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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.08.2025

Eine beginnende Liebe in Louisiana

Der Duft der Sumpfzypressen
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May lebt in Louisiana und arbeitet für ihren Vater als Tourguide. Täglich fährt sie mit dem Boot ins Bayou und bringt Touristen die wilde Landschaft rund um New Orleans nahe. Als ihr Vater sie für den ...

May lebt in Louisiana und arbeitet für ihren Vater als Tourguide. Täglich fährt sie mit dem Boot ins Bayou und bringt Touristen die wilde Landschaft rund um New Orleans nahe. Als ihr Vater sie für den Sommer beauftragt, mit dem Wissenschaftler Cody zu arbeiten, ihn an die besten Plätze zu bringen und Bodenproben zu nehmen, ist sie zunächst nicht begeistert. Doch bald kommt sie dem athletischen Mann näher und vertraut ihm an, wie sehr sie sich wünscht, dass die Landschaft geschützt. Denn die Sumpflandschaft Louisiana versinkt langsam im Meer. Cody scheint ihr helfen zu wollen, doch meint er es ehrlich?

Der Roman besticht durch das besondere Flair der wunderbaren Landschaft, die man sofort vor Augen hat. Maybelles Familie wuchs mir sofort ans Herz, ich war sofort mittendrin im Geschehen. Wer würde sich nicht so eine erfrischend herzlich offene Großfamilie wünschen, in der einer für den anderen einsteht.
May war mir sofort sympathisch. Die Autorin hat hier eine handfeste Protagonistin geschaffen, nicht zimperlich und die sich für das einsetzt, von dem sie überzeugt ist. Auch Cody gefiel mir gut, der verschrobene wortkarge Wissenschaftler, der sich zuerst nur für seine Arbeit und nicht für sonstige Probleme interessiert.
Während mich das Flair, die Familie und der Einblick in Bräuche, Rituale und Festivitäten der Cajun begeistert hat, fand ich die Entwicklung zwischen Cody und May ein wenig konstruiert. Mir war nicht ganz klar, was Cody eigentlich tut und was seine Forschung für einen Sinn macht, zumindest war die Erklärung für mich schwammig. (Wir sind hier, um zu lernen, nicht um etwas zu verändern). Cody Vater war mir zu klischeehaft böse, dafür war der Showdown rund um den Sturm und Mays Ex-Freund wieder spannend.
Mein Fazit: Ein netter Unterhaltungsroman, mit einigen spicy Szenen in einem wundervollen Ambiente.


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Veröffentlicht am 12.08.2025

Gefühlvoll geschriebener Liebesroman mit tiefgehendem Thema

All the Things I Love about You
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Die angehende Medizinerin Dawn kann das Leid ihrer Tante Juliana nicht länger ansehen und hilft ihr beim assistierten Suizid. Die Folgen für sie sind katastrophal: Sie wird kurz vor dem Abschluss von der ...

Die angehende Medizinerin Dawn kann das Leid ihrer Tante Juliana nicht länger ansehen und hilft ihr beim assistierten Suizid. Die Folgen für sie sind katastrophal: Sie wird kurz vor dem Abschluss von der Universität geworfen, zudem darf sie in keinem anderen Staat ihr Studium zu Ende führen. Ihr Traum vom Beruf als Ärztin ist somit geplatzt, auch sonst bekommt sie keine Chance auf einen Job. Daher ist sie überglücklich, dass sie der Kickbox-Star Landen als Assistentin einstellt. Von Anfang an fühlen die beiden sich zueinander hingezogen, doch ist es eine gute Idee, sich mit dem Chef einzulassen?

Es ist mein erstes Buch der Autorin und der leicht zu lesende bildhafte Schreibstil ließ mich sofort in die Geschichte eintauchen. Es ist in der Ich-Form abwechselnd aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren geschrieben. Beim ersten Drittel dachte ich, eine nette Wohlfühlgeschichte, angenehmer Schreibstil, aber nichts Neues. Das änderte sich jedoch schlagartig, als ein Unfall passiert, der alles auf den Kopf stellt. Ab hier wird es emotional und die Story geht in eine komplett andere Richtung, die mir sehr gut gefiel. Die Ängste und Sorgen der Protas werden gut dargestellt, auch die Nebenfiguren fügen sich toll in die Geschichte ein. Dawns Eltern sind Schatten im Hintergrund, deren Verhalten ich nicht nachvollziehen kann, da hätte ich mir mal eine direkte Konfrontation gewünscht. Auch der Umgang mit dem behinderten Sohn (Dawns Bruder) ist eigenartig, weil sie Dawn ständig das Zusammensein mit ihm verbieten wollen.
Das Ende ich durchaus befriedigend, lässt aber einige Fragen offen. Vielleicht gibt es Erklärungen im zweiten Band.
Unter dem Strich: ein tiefgehender Liebesroman, der nachdenklich stimmt und den ich sehr gern weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Gegen Gefühle ist man machtlos

Wenn der Himmel das Meer berührt (Liebesroman)
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Emma ist engagierte Sozialarbeiterin und mit ganzer Energie auf das Wohl der Kinder bedacht. Oftmal läuft sie Gefahr, sich emotional zu sehr zu verstricken. So auch im Fall der 9jährigen Alina, die sie ...

