Profilbild von Marshall-Trueblood

Marshall-Trueblood

Lesejury Profi
offline

Marshall-Trueblood ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Marshall-Trueblood über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2020

Rasanter als der erste Teil

Das Ritual des Wassers
0

Inspector Ayala, der Kraken, erholt sich noch von seiner schweren Verletzung, als seine Jugendliebe Annabel tot aufgefunden wird. Wieder müssen Esti und Unai eine Reise in die Vergangenheit antreten, dabei ...

Inspector Ayala, der Kraken, erholt sich noch von seiner schweren Verletzung, als seine Jugendliebe Annabel tot aufgefunden wird. Wieder müssen Esti und Unai eine Reise in die Vergangenheit antreten, dabei geht es diesmal um Krakens eigene Vergangenheit.

Während der erste Band am Anfang ein wenig behäbig daherkam, startet dieser zweite Teil der Trilogie sehr rasant. Das hat die Autorin diesmal definitiv besser gemacht. Überhaupt: Die Fortsetzung hat mir insgesamt noch besser gefallen; vielleicht liegt es daran, dass ich die Namen sofort verbinden konnte, da hatte ich im ersten Teil etwas Schwierigkeiten. Auf das Wiedersehen mit Krakens Bruder und Großvater hatte ich mich sehr gefreut und da wurde ich auch nicht enttäuscht. Eva Garcia Saenz entwickelt mit ihrer Sprache eine Atmosphäre, die mich begeistert. Die beiden Handlungsstränge, die parallel aufeinander zu laufen sind schlüssig und durchgehend spannend entwickelt. Auch das Legen falscher Spuren ist für mich sehr gelungen.

Vieles hat die Autorin richtig gemacht, aber leider nicht alles. Das Finale ist mir zu sehr Kopie und das Ende doch eine Spur zu weichgespült. Vielleicht gelingt es der Autorin im dritten Band, da etwas Abwechslung reinzubringen. Trotz des Abzugs freue ich mich auf den dritten Teil.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2020

Gelungene Fortsetzung

Die vergessenen Kinder
0

Unmittelbar vor seiner Verhandlung tötet sich der Mörder Jason Medina im Gerichtsgebäude selber. Amaia Salazar gerät in ihren zweiten Fall in ihrem Heimatdorf, denn der Tote hat ihr eine Botschaft hinterlassen: ...

Unmittelbar vor seiner Verhandlung tötet sich der Mörder Jason Medina im Gerichtsgebäude selber. Amaia Salazar gerät in ihren zweiten Fall in ihrem Heimatdorf, denn der Tote hat ihr eine Botschaft hinterlassen: Tarttalo. Amaia stößt bei ihren Ermittlungen erneut auf ihre Vergangenheit, aber auch auf einen realen Tarttalo, der wie das Ungeheuer aus der baskischen Mythologie grausam vorgeht.

Erneut nimmt mich Dolores Redondo mit in die nordspanische Provinz Navarra und der Ausflug mit ihr ist wieder sehr gelungen. Ich begegne Amaia Salazar, die gerade Mutter geworden ist; auch das Verhältnis zu ihren Schwestern hat sich Vergleich zum ersten Band entspannt. So konzentriert sich der Mittelteil der Trilogie auf die Suche nach dem Bösen, das die Region unsicher macht und auf die schwierige Verbindung zu ihrer Mutter. Da tun sich Abgründe auf und auch ihre Schwester Flora scheint noch das ein oder andere Geheimnis zu bewahren. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich das Ganze im dritten Teil gestaltet.

Diesmal sehe ich darüber hinweg, dass ich die Diskussionen über Muttermilch bei der dritten Wiederholung überflüssig und auch nervig fand. Aber da habe ich ganz schnell weitergelesen; zu spannend und abwechslungsreich gestaltet sich Suche nach dem Tarttalo. Dabei versteht es die Autorin, falsche Spuren zu legen und den Verdacht von links nach rechts zu schieben. Der mystische Teil nimmt wieder einen nicht geringen Teil im Krimi ein, aber das hat für mich gepasst. Vielleicht kann man jetzt annehmen, der zweite Band ist nur eine Kopie des ersten. Aber wenn es so ist, gelingt es Dolores Redondo ausgezeichnet, diese Kopie noch rasanter auf mich wirken zu lassen, als es das Original geschafft hat.

Bei mir steigt die Vorfreude auf den Abschluss der Trilogie.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2020

Eine Reise in der Dunkelheit

Picknick im Dunkeln
0

Stan Laurel findet sich in absoluter Dunkelheit wieder. Er weiß nicht wo er ist, noch, wie er dorthin gekommen ist. Auf seiner Suche nach Licht trifft er auf Thomas von Aquin. Zusammen wandeln sie durch ...

Stan Laurel findet sich in absoluter Dunkelheit wieder. Er weiß nicht wo er ist, noch, wie er dorthin gekommen ist. Auf seiner Suche nach Licht trifft er auf Thomas von Aquin. Zusammen wandeln sie durch die Dunkelheit, veranstalten ein Picknick und überbrücken die 700 Jahre, die zwischen ihrer beiden Leben liegen.

