Eine berührende (Liebes-)Geschichte
Mirror Of My Soul. Emil & PaolaIn „Mirror of my Soul“ geht es um Paola, die seit Jahren Gefühle für ihren besten Freund Emil hat. Als dieser ihr deutlich macht, dass er keine Beziehung will, wagt sie einen Neustart in Wien …
Das Konzept, ...
In „Mirror of my Soul“ geht es um Paola, die seit Jahren Gefühle für ihren besten Freund Emil hat. Als dieser ihr deutlich macht, dass er keine Beziehung will, wagt sie einen Neustart in Wien …
Das Konzept, das hinter dem Buch steckt, hat mich sofort angesprochen. Aus den 50 Seiten, die in anderen Romance-Büchern zwischen Third-Act-Breakup und Happy-End liegen, wird hier ein vollständiger Roman. Sowohl Paola als auch Emil nehmen getrennt voneinander verschiedene Therapieangebote wahr, um Probleme aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Einziges Manko an dieser Art, eine Liebesgeschichte zu erzählen, war für mich, dass der Prozess des Verliebens ausgespart wird und es wenige gemeinsame Szenen gibt. Hier hätte ich mir ein paar Rückblenden gewünscht, um die besondere Verbindung der beiden besser zu verstehen.
Die Protagonistin Paola war mir von Beginn an sympathisch. Ich fand es stark, dass sie ihr Wohlergehen priorisiert und Abstand zu Emil sucht, anstatt krampfhaft an der alten Dynamik festzuhalten.
Mit Emil bin ich hingegen nicht zu hundert Prozent warm geworden. Meiner Meinung nach hat er kaum Rücksicht auf Paolas Gefühle genommen – vielmehr hat er sie unnötig oft verletzt. Zwar macht er im Rahmen seiner Therapie eine Entwicklung durch, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass er sein Verhalten stärker reflektiert.
Wie bereits erwähnt, ist die Liebesgeschichte durch die räumliche Trennung an vielen Stellen eher eine Randbemerkung und es geht stärker um die Entwicklung der Protagonisten. Als Ausgleich dafür sind die Freunde von Emil und Paola sehr präsent. Besonders die Freundschaft zwischen Paola und ihrer Mitbewohnerin hat mir gut gefallen.
Ein kleines Highlight war zudem die Detailverliebtheit bei der Beschreibung des Settings, durch die Hamburg und Wien nicht wie beliebige Städte wirken, sondern zu einem lebendigen Teil der Handlung werden.
Alles in allem ein berührender Liebesroman, der seinen Fokus auf die individuelle Entwicklung der Protagonisten legt, dabei aber zum Teil die Beziehung etwas aus den Augen verliert.