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Veröffentlicht am 23.01.2026

Hält nicht ganz was es verspricht

Spukhäuser. Klassische Horror- und Geistergeschichten
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Als ich dieses Buch für nur 9,95 € entdeckte, musste ich gleich zuschlagen. Vor allem, nachdem ich einen Blick auf die enthaltenen Geschichten geworfen hatte. Spukende Puppenhäuser, mysteriöse Räume, ….da ...

Als ich dieses Buch für nur 9,95 € entdeckte, musste ich gleich zuschlagen. Vor allem, nachdem ich einen Blick auf die enthaltenen Geschichten geworfen hatte. Spukende Puppenhäuser, mysteriöse Räume, ….da war mein Interesse gleich geweckt.
Ähnlich wie bei „Gruselige Weihnacht überall“ sind hier eher alte Geschichten enthalten, aber das muss ja nicht schlecht. Naja, zumindest teilweise…

Wir haben hier insgesamt über 20 Spukhausgeschichten, teils von berühmten Autoren wie Poe, Lovecraft, Wilde, Blackwood oder Woolf.

Einige der Geschichten kannte ich schon.
𝐇𝐚𝐮𝐬 𝐍𝐫. 𝟗𝟎 hatte ich ja erst kürzlich gelesen und es ist so eine gute Geschichte! Meine liebste Kurzgeschichte wahrscheinlich, deswegen habe ich sie auch noch einmal verschlungen.

Anders sah es aus mit 𝐃𝐢𝐞 𝐓𝐫ä𝐮𝐦𝐞 𝐢𝐦 𝐇𝐞𝐱𝐞𝐧𝐡𝐚𝐮𝐬 aus. Die war schon in einer anderen Sammlung enthalten. Ich mochte die Geschichte da schon nicht und ich mag sie immer noch nicht. Ich glaube Cosmic Horror ist nicht meins.

𝐃𝐞𝐫 𝐔𝐧𝐭𝐞𝐫𝐠𝐚𝐧𝐠 𝐝𝐞𝐬 𝐇𝐚𝐮𝐬𝐞𝐬 𝐔𝐬𝐡𝐞𝐫 kennt man ja und liest sich auch gut, gehört allerdings nicht zu meinen Favoriten.

𝐃𝐚𝐬 𝐆𝐞𝐬𝐩𝐞𝐧𝐬𝐭 𝐯𝐨𝐧 𝐂𝐚𝐧𝐭𝐞𝐫𝐯𝐢𝐥𝐥𝐞 habe ich zum ersten mal gelesen und obwohl es eine eher witzige Spukgeschichte ist, mochte ich sie sehr gern.

Auch gut fand ich:
𝐃𝐚𝐬 𝐛𝐞𝐥𝐞𝐠𝐭𝐞 𝐙𝐢𝐦𝐦𝐞𝐫 wo ein Urlauber auf ein grausiges Geheimnis aufmerksam gemacht wird, welches sich in seinem Zimmer verbirgt.
𝐃𝐚𝐬 𝐒𝐩𝐮𝐤-𝐏𝐮𝐩𝐩𝐞𝐡𝐚𝐮𝐬 war eine sehr originelle Geschichte, die den Ursprung eines verfluchten Hauses mal ganz anders darstellt.

Besonders enttäuschend war für mich 𝐃𝐢𝐞 𝐆𝐥𝐨𝐜𝐤𝐞 𝐝𝐞𝐫 𝐊𝐚𝐦𝐦𝐞𝐫𝐟𝐫𝐚𝐮, weil die Geschichte so gut anfing und dann so ein enttäuschendes Ende hatte.

Leider haben sich manche der Geschichten aufgrund der Ausdrucksweise unheimlich anstrengend gelesen. Auch finde ich, das einige nicht in dieses Buch gepasst haben, da es in ihnen nicht wirklich um ein Spukhaus ging.
Somit war diese Sammlung für mich eher durchwachsen und bekommt von mir nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Geschichte einer Soziopathin

Soziopathin
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Cover mit einem Portrait in Kombination mit grellem Titel wecken immer meiner Aufmerksamkeit und Psychologie ist für mich auch kein uninteressantes Thema. Dies hier ist allerdings mal kein Roman, sondern ...

Cover mit einem Portrait in Kombination mit grellem Titel wecken immer meiner Aufmerksamkeit und Psychologie ist für mich auch kein uninteressantes Thema. Dies hier ist allerdings mal kein Roman, sondern die Lebensgeschichte von Patric Gagne. Autorin, Therapeutin und Soziopathin.

