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Veröffentlicht am 02.09.2020

Hat Spaß gemacht!

Celestial City - Akademie der Engel
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Noch eine kleine Vorwarnung: Diese Rezension ist sehr subjektiv - bitte behält das während dem Lesen im Hinterkopf. Das Buch hält genau das ein, was es verspricht und ich kann mir gut vorstellen, das viele ...

Noch eine kleine Vorwarnung: Diese Rezension ist sehr subjektiv - bitte behält das während dem Lesen im Hinterkopf. Das Buch hält genau das ein, was es verspricht und ich kann mir gut vorstellen, das viele Celestial City lieben werden! Allerdings haben mich persönlich viele kleine Dinge gestört, die sich schließlich zu dieser "schlechten" Sternebewertung addiert haben. (In meinen Augen sind 2 Sterne auch nicht schlecht, aber ja... whatever.)

Cover:
Das Cover finde ich jetzt nicht herausragend, aber es ist ganz hübsch. Es spiegelt perfekt wider, um was es in der Geschichte geht: um ein Mädchen mit schwarzen Flügeln. Da habe ich bei weitem schon schlimmere Cover gesehen! Es gefällt mir auf jeden Fall besser als das englische Original-Cover.
Aus irgendeinem Grund musste ich beim ersten Blick denken, dass es eine New Adult Geschichte sei. Aber nein, es ist ein Jugendbuch. Keine Ahnung, was sich mein Gehirn dabei gedacht hat! Vielleicht gibt es ein Buch mit einem ähnlichen Cover beim LYX Verlag?

Charaktere:
Brielle: Am Anfang mochte ich sie noch ganz gerne: Sie war badass und wusste, wie man gegen Dämone kämpft. Außerdem ließ sie sich nicht von ihrer krassen Gabe oder von den Erzengeln einschüchtern - für die "Auserwählte" blieb sie sehr am Boden.
Aber mitten in der Geschichte scheint sie plötzlich ein ganz anderer Charakter zu sein. Sie verlässt sich während den Kämpfen zu sehr auf ihr sprechendes Schwert und gibt sich nicht die Mühe selbst nachzudenken...
Die anderen Charaktere (selbst Lincoln) finde ich persönlich langweilig und scheinen nur Charakter zu zeigen, wenn es die Story vorantreibt. Hin und wieder machen Brielles Freunde allerdings sarkastische Kommentare - zum Glück, denn die sind echt witzig!

Setting:
Die Geschichte spielt in unserer Welt (genauer gesagt Los Angeles), nachdem der Krieg zwischen Dämonen und Engeln auf die Erde gebracht worden ist. Am Anfang des Buches ist eine Karte, die einfach zu verstehen und merken ist. Man sieht, dass Los Angeles zweigeteilt ist: in Angel City und Demon City. Der Rest ist Kriegsgebiet. Allerdings wird das genau so in der Geschichte erklärt... warum brauche ich dann eine Karte am Anfang, wenn das Konzept so einfach ist? Ich musste nie zum Anfang zurückblättern, also war die Karte für mich überflüssig.

Beginn:
Der Beginn war definitiv am stärksten! (Ich habe auch nach einem Rezensionsexemplar gefragt, weil mir die Leseprobe so gut gefallen hat.) Ich mochte das Konzept von den Menschen, die mit Magie in Berührung gekommen sind und, wie oben schon erklärt, war mir die Hauptcharakterin viel sympathischer als in der restlichen Geschichte.

Schreibstil:
Das Buch habe ich echt schnell lesen können, der Schreibstil ist überhaupt nicht anspruchsvoll und so ziemlich alles wird dem Leser 2x erklärt. Es ist also ein Buch, das man gut nebenbei über mehrere Monate lesen kann, oder aber auch an einem einzigen Nachmittag!

Ich persönlich habe mit dem Schreibstil ein paar Probleme gehabt. Nicht weil er objektiv schlecht ist (ist er nicht, siehe oben), sondern weil mir so Sätze wie "Würg." in Büchern nicht sonderlich gefallen. Generell war mir die Sprache zu leger. Würde nur ein Charakter so reden, wäre das völlig okay für mich, aber wirklich jeder hat Jugendwörter verwendet. Selbst die Erzengel...

