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Veröffentlicht am 08.09.2025

Eine Vampir-Königin fordert heraus

Vampyria - Der Hof der Wunder
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Nach dem fulminanten Start am Hof der Finsternis, konnte ich es kaum erwarten zu erfahren, wie es im vampirverseuchten Versailles weitergeht und habe mir gleich die beiden Nachfolger zugelegt. Jeannes ...

Nach dem fulminanten Start am Hof der Finsternis, konnte ich es kaum erwarten zu erfahren, wie es im vampirverseuchten Versailles weitergeht und habe mir gleich die beiden Nachfolger zugelegt. Jeannes Rachefeldzug muss vorerst aussetzen, denn am Hof der Wunder gilt es eine mächtige Vampirin zu eliminieren.

Als Reiterin des Königs, ist Jeanne dessen Vernichtung näher denn je. Doch wird sie ihre Rolle als treue Anhängerin Diane de Gastfriche weiterhin gerecht werden können? Schneller als gedacht, bekommt sie die Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen, denn der König hat eine Konkurrentin. Die Wunderdame fordert den mächtigsten aller Vampire heraus, gemeinsam zu regieren. Undenkbar! Zusammen mit Suraj und Hélénais soll Jeanne der Wunderdame den Garaus machen, die nicht nur die Pariser Unterwelt, sondern auch die grässlichen Ghule beherrscht.

Auch wenn ich das höfische Treiben etwas vermisst habe, war die Reise in das barocke Paris mit seinen Friedhöfen, Spitalen und schmuddeligen Vierteln sehr unterhaltsam.
Einige Personen, die wir in Band 1 näher kennenlernen durften, spielen diesmal nur sporadisch eine Rolle. Den Großteil verbringen wir mit dem ungleichen Dreierspann Jeanne, Suraj und Hélénais. Deren Miteinander ist sehr dynamisch und macht richtig Spaß.
Neu hinzu kommt der englische Botschafter Sterling Raindust, eine Art asiatischer Vampir-Punk. Sehr originell und ähnlich wie Jeanne weder gut noch böse.

Romantik kommt in diesem Teil aber überhaupt nicht auf, was ich begrüßt habe. Schließlich würde das nur ablenken von der eigentlichen Sache.

Jeannes Rache gerät zwar komplett in den Hintergrund, jedoch zu einer gleichermaßen interessanten Handlung. Mittlere Bände sind oft Füller, aber hier kann der Spannungsbogen gehalten werden.

Wie schon im letzten Teil gibt es tolle Überraschungen, z.b. die Identität der Wunderdame und auch die Verknüpfung mit einer moderneren Welt, die eigentlich schon stattfinden (eigentlich müsste es ja schon 2014) müsste, wurde geschickt mit eingebracht.

Teil zwei hat mir vielleicht ein kleines bisschen weniger gefallen, aber er ist mir dennoch wieder 5 Sterne wert.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Versailles im dunklen Gewand

Vampyria - Der Hof der Finsternis
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Die Vampire sind zurück! Der Buchmarkt wird momentan ja wieder überschwemmt von Vampir Romanen und eigentlich hatte ich wenig Interesse, mich wieder mit dem Thema zu befassen. Aber die Auswahl ist einfach ...

Die Vampire sind zurück! Der Buchmarkt wird momentan ja wieder überschwemmt von Vampir Romanen und eigentlich hatte ich wenig Interesse, mich wieder mit dem Thema zu befassen. Aber die Auswahl ist einfach zu verführerisch und die prunkvollen Cover der Vampyria Trilogie haben mich letztendlich überzeugt. Los geht es mit „Der Hof der Finsternis“ und einem mehr als eindrucksvollen Schauplatz.

Seit nun fast 300 Jahren herrscht der Sonnenkönig als Untoter über das Reich Magna Vampyria.
Nur ausgesuchte Untote und Lebende dürfen an seinem düsteren Hof Versailles weilen. Der niederste Stand untersteht strengen Regeln und muss monatlich einen Blutzoll entrichten. Auch Jeanne gehört dazu. Als bei einer Kontrolle ihre gesamte Familie ermordet wird, nimmt Jeanne die Identität einer Adeligen an und gelangt so nach Versailles. Ihr einziges Ziel: In der Gunst des Königs aufsteigen und so Rache an den Mord ihrer Familie nehmen.

Wow, was für ein wilder Ritt.
Dieser Roman lässt wirklich keine Langeweile aufkommen, eine packende Szene jagt die nächste.
Ein barockes Vampirreich zu erschaffen, was für eine Idee. Das bietet so viel Potenzial und das hat der Autor auch ausgenutzt. Das lesen hat mir unheimlich viel Spaß gemacht, ich war schon lange nicht mehr so schnell mit einem Roman fertig und habe mir auch gleich Teil 2 bestellt.