Ich hätte aus dem Stegreif jetzt auch nicht sagen können, was der Unterschied zwischen einem Soziopathen und einem Psychopathen ist. Ein großes Problem für Betroffene, denn lange wurden beide Formen in einen Topf geworfen. Als Gagne sich immer klarer über ihre Diagnose wurde, musste sie bestürzt feststellen, dass es für Menschen wie sie kaum geeignete Therapien gab.

Statt sich mit ihrer Situation abzufinden, betrieb sie jahrelang Forschung, vor allem auch im Selbststudium. Für ein normales Leben. Für sich und für andere.

Dabei bekommen wir einen Einblick in Gagnes Leben von Kindheit an bis zur Ehefrau und Mutter. Wie schließt man als Soziopathin Freunde, wie führt man eine Beziehung und ist das überhaupt möglich?

Nun muss man zugeben, dass die Autorin Privilegien genossen hat, die bestimmt die wenigsten Soziopathen haben. Gutes Elternhaus, der Vater im Musikbusiness. Ihre große Liebe fand sie bereits mit 14 und auch wenn die Beziehung ihre Hürden zu meistern hatte, hatte sie mit all dem doch wahnsinnig viel Glück.
Das ist ihr auch bewusst und schließlich nutzt sie nun mit diesem Buch ihre Position, um anderen zu helfen.

Ich bin keine Soziopathin und wüsste jetzt auch nicht dass ich einen kenne (obwohl das wohl gar nicht so unwahrscheinlich ist), aber psychische Krankheiten spielen auch in meinem Leben eine große Rolle.
Das Buch habe ich weitgehend mit Interesse gelesen, auch wenn ich zwischendurch mal Durchhänger hatte und manche Stellen überflogen habe.

Gagnes illegale Ausflüge, sowie ihr Job in der Musikbranche brachten so manches spannende Kapitel mit sich und ich rätsele immer noch, welche Promis sich hinter den Pseudonymen Max, Everly oder Ginny verbergen.

Es ist ein tolles und wichtiges Buch, vor allem für Betroffene. Auch für mich war es ein interessantes Buch, wenn auch nicht durchweg.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Besänftigt jeden Grinch

Gruselige Weihnacht überall. Klassische Horror- und Geistergeschichten
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Als waschechter Grinch kommen mir keine Weihnachtsbücher ins Regal. Es sei denn, es geht um schreckliche Weihnachten.
Mittlerweile kommt ja jedes Jahr eine schöne Kurzgeschichtensammlung zu dem Thema ...

Als waschechter Grinch kommen mir keine Weihnachtsbücher ins Regal. Es sei denn, es geht um schreckliche Weihnachten.
Mittlerweile kommt ja jedes Jahr eine schöne Kurzgeschichtensammlung zu dem Thema raus und eigentlich wollte ich mir das neueste Exemplar „Gruselige Stunden“ auch zulegen. Aber dann entdeckte ich mit 𝐆𝐫𝐮𝐬𝐞𝐥𝐢𝐠𝐞 𝐖𝐞𝐢𝐡𝐧𝐚𝐜𝐡𝐭 ü𝐛𝐞𝐫𝐚𝐥𝐥 eine ganz ähnliche Version für unschlagbare 7,95 € und habe dann lieber dazu gegriffen.


Enthalten sind 10 schauerliche Kurzgeschichten älteren Datums (Zeitspanne 1866 – 1951).

Hier einmal in Kurzform mit Bewertung.


𝐃𝐞𝐫 𝐟𝐚𝐥𝐬𝐜𝐡𝐞 𝐌ö𝐧𝐜𝐡, Louisa Baldwin
Geistreicher Streich geht schief.
5/5


𝐒𝐜𝐡𝐧𝐞𝐞𝐭𝐫𝐞𝐢𝐛𝐞𝐧, Hugh Walpole
Streitsüchtige Ehefrau bekommt durch Vorgängerin ihre Strafe.
4/5


𝐃𝐞𝐫 𝐁𝐚𝐡𝐧𝐰ä𝐫𝐭𝐞𝐫, Charles Dickens
Bahnwärter wird von todbringenden Zukunftsvisionen geplagt.
5/5


𝐀𝐮𝐟 𝐝𝐞𝐦 𝐧ö𝐫𝐝𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐄𝐢𝐬, Ella Wilkinson Peattie
Tragischer Geist eilt zur Rettung.
5/5


