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Veröffentlicht am 03.08.2025

Healthy Romance über Chaos im Kopf und Selbstakzeptanz

Braver Than Ever
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Kurzmeinung: Band 1 mochte ich zwar lieber, aber auch das hier ist ein richtig tolles Buch. Es geht um Mut und Selbstakzeptanz, und neben einer Beziehung gibts auch wieder einen investigativen Fall für ...

Kurzmeinung: Band 1 mochte ich zwar lieber, aber auch das hier ist ein richtig tolles Buch. Es geht um Mut und Selbstakzeptanz, und neben einer Beziehung gibts auch wieder einen investigativen Fall für die London Lens, in dem es um Klimaschutz geht!

Danke an Lovelybooks, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Nachdem Stronger than Ever für mich letztes Jahr ein richtiges Jahreshighlight war, habe ich mich sehr gefreut, wieder zur London Lens zurückzukommen. Die chaotische Protagonistin Alice kennt man schon als beste Freundin von Josie, aber hier hatten wir die Chance, mal hinter das Chaos zu gucken und sie als Person kennenzulernen. Denn in ihrem Leben läuft vieles grade nicht so rosig. Im Verlauf des Buches lernt sie Josh kennen, der als Fotograf immer mal wieder mit ihrer Redaktion zusammenarbeitet. Josh, der sein Chaos besser im Griff hat – seit er die Diagnose ADHS hat.

Dieses Buch wird als „Healthy Romance“ beschrieben, und wie schon bei den Problemen von Josie und Ryan können sich Alice und Josh auf die Expertise der Unternehmenspsychologin Mrs. White stützen, und mit ihren Problemen (und der Verdachtsdiagnose ADHS) in einem sicheren Rahmen zu ihr kommen.

Die Stellen, in der psychologische Beratung relevant wird, wurden von der Psychologin Pia Kabitzsch begleitet, was für eine sehr realistische Darstellung sorgt. In meinen Augen wird auch keine Angst gemacht, sondern handfeste Tipps gegeben, sodass betroffene Leser*innen sich hoffentlich selbst besser verstanden und aufgehoben fühlen. Die Hilfsangebote bzlg. ADHS am Ende des Buches runden das Ganze auch nochmal ab.

Zudem hat das Buch noch einen kleinen Spannungsmoment, da das Magazin London Lens – der Arbeitgeber unserer Protagonisten – in einen neuen investigativen Recherchefall startet, bei dem es um die Marke Evergreen geht, die angeblich Kleidung aus Müll aus Afrika macht und sich gleichzeitig um Aufforstung kümmert. Angeblich, da es Vermutungen gibt, dass irgendwas an der Sache faul ist & die Charaktere im Buch gehen dem Ganzen nach. Das ähnelt Band 1, in dem es um einen Lebensmittelhersteller ging, bei dem auch irgendwas komisch war. Ich finde es toll, wie unaufgeregt die Autorin noch die Themen von Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Konsum (von Kleidung) mit in die Geschichte integriert.

Ansonsten hat mir vieles gut gefallen. Ich bin durch den tollen Schreibstil von Larissa Schira nur durch die Kapitel geflogen und habe besonders mit Alice richtig gut mitfühlen können. An den ersten Band kommt dieses Buch aber nicht so ganz für mich ran. Mir bleibt Josh etwas blass, und zum Ende hin wurde mir die Geschichte einfach viel zu schnell abgehandelt.

Trotzdem ein wirklich gutes Buch, mit einer sehr realistischen und Mut-machenden Darstellung von ADHS. Ich vergebe 4 Sterne und freue mich auf weitere Bücher der Autorin.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Brennende Reifen und Slow Burn Liebesgeschichte

Crushing Souls (Driven Dreams-Dilogie, Band 1)
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Ich liebs, wie die Autorin all ihre Reihen hier verknüpft: Karla und Henning aus Vielleicht, und die Royals aus Crumbling Hearts. Endlich kommt eine Dilogie nur übers Racing/Formel 1.
Ich hätte mir bei ...

Ich liebs, wie die Autorin all ihre Reihen hier verknüpft: Karla und Henning aus Vielleicht, und die Royals aus Crumbling Hearts. Endlich kommt eine Dilogie nur übers Racing/Formel 1.
Ich hätte mir bei der Beziehung etwas mehr Knistern gewünscht, und bei den Parts zum Rennfahren war ich manchmal etwas lost weil ich keine Ahnung von dem Sport habe. Aber es war trotzdem ein echt gutes & unterhaltsames Buch.

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Veröffentlicht am 11.07.2025

Solides Debüt, bei dem mir Tiefe und Spannung in der ersten Hälfte fehlen

A Dance of Lies
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Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag und Vorablesen, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin ehrlich: dieses Buch ist eins der ...

Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag und Vorablesen, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Ich bin ehrlich: dieses Buch ist eins der schönsten, das ich besitze. Dieses Cover mit der Glitzerfolie? Der blumige Farbschnitt? Der geprägte Einband? Ein Lesebändchen? Die bedruckten Innenklappen? Einfach wow.

Natürlich hat mich das Buch aber auch inhaltlich angesprochen. Grob gesagt geht es um Vasalie, die ehemals die Tänzerin des Königs war, bis er sie hat unschuldig in den Kerker sperren lassen. Nach 2 Jahren Gefangenschaft, die bei Vasalie zu unheilbaren körperlichen und psychischen Schäden geführt haben, lässt er sie wieder in den Palast holen: durch ihre tänzerischen Fähigkeiten soll sie eine Spionage-Mission für ihn durchführen. Gelingt ihr dies mit Erfolg, wird er ihr die Freiheit gewähren.

Also: Fantasy. Tanzen. Eine chronisch kranke Protagonistin. Das klingt nach einem perfekten Buch für mich – liebe ich doch selber das Tanzen, und kenne das Leben mit chronischen Schmerzen. Und das Buch hat auch einen wirklich guten Start. Vasalie wird aus dem Gefängnis befreit, ihr wird der „Deal“ vorgeschlagen, und ihr Training beginnt. Sie fängt an, wieder zu leben und zu tanzen. Dann beginnt das Treffen der Königshäuser und Vasalie kann sich unter die Tänzer schmuggeln und mit auftreten.

Es bahnen sich verschiedene Liebschaften an und es geht viel um Intrigen. Und da fängt das Buch für mich an, sich in die Länge zu ziehen. Das Worldbuilding war für mich nicht stark genug, dass ich so richtig die Politik verstanden habe, und somit auch nicht so richtig die Konflikte zwischen den verschiedenen, ineinander verschwimmenden Königreichen.

Die ganze Zeit habe ich auf die Magie gewartet, die für mich zu einem Fantasybuch dazugehört. Stattdessen wirkte es für mich eher wie ein Mittelalterbuch, in dem die Protagonistin ständig irgendwelche Side Quests durcharbeitet, und man nicht so richtig weiß, was überhaupt ihr Ziel ist. Zum Ende hin merkt man schon, was für Kräfte hier am Spiel sind – ich hätte mir trotzdem mehr gewünscht.

Und ich glaube, dieses Gefühl beschreibt mein Leseerlebnis eigentlich sehr gut: da war noch mehr Potential, das nicht ausgeschöpft wurde.

Es gab eine spannende Protagonistin mit einer verzwickten Hintergrundgeschichte und es gibt auch mehrere potentielle romantische Beziehungen mit Charakteren, aber so richtig am Mitfiebern war ich da nicht. Es passieren immer wieder spannende Dinge, vor allem am Ende, aber zwischendrin wird es langatmig – und es sollte die Kunst bei Fantasy sein, auch die weniger actionreichen Szenen mit Spannung zu füllen. Der Schreibstil war gut, ich habe es gerne gelesen aber zwischendurch hätten es noch mehr detaillierte Beschreibungen bezüglich des Worldbuildings sein können.

Ich hoffe, dass die Autorin im 2. Band (denn ja, es ist eine Dilogie – das hätte man aber vielleicht kommunizieren sollen, ich habe es zufällig über den Instagram-Account der Autorin erfahren) es schaffen kann, mehr Spannung und Tiefe aufzubauen.