Meinung:
Man hat deutlich gemerkt, dass dieses Buch der Auftakt einer Reihe ist. Die halbe Geschichte bestand aus Erklärungen, die natürlich auch wichtig für den Leser waren! Aber es hätte mir besser gefallen, wenn ich mit Brielle ein paar Informationen gemeinsam entdeckt hätte.

In diesem Buch gibt es auch ein Schwert namens Sera, das sprechen kann. Da nur Brielle sie hören kann, verstehe ich, dass ihre Sätze nicht in Anführungszeichen stehen - allerdings hätte mir gefallen, wenn sie sich irgendwie vom Text abgehoben hätten.

Obwohl die Geschichte mit Krieg und Dämonen zu tun hat, gibt es immer wieder witzige Momente, die alles auflockern. Darauf kann man sich echt freuen! Manchmal ist mir der Humor zu erzwungen rübergekommen, aber meistens habe ich es witzig gefunden.

Fazit:
Celestial City hat mir wirklich viel Spaß gemacht zu lesen! Aber für mich hat es schlussendlich zu viele Kleinigkeiten gegeben, die mich stören. Zum Beispiel mochte ich die Charaktere und ihre Sprechweise nicht. Die Geschichte war meiner Meinung nach inkonsistent. Deswegen gebe ich 2 Sterne.

Aber objektiv betrachtet erfüllt das Buch definitiv alles, was es verspricht! Und wenn du gerne YA-Geschichten über Engeln oder andere übernatürliche Wesen in einem Internat mit viel Klischees liest, ist das Buch etwas für dich. Generell, wenn dir Engelsnacht von Lauren Kate oder Everlasting Love von Lauren Palphreyman gefallen hat, gib diesem Buch hier eine Chance!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.08.2020

Könnte im echten Leben so passieren

Queenie
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Nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen habe, war ich richtig gespannt auf dieses Buch gewesen - ich habe gar nicht abwarten können es zu lesen! Es hat sich nach einer lustigen und lockeren Geschichte angehört, ...

Nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen habe, war ich richtig gespannt auf dieses Buch gewesen - ich habe gar nicht abwarten können es zu lesen! Es hat sich nach einer lustigen und lockeren Geschichte angehört, die auch viele wichtige Themen anspricht.
Schließlich habe ich meine ganzen Lesepläne für Queenie über den Haufen geworfen, nur um festzustellen, dass die Geschichte ganz anders ist als ich mir vorgestellt habe.

Das Cover finde ich wunderschön. Es ist einfach gehalten, nicht überladen und zeigt ganz genau, um was es in diesem Buch geht: Es ist die Geschichte einer jungen, schwarzen Frau. Ich mag, wie detailliert die Haare gezeichnet sind - man kann die Braids förmlich fühlen!
Besonders gut gefällt mir der Titel. Vor allem, weil mir am ersten Blick gar nicht aufgefallen ist, dass die Buchstaben in die Haare eingeflochten sind.
Die Farben sind meiner Meinung nach auch stimmig - ich liebe den dunkelblauen Rand!

Mit Queenie habe ich eine schwierige Zeit gehabt. Es wird schnell klar, dass sie definitiv kein role model ist. Sie macht Fehler - und lernt nichts daraus. Sie beschwert sich über Sachen, für die sie ganz klar verantwortlich ist - und ändert nichts daran. Als Leser fand ich das oft frustrierend und war genervt von ihrer Art. Ihr Verhalten ergibt auch Sinn (vor allem wenn man das Ende und ihr Trauma kennt), denn es handelt ja von einer jungen Frau, der es mental immer schlechter und schlechter geht, aber es war nicht gerade unterhaltsam zu Lesen.

Ihre Freundesgruppe, die sich "Die Corgis" nennt, mag ich allerdings. Queenie hat echt gute Freunde! Die machen sich echt viel mit ihr mit...
Darcy ist dabei die Mutter der Gruppe. Ihr müssen ständig Slang-Wörter erklärt werden und sie hat immer ein offenes Ohr für Queenie.
Mein liebster Charakter ist Kyazike! Sie versteht Queenie am besten und ist auch am längsten mit ihr befreundet. Außerdem hat sie eine unverwechselbare "Stimme". Man weiß immer, welche Nachricht Kyazike geschrieben hat.