𝐇𝐚𝐮𝐬 𝐍𝐫. 𝟗𝟎, Bithia Mary Croker
Ungläubiger wird eines besseren belehrt.
5/5


𝐃𝐞𝐫 𝐌ö𝐧𝐜𝐡 𝐮𝐧𝐝 𝐬𝐞𝐢𝐧 𝐄𝐧𝐠𝐞𝐥, Marie Corelli
Schuldgeplagter Mönch widerfährt göttliche Inspiration.
5/5


𝐃𝐚𝐬 𝐑𝐞𝐳𝐞𝐩𝐭, Marjorie Bowen
Schuldgeplagter Geist sucht nach Wiedergutmachung.
5/5


𝐍𝐞𝐛𝐞𝐥 ü𝐛𝐞𝐫 𝐝𝐞𝐦 𝐌𝐨𝐨𝐫, Richard Henry Malden
Vikar hat dämonische Begegnung.
5/5


𝐃𝐚𝐬 𝐅𝐞𝐬𝐭, H.P. Lovecraft
Überbringer alter Tradition wird Zeuge von okkultem Treiben.
4/5


𝐁𝐞𝐫𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐞𝐫𝐬𝐭𝐚𝐭𝐭𝐞𝐭, Wiliam Fryer Harvey
Geduldiger Geist bekommt seine Rache.
5/5


Ich glaube das ist die beste Kurzgeschichtensammlung die ich bisher gelesen habe. Jede Geschichte hat sich gut gelesen und konnte auf ganz unterschiedliche Weise mit einer unheimlichen Winter-Atmosphäre punkten.


Am besten gefielen mir 𝐇𝐚𝐮𝐬 𝐍𝐫. 𝟗𝟎 (kam mir irgendwie bekannt vor) und 𝐃𝐚𝐬 𝐑𝐞𝐳𝐞𝐩𝐭. Am wenigsten 𝐃𝐚𝐬 𝐅𝐞𝐬𝐭 (Lovecraft und ich werden keine Freunde). Schlecht war keine Geschichte, manche waren witzig, andere traurig und oft war jemand am Ende tot.

Und das Beste: Keine kitschige Weihnachtsatmosphäre. I love it.


Wenn ihr auch ein Grinch seid und für wenig Geld ein paar gute Gruselgeschichten für die Zeit sucht, ist dieses außerdem sehr hübsch gestaltete Buch das Richtige für euch.

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Veröffentlicht am 24.12.2025

Zweifelhafte Heilverfahren für falsche Kranke

The Spirit Bares Its Teeth
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Zugegeben, ich hatte völlig überlesen, dass die Hauptfigur trans ist. Ich hab nichts gegen Transmenschen, aber ich kann mit dem Thema in Romanen nicht viel anfangen. Ich finde es aber schön, dass es hiermit ...

Zugegeben, ich hatte völlig überlesen, dass die Hauptfigur trans ist. Ich hab nichts gegen Transmenschen, aber ich kann mit dem Thema in Romanen nicht viel anfangen. Ich finde es aber schön, dass es hiermit auch Romanhelden gibt, mit denen sich Transmenschen identifizieren können.

Auch gut fand ich, dass der Autor in Vorwort auf die zahlreichen, polarisierenden Themen in dem Buch hinweist und das es okay ist, den Roman abzubrechen, wenn es einem zu viel wird.
Mir ist es zu viel geworden, aber ich habe es durchgezogen.

Zunächst aber mal zum Positiven. Obwohl sich die Geschichte schon sehr um Transsexualität dreht, behandelt der Autor auch andere Missstände, die insbesondere Frauen zu jener Zeit betraf. Frauen, die aus verschiedenen Gründen in Anstalten gesteckt wurden, weil sie für die Gesellschaft und vor allem für Männer zu unbequem waren. Die Schicksale von Silas Mitinsassinnen spielen aber nur eine nebensächliche Rolle.

In so einer Anstalt sind schlimme Dinge geschehen, was hier auch detailliert beschrieben wird. Hinzu kommen Gewaltfantasien, viel Selbsthass und verschiedenste Formen von Missbrauch. Auch Silas wird Opfer davon, neigt aber auch immer wieder zu brutalen und abstoßenden Gedanken.

Zwischendurch gibt es auch etwas Romantik, was für einen bitter nötigen Ausgleich sorgt. Da sieht man auch darüber hinweg, dass dies ein wenig zu viel glücklicher Zufall ist.