A Dance of Lies ist ein solides Debüt, und das spannende Ende hat in mir genug Interesse geweckt, dass ich mir den 2. Band zumindest anschauen werde (wann auch immer er erscheint). Trotzdem sind bezüglich Spannung, Charakterisierung und Worldbuilding noch Schwachstellen zu finden, und ich lande bei einer Bewertung von 3.5 Sternen.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Jahreshighlight - man will direkt weiterlesen!

To Tempt a God
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Vielen Dank an LovelyBooks, die mir das Buch im Rahmen einer Leserunde zur Verfügung gestellt haben. Außerdem danke an NetGalley, über die ich ein Hörbuch zum Rezensieren bekommen habe. Meine Meinung ist ...

Vielen Dank an LovelyBooks, die mir das Buch im Rahmen einer Leserunde zur Verfügung gestellt haben. Außerdem danke an NetGalley, über die ich ein Hörbuch zum Rezensieren bekommen habe. Meine Meinung ist davon unabhängig.

Bis jetzt kannte ich von Anna Benning nur die Vortex-Reihe, die mir unheimlich gut gefallen hat. Für Dark Sigils hat mir immer die Zeit gefehlt, aber nach dem Lesen von To Tempt A God brauche ich unbedingt mehr von dieser Autorin!

Bei To Tempt A God handelt es sich um den Auftakt der dystopischen Jugendfantasy-Reihe „Götterlicht“, bei den Band 2 in 6 und Band 3 in 12 Monaten erscheinen wird. Die Erstauflage kommt mit einem wunderschönen Farbschnitt, und insgesamt ist das Buch sehr hochwertig aufgemacht. Die 22€ sind wirklich ein fairer Preis verglichen mit anderen aktuellen Buchpreisen, und die Wartezeit von insgesamt einem Jahr zwischen allen drei Bänden ist eigentlich auch ein guter Rhythmus. Wobei, klar: direkt weiterlesen wäre natürlich am schönsten 😉.

Worum geht es? Aurora ist ein Mensch, in einer von Engeln regierten Welt. Seit ihr Bruder nach einem Unfall im Koma liegt, versucht sie alles, um ihn am Leben zu erhalten – auch das illegale Sammeln von Himmelslicht, welches nur den Göttern vorbehalten ist. Dann wird Aurora an den Götterhof berufen, als Dienerin – ausgerechnet für Colden, den Sohn des schrecklichen Herrschergottes. Das Leben am Hof ist voller Machtspiele und Intrigen, und das Überleben für Menschen schwierig. Stück für Stück merkt Aurora, dass Colden gar nicht so grausam ist wie die anderen Götter – können die beiden gemeinsam die Ordnung von Silver City verändern?

Ich bin ehrlich: zu Beginn bleibt die Geschichte etwas vorhersehbar. Es gibt einen besten Freund mit unterdrückten Gefühlen für die Protagonistin; sie kann ganz knapp der Gefahr entkommen – nur um in allerletzter Minute doch noch für den Dienst der Götter „berufen“ zu werden, und natürlich ist ihr Gott ganz anders als alle anderen (nämlich nett) und auch ein ganz besonderer Gott (der Sohn des Herrschers).

Aber nach der Vortex-Reihe wusste ich: Anna Benning ist nicht 08/15, da kommt noch was Krasses. Und so war es auch. Besonders ab der 2. Hälfte ist das Buch unfassbar episch und richtig überraschend – ich habe mit wenigen Dingen, die passieren, gerechnet, und fand alles super stimmig. Im entferntesten Sinne hat mir das Buch Tribute von Panem Vibes gegeben, aber gleichzeitig war die Story wie nichts, was ich schon gelesen hatte.

Im Vergleich zu Vortex würde ich sagen: dieses Buch hier liest sich älter. Es wird nicht nur etwas spicy, es kommen auch überraschend brutale Szenen vor (hallo Tribute von Panem sag ich da nur). Aber ich fands gut!
Der tolle Schreibstil der Autorin sorgt auch dafür, dass man sich alles richtig gut vorstellen kann. Das 1A-Worldbuilding wird durch das Glossar nur sinnvoll unterstützt, und ich denke, dass es auch in den Folgebänden richtig gut sein wird, für einen kurzen Refresher dort rein blättern zu können.

