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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.04.2022

Hier scheiden sich die Geister

Die schreckliche Adele 01
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Das hier ist ein außergewöhnlicher Comic.
Für Kinder ab acht Jahren empfohlen, aber der Humor ist sehr speziell. Bitterböse und stellenweise überhaupt nicht kindgerecht. Zumindest nicht für Achtjährige, ...

Das hier ist ein außergewöhnlicher Comic.
Für Kinder ab acht Jahren empfohlen, aber der Humor ist sehr speziell. Bitterböse und stellenweise überhaupt nicht kindgerecht. Zumindest nicht für Achtjährige, die ich kenne. In Frankreich ja ein Hit - aber ob sich das bei uns hier so übertragen lässt?

Bei uns waren zwei Zwölfjährige Testlesende - und einer fand es sehr lustig und die andere ganz fürchterlich.
Alles ist möglich!

Adele ist nämlich anders als andere Kinder. Sie mag NIEMANDEN und über ihre Klasse sagt sie "alles Loser". Sie hat einen Verehrer, aber viel lieber spielt sie mit ihrem imaginären Freund Guillotine.

Ich mag schwarzen Humor, aber Adele war wir stellenweise echt zu viel des Guten. Ich fand Adele nur selten lustig, sondern fies und anstrengend.
Ich hätte das Buch ohne Vorwissen auch nicht in der Kinderbuchecke verortet, als Erwachsenencomic findet er aber bestimmt seine Fans.

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Veröffentlicht am 03.04.2022

Von wegen Sweet Sixteen

Schallplattensommer
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Maserati ist zu Beginn der Handlung sechzehn Jahre alt, hilft ihrer Oma bei der Bewirtschaftung der Gastwirtschaft und sehnt den 18. Geburtstag herbei. Warum? Weil sie dann keine Angst mehr haben muss. ...

Maserati ist zu Beginn der Handlung sechzehn Jahre alt, hilft ihrer Oma bei der Bewirtschaftung der Gastwirtschaft und sehnt den 18. Geburtstag herbei. Warum? Weil sie dann keine Angst mehr haben muss. Mit der lebt sie ständig, nicht erst seit Oma sich zunehmend merkwürdig verhält.

Dann zieht eine reiche Familie in den Ort und die Söhne drängend sich in Maseratis Leben. Ob sie will oder nicht.

Ein sehr spröder Bronsky.
So nach und nach kommen in kleinen Häppchen Informationen, warum die Situation ist, wie sie ist.
Es ist keiner dieser Sommerromane, in denen die Luft gefüllt ist von Sonnencreme, Freibad-Chlorgeruch und Sommerregen auf dem Asphalt.
Vielmehr riecht es nach Bratenfett und Spülmittel. Unbeschwertheit sucht man hier vergebens.

Trotzdem - oder deswegen? Mit dem knappen Büchlein schafft es die Autorin, mich mitzunehmen und obwohl es spröde und sperrig ist, ist es doch wunderbar zu lesen.
Das Ende hat mir auch gut gefallen. Weder Kitsch noch Trostlosigkeit.

Veröffentlicht am 03.04.2022

Das absolut widerliche und urkomische Sachbuch? JAAAAA!

Mein verrückter Körper – Warum du Popel gefahrlos essen kannst
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Das Buch hatte uns ja schon bereits mit dem Vorsatzblatt bzw. der Widmung:
"Für meinen Naturwissenschaftslehrer Mr. Andrews, der mich 1991 nachsitzen ließ, weil ich gesagt habe, dass er stinkt.
Nun er ...

Das Buch hatte uns ja schon bereits mit dem Vorsatzblatt bzw. der Widmung:
"Für meinen Naturwissenschaftslehrer Mr. Andrews, der mich 1991 nachsitzen ließ, weil ich gesagt habe, dass er stinkt.
Nun er hat wirklich gestunken, und ich wette, er stinkt immer noch, und jetzt ist es ganz offiziell, weil es in einem Buch steht".

Ach, wenn es doch das Buch als Bio-Unterrichts-Buch gäbe - der Unterricht wäre so völlig anders. Wir haben uns wirklich kringelig gelacht, es ist so, so, witzig!
Der Lesende wird direkt angesprochen ("hast du eigentlich..."), es gibt comicartige Illustrationen und der Körper wird richtig erklärt. Also nicht nur die bewegende Frage geklärt, ob man Popel gefahrlos essen kann, sondern auch, wie ein Schlaganfall entsteht.
Allerweltsweisheiten (die oft falsch sind) werden in "Heiss" oder "ScheiXX" geclustert, auch da erfährt man noch viel Neues.

Die Vergleiche sind anschaulich, zum Beispiel wird das Gehirn des Gewichts mit vier Ipads verglichen, da kann man sich doch gleich viel mehr darunter vorstellen als mit der 1,3 kg Angabe, die natürlich trotzdem gemacht wird.

Das Kind hat beim Lesen laut vor sich hingelacht und ganz oft auch Passagen vorgelesen, weil man sie einfach teilen musste.

Etepetepe darf man aber nicht sein, es ist schon stellenweise ganz schön eklig.
Aber für uns ein echtes Highlight im Kindersachbuchbereich.

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  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 28.03.2022

Eine Liebeserklärung an das Leben...und die Nordsee

Sommerschwestern
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Vier Schwestern und ihre Mutter treffen sich am Urlaubsort der Kindheit an der holländischen Nordseeküste. Ein Schatten liegt darüber, weil der Vater dort damals tödlich verunglückt ist und der frühe Tod ...

Vier Schwestern und ihre Mutter treffen sich am Urlaubsort der Kindheit an der holländischen Nordseeküste. Ein Schatten liegt darüber, weil der Vater dort damals tödlich verunglückt ist und der frühe Tod das Leben der Familie bis heute belastet.
Die Töchter rätseln, warum ihre Mutter sie ausgerechnet an den Ort eingeladen hat.
Die Antwort darauf gibt es im Buch, aber das ist gar nicht so wichtig.

Das Besondere des Buches ist das Eintauchen in das Leben der fünf Frauen, wobei besonders das Leben der vier Schwestern, das unterschiedlicher nicht sein könnte, beleuchtet wird. Der besondere Fokus liegt auf Yella, die sich ein wenig im stressigen Familienalltag verloren hat.
Aber auch alle anderen haben ihr Päckchen dabei.

Mit hat besonders gefallen, wie man in die Geschwister- und Mutterbeziehung eintauchen kann. Anstrengend, mit Eifersüchteleien und Neid behaftet, zwischen tiefer Vertrautheit und Verrat. Richtig aus dem Leben gegriffen und dann noch verkompliziert durch die jeweiligen Partnerschaften.
Man fühlt mit den Charakteren und kann sich ein Stück weit wiedererkennen.

Und dann ist da aber diese Lebensfreude, den Widrigkeiten zum Trotz.
Eine Liebeserklärung an das Leben, die Familie und die Nordsee.

Ein wunderschönes Buch, das ich viel zu schnell ausgelesen hatte.
Perfekt wäre es natürlich an der holländischen Küste zu lesen, mit dicken Fritten und Mayo.

Veröffentlicht am 28.03.2022

Eine Rede, in ein Büchlein verpackt

Misfits
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Es ist ein knappes Büchlein, ja, aber trotzdem hatte ich mir hier mehr erwartet.

Eine einstündige Rede, die Michaela Coel in Edinburgh gehalten hat, wurde hier in Buchform gebracht.
Es gibt etwas Drumherum ...

Es ist ein knappes Büchlein, ja, aber trotzdem hatte ich mir hier mehr erwartet.

Eine einstündige Rede, die Michaela Coel in Edinburgh gehalten hat, wurde hier in Buchform gebracht.
Es gibt etwas Drumherum und die Schlüsselsätze der Rede wurden einseitig fett abgedruckt.
Das fand ich einerseits gut, weil es noch einmal einen Fokus auf wichtige Sätze gelegt hat und auch das Layout schön aufgelockert hat, andererseits weiß man nicht, ob die Autorin oder der Verlag die Hervorhebung ausgewählt hat und es hat den schalen Nachgeschmack, dass hier etwas Seiten gefüllt werden sollen.

Der Inhalt der Rede war für mich auch schwierig, es war eben nur ein ganz kurzer Einblick. So richtig konnte mich die Autorin damit nicht abholen, ich fand es schwer zu lesen und habe auch keinen roten Faden erkennen können.
Dazu die mir so völlig ferne Filmwelt, ich habe mich wirklich schwer mit dem Buch getan und auch trotz der Kürze relativ lange mit dem Lesen gebraucht.
Vom versprochenen Witz konnte ich auch nichts entdecken - aber die Thematik ist auch alles andere als witzig, das habe ich gar nicht vermisst.