Selbstverständlich dreht sich vieles in Silas Gefühlsleben um seine Transsexualität. Trotzdem war ich irgendwann nur noch genervt von den immer selben Phrasen und seinem Selbsthass. Auch wenn das vielleicht realistisch sein mag, hatte ich irgendwann genug davon.

Das Geister-Thema, welches auch im Klappentext angeteasert wird, spielt so gut wie keine Rolle und wird erst zum finalen Showdown wichtig. Das Hauptthema des Romans bleibt einfach Transsexualität verpackt in einem historischen Setting mit einem Schuss Fantasy.

Der Roman war absolut nicht mein Geschmack, besonders wegen der herausstechenden Brutalität. Man kann es auch übertreiben. Außerdem muss ich wohl zugeben, dass ich, obwohl ich Transsexualität nicht verurteile, dem Thema einfach nicht so offen gegenüberstehe und einige Dinge bei mir nur „Aber, hmm…“ Gedanken verursacht haben.

Definitiv ein Nischenroman für nicht Jedermann.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Erwartungen fast erfüllt

Große Erwartungen
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𝐆𝐫𝐨ß𝐞 𝐄𝐫𝐰𝐚𝐫𝐭𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧 ist ein Roman den ich schon länger lesen wollte, seit ich den Trailer zu der Verfilmung von 2012 gesehen habe. Aber vor dem Film, erst das Buch, dachte ich mir. Ich finde Charles Dickens ...

𝐆𝐫𝐨ß𝐞 𝐄𝐫𝐰𝐚𝐫𝐭𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧 ist ein Roman den ich schon länger lesen wollte, seit ich den Trailer zu der Verfilmung von 2012 gesehen habe. Aber vor dem Film, erst das Buch, dachte ich mir. Ich finde Charles Dickens passt gut in die Weihnachtszeit und deswegen habe ich es mir für diesen Monat aus der Bücherei ausgeliehen.

In der Geschichte geht es um den Waisenjungen Pip und wie er durch einen unbekannten Gönner in den Genuss von Bildung und Aussicht auf Wohlstand kommt und dabei auf so manches Hindernis stößt.

Das Buch war ein ganzes Stück Arbeit.
Es umfasst etwa 600 Seiten und das ist lang für einen Klassiker. Die lesen sich nie schnell weg und ich wollte zwischendurch lieber andere Bücher lesen. Aber bei Klassikern muss man am Ball bleiben.

Dabei enthält der Roman allerlei interessante Figuren und Themen.
Da hätten wir die geisterhafte Miss Havisham. Am Hochzeitstag verlassen, vegetiert diese in ihrem Brautkleid vor sich hin und verlässt nie ihre Villa, die noch immer für den großen Tag vorbereitet ist. Unter Spinnenweben und Schimmel, versteht sich.

Pip’s Leben beginnt sich zum Guten zu wenden, als er zu Miss Havishams Unterhaltung eingeladen wird. Dort trifft er auf die gleichaltrige Estella, in die er sich sofort verliebt. Aber Estella ist kaltherzig und arrogant.

Auch ein entflohener Sträfling, den Pip unter Nötigung geholfen hat, spielt immer wieder ein Rolle, genauso wie der furchterregende Anwalt Mr. Jaggers.

Aber unsere Hauptfigur ist Pip, den wir durch verschiedene Lebensphasen begleiten. Er steigt auf und fällt, wird sich im klaren darüber was im Leben wirklich zählt, leistet Wiedergutmachung und beweist sein gutes Herz.

Nicht ganz nachvollziehbar fand ich seine Liebe zu Estella, die allein auf ihrer Schönheit beruht und die allenfalls Ehrlichkeit und die Loyalität gegenüber Miss Havisham als gute Eigenschaften zu bieten hat. Das hat allerdings einen sehr interessanten Grund.
Was mich aber überzeugen konnte, waren die warmherzigen Männerfreundschaften in dieser Geschichte.

Leider fand ich, dass der Roman einige Längen aufweist und recht ausschweifend geschrieben ist. Manche Figuren waren aufgrund ihrer Ausdrucksweise derart schwer zu lesen, dass ich diese Zeilen, manchmal nur überflogen habe.
Abgesehen davon ist es aber eine sehr schöne Geschichte über Moral mit geradezu märchenhaften Passagen, einigen Überraschungen und einem wunderbaren, versöhnlichen Ende. Sicher nicht mein letzter Charles Dickens Roman.

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