"Picknick im Dunkeln" fällt für mich in die Rubrik: Hätte ich nie gelesen, wenn ich nicht in einer Lesechallenge darüber gestolpert wäre...und es hat sich gelohnt! Ich wusste nicht wirklich viel über Stan Laurel und Thomas von Aquin. Wahrscheinlich nur das, was alle wissen. Markus Orths gelingt das, was ich immer sehr schätze: Fakten dem Leser näher bringen, ohne den Oberlehrer raushängen zu lassen. Zusammen mit den zwei Protagonisten habe ich eine Reise in die Filmindustrie der 20er und 30er Jahre und in die Klöster des Mittelalters unternommen. Sehr kurzweilig, sehr unterhaltsam und natürlich auch witzig, wenn Stan Laurel erklären muss, was überhaupt ein Film ist. Ich habe auch erfahren, was die beiden Charaktere verbindet und war sehr gespannt, worauf der Autor am Ende hinaus will.

Die Lösung kann man mögen, kann man auch für Schwachsinn halten...mir hat sie sehr gut gefallen. Ich kann nur empfehlen, zusammen mit Stan Laurel und Thomas von Aquin in die Dunkelheit abzutauchen und das eigene Lachen zu suchen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2020

Gutes Verbindungsstück

1794
0

Jean Michael Cardell hat durch den Tod von Cecil Winge den Halt verloren, bis er von einer verzweifelten Mutter den Auftrag erhält, den Tod ihrer Tochter zu untersuchen. Zusammen mit Cecils jüngerem Bruder ...

Jean Michael Cardell hat durch den Tod von Cecil Winge den Halt verloren, bis er von einer verzweifelten Mutter den Auftrag erhält, den Tod ihrer Tochter zu untersuchen. Zusammen mit Cecils jüngerem Bruder Emil taucht er wieder in die Abgründe Stockholms ein.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie begeistert ich von 1793 war, und ich habe mich auf die Fortsetzung sehr gefreut. Mit den ersten Seiten war ich wieder im Stockholm der 1790er Jahre. Der Autor kann erzählen, der Roman entwickelt eine Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte. Wieder wird ein Bild in vier Jahreszeiten entworfen, bei dem ich lieber wegschauen möchte; wieder wird brutal, drastisch und blutig erzählt. Bekannte Personen tauchen auf, und sie sind immer noch Gefangene ihrer Zeit. Wieder ganz großes Kino. Da verzeihe ich Niklas Natt och Dag, dass der Kriminalfall sehr sehr dünn ist. Aber um den geht es auch nicht wirklich.

Vielmehr geht es auf der einen Seite um die Entwicklung des Ermittlers Cardell und auf der anderen Seite um das personifizierte Böse. Wie der Autor im Interview verrät, wird die Geschichte im dritten Band weitererzählt und nur so ergibt dieser zweite Band und sein offenes Ende einen Sinn, als Mittelteil einer Trilogie. Denn hier bleibt die Charakterisierung des Oberschurken oberflächlich und ich hoffe zum einen, dass das im dritten Band besser wird und zum anderen, dass das Schicksal von Anna Stina zu einem versöhnlichen Ende erzählt wird.

Für Leser geeignet, die den ersten Teil gelesen und wie ich geliebt haben und die mit einem würdigen Trilogie-Abschluss rechnen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2020

Mystisches Spanien

Das Echo dunkler Tage
0

Im Norden Spaniens werden die Leichen von drei jungen Mädchen gefunden. Die Einheimischen schieben die Schuld auf einen Basajaun, ein haariges Biest aus der baskischen Mythologie. Inspectora Amaia Salazar ...

Im Norden Spaniens werden die Leichen von drei jungen Mädchen gefunden. Die Einheimischen schieben die Schuld auf einen Basajaun, ein haariges Biest aus der baskischen Mythologie. Inspectora Amaia Salazar kehrt aus Pamplona in das Dorf ihrer Kindheit zurück, um einen realen Mörder zu überführen; aber sie muss sich auch ihren eigenen Dämonen stellen.

Auf die Autorin bin ich im letzten Jahr aufmerksam geworden; Alles was ich Dir geben will hatte mir nach Anlaufschwierigkeiten sehr gut gefallen.

Dieser Krimi ist schon älteren Datums und der Verlag sollte dringend eine Neuauflage starten! Er hat mir sehr gut gefallen. Für mich ist das wie Elizabeth George in Spanien mit einem Schuss Mystik. Auf die mystischen Elemente muss man sich einlassen, sie wurden mir jedenfalls nicht zu viel. Amaia Salazar muss an mehreren Fronten kämpfen: Der Fall um die drei toten Mädchen, ihre eigene Kinderlosigkeit, das Wiedersehen mit ihren nicht einfachen Schwestern und die Schatten der eigenen Vergangenheit; auf 400 Seiten muss sie alles bewältigen und zeigt dabei sehr menschliche Züge. Eine Ermittlerin, die nicht als Super-Woman daherkommt; sehr gut gemacht.

Die Autorin schafft es außerdem, spanische Mythen und die Schönheit ihres Landes in den Krimi miteinzubringen, ohne belehrend zu werden. Souverän hat sie mich durch den Krimi geführt, der spannend und logisch aufgebaut ist. Da steigt die Vorfreude auf den zweiten Teil, denn hier liegt der Auftakt zu einer Trilogie vor.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere