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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2021

Interessant

Kim Jiyoung, geboren 1982
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"Kim Jiyoung, geboren 1982" erzählt aus dem Leben der jungen Koreanerin Jiyoung von deren Kindheit bis hin in die Zeit, in der sie selbst Mutter wird.

Der Stil der Erzählung ist eher emotionslos, dem ...

"Kim Jiyoung, geboren 1982" erzählt aus dem Leben der jungen Koreanerin Jiyoung von deren Kindheit bis hin in die Zeit, in der sie selbst Mutter wird.

Der Stil der Erzählung ist eher emotionslos, dem Text kann man leicht folgen. Trotz der nüchternen Erzählweise kamen bei mir als Leserin Emotionen auf und ich habe mit der Titelfigur mitgefiebert und -gelitten. Es zeigt sich, vor allem zu Beginn des Buches, wie groß die Kluft zwischen der koreanischen und der mitteleuropäischen Kultur ist. Oder würde in Deutschland heute noch eine Frau ihre Schwangerschaft aufgrund des Geschlechts des Kindes abbrechen? Auch in der Schule und in vielen anderen Situationen wird die Benachteiligung von Mädchen und Frauen sehr klar dargestellt.

Je weiter die Erzählung jedoch fortschreitet, desto mehr konnte ich Parallelen zu unserer "modernen" Kultur in Europa erkennen. Auch hier sind oft Frauen die Opfer körperlicher und psychischer Gewalt. Auch hier fällt es Frauen oft noch schwer, in Führungspositionen zu kommen, fair behandelt und bezahlt zu werden. Auch hier bleibt meistens die Frau zu Hause bei den Kindern, eben weil sie weniger verdient als ihr Mann.

Vom Unterhaltungswert betrachtet, fand ich das Buch von Nam-Joo Cho nicht überragend, allerdings öffnet einem die Lektüre wieder die Augen dafür, wogegen viele von uns bereits abgestumpft sind und was leider Normalität geworden ist. Somit ist das Buch auf jeden Fall empfehlenswert und bewirkt hoffentlich zumindest kleine Änderungen und eine Verbesserung der Situation von Frauen weltweit.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2021

Unfassbar süß

Seif dich ein, sagt das Schwein
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Für mich müssen Kinderbücher altersgerecht und unterhaltsam sein. Wenn ein Buch dann auch noch Wissen vermittelt, ist das eine prima Draufgabe. Wenn es dann auch noch schön gestaltet ist - super! Und wenn ...

Für mich müssen Kinderbücher altersgerecht und unterhaltsam sein. Wenn ein Buch dann auch noch Wissen vermittelt, ist das eine prima Draufgabe. Wenn es dann auch noch schön gestaltet ist - super! Und wenn es obendrein auch noch die Kinder zum Mitmachen animieren kann: Jackpot!

Mit "Seif dich ein, sagt das Schwein" ist Sandra Grimm und Kathrin Wessel ein ganz besonders Buch gelungen, ein Rundum-Paket für die ganz Kleinen. Die Illustrationen sind sehr liebevoll gestaltet, allerdins sind sie auch soweit reduziert, dass die Seiten niemals überladen sind und die Kinder somit nicht überfordern. Der Blick wird auf das Wesentliche gerichtet und das ist in diesem Fall: lehrreiches zur Hygiene.

Liebevoll vermitteln Mäuschen, Bären, Schweinchen und andere Tiere, wie man sich die Zähne putzt, sich wäscht usw. Das Wissen wird dabei in kurzen Reimen vermittelt, die die Kleinen perfekt mitsprechen können bzw. in denen sie die Sätze vollenden können, wenn man ihnen den Anfang vorliest.

Ein rundum gelungenes Kinderbuch, das man guten Gewissens weiterempfehlen und verschenken kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2021

Mehr erwartet

Fühlen lernen
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Ich war nie ein Fan von Sachbüchern, zu sehr erinnerten sie mich an die trocken verfassten Schulbücher, durch die ich mich früher wälzen musste. Dann kam "Darm mit Charme" und plötzlich war da dieses Buch, ...

Ich war nie ein Fan von Sachbüchern, zu sehr erinnerten sie mich an die trocken verfassten Schulbücher, durch die ich mich früher wälzen musste. Dann kam "Darm mit Charme" und plötzlich war da dieses Buch, das mir Wissenschaftliches auf verständliche Weise erklärte und mich dabei sogar noch unterhielt. Das Buch rund um unsere Verdauung öffnete mir die Welt in eine ganz neue Art von Lektüre, seither lese ich immer wieder und gerne Bücher zu den Themen Gesundheit, Ernährung, Psychologie usw.

"Fühlen lernen" hörte sich erst mal sehr spannend an. Als ein Mensch, dem es selbst schwer fällt, über seine Gefühle zu sprechen, dachte ich mir, dass ich mir daraus auf jeden Fall etwas mitnehmen könnte. Zwar sprach mich das Cover nicht sonderlich an, aber daran soll man ein Buch ja bekanntlich nicht bewerten.

