Auch True Crime Italien entäuscht nicht.
Neben relativ bekannten Fällen, die man auch in den Medien mitverfolgen konnten, werden auch welche präsentiert, die weit zurückliegen. Über die Seifenmacherin ...
Auch True Crime Italien entäuscht nicht.
Neben relativ bekannten Fällen, die man auch in den Medien mitverfolgen konnten, werden auch welche präsentiert, die weit zurückliegen. Über die Seifenmacherin habe ich interessanterweise erst in "Fake History" gelesen und so nochmal einen detaillieren Blick auf die Mörderin erhaschen können. Eine Sammlung historischer Kriminalfälle fände ich nach wie vor sehr spannend!
Bis auf einen Fall, der mich leider gar nicht fesseln konnte (Ich glaube es ging um einen Mafiosi) konnte auch dieser Teil wieder durch eine emotionale, respektvolle und doch interessante Aufarbeitung Kriminalfälle überzeugen.
Bei den Schmuckausgaben weiß ich mittlerweile gar nicht mehr, welche ich mir zuerst kaufen soll. Jedes Jahr kommen neue raus und die die davor rausgekommen sind, habe ich auch noch nicht alle. Aber mein ...
Bei den Schmuckausgaben weiß ich mittlerweile gar nicht mehr, welche ich mir zuerst kaufen soll. Jedes Jahr kommen neue raus und die die davor rausgekommen sind, habe ich auch noch nicht alle. Aber mein Bauchgefühl sagte mir 𝐒𝐭𝐮𝐫𝐦𝐡ö𝐡𝐞 soll es als nächstes sein und ich habe es passenderweise in einer sehr stürmischen Woche gelesen.
Als ihr Vater nicht mit den gewünschten Geschenken, sondern mit einem Findelkind von der Geschäftsreise heimkommt, sind die Geschwister Cathy und Hindley zunächst nicht begeistert. Schließlich findet Cathy in Heathcliff, wie er genannt wird, einen Seelenverwandten. Doch beide sind ungestüme Charakter, ihre Liebe geprägt von Zuneigung und Ablehnung. Als Heathcliff Cathy verliert, schwört er Rache, welche gleichermaßen die Familie Earnshaw und Linton betreffen und in ihr Unglück stürzen.
Der Roman konnte mich von Beginn an fesseln. Die raue Landschaft, die unglücklichen Charaktere. Man will sofort wissen, was da passiert ist. Erzählt bekommen wir das von Nelly, die mit den Hauptpersonen aufgewachsen ist, welche so gar nicht die typischen Romanhelden sind.
Ich kann mich spontan an keine Romanfigur erinnern, die so boshaft und hasserfüllt war wie Heathcliff. Es ist eine Geschichte über Rachsucht und Manipulation. Der Großteil der Figuren ist schlecht und nur wenige andere wecken Sympathien in einem.
Mir ist es ehrlich gesagt ein Rätsel wie irgendjemand diese Geschichte romantisch finden kann. Zwar ist die Beziehung zwischen Heathcliff und Catherine voller Leidenschaft, aber auch Hass. Sie konnten nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander. Doch beide sind solche Unsympathen, dass ich mit keinen von ihnen Mitleid haben konnte.
In erster Linie ist es ja aber ein Schauerroman, wobei Geister nur selten vorkommen. Eine Szene gegen Ende hat mir da besonders gut gefallen. Es ist vor allem die düstere Stimmung die dem Genre alle Ehre macht und die ich immer wieder genieße.
Trotzdem endet der Roman sehr harmonisch mit einem wohlverdienten Happy End für die verbliebenen Personen.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen! Neben „Rebecca“ mein neuer Lieblingsklassiker!
Happy Halloween everyone!
Nachdem ich absolut begeistert von Stewart O’Nans einzigen Sachbuch „Der Zirkusbrand“ war, wollte ich auch unbedingt einen seiner Romane probieren. 𝐇𝐚𝐥𝐥𝐨𝐰𝐞𝐞𝐧 hat dabei besonders meine Aufmerksamkeit geweckt.
Die Geschichte folgt einer Vielzahl von Personen. Wir begleiten an Halloween die Geister von drei toten Teenagern, die ein Jahr zuvor bei einem Autounfall starben. Zwei Freunde überlebten den Crash. Tim, völlig unverletzt, aber innerlich gebrochen und Kyle, entstellt und geistig zurückgefallen. Wir lernen auch den Polizisten Brooks kennen, welcher den Fall damals untersuchte, der ihn nie losließ und der seither von Schuldgefühlen geplagt wird. Und Kyle’s Mutter, welche froh ist, dass ihr Sohn noch lebt und gleichzeitig denkt, er wäre besser mit seinen Freunden gestorben. Ein Gedanke, der auch Tim umtreibt und der sich für den Jahrestag einen besonderen Plan zurechtgelegt hat.
Ich hatte keinen sensationsgeladenen Pageturner erwartet, das sollte man auch nicht. Aber ich habe dennoch schwer in den Roman hineingefunden. Oft wusste ich nicht, aus wessen Perspektive wir gerade lesen, man musste sich immer wieder neu sortieren. Es gibt viel Text und wenig Dialoge. Deswegen ist man auch nicht so schnell fertig, wie man es von einem Buch mit nicht mal 300 Seiten erwartet.
Ich mag das Setting amerikanischer Kleinstädte, gefangen zwischen Tradition und Melancholie. Und dieser Halloween Tag wird hier auch in all seiner deprimierenden Herrlichkeit perfekt eingefangen. Es ist nicht für alle ein spaßiger Tag, nicht für die Lebenden und auch nicht für die Toten.
Auch wenn ich die Emotionen der Charaktere gut nachvollziehen konnte, blieben sie mir doch unzugänglich. Mir fehlte da ein wenig der Hintergrund und ich hätte gerne mehr über die Clique erfahren. Wie sie zusammengekommen sind, seit wann sie sich kannten usw.
Nur Kyle’s Mutter konnte mich emotional wirklich erreichen.
Was der Roman aber gut kann, ist das Gefühlsleben Hinterbliebener, Überlebender einzufangen. Die Trauer, die Gleichgültigkeit, die Zerrissenheit. Dabei bleibt es auch nicht unspannend. Warum fühlt sich Brooks schuldig? Wird Tim seinen Plan durchziehen? Findet der echte Kyle zurück?
Das Ende ist (wie) ein Autounfall. Schnell, schockierend und endgültig. Ich mag auch solche Enden, aber hier habe ich mich gefragt worauf wir die ganze Zeit hingearbeitet haben. Dafür? Ich bin sehr ratlos zurückgeblieben und habe nicht ganz verstanden, was mit der Autor damit sagen wollte.
Ich wollte dieses Buch so sehr mögen und es ist auch ein qualitativ guter, tiefgründiger Roman, aber er ist weit hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Traurige 3 Sterne von mir.
Auf die „Spuk-Reihe“ von Ambrose Ibsen hatte ich schon länger ein Auge geworfen. Schmale, günstige Romane mit einem schaurigen Gebäude vorne drauf. Ich hüte mich mittlerweile davor ganze Reihen auf einmal ...
Auf die „Spuk-Reihe“ von Ambrose Ibsen hatte ich schon länger ein Auge geworfen. Schmale, günstige Romane mit einem schaurigen Gebäude vorne drauf. Ich hüte mich mittlerweile davor ganze Reihen auf einmal zu kaufen, deswegen habe ich mich erst einmal mit 𝐃𝐞𝐫 𝐒𝐩𝐮𝐤 𝐯𝐨𝐧 𝐁𝐞𝐚𝐜𝐨𝐧 𝐇𝐢𝐥𝐥 begnügt.
Hier begleiten wir die Bibliothekarin Sadie zunächst durch ihren unspektakulären Alltag. Sie ist gern für sich, hat keine Familie mehr und vergräbt sich am liebsten hinter Büchern. Nur mit Kollege August pflegt sie ein freundschaftliches Verhältnis.
Ihr unbeschwertes Leben ändert sich, als sie wieder beginnt Geister zu sehen. Etwas, dass sie längst als kindliche Einbildung abgetan hatte. Doch dann meldet sich eine ehemalige Nachbarin bei ihr, die sich an ihre Gabe erinnert und bitte Sadie um Hilfe. Ihre Tochter scheint von einem Geist besessen. Sie glaubt von Madenmutter verfolgt zu werden, welche der Legende nach auf Beacon Hill spukt. Sadie bleibt nichts anderes übrig als der Sache auf den Grund zu gehen und begibt sich in das angebliche Spukhaus.
Ich habe ja schon gar keine großen Erwartungen mehr, dass mich ein Buch gruseln könnte, deswegen war ich auch nicht all zu enttäuscht, dass die Geschichte vom Gruselfaktor her mehr auf Jugendliche abzielt.
Das Spukhaus wurde in seinem Verfall erstaunlich realistisch dargestellt, aber die Geister haben schon sehr an etwas erinnert, was man bereits in etlichen Horrorfilmen gesehen hat. Und der Name Madenmutter klingt einfach nur albern.
