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Markus1708

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Band 3 der Potsdam-Krimis: atmosphärisch dicht, spannend und mit vertrauten Protagonisten

Schatten von Potsdam
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Ein Neunzehnjähriger Schüler treibt tot in der Havel, scheinbar von der Glienicker Brücke aus ins Wasser gefallen. Doch war es ein Unfall, oder war es ein Gewaltverbrechen? Paula Osterholz und Henry Wullitzer ...

Ein Neunzehnjähriger Schüler treibt tot in der Havel, scheinbar von der Glienicker Brücke aus ins Wasser gefallen. Doch war es ein Unfall, oder war es ein Gewaltverbrechen? Paula Osterholz und Henry Wullitzer beginnen mit ihren Ermittlungen, als auch noch eine Freundin des Toten spurlos verschwindet. Beide gehörten zu einer Clique aus Jugendlichen mit reichen Eltern – gibt es hier einen Zusammenhang? Die Ermittler finden heraus, dass Mobbing eine wichtige Rolle spielt. Als aber der Vater des Toten anfängt, auf eigene Faust zu ermitteln, als sich herausstellt dass er Verbindungen in höchste Polizeikreise hat, merken Osterholz und Wullitzer, dass sie sich auf sehr dünnem Eis bewegen. Denn wem kann man noch trauen, wer kocht lieber sein eigenes Süppchen, statt mit offenen Karten zu spielen? Die verschwundene Freundin wird tot aufgefunden, Videos tauchen in den „sozialen Medien“ auf und Osterholz und Wullitzer müssen sich zu 100 % aufeinander verlassen können, damit in einem dramatischen Finale nicht noch weitere, unnötige Opfer hinzugefügt werden.

Meine Meinung: Nach Wölfe von Potsdam und Teufel von Potsdam ist dies nun der dritte Band rund um das anfangs ungleiche Paar Osterholz und Wullitzer. Zwischenzeitlich haben beide gemerkt, dass sie einander vertrauen und perfekt zusammenarbeiten können. Und genau das macht den Reiz auch dieses Bands aus: Die Protagonisten entwickeln sich weiter und als Leser kann man daran teilhaben - neben einer spannenden Krimigeschichte. Für mich erneut sehr gute Unterhaltung auf hohem Niveau, ich vergebe sehr gerne die volle Punktzahl.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Eine wunderbare Hommage an Kneipe, Stammgäste und ein Lebensgefühl

Lovely Rita
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EIGENTLICH handelt "Lovely Rita" ja von den letzten beiden Öffnungstagen einer so richtig alten „Kneipe“… in den 70ern mal von Udo Jürgens besungen und nostalgisch verklärt, getreu der Textzeile „da wo ...

EIGENTLICH handelt "Lovely Rita" ja von den letzten beiden Öffnungstagen einer so richtig alten „Kneipe“… in den 70ern mal von Udo Jürgens besungen und nostalgisch verklärt, getreu der Textzeile „da wo das Leben noch lebenswert ist“. In Wahrheit aber das Buch noch so viel mehr: Zum Beispiel eine liebevolle Betrachtung des Menschentyps „Tresensitzer“. Gerne in Gruppen auftretend, sitzt er Abend um Abend in seiner Lieblingskneipe am Tresen, schwärmt heimlich für die Bedienung hinter der Theke, philosophiert über Gott und die Welt, konsumiert dabei das eine oder andere frisch gezapfte Bier und verzapft dabei gerne mal selbst Unsinn in mündlicher Form. Dann gibt es da noch die Frau Wirtin, die in diesem Fall Rita Urbaniak heißt, die die Kneipe in den 70ern per Erbschaft übernommen hat und eigentlich höchstens ein paar Monate selbst betreiben wollte … wobei daraus dann ein paar Jahrzehnte wurden und die endgültige Schließung dann doch aus Altersgründen notwendig wurde. Und es gibt den Ich-Erzähler, der – Journalist, Bochumer und Kneipengänger in Personalunion – den Auftrag bekommt, über diese nun endgültig schließende Kneipe einen Artikel zu schreiben. Investigativ begibt er sich also am vorletzten Tag ins „Haus Himmelreich“, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Nach der eingeforderten Thekenrunde geht es dann auch schon direkt los. Wir lernen „der Lange“, den Käpt’n und Willi Trommer kennen, die eigentlich mit der Theke verwachsen zu sein scheinen. Dieter ist ein ehemaliger Automatenaufsteller, längst in Rente. Gisela steht ebenfalls schon Jahrzehnte hinter der Theke und zapft mit Präzision und so schön, dass man von jeder Pilstulpe ein Bild schießen könnte. Es gibt Chris, die Schwester von Rita, die in den 70ern in die Freiheit aufbrechen wollte, dafür aber ihre Tochter bei Rita lassen musste. Es ist ein Mikrokosmos aus TYPEN, jeder für sich ein Unikat, jeder mit seiner Geschichte. Liebenswert in Szene gesetzt in einem Buch aus kurzen Kapiteln, die von Gott und der Welt handeln. Das ist auf jeder Seite wunderbar leicht, manchmal kitschig, aber nie langweilig. Es ist eine Betrachtung von dem was war und dem wie es heute ist. Die Zeiten ändern sich, wir werden alle älter und die Distanz auf die wir zurückblicken können, jeden Tag länger. Selten ist diese Betrachtung so schön wie in diesem Buch. Ich wurde mal wieder außergewöhnlich gut unterhalten und vergebe sehr gerne die vollen fünf von fünf Punkte.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Fall 8 für Xavier Kieffer: spannend und sehr unterhaltsam

Verhängnisvoller Champagner
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Xavier Kieffer ist Koch und Inhaber eines Lokals in Luxemburg, seine Küche ist vielleicht nicht sternewürdig, aber bodenständig, lokal und lecker. Bei einem Event in Paris trifft er auf Luc Reiser, einen ...

Xavier Kieffer ist Koch und Inhaber eines Lokals in Luxemburg, seine Küche ist vielleicht nicht sternewürdig, aber bodenständig, lokal und lecker. Bei einem Event in Paris trifft er auf Luc Reiser, einen Freund aus Ausbildungszeiten, der ihm in den 80er-Jahren mal die Freundin ausgespannt hat. Reiser hat Fabienne immerhin geheiratet und es anschließend zum Chef eines kleinen aber feinen Champagnerhauses geschafft. Und ebendieser Reiser stirbt unter einer Champagnerpalette, genau in dem Augenblick in dem Kieffer ihn in seinem Keller besuchen will. Die letzten Worte des Toten sind eher kryptisch und machen für Kieffer keinen Sinn. Doch die Witwe, hat von den Detektivfähigkeiten Kieffers gehört und bittet ihn, auf eigene Faust zu recherchieren um vielleicht die Hintergründe aufzuklären. Dabei muss er feststellen, dass hinter so manch luxuriöser Fassade ganz schön viel Schmu betrieben wird, nicht alles Gold ist was glänzt, und nicht alles was im Glas perlt guter Champagner ist. Denn das Milliardengeschäft lockt so manchen Betrüger an, sein eigenes, illegales „Getränk“ auf den Markt zu bringen…

Meine Meinung: Dies ist bereits der achte Band rund um den Koch und Gelegenheitsdetektiv Xavier Kieffer. Und wie in den Bänden zuvor, bekommt man neben der Krimistory wieder viel Lokalkolorit und gastronomische Empfehlungen. Das Buch macht durchweg Spaß, lässt sich sehr gut lesen. Die Spannung ist nicht auf Thriller-Niveau, aber ich glaube, darauf zielt es auch gar nicht ab. Es ist ein wunderbar leicht zu lesendes Buch bei dem man das eine oder andere Mal in die Versuchung kommt, eines der vorgestellten Gerichte mal selbst auszuprobieren. In Summe vergebe ich sehr gerne fünf von fünf Sterne und freue mich schon auf weitere Bände rund um Kieffer.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Ein Verbrechen, ein Verdächtiger mit Amnesie und die Frage: Wer war es?

Flüsternde Erinnerungen
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Es beginnt mit einem Ausflug: 2017 brechen Jojo und seine Freunde zu einer Wanderung in den Harz auf – doch nur er wird von diesem Ausflug zurückkehren. Sieben Jahre später, die Eltern haben sich getrennt, ...