Frau Dr. Welding erklärt in ihrem Buch ausführlich zum Thema Gefühle - allerdings konnte sie mich damit leider nicht abholen. Ich fand einerseits ihre Art zu erklären eher trocken - was mich schmerzlich wieder an die Schulzeit erinnerte - und teilweise etwas schwer zu folgen. So passierte es immer wieder, dass meine Gedanken abgedriftet sind.
Andererseits hat das Buch gefühlt die komplette erste Hälfte von ihren vier Kindern gehandlet und die zweite Hälfte von gefühlsblinden Menschen. Ja, es ist interessant, wie und wann Menschen lernen zu fühlen, allerdings hätte ich mir mehr Tipps erhofft, die man als Erwachsener an sich selbst anwenden kann, nicht wie man seinen (in meinem Fall nicht vorhandenen) Nachwuchs zu gefühlvollen Menschen erzieht. Und ja, ein paar Informationen zu Gefühlsblindheit sind durchaus interessant - doch es handelt sich dabei um eine Extreme, die die Mehrheit der Menschen nicht betrifft, daher konnte ich auch aus diesen Informationen kaum Nützliches für mich mitnehmen.

Alles in allem war ich leider enttäuscht von der Lektüre.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2021

Auf die Frauen!

Miss Bensons Reise
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In dieser Geschichte von Rachel Joyce begleiten wir die Mitvierzigerin Margery Benson auf der Reise ihres Lebens, in der sie sich, zusammen mit ihrer Assistentin Enid Pretty, auf eine Expedition nach Neukaledonien ...

In dieser Geschichte von Rachel Joyce begleiten wir die Mitvierzigerin Margery Benson auf der Reise ihres Lebens, in der sie sich, zusammen mit ihrer Assistentin Enid Pretty, auf eine Expedition nach Neukaledonien begibt. Neu-Wo? Genau!
Auf der Insel im Südpazifik hofft sie, einen golden Käfer zu finden, einen Käfer den zuvor noch niemand entdeckt, sondern nur gesehen hat. Wie jetzt?
Leider lassen sich die Käfer gar nicht so einfach finden und Miss Pretty, deren Persönlichkeit ganz dem Gegenteil von dem von Margery entspricht ist keine große Hilfe, denn weder interessiert sie sich sehr für Käfer, noch spricht sie, wie in ihrer Bewerbung angegeben, Französisch. Und so kommen sich die beiden Damen bereits auf dem Weg ans andere Ende der Welt in die Haare.

Rachel Joyce' Geschichte hat mir von Anfang an großen Spaß gemacht. Der Stil ist sehr leicht lesbar, vergnüglich und doch niemals flach. An keiner Stelle der Erzählung ist bei mir Langeweile aufgekommen und die beiden Protagonistinnen habe ich sehr in's Herz geschlossen. Einige unerwartete Wendungen lassen das Buch trotz seiner Länge stets spannend bleiben und - was ich immer besonders schön finde - man konnte beim Lesen auch noch etwas über die Insel Neukaledonien und Käfer lernen.

Besonders schön finde ich die Message des Buches, die stets präsent ist, jedoch nie dem Leser mit Gewalt auf's Auge gedrückt wird: Sei stark, gib nie auf, erfülle deine Bestimmung, lass dich nicht unterkriegen - auch (oder fall allem) wenn du eine Frau bist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.02.2021

Mehr erwartet

Der Klang der Wälder
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Als der junge Japaner Tomura eher zufällig das Stimmen eines Klaviers beobachtet und belauscht, steht seine Berufung fest: Auch ehr möchte Stimmer werden. Fortan dreht sich sein Leben darum, immer besser ...

Als der junge Japaner Tomura eher zufällig das Stimmen eines Klaviers beobachtet und belauscht, steht seine Berufung fest: Auch ehr möchte Stimmer werden. Fortan dreht sich sein Leben darum, immer besser zu werden, doch stetig plagen ihn Zweifel: Ist er gut genug? Hat er genug Talent?

Das Cover dieses Buches hat mich auf Anhieb verzaubert: Ein wunderschönes Aquarell, das eine Landschaft in die Tasten eines Klaviers verlaufen lässt. Auch die Zusammenfassung hat mich neugierig gemacht, zudem wurde das Buch hoch gelobt und prämiert, was meine Erwartungshaltung enorm gesteigert hat.

Leider konnte die Geschichte mich jedoch nicht überzeugen. Mit den Charakteren wurde ich nicht warm, mit dem Protagonisten konnte ich in keiner Weise mitfiebern. Er ist eine recht farblose Gestalt, ständig von Selbstzweifeln geplagt und entwickelt sich im Laufe der Geschichte nur professionell, jedoch kaum persönlich weiter. Es trifft die Beschreibung einer "stillen, ruhigen" Erzählung voll und ganz zu - in diesem Fall habe ich das jedoch nicht positiv empfunden, sondern mich gelangweilt. Ein Großteil des Textes handelt vom Stimmen von Klavieren, zwar immer so, dass dies dem Leser verständlich ist, aber auf Dauer ist es doch zu viel an Info diesbezüglich. Ich hatte mich auf wunderschöne Umschreibungen gefreut, auf ein akustisches Pendant zum olfaktorischen Lesevergnügen von "Das Parfum", wurde jedoch herb enttäuscht.

All jenen, die das Buch in den Himmel loben, kann ich leider nicht zustimmen. Ich finde es weder sehr poetisch, noch tiefgründig und war froh, dass nach gut 200 Seiten zu Ende war.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere