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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

Leider etwas zu langatmig

Open Hearts
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Misty ist Anfang 30, als ihr Verlobter sie verlässt und sie wieder bei ihrer alleinstehenden Mutter einziehen muss. Über eine App lernt sie Christopher kennen, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. ...

Misty ist Anfang 30, als ihr Verlobter sie verlässt und sie wieder bei ihrer alleinstehenden Mutter einziehen muss. Über eine App lernt sie Christopher kennen, in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Leider ist dieser in einer offenen Beziehung und kann Misty nicht geben, was sie braucht. Doch was braucht eigentlich?

Die Geschichte startet ganz gut, wir lernen Misty und ihre Probleme kennen. Sie wirkt recht nahbar und sympathisch, weil sie ihre Gefühle dem Leser gegenüber sehr offen kommuniziert. Durch den lockeren und ehrlichen Schreibstil kann man gut mit ihr mitfühlen und sich in ihre Lage hineinversetzen.

Leider hatte ich das Gefühl, die Autorin hat sich in der Geschichte ein bisschen verloren. Es tauchen viele Figuren auf, die oberflächlich behandelt werden und irgendeine Funktion erfüllen, bevor sie wieder verschwinden. Irgendwie stricken sie sich nicht so gut in die Geschichte ein und der eigentliche Punkt der Story gerät aus dem Fokus. Es ist total viel passiert, aber ohne besonderen Inhalt - vieles hat gar nicht auf die Geschichte eingezahlt. Ich habe zwischendurch das Interesse an den Geschehnissen verloren und hab mich durch den Mittelteil gequält.

Christopher war mir leider gar nicht sympathisch und daher konnte ich nicht nachvollziehen, wie Misty ihn toll finden kann. Das hat mir auch ein bisschen den Spaß genommen.
Trotzdem ist die Message am Ende gut, man kann die Entwicklung der Personen nachvollziehen und das hat mir gefallen. Auch der Schreibstil ist flüssig und entspannt zu lesen.

Insgesamt eine leichte Lektüre für zwischendurch, sicher auch schön für jemanden, der einfach ein bisschen Entertainment von dem Buch erwartet.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Süße Story :)

New Beginnings
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Als Lena für ihr Jahr als Au Pair nach Amerika reist, macht sie unerwartete Bekanntschaft mit Ryan Cooper, einem gefallenen Wintersport Star. Aufgrund einer Verletzung kann er seine Leidenschaft nicht ...

Als Lena für ihr Jahr als Au Pair nach Amerika reist, macht sie unerwartete Bekanntschaft mit Ryan Cooper, einem gefallenen Wintersport Star. Aufgrund einer Verletzung kann er seine Leidenschaft nicht mehr ausüben und lebt in schlechter Laune. Das schlimmste: Er ist der Bruder ihres neuen Chefs und muss sich mit ihr nicht nur ein Haus, sondern auch ein Badezimmer teilen. Die beiden kommen sich unfreiwillig näher und beginnen ein gemeinsames Projekt.



Der Schreibstil von Lily Lucas ist locker, flüssig und unterhaltend. Man kann durch diese Geschichte einfach durchfliegen und ist gut unterhalten. Auch die Charaktere sind sympathisch und spielen gut zusammen, jeder hat seine Rolle und seinen Sinn in der Geschichte. Ich finde ein bisschen schade, dass der Au-Pair Alltag nicht wirklich thematisiert wird, es scheint, als sei das nur ein Vorwand, um die Figur nach Amerika zu kriegen.

Die Lovestory hat mir sehr gefallen, man spürt die Chemie zwischen beiden Hauptfiguren und kann die Gefühle gut nachvollziehen. Gleichzeitig wirkt sie nicht überzogen, sondern echt. Es gibt viele kleine Momente, wo Ryan und Lena ihren Charakter zeigen oder ihn auch mal durchbrechen. Auch, wenn ich die Story etwas vorhersehbar fand, hat sie mir gut gefallen, vor allem, weil Lena & Ryan so gut harmonieren :)

Insgesamt eine schöne Geschichte, mit einer prickelnden Liebe und sympathischen Charakteren!

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Was ein Twist

Solange wir lügen
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Cadence Sinclair hat die perfekte Familie: Sie sehen immer gut aus, sind immer kontrolliert und haben Geld. So viel Geld, dass sie die Sommer gemeinsam auf einer Privatinsel verbringen, in dem jede Tante ...

Cadence Sinclair hat die perfekte Familie: Sie sehen immer gut aus, sind immer kontrolliert und haben Geld. So viel Geld, dass sie die Sommer gemeinsam auf einer Privatinsel verbringen, in dem jede Tante mit ihrer Familie ein Haus bewohnt. Cadence freut sich das ganze Jahr auf die Sommer mit ihren Cousins und Cousinen (und Gat, einem Freund der Familie). Als eines Sommers eine Tragödie passiert, die Cadence ihr Gedächtnis verlieren lässt, bröckelt die Fassade der perfekten Sinclairs.



Der Schreibstil ist ein bisschen ungewöhnlich, teilweise fühlt es sich die Poetry an. Trotzdem trägt er durch die Geschichte und macht neugierig. Beschrieben werden die Sommer auf der Insel, nach dem Alter von Cadence (Sommer fünfzehn, Sommer sechzehn) das war für mich zu Beginn ein bisschen verwirrend, aber wenn man einmal verstanden hat, ist es durchaus sinnvoll. Der Beginn der Geschichte ist auch ein bisschen langatmig, es wird viel aus den Sommern wiederholt.

