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Veröffentlicht am 29.06.2020

Das Rachespiel geht weiter!

Vengeful - Die Rache ist mein
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Cover: Das Cover ist fast identisch zum ersten Teil: beide haben das gleiche rot-weiß-schwarze Farbschema, den gleichen Aufbau und die gleiche Schrift. Man merkt also sofort, dass die beiden Bücher zusammengehören.
Unterschiedlich ...

Cover: Das Cover ist fast identisch zum ersten Teil: beide haben das gleiche rot-weiß-schwarze Farbschema, den gleichen Aufbau und die gleiche Schrift. Man merkt also sofort, dass die beiden Bücher zusammengehören.
Unterschiedlich ist natürlich die Figur in der Mitte, die man im Laufe der Geschichte als Marcella kennenlernt. Wie ich finde, kann man an ihrem Gesichtsausdruck erkennen, dass sie auf Rache aus ist.
Obwohl beide Bücher so ähnlich aussehen, ist für mich noch genug Unterschied (Charakter und vertauschte Farben) vorhanden, um die Bücher nicht miteinander zu verwechseln. Meiner Meinung nach ein stimmiges Cover.

Charaktere: Victor: ist in diesem Buch viel unruhiger und gestresster als im Band zuvor. Mit seiner zusammengewürfelten "Familie" wechselt er immer wieder den Wohnsitz um nicht entdeckt zu werden. Außerdem hat er ein paar immer größer werdende Probleme mit seiner Gabe, für die er krampfhaft und mit allen Mitteln eine Lösung sucht.
Eli: Hier lernt man eine ganz andere Seite von ihm kennen. Er arbeitet nun nicht mehr mit der Polizei zusammen, sondern wird für grausame Forschungsprojekte benutzt. Kaum zu glauben, aber ich hatte tatsächlich Mitleid mit ihm! Außerdem lernt man seine Backstory besser kennen, die unglaublich tragisch ist.
Sydney: In Vengeful konnte man Sydney aufwachsen sehen, wobei sie sehr unter den vielen Ortswechsel leidet. Mehr kann ich nicht wirklich verraten ohne zu spoilern, aber glaubt mir sie ist ein wirklich interessanter Charakter, der die Geschichte vorantreibt.

Und jetzt zu den neuen Charakteren:
Marcella: sie ist attraktiv, rachsüchtig und wurde von ihrem eigenen Ehemann umgebracht, nachdem sie ihn beim Fremdgehen erwischt hatte. Mit ihrer neu erworbenen Fähigkeit Sachen zu zerstören, kann sie endlich ihren Plan die mächtigste Frau der Stadt zu werden in die Tat umsetzen. Marcella bringt den Wettstreit zwischen Eli und Victor auf eine neue Ebene!
June: Ich liebte ihre Kapitel und ihre Gabe! Aber ich will nicht zu viel über sie sagen, damit die Wendungen für euch spannend bleiben ;) Ich glaube, dass wir im dritten Band, noch viel mehr von ihr sehen werden - sie ist einfach so interessant!

Setting: In diesem Band lernt man die verschiedenen Städte und wegen Marcella auch ihre Machtverteilung etwas besser kennen, ansonsten ist das Setting eher nebensächlich.

Beginn:
"An dem Abend, an dem Marcella starb, bereitete sie ihrem Mann sein Lieblingsessen zu."
Das Buch beginnt gleich mit einer dramatischen Szene: wie Marcella herausfindet, dass ihr Ehemann sie betrügt und wie sie daraufhin stirbt. Ich war von Anfang an gespannt wie es weitergehen wird und wie sich sowie die neuen als auch die alten Charaktere entwickeln!

Schreibstil: Ich liebe ihren Schreibstil! Er ist genauso brilliant und kunstvoll wie ich es von ihren anderen Büchern gewöhnt war. Man merkt während dem Lesen, dass V. E. Schwab absolut weiß, was sie tut.
Es wird nie zu viel oder zu wenig erklärt. Für mich war immer alles verständlich und mein Kopf schwirrte nie vor Informationsflut - und das, obwohl auch komplizierte, medizinische Themen vorkommen. Natürlich kommt es auf seinen eigenen Geschmack an, aber für mich konnte V. E. Schwab diesen schmalen Grat zwischen zu viel und zu wenig meistern.
Die Autorin verwendet viele Metaphern und Vergleiche, die absolut passend sind und nicht zu oft verwendet werden. Es freut mich immer, wenn ich auf eine neue, wunderschöne Phrase stoße, von der ich noch nie gehört habe!