Das Buch beginnt mit ein paar Textnachrichten, die Queenie ihrem weißen Freund Tom schickt. Schnell wird dem Leser klar, dass die Beziehung nicht mehr so ist wie früher. Den Beginn muss ich echt loben - meiner Meinung nach der stärkste Teil des Buches mit einigen witzigen Szenen. Danach ging es mit dem Humor eher abwärts.

Der Schreibstil war ganz gut, meiner Meinung nach nicht herausragend.
Was allerdings herausragend war, war die Übersetzung! Die Übersetzerin Henriette Zeltner-Shane hat bewusst ein paar Wörter oder sogar Sätze Englisch gelassen. Deswegen geht zum Beispiel der jamaikanische Akzent von Queenies Großeltern nicht verloren oder ein anderes Beispiel ist Kyazike: Sie spricht auf einer ganz besonderen Art, weil sie so viele Anglizismen und englische Slang Wörter benutzt. Ich finde es gut, dass nicht krampfhaft versucht worden ist alles auf Deutsch zu übersetzten, wenn englische Wörter ein großer Bestandteil des Plots sind.

Bei meiner Version des Buches habe ich ein paar Probleme mit der Formatierung gehabt. Es war mir teilweise nicht klar, was jetzt eine Erinnerung ist und was nicht. Oder auch die Textnachrichten waren auf den ersten Blick nicht klar erkennbar. Manchmal fehlte auch eine Zeile Abstand. Aber gerade habe ich noch einmal die Leseprobe gecheckt und entweder es wurde noch etwas an der Formatierung herumgetüftelt, oder es lag an dem Gerät, mit dem ich das E-Book gelesen habe.

Die Rückblenden haben mir an der Geschichte am besten gefallen. Man lernt dabei die gescheiterte Beziehung zwischen Tom und Queenie näher kennen und versteht, wie sie zu Brüchen gegangen ist. Unglaublich finde ich, wie viele rassistische Dinge Toms Familie so nebenbei sagen... Manchmal versteht man nach einer Rückblende Queenies Verhalten etwas besser - aber wie oben schon erwähnt war das bei mir nur selten der Fall.

Im Klappentext werden viele aktuelle Themen angedeutet, für die Queenie steht. Sachen wie die Black Lives Matter Movement werden zwar am Rande erwähnt, spielen aber nur für wenige Szenen eine Rolle. Meiner Meinung nach hätten diese Themen etwas mehr in den Mittelpunkt gestellt gehört.

Queenie ist eine sehr realistische Geschichte mit einem genauso realistischem Ende. Mich stört es zwar, dass ein paar Handlungsstränge zum Schluss nicht aufgelöst wurden, aber im echten Leben passiert das doch auch nicht. Ich persönlich hätte mir etwas mehr Fiktion und eine spannendere Handlung gewünscht.

Fazit: Obwohl ich etwas ganz anderes von diesem Buch erwartet habe, erfüllt es das, was es verspricht. Das Buch wurde wunderbar übersetzt, beinhaltet viele Jugendwörter und witzige Textnachrichten.
Für meinen Geschmack hätte die Handlung etwas humorvoller und dramatischer sein können. Leider verstand ich die Hauptcharakterin an vielen Stellen nicht und wollte sie manchmal am liebsten packen und anschreien.

Dennoch ist es eine berührende Geschichte, die sich im echten Leben genauso abspielen kann und bestimmt ist vielen jungen, schwarzen Frauen sogar so etwas Ähnliches passiert.

Für mich ein mittelmäßiges Buch. 3 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.06.2020

Das Rachespiel geht weiter!

Vengeful - Die Rache ist mein
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Cover: Das Cover ist fast identisch zum ersten Teil: beide haben das gleiche rot-weiß-schwarze Farbschema, den gleichen Aufbau und die gleiche Schrift. Man merkt also sofort, dass die beiden Bücher zusammengehören.
Unterschiedlich ...

Cover: Das Cover ist fast identisch zum ersten Teil: beide haben das gleiche rot-weiß-schwarze Farbschema, den gleichen Aufbau und die gleiche Schrift. Man merkt also sofort, dass die beiden Bücher zusammengehören.
Unterschiedlich ist natürlich die Figur in der Mitte, die man im Laufe der Geschichte als Marcella kennenlernt. Wie ich finde, kann man an ihrem Gesichtsausdruck erkennen, dass sie auf Rache aus ist.
Obwohl beide Bücher so ähnlich aussehen, ist für mich noch genug Unterschied (Charakter und vertauschte Farben) vorhanden, um die Bücher nicht miteinander zu verwechseln. Meiner Meinung nach ein stimmiges Cover.