Jeanne als unsere Hauptfigur fand ich super. Eben weil sie keine klassische Heldin ist und auch über Leichen geht, um ihr Ziel zu erreichen und trotzdem nicht böse genug, dass man sie nicht mögen würde.
Bei den anderen Charakteren gibt es so manche Überraschung, mit der ich gar nicht gerechnet hätte.
Natürlich gibt es für Jeanne auch ein Love Interest. Das war manchmal hart an der Grenze zum Schnulz, hat sich dann aber immer im richtigen Moment wieder gefangen. Es ist definitiv keine Liebesgeschichte, auch wenn der Klappentext mir dem Satz „Traust du dich mich zu lieben?“ wirbt.
Ganz im Gegenteil, der Roman spart nicht an Brutalität. Normalerweise bin ich da kein Fan von, aber es passt einfach auch zu dieser von Vampiren beherrschten Welt.

Ein paar kleine Schönheitsfehlerchen gibt es dennoch.
Die Sprache war mir manchmal zu modern. Das war bestimmt so gewollt, immerhin spielt der Roman 300 Jahre nach dem Tod des Sonnenkönigs, also müsste es eigentlich 2015 sein, auch wenn die Zeit ansonsten definitiv im Barock stehen geblieben ist. Trotzdem mochte diesen modernen Touch irgendwie nicht.
Manche Begriffe wie „Schluck des Königs“ oder „Bösemund“ fand ich total dämlich, aber vielleicht ist es auch nur schlecht übersetzt worden. Letzteres auch so eine Sache, die ich nicht hätte haben müssen, aber möglicherweise spielt das in den kommenden Romanen noch eine wichtigere Rolle.

Ansonsten bin ich absolut zufrieden und froh, dass ich mich doch wieder in die Welt der Vampire gewagt habe.

5 Sterne für diesen wunderbaren Auftakt!

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Reiseleiter Albrecht Dürer

Um 1500
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Literatur, die mir verschiedene Epochen näher bringen, sind mir immer willkommen. Zwar lese ich bevorzugt über Barock, Regency, die Viktorianer und Belle Epoque, doch auch die Renaissance hat ihren Reiz. ...

Literatur, die mir verschiedene Epochen näher bringen, sind mir immer willkommen. Zwar lese ich bevorzugt über Barock, Regency, die Viktorianer und Belle Epoque, doch auch die Renaissance hat ihren Reiz. Besonders wegen der vielen großartigen Maler, welche diese Zeit hervorgebracht hat.
Speziell einer begleitet uns durch dieses Buch und zwar Albrecht Dürer, dessen hübsches Antlitz uns schon auf dem Cover begrüßt.

Eine Biografie über Dürer ist dies allerdings nicht. Der Autor hat sich hier etwas ganz besonderes ausgedacht. Jedes Themengebiet, und das sind 50 an der Zahl, wird durch ein passendes Bild des Künstlers eingeleitet. Natürlich erfährt man da auch etwas über Dürer selbst. Wann und warum er das Bild gefertigt hat, seine Lebensumstände und Aufenthaltsorte zu jener Zeit.
Aber es geht dann auch schnell um das allgemeine Leben und die Betrachtung des Großen und Ganzen.

Ich war Anfangs positiv überrascht, denn das Buch las sich recht flüssig, teilweise sogar humorvoll. Das finde ich sehr wichtig, denn auch wenn mich Geschichte interessiert, auf trockene Diplomatensprache kann ich verzichten.
Leider verliert sich der Autor dann doch in teilweise schrecklich zähe Sätze, die vor Fremdwörtern nur so strotzen. Viel zu oft habe ich mich dabei ertappt, wie ich beim lesen mit den Gedanken völlig abgeschweift bin.
Allerdings kommt es auch darauf an, wie sehr man sich für die einzelnen Kapitel interessiert. Bei 50 Themen sind immer mal wieder welche dabei gewesen, die mich gar nicht fesseln konnten.

Trotzdem würde ich sagen, dass ich einiges gelernt habe. Allen voran die Tatsache, dass sich im Laufe der Jahrhunderte gar nicht so viel geändert hat. Vieles hat nur andere Formen angenommen.
So kam mir Dürer sehr lebendig vor und ich ich konnte ihn mir gut in unserer Welt vorstellen. Witzig fand ich auch die vielen Zitate in altdeutscher Sprache. Eine wahnsinnig interessante Figur und vielleicht hätte ich besser eine Biografie des Künstlers lesen sollen. Aber das kann ich ja noch nachholen.

Sicher ist es nicht verkehrt, diese durchaus anspruchsvolle Lektüre bereits hinter sich gebracht zu haben. Äußerst informativ, aber teilweise auch sehr anstrengend.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Das Geschäft mit dem Tod

Die geheime Gesellschaft
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Wie kann man bei diesem schönen Cover schon nein sagen?
Lassen wir die hübsche Gestaltung mal beiseite, konnte mich aber auch die Story über Geisterbeschwörungen be...geistern. Von Sarah Penner habe ich ...