Meinung:
Bereits im ersten Buch wurde zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her gesprungen und schon damals habe ich die gute Planung gelobt - das muss ich nun noch einmal machen! In Vengeful spielt die Vergangenheit vielleicht sogar eine noch größere Rolle, weil man die Backstory von vielen Charakteren erfährt. Wenn man mit diesen Sprüngen im ersten Teil bereits zurechtgekommen ist, hat man auch mit Vengeful kein Problem!
Das Ende fand ich auch gelungen! Man kann aber nicht damit rechnen, dass das Ende alle Fragen beantwortet und die Buchreihe abschließt, ganz im Gegenteil, es wirft noch mehr Fragen auf. Wie viele andere habe auch ich gedacht, dass die Villains-Serie eine Dilogie ist, aber es soll irgendwann noch ein dritter Band kommen!

Fazit:"Vengeful - Die Rache ist mein" von V. E. Schwab ist gut durchdacht, künstlerisch beschrieben und auf dem gleichen Level wie Band 1. Die neuen Charaktere passen wunderbar in die Welt, haben eigene dramatische Geschichten und bringen noch mehr Spannung in den Wettkampf zwischen Victor und Eli!
Wenn du also Vicious mochtest, probiere auch unbedingt diesen Band aus!

Für mich sind es eindeutig 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2020

Dieses Buch hat mehr Aufmerksamkeit verdient!

Glow - Die Macht der Gedanken
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Das Cover hat mich dazu verleitet dieses Buch zu lesen. Es ist wunderschön!
Man sieht eine Gestalt, die vor einer Skyline steht. Passend zum Titel werden die Umrisse von Lichtpünktchen und Sternen erleuchtet. ...

Das Cover hat mich dazu verleitet dieses Buch zu lesen. Es ist wunderschön!
Man sieht eine Gestalt, die vor einer Skyline steht. Passend zum Titel werden die Umrisse von Lichtpünktchen und Sternen erleuchtet. Die Farben erinnern mich sehr an Nordlichter - das nachtblau mit dem leuchtenden grün ist meiner Meinung nach eine gelungene Farbkombi. Mir gefällt auch wie der Titel gestaltet ist - die Buchstaben verleihen dem Cover mit diesem Neonröhren-Stil das gewisse Etwas.
Allerdings habe ich auch einen Kritikpunkt: Das Cover ist zwar wunderschön, aber nicht gerade passend zum Inhalt. Es passt zwar wunderbar zum Genre, aber es werden keine wichtigen inhaltliche Elemente aufgegriffen.

Auch unpassend zum Inhalt ist der Titel. Bei "Glow" kann man sich noch streiten, irgendwie hat Licht etwas mit der Geschichte zu tun - das lasse ich gerade noch durchgehen. Aber, der Untertitel verwirrt mich... "Die Macht der Gedanken"? Es geht doch um Gefühle und nicht um Gedanken?


Bei den Charakteren habe ich mehr zu meckern.

Ich fange bei der Hauptcharakterin, Poppy, an. Sie ist mutig, durchsetzungsfähig und führt ein echt verrücktes Leben - klischeehafte Charaktereigenschaften, aber immerhin hat sie einen Charakter. Allerdings hat mir nicht gefallen, wie Hobbys und Informationen über sie eingebracht wurden. Für meinen Geschmack war das an vielen Stellen zu plötzlich, es gab keine Backstory, oder eine Szene, in der sich Poppy näher vorstellt. Als Leserin hatte ich da das Gefühl, dass die Autorin das Hobby oder die Information spontan erfunden hat, ohne die Geschichte genau geplant zu haben.

Nun weiter zu Cole... oh Cole... Allein der Name verrät, wie klischeelastig dieser Charakter ist. Er ist dieser klassische Badboy, so einen gibt es in jedem zweiten Romantasy Roman. Gehen wir mal gemeinsam die Klischee-Checkliste durch:
Lederjacke: ✓
Motorrad: ✓
Geheimnisvoll: ✓
Redet am Anfang unhöflich wenig mit der Protagonistin: ✓
Dramatische Hintergrundgeschichte, über die er nicht sprechen will: ✓
Leider habe ich es langsam satt solche Typen immer und immer wieder in Büchern zu sehen, aber es scheint ja eine Formel zu sein, die funktioniert.