Es beginnt mit einem Ausflug: 2017 brechen Jojo und seine Freunde zu einer Wanderung in den Harz auf – doch nur er wird von diesem Ausflug zurückkehren. Sieben Jahre später, die Eltern haben sich getrennt, hat er sich aus seiner alten Heimat Braunschweig zurückgezogen, lebt als Physiotherapeut in Hamburg. Als ihn auf seinem Handy ein Notruf seines Vaters erreicht, kehrt er nicht nur nach Braunschweig zurück, sondern auch in den Harz. Denn er leidet unter einer Amnesie, kann sich an nichts mehr erinnern, möchte aber nicht nur sich selbst beweisen, dass er nichts mit dem Verbrechen von damals zu tun. Als weitere Wanderer im Harz verschwinden, spitzt sich die Lage nicht nur für Jojo zu. Was ist damals geschehen und wie hängt es mit den aktuellen Ereignissen zusammen? Kommen die Erinnerungen anfangs nur bruchstückhaft zurück, deckt Jojo mit der Zeit eine unheimliche Geschichte auf, die nicht nur sein Leben beeinflusst hat und weiterhin beeinflusst…

Meine Meinung: Der Einstieg ist ein wenig zäh, hat man diesen aber überwunden (also spätestens, wenn die Geschichte sich in Braunschweig weiterentwickelt), erwartet einen eine sehr düstere und spannende Geschichte die einen stark in ihren Bann zieht. Ich habe das Buch in zwei Tagen durchgelesen, weil ich es nicht mehr aus der Hand legen wollte. Für mich vier von fünf Sterne, einen ziehe ich für den zähen Anfang ab.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Der "gute" Nachbar... füllt nicht nur Deinen Kühlschrank... er will Dein Leben!

Der Nachbar
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Sarah Wolff hat schon viel mitgemacht in ihrem Leben: Als Kind ist sie … versehentlich … Schuld am Tod ihres kleinen Bruders. Seitdem leidet sie unter Monophobie, kann nicht alleine sein. Viele Jahre später, ...

Sarah Wolff hat schon viel mitgemacht in ihrem Leben: Als Kind ist sie … versehentlich … Schuld am Tod ihres kleinen Bruders. Seitdem leidet sie unter Monophobie, kann nicht alleine sein. Viele Jahre später, in Frankfurt lebend, hat sie ein traumatisches Erlebnis mit ihrem Partner – zurück bleibt eine gemeinsame Tochter und eine Narbe die von einem Säureangriff herrührt. Sie bricht alle Brücken ab, zieht in ihre alte Heimat Berlin und will noch mal von vorne anfangen. Doch um sie herum scheint es zu spuken: Der Kühlschrank in ihrem Haus ist gefüllt mit Dingen, die zwar auf dem Einkaufszettel standen, die sie aber nicht eingekauft hat. In ihrem Ladenlokal ist es aufgeräumt, obwohl sie sich sicher ist, dass ihre Tochter das Sushi auf der Theke vergessen hat, bevor sie eine Woche in Urlaub gefahren sind. Und das ist erst der Anfang eines irren Alptraums, der sich von Kapitel zu Kapitel steigert … und nicht nur Sarah an ihrem Verstand zweifeln lässt. Gibt es einen unheimlichen „Nachbarn“ der … auf den ersten Blick … gutes im Schilde führt? Auf den zweiten Blick aber nicht nur ihr nach dem Leben trachtet?

Meine Meinung: Sebastian Fitzek mal wieder in Hochform! Der Sog der Geschichte wird von Kapitel zu Kapitel stärker, die Spannung steigt Seite um Seite. Bis das man an dem Punkt ist, an dem die Uhrzeit egal ist … denn eigentlich müsste man … schlafen zum Beispiel … aber das geht nicht, denn die Kapitel sind kurz und jedes hat einen Cliffhanger und das nächste muss noch unbedingt gelesen werden … und dann noch eins … denn er kann es einfach: Seine Leserschaft um den Schlaf bringen! Mir hat das Buch mal wieder sehr, sehr gut gefallen, ich vergebe selbstverständlich die vollen fünf von fünf Punkte.

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