Charaktere: Victor: ist in diesem Buch viel unruhiger und gestresster als im Band zuvor. Mit seiner zusammengewürfelten "Familie" wechselt er immer wieder den Wohnsitz um nicht entdeckt zu werden. Außerdem hat er ein paar immer größer werdende Probleme mit seiner Gabe, für die er krampfhaft und mit allen Mitteln eine Lösung sucht.
Eli: Hier lernt man eine ganz andere Seite von ihm kennen. Er arbeitet nun nicht mehr mit der Polizei zusammen, sondern wird für grausame Forschungsprojekte benutzt. Kaum zu glauben, aber ich hatte tatsächlich Mitleid mit ihm! Außerdem lernt man seine Backstory besser kennen, die unglaublich tragisch ist.
Sydney: In Vengeful konnte man Sydney aufwachsen sehen, wobei sie sehr unter den vielen Ortswechsel leidet. Mehr kann ich nicht wirklich verraten ohne zu spoilern, aber glaubt mir sie ist ein wirklich interessanter Charakter, der die Geschichte vorantreibt.

Und jetzt zu den neuen Charakteren:
Marcella: sie ist attraktiv, rachsüchtig und wurde von ihrem eigenen Ehemann umgebracht, nachdem sie ihn beim Fremdgehen erwischt hatte. Mit ihrer neu erworbenen Fähigkeit Sachen zu zerstören, kann sie endlich ihren Plan die mächtigste Frau der Stadt zu werden in die Tat umsetzen. Marcella bringt den Wettstreit zwischen Eli und Victor auf eine neue Ebene!
June: Ich liebte ihre Kapitel und ihre Gabe! Aber ich will nicht zu viel über sie sagen, damit die Wendungen für euch spannend bleiben ;) Ich glaube, dass wir im dritten Band, noch viel mehr von ihr sehen werden - sie ist einfach so interessant!

Setting: In diesem Band lernt man die verschiedenen Städte und wegen Marcella auch ihre Machtverteilung etwas besser kennen, ansonsten ist das Setting eher nebensächlich.

Beginn:
"An dem Abend, an dem Marcella starb, bereitete sie ihrem Mann sein Lieblingsessen zu."
Das Buch beginnt gleich mit einer dramatischen Szene: wie Marcella herausfindet, dass ihr Ehemann sie betrügt und wie sie daraufhin stirbt. Ich war von Anfang an gespannt wie es weitergehen wird und wie sich sowie die neuen als auch die alten Charaktere entwickeln!

Schreibstil: Ich liebe ihren Schreibstil! Er ist genauso brilliant und kunstvoll wie ich es von ihren anderen Büchern gewöhnt war. Man merkt während dem Lesen, dass V. E. Schwab absolut weiß, was sie tut.
Es wird nie zu viel oder zu wenig erklärt. Für mich war immer alles verständlich und mein Kopf schwirrte nie vor Informationsflut - und das, obwohl auch komplizierte, medizinische Themen vorkommen. Natürlich kommt es auf seinen eigenen Geschmack an, aber für mich konnte V. E. Schwab diesen schmalen Grat zwischen zu viel und zu wenig meistern.
Die Autorin verwendet viele Metaphern und Vergleiche, die absolut passend sind und nicht zu oft verwendet werden. Es freut mich immer, wenn ich auf eine neue, wunderschöne Phrase stoße, von der ich noch nie gehört habe!

Meinung:
Bereits im ersten Buch wurde zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her gesprungen und schon damals habe ich die gute Planung gelobt - das muss ich nun noch einmal machen! In Vengeful spielt die Vergangenheit vielleicht sogar eine noch größere Rolle, weil man die Backstory von vielen Charakteren erfährt. Wenn man mit diesen Sprüngen im ersten Teil bereits zurechtgekommen ist, hat man auch mit Vengeful kein Problem!
Das Ende fand ich auch gelungen! Man kann aber nicht damit rechnen, dass das Ende alle Fragen beantwortet und die Buchreihe abschließt, ganz im Gegenteil, es wirft noch mehr Fragen auf. Wie viele andere habe auch ich gedacht, dass die Villains-Serie eine Dilogie ist, aber es soll irgendwann noch ein dritter Band kommen!