Es gibt zwar noch einige Nebencharaktere in "Glow - Die Macht der Gedanken", aber die meisten davon haben kaum Charakter. Allerdings möchte ich euch noch jemanden vorstellen: Tate, die beste Freundin von Poppy. Sie kommt öfter in der Geschichte vor, weil sie ihrer Freundin immer zur Seite steht. Meiner Meinung nach ist Tate einer der nervigsten Charaktere überhaupt! Ihre Art konnte mich nicht begeistern und einen Dialog mit ihr konnte ich nicht lesen, ohne mich fremdzuschämen. Außerdem wird sie in einem Gespräch unrealistisch oft beim Namen genannt... also ich rede meine Freundinnen nicht nach jedem zweiten Satz erneut an.


Die ganze Geschichte spielt sich in einer Kleinstadt in den USA (glaube ich, sicher bin ich mir da nicht) ab. Poppy ist in dieser Stadt aufgewachsen und beschützt sie nun mit ihrer magischen Kraft. Und plötzlich passieren in genau dieser Stadt Morde, die Poppy nicht verhindern konnte...
Das Setting wird kaum beschrieben, was auch nicht nötig ist, denn eine typische Kleinstadt kann sich jeder vorstellen.


Zum Beginn: Nach einem sehr kurzen Prolog (3 Zeilen) lernt man Poppy sozusagen in Action kennen und erfährt gleich mehr über ihren sonderbaren Job. Dabei wird man sofort in die Geschichte hineingezogen und fiebert mit der Protagonistin mit.


Der Schreibstil von Eva Murges ist sehr angenehm zu lesen. Es gibt keine malerischen Vergleiche oder poetische Metaphern - aber das braucht so eine Story auch nicht.
Die Autorin weiß auf jeden Fall, wie man eine Geschichte mit möglichst viel Spannung erzählen kann. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen!
Die einzigen Zeilen, die ich schwer lesen konnte, waren manche Gespräche mit Tate... aber über die habe ich vorhin schon genug gesagt.


Ein paar Dinge will ich noch kurz ansprechen:

Ich mag, dass das Buch so viele liebliche Details beinhaltet, wie zum Beispiel die Kapitelnamen. Jedes Kapitel hat - passend zu Poppys Gabe - eine Farbe zugeordnet. Von "Reinweiß" bis "Anthrazit" ist alles dabei. So merkt man, dass dieses Buch ein echtes Herzensprojekt gewesen ist!

Das Buch hat unglaublich viel Spaß gemacht - und das ist doch das wichtigste, oder? Ich habe es sehr schnell beendet, weil es mich wunderbar unterhalten hat und ich konnte die Welt für ein paar Stunden erfolgreich ausblenden.

Natürlich hat das Buch diesen "Enemies to Lover" Trope, das war von Anfang an klar, aber die Umsetzung davon konnte mich nicht überzeugen. Es passierte viel zu schnell!


Fazit: "Glow - Die Macht der Gedanken" ist zwar sehr klischeelastig und inhaltlich nicht das stärkste Buch, aber es hat viele interessante Ideen und Spaß gemacht zu lesen.

Wenn ihr also Lust auf eine interessante Geschichte für zwischendurch habt, kann ich euch diese Geschichte empfehlen.

3 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2020

Zur falschen Zeit gelesen...

Die Traumdiebe
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Fangen wir mit dem Cover an: es haut mich ehrlich gesagt nicht vom Hocker.
Es greift den Aspekt der Naturkatastrophen, um denen es in der Geschichte geht, auf - aber das merkt man auch nur, nachdem man ...

Fangen wir mit dem Cover an: es haut mich ehrlich gesagt nicht vom Hocker.
Es greift den Aspekt der Naturkatastrophen, um denen es in der Geschichte geht, auf - aber das merkt man auch nur, nachdem man sich den Inhalt durchgelesen hat.
Auch, dass es sich um Native Americans dreht, wird auf dem Cover angespielt - mit einer kunstvollen Feder, die dem Cover zugleich etwas Träumerisches verleiht.