Wie kann man bei diesem schönen Cover schon nein sagen?
Lassen wir die hübsche Gestaltung mal beiseite, konnte mich aber auch die Story über Geisterbeschwörungen be...geistern. Von Sarah Penner habe ich schon „Die versteckte Apotheke“ gelesen und mit kleinen Abzügen, mochte ich diesen Roman sehr. Würde es hier auch so sein?

Die Geschichte spielt im Jahr 1873 und wechselt zwischen den Erzählern Lenna, die den Mord an ihrer Schwester Evie aufklären will und Mr. Morley, der für die Seance Society arbeitet.
Lenna ist wenig überzeugt von Geistern, dennoch beginnt sie eine Ausbildung bei dem bekannten Medium Vaudeline D‘allaire, bei der auch Evie gelernt hat. Lenna erhofft sich selbst Kontakt zu ihrer Schwester aufnehmen zu können, um deren Mörder in Erfahrung zu bringen. Doch es gibt noch mehr Tote. Der Leiter der Seance Society wurde ebenfalls umgebracht. Nun soll Vaudeline bei einer Seance den Täter ermittlen.
In London angekommen stellen die beiden Frauen jedoch fest, das innerhalb der angesehen Gesellschaft üble Machenschaften am Werk sind.

Für Idee und Schauplätze gibt es von mir volle Punktzahl. Geister und das viktorianische England, für mich eine unschlagbare Kombination. Zu Beginn konnte die Autorin eine wunderbare Atmosphäre einfangen: Eine Seance in einem verfallen Chateau, Schauplatz eines Mordes,...wow.

Aber dann mussten ja unbedingt homoerotische Szenen eingestreut werden, die viel zu oft vom eigentlichen Thema abgelenkt haben. Und das Buch ist nicht gerade dick.

Ich fand den Roman übertrieben männerfeindlich, auch wenn es ja stimmt, dass Frauen zu der Zeit nichts zu sagen hatten und die meisten Männer Chauvinisten waren. Hier ist es aber arg negativ aufgefallen.

Und so gibt es leider wieder einen Stern Abzug. Nur 3 Sterne erscheint mir zu hart, denn es ist ein kurzweiliger Roman, der perfekt in den November passt. Außerdem gibt es noch einen tollen Anhang zum Thema viktorianische Trauerrituale.

Lesenswert ja, aber bitte nicht zu viel erwarten. Gerade noch 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Wieder mal eine neue Jack the Ripper Theorie

Stalking Jack the Ripper
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Willkommen zu einer neuen Ausgabe von „Bücher die ich gekauft habe, weil sie hübsch sind“. Na gut, hier waren Thema und Titel auch nicht uninteressant. Da man Jack the Ripper nie gefasst hat, kann man ...

Willkommen zu einer neuen Ausgabe von „Bücher die ich gekauft habe, weil sie hübsch sind“. Na gut, hier waren Thema und Titel auch nicht uninteressant. Da man Jack the Ripper nie gefasst hat, kann man in Romanadaptionen alle mögliche Thesen aufstellen. Wie glaubwürdig würde das Ergebnis hier sein?

Es geht schon einmal ganz untypisch damit los, dass sich eine junge Frau namens Audrey Rose auf die Jagd nach dem Ripper macht. Diese hegt außerdem eine Leidenschaft für Gerichtsmedizin und lässt sich von ihrem Onkel darin ausbilden. Auf dessen Tisch landen ebenjene vom Ripper ermordeten Prostituierten, deren sterben Audrey ein Ende machen will. Hilfe bekommt sie dabei von Onkels Gehilfen Thomas, der ihr nicht nur mit nützlichen Ratschlägen, sondern auch mit anzüglichen Sprüchen zur Seite steht.

Kurz nach dem Einstieg habe ich schon festgestellt, dass ich zu als für diesen Roman bin. Zwar lese ich hin und wieder immer noch gern Young Adult, aber hier ist mir schmerzlich bewusst geworden, dass die Zielgruppe nicht mehr die meine ist.

Trotz ihres blutigen Jobs wirkt Audrey oft unreif und auch wenn das für eine 18-jährige durchaus authentisch ist, bin ich es anders gewohnt. Sieht man von den grausigen Details ab, ist auch der allgemeine Ton auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet.

Mit Thomas haben wir das Love Interest für die angekündigte Slow Burn Romance und das Miteinander zwischen ihm und Audrey sollte wohl an Holmes und Watson erinnern. Ich fand Thomas jedoch nur wenig charmant, viel zu arrogant und er hat mich mehr an Sheldon Cooper als an Sherlock erinnert.

Die Auflösung, wer sich hinter dem Ripper verbirgt, fand ich recht abenteuerlich und etwas zu viel es Guten. Insgesamt fand ich den Roman nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut.

Nun ist dies der Auftakt einer ganzen Reihe um Audrey Rose und eigentlich hatte ich mir Band 2 (Thema Dracula) schon vorgemerkt. Da mich Teil 1 nicht so ganz überzeugt hat, bleibt abzuwarten, ob ich wieder 18 € ausgeben möchte für ein hübsches Buch mit interessanter Story, aber mittelmäßiger Umsetzung.

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