Die Dynamik der Figuren hat mir sehr gefallen, die Kinder auf der einen Seite und die erwachsenen auf der anderen. Man erkennt die Entwicklungen und wie jeder Sommer anders wird. Langsam entdecken die Kinder die Fassade, die von den Erwachsenen aufrecht erhalten wird und merken, dass das Leben nicht so perfekt ist. Der Unfall von Cadence wird umfassend thematisiert und als Leser kann man sich selbst eine Geschichte spinnen, wie es dazu gekommen ist.

Die Auflösung am Ende ist wirklich überraschend und ich will auf keinen Fall etwas verraten: Jeder sollte sich sein eigenes Bild machen. So viel kann ich sagen: Ich würde es noch einmal lesen, um die Zeichen zu finden. Das Ende nimmt richtig Fahrt auf und ich bin in Gedanken alles nochmal durchgegangen. Das kam sehr überraschend und wirklich gut gemacht!

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Veröffentlicht am 24.01.2026

Provokant, dunkel und fesselnd

Woman Down
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Als die Autorin Petra Rose sich nach einem Shitstorm in eine gemütliche Hütte am See zurückzieht, um einen neuen Roman zu schreiben, klopft eines Tages Detective Nathaniel Saint an ihre Tür. Petra traut ...

Als die Autorin Petra Rose sich nach einem Shitstorm in eine gemütliche Hütte am See zurückzieht, um einen neuen Roman zu schreiben, klopft eines Tages Detective Nathaniel Saint an ihre Tür. Petra traut ihren Augen kaum, denn dieser Mann ist das Ebenbild ihrer neuesten Romanfigur. Die beiden beginnen ein Spiel, bei dem der Leser Herzklopfen bekommt.

Was ich direkt loswerden möchte: Dieses Buch mit "Verity" zu vergleichen ist meiner Meinung nach "Woman Down" gegenüber nicht fair. Verity war für mich ein absolutes Highlight und dementsprechend hohe Erwartungen hatte ich, nach diesen Ankündigungen. Und ich denke, dass die gemischten Reaktionen auch daher kommen. Unabhängig betrachtet hat mir persönlich Woman Down jedoch sehr gut gefallen.

Ich bin locker leicht in die Geschichte gestartet, getragen von Hoovers wunderbaren Schreibstil. Petra war mir zu beginn nicht sehr sympathisch, doch ihre Figur war sehr gut und umfangreich gezeichnet. Auch das Setting mit der Hütte am See und den seltsamen Vermietern hat gut ins Bild gepasst.

Die Spannung lässt nicht lange auf sich warten und wird konstant immer wieder aufgebaut, ohne dass es langweilig wird. Dabei ist die Handlung für mich absolut sinnvoll und die Spannung wird geschickt in das Geschehen eingebunden, sodass sie nicht aufgesetzt wird. Romantik & Spice kommen definitiv nicht zu kurz und alles zusammen ergibt für mich die perfekte Mischung aus Spannung & Romantik. Die Beziehung der beiden Hauptfiguren ist moralisch fragwürdig, abgründig und teilweise schockierend, aber die Autorin schafft es, dass man nachvollziehen kann, wie Petra sich fühlt und wieso sie selbst diese Entscheidungen trifft.

Ein kleines bisschen enttäuscht war ich vom Ende, ich hatte beim Lesen andere Möglichkeiten erwartet und hätte gedacht, dass dafür auch Potenzial da war. Ich hatte irgendwie das Gefühl, die Autorin hat sich nicht mehr getraut, den ganz großen Schock einzubringen. Trotzdem gibt es Plot Twists, während der Geschichte und am Ende.

Mich hat die Geschichte gefesselt und ich würde sie empfehlen. Für mich ein gelungenes Comeback von Colleen Hoover, bei dem sie sich selbst treu geblieben ist.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Schonungslos direkt

Half His Age
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Waldo ist 17, geht zur Schule und hat nicht nur mit sich selbst, sondern mit den Unbequemlichkeiten des Lebens zu kämpfen: Ihre junge Mutter ist geistig und meist auch körperlich abwesend, das ...

Waldo ist 17, geht zur Schule und hat nicht nur mit sich selbst, sondern mit den Unbequemlichkeiten des Lebens zu kämpfen: Ihre junge Mutter ist geistig und meist auch körperlich abwesend, das Geld ist knapp, und das Leben in der weißen Unterschicht irgendwie unfair. Nur gefüllte Warenkörbe und körperliche Nähe können Waldos inneres für kurze Zeit beruhigen. Als sie zu beginn des Schuljahres ihren neuen Lehrer Mr. Korgy kennenlernt, entfesselt er eine Seite in ihr, die wild, leidenschaftlich und besessen ist. Mr. Korgy schätzt ihr Schreibtalent und gibt Waldo das Gefühl, gesehen zu werden. Es gibt nur ein Problem: Seine Frau und sein Kind.

Der Schreibstil ist unglaublich flüssig, leicht und trägt den Leser schonungslos ehrlich durch diese wilde Geschichte. Er lässt einen total in die Gedanken von Waldo abdriften, man kann sich gut in sie hineinversetzen. Die Autorin nutzt Wörter, die man aus Romanen nicht gewohnt ist und genau das macht es so echt, weil es die Protagonistin treffend beschreibt. Zeitweise auch zum schmunzeln oder stutzen, wenn Dinge genau so direkt ausgesprochen werden, wie sie nun mal sind.
Auch die Storyline kommt nicht zu kurz, man kann die Entwicklungen der Protagonisten verfolgen, während sie sich selbst treu bleiben.

Ein fesselnder Roman über Klassenunterschiede, unbequeme Wahrheiten, Obsession und das Streben nach einem besseren Leben. Die Monologe bringen eine Nähe zu Waldo, dass ich das Gefühl hatte, sie persönlich zu kennen. Ihre schonungslos ehrlichen Gedanken machen diese Geschichte einzigartig und fesselnd.

Eine klare Empfehlung!

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