Außerdem habe ich das Hörbuch, gelesen von Pia-Rhona Saxe, immer wieder gehört. Pia hat einfach eine wunderbare Stimme und kann die Story wunderbar umsetzen. Eine Runde Applaus für sie, dass sie sich für uns mit den Aussprachen der Engelssprache auseinandergesetzt hat – ihr Reel dazu ist einfach so lustig. Aber ja, ich fands einfach gut, ab und an mal in die Story reinzuhören und zu schauen, ob die Sachen so ausgesprochen waren, wie ich sie in meinem Kopf gesagt habe. Und ehrlicherweise fand ich das Buch so gut, dass ich beim Autofahren – wo ich halt nicht selbst lesen konnte – unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.

Insgesamt ist To Tempt A God ein absolutes Monats- bzw. Jahreshighlight für mich. Am Ende reiht sich Action an Action und die letzten Seiten lassen ganz viel Raum für Fragen und Theorien – natürlich ist Band 2 schon vorbestellt, ich will unbedingt weiterlesen.
Ich gebe 4.5 Sterne – für die vollen 5 war mir der Anfang nicht ganz stark genug.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Altersvorsorge mal anders

Very Bad Widows
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Vielen Dank an Vorablesen, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Very Bad Widows: Drei Frauen, die ein neues Leben wollen. Drei Männer, ...

Vielen Dank an Vorablesen, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

Very Bad Widows: Drei Frauen, die ein neues Leben wollen. Drei Männer, die ihnen im Weg stehen.

Das Konzept wirkt simpel, viel schwarzer Humor. Nach dem Unfalltod von Dave entdeckt seine Jetzt-Witwe Marlene, dass ihr Mann eine absurd hohe Lebensversicherung abgeschlossen hat. Und nicht nur Dave: auch die anderen drei Männer der Freundesgruppe haben diese Versicherung. Deren Ehefrauen schmieden einen Plan: ihre Männer loswerden, die Millionensumme kassieren und sich ein schönes Leben im Ruhestand machen. Das Problem? Die Ehemänner haben ein ähnliches Vorhaben…

Am Anfang war ich noch etwas verwirrt mit den ganzen Charakteren, aber im Grunde gibt es nur die zwei Parteien von Ehemännern und Ehefrauen, die jeweils in ihren Grüppchen auftreten und sich dort über das Geld und die Morde unterhalten. Und das ist gar nicht so abgebrüht, wie es klingt. Es kommt zu Missverständnissen, und der Frust der Beziehungen kommt ans Licht, sodass die Beweggründe für die angesetzten Morde irgendwie logisch erscheinen. Es ist definitiv ein Buch voll schwarzem Humor!

Weitere wichtige Charaktere neben den Paaren sind noch Padma, eine Casinomanagerin, und Hector, ein Friseur mit krimineller Vergangenheit. Das Casino ist ein wichtiger Schauplatz, da zwei der Ehemänner dort auch gearbeitet haben, und ein kleines Boot ist ebenfalls zentral für die Handlung. Aber viel mehr möchte ich auch nicht verraten; ihr sollt lieber selbst entdecken, wie die Charaktere sich selbst immer weiter verstricken in ihre Machenschaften.

Den deutschen Titel „Very Bad Widows“ finde ich auch gar nicht mal so ganz passend, weil ja eigentlich sowohl die Männer als auch die Frauen moralisch graue Dinge tun… der englische Titel „The Retirement Plan“ (dt. „Der Rentenplan“) fasst es eigentlich besser, aber klingt nicht mal halb so spannend…

Naja, was kann ich noch zu dem Buch sagen? Wichtige Prinzipien sind „happy wife, happy life“ und zu sehen, dass manchmal Abstand in Beziehungen gut tut, um Klarheit bezüglich seiner Gefühle zu bekommen. Das Buch hat einen richtig herzerwärmenden Epilog à la happy End, und dann kommt einfach noch ein Post Scriptum Kapitel, das die letzten offenen Fragen aus Sicht eines allwissenden Erzählers auflöst. Es war einfach so toll gelöst.

Very Bad Widows erhält von mir 4.5 von 5 Sternen und ist auf alle Fälle ein empfehlenswertes Buch für alle, die auch schwarzen Humor unterhaltsam finden.

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