Emma ist engagierte Sozialarbeiterin und mit ganzer Energie auf das Wohl der Kinder bedacht. Oftmal läuft sie Gefahr, sich emotional zu sehr zu verstricken. So auch im Fall der 9jährigen Alina, die sie aus der komplett vernachlässigten Wohnung von einer offenbar alkoholkranken Mutter wegholt. Es existiert ein Onkel, Max, der an der Ostsee wohnt. Obwohl es nicht ihre Aufgabe ist, bringt Emma Alina persönlich zu Max. Der entpuppt sich als liebenswürdig und fürsorglich, findet auch gleich einen Draht zu dem Kind, stellt jedoch klar, dass er Alina nur vorübergehend aufnehmen kann. Emma übertritt nun ein paar Grenzen, die ihr nicht erlaubt wären, um den beiden weiterhin beizustehen, und sie möchte Max überzeugen, Alina für immer ein Zuhause zu geben.

Die Romane der Autorin sind alle hochemotional und beschäftigen sich – neben der Liebe – mit tiefgehenden Themen. Auch dieser Roman ist wieder ans Herz gehend, ich konnte mich von Anfang an in Emma hineinversetzen und mitfühlen. Alina ist eine starke Persönlichkeit und auch Max muss man einfach ins Herz schließen. Sein Schicksal ist ein schweres, mich hat besonders beeindruckt, dass er seinen eigenen Anteil an Schuld nicht von sich weist. Es gibt erneut zahlreich herzergreifende Szenen, und eine Überraschung am Schluss – ein wunderschöner gut zu lesender Roman, der mich erneut komplett überzeugen konnte. Ich freue mich schon auf das nächste Buch von Josefine Weiss.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Ein Hase büchst aus

Jim Salabim und der Mogel-Strauß
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Jim, der Hase, lebt mit anderen Tieren in einem Zauberhut und wird bei jeder Show aus dem Hut »gezaubert«. Doch dazwischen ist ihm langweilig. Er will den Hut verlassen und auf Abenteuersuche gehen. Mit ...

Jim, der Hase, lebt mit anderen Tieren in einem Zauberhut und wird bei jeder Show aus dem Hut »gezaubert«. Doch dazwischen ist ihm langweilig. Er will den Hut verlassen und auf Abenteuersuche gehen. Mit von der Partie sind ein Dutzend Küken. Doch die Tauben passen auf und verfolgen die Ausreißer ...

Ich habe das Buch zusammen mit meiner Enkelin, die gerade die erste Klasse hinter sich hat, gelesen. Die Idee vom Zauberhut, in dem alle Tiere leben, fanden wir toll und dass es dem Hasen da zu eng wird, ist nachvollziehbar. Die Zeichnungen sind lustig und die bunt gestalteten Bilder laden zum Entdecken ein. Es sind zahlreiche lustige Ideen drin, wie beispielsweise, dass sich der Hase auf der Flucht in ein Hasenkostüm steckt. Die Ereignisse sind aneinandergereiht, teilweise war meine Enkelin verwirrt – ist der Zauberstab nun echt oder der Zauberer nur ein Schwindler? Manche Formulierungen sind eher für Erwachsene gedacht: Insta-Bamm und Klick-Klock, meine Enkelin ist noch ohne Handy und kennt die sozialen Netzwerke (zum Glück) nicht. Das Bild gegen Ende ist ansprechend, der Hase genießt seine Freiheit und liegt mit den Küken auf einer Wiese. Dabei hätte man es belassen können – das letzte Bild vom Zauberer mit den Tauben, der ihnen den Auftrag gibt, die Ausreißer zu suchen, lässt quasi das Ende offen.
Fazit: ein liebevoll illustriertes Bilderbuch, das meine Enkelin gern gelesen hat.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Historischer Roman mit tollem Ambiente

Das Geschenk des Meeres
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In einem schottischen Dorf um 1900 passiert etwas Merkwürdiges: Der Junge, den der Fischer Joseph aus dem Meer rettet, ähnelt fast aufs Haar Moses, dem Kind der Lehrerin Dorothy, das vor Jahren verschwand ...

In einem schottischen Dorf um 1900 passiert etwas Merkwürdiges: Der Junge, den der Fischer Joseph aus dem Meer rettet, ähnelt fast aufs Haar Moses, dem Kind der Lehrerin Dorothy, das vor Jahren verschwand und von dem alle glaubten, er sei damals ertrunken. Es ist doch nicht möglich, dass Moses wiedergekommen ist und immer noch der kleine Junge ist, der er war? Dorothy nimmt ihn bei sich auf und steigert sich mehr und mehr in die Fantasie hinein, dass der Junge, der nicht spricht, ihr Moses sein muss. Das gesamte Dorf rätselt mit ...

Das Buch hat mich vom ersten Moment an in den Bann gezogen und ich konnte es fast nicht mehr aus der Hand legen. Die Autorin entblättert langsam die gesamte Geschichte, switcht zwischen damals und jetzt hin und her, in verschiedenen Perspektiven. Die Figuren sind alle plastisch und hautnah dargestellt, keine ist nur böse (mit Ausnahme der schlagenden Ehemänner) und keine ist nur gut. Im Lauf der Story ist mir jede Einzelne nahegekommen. Besonders gefiel mir, dass jede der Figuren eine Entwicklung durchmacht und dass man am Schluss ein anderes Bild von allen Personen bekommt. Der sprachgewaltige Schreibstil der Autorin schafft ein Bild von Schottland zur Jahrhundertwende (1900) und das Leben in der engen Dorfgemeinschaft. Es gibt auch einen (kleinen) mystischen Aspekt, den es für mich nicht gebraucht hätte und am Schluss hätte ich mir gern noch eine bestimmte Szene gewünscht, die etwas mit Wiedersehensfreude zu tun hat. Das ist schade, vor allem hätte ich es der Figur Dorothy gegönnt, mehr kann ich hier, ohne zu spoilern, nicht verraten. Trotzdem ist das Ende versöhnlich und ich habe das literarische Werk sehr genossen.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die gern historische Roman mit tollem Ambiente und einer wirklich fesselnden Story lesen.

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