Fazit:"Vengeful - Die Rache ist mein" von V. E. Schwab ist gut durchdacht, künstlerisch beschrieben und auf dem gleichen Level wie Band 1. Die neuen Charaktere passen wunderbar in die Welt, haben eigene dramatische Geschichten und bringen noch mehr Spannung in den Wettkampf zwischen Victor und Eli!
Wenn du also Vicious mochtest, probiere auch unbedingt diesen Band aus!

Für mich sind es eindeutig 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2020

Dieses Buch hat mehr Aufmerksamkeit verdient!

Glow - Die Macht der Gedanken
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Das Cover hat mich dazu verleitet dieses Buch zu lesen. Es ist wunderschön!
Man sieht eine Gestalt, die vor einer Skyline steht. Passend zum Titel werden die Umrisse von Lichtpünktchen und Sternen erleuchtet. ...

Das Cover hat mich dazu verleitet dieses Buch zu lesen. Es ist wunderschön!
Man sieht eine Gestalt, die vor einer Skyline steht. Passend zum Titel werden die Umrisse von Lichtpünktchen und Sternen erleuchtet. Die Farben erinnern mich sehr an Nordlichter - das nachtblau mit dem leuchtenden grün ist meiner Meinung nach eine gelungene Farbkombi. Mir gefällt auch wie der Titel gestaltet ist - die Buchstaben verleihen dem Cover mit diesem Neonröhren-Stil das gewisse Etwas.
Allerdings habe ich auch einen Kritikpunkt: Das Cover ist zwar wunderschön, aber nicht gerade passend zum Inhalt. Es passt zwar wunderbar zum Genre, aber es werden keine wichtigen inhaltliche Elemente aufgegriffen.

Auch unpassend zum Inhalt ist der Titel. Bei "Glow" kann man sich noch streiten, irgendwie hat Licht etwas mit der Geschichte zu tun - das lasse ich gerade noch durchgehen. Aber, der Untertitel verwirrt mich... "Die Macht der Gedanken"? Es geht doch um Gefühle und nicht um Gedanken?


Bei den Charakteren habe ich mehr zu meckern.

Ich fange bei der Hauptcharakterin, Poppy, an. Sie ist mutig, durchsetzungsfähig und führt ein echt verrücktes Leben - klischeehafte Charaktereigenschaften, aber immerhin hat sie einen Charakter. Allerdings hat mir nicht gefallen, wie Hobbys und Informationen über sie eingebracht wurden. Für meinen Geschmack war das an vielen Stellen zu plötzlich, es gab keine Backstory, oder eine Szene, in der sich Poppy näher vorstellt. Als Leserin hatte ich da das Gefühl, dass die Autorin das Hobby oder die Information spontan erfunden hat, ohne die Geschichte genau geplant zu haben.

Nun weiter zu Cole... oh Cole... Allein der Name verrät, wie klischeelastig dieser Charakter ist. Er ist dieser klassische Badboy, so einen gibt es in jedem zweiten Romantasy Roman. Gehen wir mal gemeinsam die Klischee-Checkliste durch:
Lederjacke: ✓
Motorrad: ✓
Geheimnisvoll: ✓
Redet am Anfang unhöflich wenig mit der Protagonistin: ✓
Dramatische Hintergrundgeschichte, über die er nicht sprechen will: ✓
Leider habe ich es langsam satt solche Typen immer und immer wieder in Büchern zu sehen, aber es scheint ja eine Formel zu sein, die funktioniert.

Es gibt zwar noch einige Nebencharaktere in "Glow - Die Macht der Gedanken", aber die meisten davon haben kaum Charakter. Allerdings möchte ich euch noch jemanden vorstellen: Tate, die beste Freundin von Poppy. Sie kommt öfter in der Geschichte vor, weil sie ihrer Freundin immer zur Seite steht. Meiner Meinung nach ist Tate einer der nervigsten Charaktere überhaupt! Ihre Art konnte mich nicht begeistern und einen Dialog mit ihr konnte ich nicht lesen, ohne mich fremdzuschämen. Außerdem wird sie in einem Gespräch unrealistisch oft beim Namen genannt... also ich rede meine Freundinnen nicht nach jedem zweiten Satz erneut an.