Ich fand den Roman die meiste Zeit wenig spannend und habe immer wieder den Faden verloren. Es wurde sich auch zu sehr mit Belanglosigkeiten aufgehalten. Ich hätte lieber mehr über die Geschichte des Hauses und Madenmutter erfahren, doch der Teil fällt recht kurz aus.
Immerhin scheinen wir im nächsten Teil mehr über Letztere zu erfahren, denn die Teile sind miteinander verbunden.
Trotz meiner Kritik will ich dem auf jeden Fall noch eine Chance geben.
Ansonsten fand ich Teil 1 bis auf das unerwartet schockierende Ende eher mittelmäßig.
Emily Wilde hat mich dieses Jahr positiv überrascht wie kein anderes Buch. Selbst jemanden wie mich, die mit Fantasywelten nicht viel am Hut hat, konnte der Auftakt der Trilogie vollends überzeugen. Erfahrungsgemäß ...
Emily Wilde hat mich dieses Jahr positiv überrascht wie kein anderes Buch. Selbst jemanden wie mich, die mit Fantasywelten nicht viel am Hut hat, konnte der Auftakt der Trilogie vollends überzeugen. Erfahrungsgemäß lasse ich mir nun lieber ein wenig Zeit zwischen Mehrteilern und der Herbst war dann jetzt der richtige Zeitpunkt für Teil 2, 𝐄𝐦𝐢𝐥𝐲 𝐖𝐢𝐥𝐝𝐞𝐬 𝐀𝐭𝐥𝐚𝐬 𝐝𝐞𝐫 𝐀𝐧𝐝𝐞𝐫𝐬𝐰𝐞𝐥𝐭𝐞𝐧
Nachdem sich Emilys unwiderstehlicher Kollege Wendell als verbannter Feenprinz entpuppt hat, gilt es nun diesen wieder auf seinen rechtmäßigen Thron zu setzen. Wenn es nach ihm geht, am liebsten mit Emily an seiner Seite. Doch die lässt sich Zeit den Heiratsantrag anzunehmen und widmet sich nebenher lieber ihrem zweiten Werk, einem Atlas über die Feenreiche.
Die Zeit drängt, als Wendells Stiefmutter Attentäter vorbeischickt und so führt die nächste Reise nach Österreich, wo die gefragte Feentür vermutet wird. Als Wendells Kräfte weiter schwinden und auch die Angreifer nicht ruhen wollen, muss sich Emily allein auf den Weg mach um das ultimative Heilmittel zu finden: Wendells Katze.
Haha ja, das mit der Katze hat mir besonders gut gefallen, aber sie spielt erst gegen Ende eine Rolle.
Dieses mal sind wir zu viert unterwegs. Neben den beiden Hauptprotagonisten, wird das Team durch den launischen Professor Rose und Emilys Nichte ergänzt. Die beiden stören nicht, tragen meiner Meinung nach aber auch nicht groß zur Handlung bei.
Zwei einst in der Feenwelt verschollene Dryadologen sorgen aber für eine gute Portion Mystery und bilden eine gelungene Sidequest.
Die Beziehung zwischen Emily und Wendell ist eine meiner liebsten überhaupt. Sie ist von so neckischer und ungezwungener Natur und nur selten romantisch. Die Romanze passiert nebenbei, weil es, entsprechend Emilys Wesen, ja auch wirklich wichtigeres zu tun gibt.
Während wir einen Mann wie Wendell mit seinen Wehwehchen und Jammereien in der Realität wohl wenig anziehend finden würden, wirkt das ganze im Roman einfach nur drollig und zauberhaft. Ich habe so oft lachen müssen, eine fantastisch geschriebene Figur.
Wie schon im Vorgänger machen wir auch hier Bekanntschaft mit netten, aber vor allem garstigen Feen, was ebenfalls für so manchen Lacher sorgt. Es gibt ein Wiedersehen mit dem süßen Poe, der wie die meisten Figuren einen so lebhaften Charakter verpasst bekommen hat, wie man es selten in Romanen liest.
Auch wenn es zwischendurch spannende Missionen gibt, wird es nie zu aufregend und das mochte ich. Für cozy Fantasy passiert zu viel, aber ich fand es im Vergleich doch irgendwie gemütlich. Es wird durch den Humor nie zu düster, obwohl düstere Themen vorkommen.
Ich bin wieder sehr gerne in die Welt von Emily Wilde eingetaucht und schon fast ein wenig traurig, dass ich jetzt nur noch einen Teil vor mir habe. Deswegen lasse ich noch ein bisschen Zeit vergehen, bis ich mir diesen zu Gemüte führe und vergebe für den mittleren, der bei vielen Romanreihen meist der schwächere ist, wieder 5 Sterne.