Versteht mich nicht falsch, es ist kein schlechtes Cover! Es macht viele Dinge richtig: Der Inhalt des Buches wird aufgegriffen und das Genre ist einschätzbar. Meinen Geschmack trifft es einfach nicht. Würde ich es in einer Buchhandlung sehen, würde ich es nur wegen dem interessanten Titel in die Hand nehmen.

Aber eines muss man dem Cover lassen: Es sieht viel besser aus, als das Original.


Charaktere: Unser Hauptcharakter, Frenchie, ist auf der Flucht. Ursprünglich mit seinem Bruder doch der opfert sich für ihn am Anfang der Geschichte. Schließlich trifft er auf eine Gruppe Native Americans, denen er sich anschließt.

Für mich ist Frenchie ein unbeschriebenes Blatt - es gibt keinen prägnanten Eigenschaften, die sofort herausstehen. Allerdings merkt man, wie sich sein Charakter und seine Ansichten in Lauf der Geschichte ändert.

Nun zu den anderen Charakteren... und es gibt viele. Für mich war es am Anfang schwer, die anderen Charaktere auseinander zu halten. Am Schluss ging es dann doch noch, aber es führte dennoch zu kleinen Verwirrungen bei mir.

Leider gab es keinen Charakter, der mir außerordentlich sympathisch oder unsympathisch war.


Setting: Das Buch spielt in Kanada nach der Klimakatastrophe. Darauf war ich schon sehr gespannt - und ich wurde nicht enttäuscht, viele verschiedene Themen wurden angesprochen. Das Wasser ist braun, es regnet ständig und die Küsten, so wie wir sie kennen, gibt es auch nicht mehr. Die Situation wurde wunderschön mit einer Geschichte am Lagerfeuer erklärt!

In vielen Dystopien spielt die Geschichte in einer zerstörten Stadt - hier ist es anders. Wir folgen den Charakteren durch den Wald, nur hin und wieder ist ein verlassenes Haus zu sehen. Eine interessante Abwechslung!


Beginn: Der Einstieg war erstaunlich spannend und direkt. Bevor man sich in der Welt zurechtfinden kann, werden die zwei Brüder schon angegriffen. Dabei weiß der Leser noch nicht, was hier vor sich geht! Mir hat das super gut gefallen, selten wird man so stark in eine Geschichte hineingezogen und fiebert schon am Anfang mit.


Schreibstil: Am Anfang der Geschichte verwendet die Autorin viele kreative Vergleiche. Zum Beispiel sagt sie statt zittern "wackelten wie lose Babyzähne." Es war fast zu viel des Guten! Aber im Laufe der Geschichte werden diese Vergleiche immer weniger.

Wie ich vorhin schon angeschnitten habe, gefällt mir wie wichtige Themen oder Information für die Geschichte eingebracht werden - nämlich mit Erzählungen! Es ist sehr entspannend, wenn man die Informationsflut nicht von dem Erzähler der Geschichte hört, sondern von einem anderen Charakter.

Aus irgendeinem Grund konnte ich die Geschichte nicht schnell lesen. Ich habe noch nicht herausgefunden, ob das wegen der fehlenden Spannung oder dem Schreibstil ist. Vielleicht ja eine Mischung?


Meine Meinung:
Am interessantesten Fand ich die Idee mit den Träumen, schon der Titel hat mich auf das Buch neugierig gemacht. Leider gefällt mir die Umsetzung dieser Idee nicht. Dieser Aspekt wurde meiner Meinung nach zu wenig erklärt. Ich hätte mir technische Details gewünscht. Wie genau stehlen sie die Träume? Wie viele Träume bekommt man von einem Menschen?

Versteht mich nicht falsch, das Buch hat viele wichtige Messages, aber am Schluss hätte ich mir irgendeine wichtige Moral gewünscht. Irgendetwas, das die Geschichte und die dystopische Welt zusammenfasst und auf die heutige Zeit anwendbar ist.

Leider war dieses Buch zur falschen Zeit auf meinem TBR. Für mich war es schwer, ein Buch über Katastrophen in die Hand zu nehmen, wenn man mitten in einer Katastrophe lebt.


Fazit: Für mich war's wohl nichts.