Die ganze Geschichte spielt sich in einer Kleinstadt in den USA (glaube ich, sicher bin ich mir da nicht) ab. Poppy ist in dieser Stadt aufgewachsen und beschützt sie nun mit ihrer magischen Kraft. Und plötzlich passieren in genau dieser Stadt Morde, die Poppy nicht verhindern konnte...
Das Setting wird kaum beschrieben, was auch nicht nötig ist, denn eine typische Kleinstadt kann sich jeder vorstellen.


Zum Beginn: Nach einem sehr kurzen Prolog (3 Zeilen) lernt man Poppy sozusagen in Action kennen und erfährt gleich mehr über ihren sonderbaren Job. Dabei wird man sofort in die Geschichte hineingezogen und fiebert mit der Protagonistin mit.


Der Schreibstil von Eva Murges ist sehr angenehm zu lesen. Es gibt keine malerischen Vergleiche oder poetische Metaphern - aber das braucht so eine Story auch nicht.
Die Autorin weiß auf jeden Fall, wie man eine Geschichte mit möglichst viel Spannung erzählen kann. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen!
Die einzigen Zeilen, die ich schwer lesen konnte, waren manche Gespräche mit Tate... aber über die habe ich vorhin schon genug gesagt.


Ein paar Dinge will ich noch kurz ansprechen:

Ich mag, dass das Buch so viele liebliche Details beinhaltet, wie zum Beispiel die Kapitelnamen. Jedes Kapitel hat - passend zu Poppys Gabe - eine Farbe zugeordnet. Von "Reinweiß" bis "Anthrazit" ist alles dabei. So merkt man, dass dieses Buch ein echtes Herzensprojekt gewesen ist!

Das Buch hat unglaublich viel Spaß gemacht - und das ist doch das wichtigste, oder? Ich habe es sehr schnell beendet, weil es mich wunderbar unterhalten hat und ich konnte die Welt für ein paar Stunden erfolgreich ausblenden.

Natürlich hat das Buch diesen "Enemies to Lover" Trope, das war von Anfang an klar, aber die Umsetzung davon konnte mich nicht überzeugen. Es passierte viel zu schnell!


Fazit: "Glow - Die Macht der Gedanken" ist zwar sehr klischeelastig und inhaltlich nicht das stärkste Buch, aber es hat viele interessante Ideen und Spaß gemacht zu lesen.

Wenn ihr also Lust auf eine interessante Geschichte für zwischendurch habt, kann ich euch diese Geschichte empfehlen.

3 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2020

Zur falschen Zeit gelesen...

Die Traumdiebe
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Fangen wir mit dem Cover an: es haut mich ehrlich gesagt nicht vom Hocker.
Es greift den Aspekt der Naturkatastrophen, um denen es in der Geschichte geht, auf - aber das merkt man auch nur, nachdem man ...

Fangen wir mit dem Cover an: es haut mich ehrlich gesagt nicht vom Hocker.
Es greift den Aspekt der Naturkatastrophen, um denen es in der Geschichte geht, auf - aber das merkt man auch nur, nachdem man sich den Inhalt durchgelesen hat.
Auch, dass es sich um Native Americans dreht, wird auf dem Cover angespielt - mit einer kunstvollen Feder, die dem Cover zugleich etwas Träumerisches verleiht.

Versteht mich nicht falsch, es ist kein schlechtes Cover! Es macht viele Dinge richtig: Der Inhalt des Buches wird aufgegriffen und das Genre ist einschätzbar. Meinen Geschmack trifft es einfach nicht. Würde ich es in einer Buchhandlung sehen, würde ich es nur wegen dem interessanten Titel in die Hand nehmen.

Aber eines muss man dem Cover lassen: Es sieht viel besser aus, als das Original.


Charaktere: Unser Hauptcharakter, Frenchie, ist auf der Flucht. Ursprünglich mit seinem Bruder doch der opfert sich für ihn am Anfang der Geschichte. Schließlich trifft er auf eine Gruppe Native Americans, denen er sich anschließt.

Für mich ist Frenchie ein unbeschriebenes Blatt - es gibt keinen prägnanten Eigenschaften, die sofort herausstehen. Allerdings merkt man, wie sich sein Charakter und seine Ansichten in Lauf der Geschichte ändert.

Nun zu den anderen Charakteren... und es gibt viele. Für mich war es am Anfang schwer, die anderen Charaktere auseinander zu halten. Am Schluss ging es dann doch noch, aber es führte dennoch zu kleinen Verwirrungen bei mir.

Leider gab es keinen Charakter, der mir außerordentlich sympathisch oder unsympathisch war.


Setting: Das Buch spielt in Kanada nach der Klimakatastrophe. Darauf war ich schon sehr gespannt - und ich wurde nicht enttäuscht, viele verschiedene Themen wurden angesprochen. Das Wasser ist braun, es regnet ständig und die Küsten, so wie wir sie kennen, gibt es auch nicht mehr. Die Situation wurde wunderschön mit einer Geschichte am Lagerfeuer erklärt!

In vielen Dystopien spielt die Geschichte in einer zerstörten Stadt - hier ist es anders. Wir folgen den Charakteren durch den Wald, nur hin und wieder ist ein verlassenes Haus zu sehen. Eine interessante Abwechslung!


Beginn: Der Einstieg war erstaunlich spannend und direkt. Bevor man sich in der Welt zurechtfinden kann, werden die zwei Brüder schon angegriffen. Dabei weiß der Leser noch nicht, was hier vor sich geht! Mir hat das super gut gefallen, selten wird man so stark in eine Geschichte hineingezogen und fiebert schon am Anfang mit.


Schreibstil: Am Anfang der Geschichte verwendet die Autorin viele kreative Vergleiche. Zum Beispiel sagt sie statt zittern "wackelten wie lose Babyzähne." Es war fast zu viel des Guten! Aber im Laufe der Geschichte werden diese Vergleiche immer weniger.

Wie ich vorhin schon angeschnitten habe, gefällt mir wie wichtige Themen oder Information für die Geschichte eingebracht werden - nämlich mit Erzählungen! Es ist sehr entspannend, wenn man die Informationsflut nicht von dem Erzähler der Geschichte hört, sondern von einem anderen Charakter.

Aus irgendeinem Grund konnte ich die Geschichte nicht schnell lesen. Ich habe noch nicht herausgefunden, ob das wegen der fehlenden Spannung oder dem Schreibstil ist. Vielleicht ja eine Mischung?


Meine Meinung:
Am interessantesten Fand ich die Idee mit den Träumen, schon der Titel hat mich auf das Buch neugierig gemacht. Leider gefällt mir die Umsetzung dieser Idee nicht. Dieser Aspekt wurde meiner Meinung nach zu wenig erklärt. Ich hätte mir technische Details gewünscht. Wie genau stehlen sie die Träume? Wie viele Träume bekommt man von einem Menschen?

Versteht mich nicht falsch, das Buch hat viele wichtige Messages, aber am Schluss hätte ich mir irgendeine wichtige Moral gewünscht. Irgendetwas, das die Geschichte und die dystopische Welt zusammenfasst und auf die heutige Zeit anwendbar ist.

Leider war dieses Buch zur falschen Zeit auf meinem TBR. Für mich war es schwer, ein Buch über Katastrophen in die Hand zu nehmen, wenn man mitten in einer Katastrophe lebt.


Fazit: Für mich war's wohl nichts.

Mit den Charakteren konnte ich nicht mitfiebern, es hat mir an jeder Ecke an Erklärungen gefehlt und ich hatte mir anderes erwartet. Die Storyidee hörte sich absolut fantastisch an, aber die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen. Deswegen gibt es nur 2 Sterne von mir - dabei bin ich mir aber sicher, dass die Bewertung positiver wäre, wenn ich das Buch nicht jetzt gelesen hätte.

Es gibt aber auch positives! Mir hat es gefallen, wie die Autorin neue Themen in die Geschichte eingebracht hat und wie spannend der Einstieg war.

Wenn ihr "Die Traumdiebe" noch immer lesen wollte, wartet noch ein paar Monate. Denn mit diesem Buch kann man den Alltag ganz sicher nicht vergessen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere