der Kinder, die in Heimen, Internaten oder bei Eltern/Betreuern aufwachsen, die diese Bezeichnung nicht verdienen. Diese Kinder sind Freiwild für die weitverzweigten Netzwerke, von denen ich nicht einmal im Ansatz geahnt habe, welche Ausmaße sie haben.
Ein unangenehmes Buch für manche Politiker, viele mittlerweile verstorben, die von Missständen gewusst und trotzdem nichts unternommen haben, wie das Beispiel der Wilhelminen-Kinderheime in Wien zeigt. Selbst nach Aufdeckung der Misshandlungen und Übergriffe gilt das Mitgefühl eher den Tätern als den Opfern. Erschütternd zu lesen und ich frage mich, wie viel taugt eine Gesellschaft, denen die schwächsten Glieder, nämlich unsere Kinder nichts wert sind?
Ich kann das gut recherchierte Sachbuch nur allen wirklich empfehlen.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Übung macht den Meister - entzückendes Kinderbuch

Flapp lernt fliegen
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Die kleine Fledermaus Flapp hängt kopfüber am Baum und traut sich nicht zu fliegen. Auch seine kleine Freundin, eine Motte versucht ihn zu motivieren, doch die ersten Versuche schlagen fehl. Erst als ein ...

Die kleine Fledermaus Flapp hängt kopfüber am Baum und traut sich nicht zu fliegen. Auch seine kleine Freundin, eine Motte versucht ihn zu motivieren, doch die ersten Versuche schlagen fehl. Erst als ein Wirbelsturm kommt und der kleinen Motte Gefahr droht, wächst Flapp über sich hinaus.

Ein entzückendes Kinderbuch, meine Enkelkinder waren begeistert und ich habe es bereits zig mal vorgelesen. Besonders toll fanden sie die Illustrationen, bunt und großflächig, genau richtig für Kinder. Es gefiel allen meinen fünfen gut, Alter von 2 ½ bis 7 Jahren. Zwischendurch wird es richtiggehend spannend, als Flapp und die Motte durch einen Wirbelsturm in der Luft herumgewirbelt werden. Meine Enkelkinder haben den Atem angehalten, ob wohl noch Rettung möglich ist. Eine süße Geschichte für die Kleinen, die ich gern weiterempfehle.

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