Mit den Charakteren konnte ich nicht mitfiebern, es hat mir an jeder Ecke an Erklärungen gefehlt und ich hatte mir anderes erwartet. Die Storyidee hörte sich absolut fantastisch an, aber die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen. Deswegen gibt es nur 2 Sterne von mir - dabei bin ich mir aber sicher, dass die Bewertung positiver wäre, wenn ich das Buch nicht jetzt gelesen hätte.

Es gibt aber auch positives! Mir hat es gefallen, wie die Autorin neue Themen in die Geschichte eingebracht hat und wie spannend der Einstieg war.

Wenn ihr "Die Traumdiebe" noch immer lesen wollte, wartet noch ein paar Monate. Denn mit diesem Buch kann man den Alltag ganz sicher nicht vergessen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2020

Sci-Fi mit überraschenden Fantasy-Elementen

Vortex – Der Tag, an dem die Welt zerriss
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Cover: Das Cover ist absolut traumhaft!
Auf den ersten Blick sieht man das Profil eines Mädchens, das unglaublich gut gezeichnet worden ist, erst später bemerkt man, dass sich das Gesicht in einem Vortex ...

Cover: Das Cover ist absolut traumhaft!
Auf den ersten Blick sieht man das Profil eines Mädchens, das unglaublich gut gezeichnet worden ist, erst später bemerkt man, dass sich das Gesicht in einem Vortex befindet.
Diese Farbkombination von lila, türkis und blau harmonieren perfekt miteinander und passen auch zu den Vortexen im Buch. Zufälligerweise sind es auch meine Lieblingsfarben, vielleicht liebe ich das Cover deswegen so sehr.
Im Farbstrudel kann man auch eine weiße Skyline erkennen, wahrscheinlich soll das Neu London - das Hauptsetting des Buches - sein.
Was mir so sehr daran gefällt ist, dass man ewig lang auf das Cover starren kann und immer wieder entdeckt man ein neues Detail. Auch kann man sofort erkennen, dass es ein Sci-Fi Buch ist - und das, ohne den Inhalt vorher gelesen zu haben.


Charaktere: Elaine: ist unsere Protagonistin und hat ein klares Ziel: Sie möchte Läuferin werden, um Leute beschützen zu können. Obwohl sie so ehrgeizig ist, gibt sie sich immer mit dem zweiten Platz zufrieden, denn sie möchte keine Aufmerksamkeit erregen. Elaine ist zwar schlau, tut aber Dinge oft unüberlegt, was die Geschichte in verschiedene Richtungen lenkt und voranbringt.

Luka: ist der beste Freund und der Adoptivbruder von Elaine. Gemeinsam haben sie sich früher hinausgeschlichen, um die abgesperrten Teile Londons zu erkunden. Er ist leidenschaftlich, hitzköpfig und kommt bei den Frauen im Kuratorium gut an.

Holden: ist immer der Beste, in allem was er tut. Er besitzt kein natürliches Talent wie Elaine, bei ihm ist das meiste durch hartes Training erarbeitet. Sein Vater - und in gewisser Weise auch die Bevölkerung von Neu London - erwartet, dass sein Sohn überall gewinnt.

Bale: kommt erst etwas später im Buch vor, spielt aber eine wichtige Rolle. Er ist immer ernst oder gestresst, denn er arbeitet viel zu viel und stellt das auch über Schlaf. Bale mag es generell nicht zu reden und schon gar nicht über ihn selbst oder über seine Vergangenheit. Dieser Typ ist ein echtes Rätsel, das in dem Buch Stück für Stück gelöst wird.

Andere Charaktere: Ein Problem hatte ich mit Mia, einer Kollegin von Elaine. Sie ist richtig unsympathisch, ich weiß auch, dass das so gewollt war, aber trotzdem fehlt mir bei ihr die Hintergrundgeschichte und die Tiefe. Ansonsten sind auch die Nebencharaktere gut durchdacht und wichtig für die Entwicklung der Geschichte/Charaktere.


Setting: Eins, was die Autorin richtig gut kann, ist das World-Building.
Schon am Anfang als Neu London - die Stadt, in der Elaine aufgewachsen ist und trainiert hat - beschrieben wurde, konnte ich mir alles perfekt im Kopf vorstellen. Anna Benning achtet beim Beschreiben der Orte zwar auch auf Details, bleibt aber beim Wesentlichen und schweift nicht ab.
Das zweite Setting, ein Städtchen in Nordkanada, wurde meiner Meinung nach noch besser beschrieben! Unglaublich kreativ und magisch.


Beginn: Das Buch beginnt mit einem Auszug aus dem Handbuch der Anwärter, der erklärt, wie wichtig das Rennen für die Zukunft der Läufer ist... und gleich darauf ist eine Szene, in der die Hauptcharakterin und Luka fast zu spät kommen. Na toll! Da fiebert man ja schon ab der ersten Seite mit und sorgt sich um die Charaktere!


Schreibstil: Wie vorhin schon erwähnt, kann die Autorin unglaublich gut beschreiben. Und das gilt nicht nur für Settings - nein, auch die neuen Technologien waren sofort verständlich und logisch. Die Geschichte und das Wissen über die Welt baut sich langsam auf, es gibt keine große "Informationsflut" wie das bei manchen Fantasyschinken so der Fall ist. Dadurch, dass alles Stück für Stück erklärt wird, kann man sich die Informationen besser behalten.

Ich konnte das Buch sehr schnell lesen, was zwar auch an der immer herrschenden Spannung lag, aber Anna Bennings Schreibstil ist unglaublich flüssig und ihre Wortwahl ist leicht zu verstehen.


Meinung: Besonders hat mir gefallen, dass Kleinigkeiten vom Anfang am Schluss relevant sind. Das passt natürlich zu dem Zeit-Thema und ist ein weiterer Beweis, dass alles vorherbestimmt ist, es sorgt aber auch dafür, dass sich die Geschichte vollständig anfühlt.
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass mir am Anfang zu viel Teenie-Drama war. Ansonsten benehmen sich die Charaktere doch so erwachsen - also warum streiten sie sich wie kleine Kindergartenkinder und finden Drama, wo es kein Drama gibt? Es kam zwar nur am Anfang vor, war aber kein schöner erster Eindruck. Es wird besser, ich verspreche es!
Das Buch hat sehr überraschende Fantasy-Elemente. Wenn man sich die Inhaltsangabe durchliest, denkt man, dass "Vortex - der Tag, an dem die Welt zerriss" ein ganz "normaler" Jugend-Science-Fiction Roman ist - aber nein! Die vier Elemente spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der Geschichte. Ich persönlich bin kein High-Fantasy Fan, hier war es aber akzeptabel. Allerdings waren diese magischen Fähigkeiten im Vergleich zum Rest unzureichend erklärt.


Fazit: Negativ ist mir nur aufgefallen, dass manche Nebencharaktere und Antagonisten nicht viel Tiefe haben und dass der Anfang des Buches zu viel Teenie-Drama beinhaltet. Allerdings ist das meckern auf hohem Niveau!
Das Buch ist eine absolute Empfehlung, vor allem für Leute, die gerne Science Fiction und Fantasy lesen. Es enthält viel Spannung und gemischt mit dem flüssigen Schreibstil der Autorin fliegt man regelrecht über die Seiten.
"Vortex - der Tag, an dem die Welt zerriss" ist eine lesenswerte Geschichte, die frischen Wind auf dem Buchmarkt bringt. Für die fünf Sterne hat es dann doch nicht ganz gereicht, es ist aber sehr nah dran!

4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.02.2020

Hätte mir mehr Urlaubsfeeling gewünscht...

Waena - Der Ruf der Brandung
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Cover: Das Cover ist eigentlich der Grund warum ich es sofort lesen wollte, denn ich finde es absolut traumhaft!
Meiner Meinung nach wurde diese magische Unterwasserwelt perfekt dargestellt, mit dem Kelpwald, ...

Cover: Das Cover ist eigentlich der Grund warum ich es sofort lesen wollte, denn ich finde es absolut traumhaft!
Meiner Meinung nach wurde diese magische Unterwasserwelt perfekt dargestellt, mit dem Kelpwald, den Fischen mit den wunderschönen Flossen und mitten drinnen schwimmt ein Mädchen.
Am Meisten mag ich allerdings den "Zeichenstil" - wenn man das so nennen kann, ich mag es nämlich nicht, wenn Cover super realistisch sind mit echten Personen und Fotos...
Der Titel passt eigentlich auch so wie er ist, allerdings hätte meiner Meinung nach eine verspieltere Schriftart besser zum Buch gepasst.


Charaktere:
Moana: Bis zu ihrem 14. Geburtstag hat sie ein relativ normales Leben geführt, aber dann fangen diese komischen Träume an und andere Sachen passieren. Sie hat schon immer eine Faszination für den Ozean und seine Bewohner gehabt. Dafür dass sie die Hauptcharakterin ist, hat sie erstaunlich wenige Eigenschaften - es fällt mir schwer sie zu beschreiben. Das einzige, was ich sagen kann ist, dass sie zu wenig hinterfragt und alles sofort glaubt...
Keanu: Ist aus Amerika nach Deutschland gezogen, weil er dort Verwandte hat. Er kommt in der Geschichte als sehr nett und hilfsbereit rüber. Allerdings werden keine seiner Hobbys beschrieben, der Leser kann sich gar nicht vorstellen, was er in seiner Freizeit macht.

Ich finde, dass die Charaktere das Buch ausmachen. Hier sind sie alle ziemlich unbeschrieben und haben keine besonderen Eigenschaften oder Ticks. Man vergisst sie also sehr leicht und die Geschichte haben sie auch nicht spannender gemacht.


Setting: Das Buch spielt unerwartet in Deutschland. Bei diesem Cover und Titel hätte ich mir ein exotischeres Land erwartet. Leider ist deswegen kein Urlaubsfeeling aufgekommen, was ich mir so sehr erhofft hatte - ja, es geht zwar um Meer und Strand, aber es spielt trotzdem im grauen Deutschland!
Die Träume hätten für mich auch noch etwas besser beschrieben gehört, denn ich konnte mir die Landschaft nicht gut vorstellen.


Beginn: Der Beginn konnte mich echt überzeugen! Waena beginnt mit einem Unterwassertraum der Protagonistin - man wird also sofort ins kalte Wasser geworfen ... ha! Genau wie Moana ist man zuerst etwas verwirrt, erst als sich das Ganze als Traum entpuppt kennt man sich aus.


Schreibstil: Die Autorin beschreibt die Szenen sehr ehrlich und beschönigt nichts, was für ein Buch über Pubertät passend ist. Auch werden viele Adjektive verwendet.
Leider werden auch viele unwichtige Sachen beschrieben, vor allem in der Mitte des Buches. Generell hatte ich oft das Gefühl, dass das Buch nicht sonderlich durchgeplant ist, aber darüber gehe ich in meinem nächsten Punkt genauer ein.
Waena konnte man sehr schnell lesen und man wollte es nicht mehr aus der Hand legen, was aber nicht nur an dem Schreibstil liegen kann, sondern auch an der Seitenanzahl.


Meinung:
Mich hat etwas gestört, dass die Magie entweder keine fixen Regeln hat oder diese nie erklärt wurden. Ich verstehe noch jetzt nicht, warum Moana manchmal nach einem Traum komplett durchnässt aufwacht und manchmal nicht? Ich hätte mir also für die magischen Aspekte ein paar Regeln, Erklärungen und mehr Einheitlichkeit bzw. Struktur gewünscht.

Das Nächste, was mir nicht gefallen hat ist, dass viele Szenen einfach sinnlos sind. Mit sinnlos meine ich, dass sie weder die Story, noch die Charakterentwicklung vorangetrieben haben. Solche Szenen waren vor allem in der Mitte des Buches. Es hat sich so angefühlt, als wäre der Anfang und das Ende geplant worden, der Rest war zusammenhangslos und unspannend.

Der letzte negative Punkt sind die Plottwists. Diese waren meiner Meinung nach sehr offensichtlich und dadurch ist natürlich null Spannung aufgekommen...


Fazit: "Waena - Der Ruf der Brandung" von Antje Herden ist meiner Meinung nach für eine junge Leserschaft geeignet (10-12 Jahre), denn dieses Buch regt bestimmt das Vorstellungsvermögen an und inspiriert zu träumen.
Mich konnte es nicht überzeugen, da das Buch voller unnötiger Szenen ist und keine klare Storyline hat.
Allerdings muss man auch positiv erwähnen, dass es keine dieser typischen Meerjungfrauengeschichten ist, auch wenn es auf den ersten Blick so ausschauen mag.

2 Sterne von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere