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Veröffentlicht am 22.01.2026

Eine Ehe auf dem Prüfstand

Die Liebe, später
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Kora und Anselm, zwei gestandene Persönlichkeiten, sie eine erfolgreiche Journalistin, er Biologe, stehen mit ihrer Ehe an einem Scheideweg.

Jahrelang hatten die Beiden eine Wochenendbeziehung und dieser ...

Kora und Anselm, zwei gestandene Persönlichkeiten, sie eine erfolgreiche Journalistin, er Biologe, stehen mit ihrer Ehe an einem Scheideweg.

Jahrelang hatten die Beiden eine Wochenendbeziehung und dieser Wechsel zwischen Distanz und Nähe hat ihre Beziehung jung gehalten. Jetzt hat Anselm die Rente eingereicht und träumt von mehr Zweisamkeit und einem Libellenteich, den er im Garten bauen möchte. Die einige Jahre jüngere Kora muss nach einer Herz OP verkraften, dass man sie in ihrer Redaktion gerne in den Ruhestand schicken möchte. Hält ihre Ehe soviel Nähe aus? Hält sie das aus, Anselm jetzt permanent um sich zu haben?

Kora flüchtet zunächst einmal auf die Geburtstagsfeier ihrer ehemaligen Mentorin, und auch der Hilferuf eines entfernten Bekannten, ihr bei der Suche nach seiner verschwundenen Frau zu helfen, ist für Kora ein guter Vorwand die Auseinandersetzung mit der eigenen Ehe noch ein bisschen aufzuschieben.

Doch das Nachdenken und Reflektieren setzt trotzdem ein.

Bei diesem Buch habe ich ständig gedacht, ja genau, so fühle ich auch. Gisa Klönne hat genau die richtigen Worte für ein Lebensgefühl um die 60 gefunden, ganz klar nicht mehr jung, aber in der Selbstwahrnehmung noch längst nicht alt, jedoch für die Gesellschaft halt doch schon alt. Diese Angst sich als Paar im Alter nur noch schweigend gegenüberzusitzen auch wenn das zur Zeit gar nicht der Fall ist, kann ich sehr gut nachvollziehen.

Die Autorin hat einen gut lesbaren, sensiblen und nachdenklichen Schreibstil, der mir unglaublich gut gefallen hat. Zwischendurch streut sie kleine Auflistungen ein, z.b Fünf Dinge, die Anselm nicht von ihr weiß, oder Fünf Themen, über die Anselm nicht gerne spricht, Fünf Vorteile einer langjährigen Liebe. Das ließ mich kurz innehalten und für mich selbst reflektieren: „ Wie ist es denn bei mir und meinem Partner?“

Ein ganz großer Einschnitt in Kora‘s Leben war sicherlich ihre Herzerkrankung und die notwendige OP, die ihr und ihrem Mann die Endlichkeit des Lebens nochmal ganz deutlich vor Augen geführt hat. Ich glaube nach so einer Erfahrung ist man nicht mehr der Mensch, der man vorher war.

Die Kapitel mit der Überschrift „ Orionzeit“ , die immer wieder in der Geschichte auftauchen, beinhalten Kora‘s Ringen mit dem Tod und ihr langsames Zurückfinden ins Leben.

Gisa Klönne hat wirklich eine ganz wunderbare Liebesgeschichte geschrieben. Ich mochte sehr, dass ihre Protagonisten schon etwas älter und lebenserfahrener sind. So konnte ich mich prima mit ihnen identifizieren.

Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Viele überraschende Wendungen

Local Woman Missing – Du wirst sie nicht finden
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Eher zufällig bin ich an diese Geschichte geraten und hatte gar keine großen Erwartungen.

Das Setting ist eine amerikanische Vorstadt mit einer auf den ersten Blick netten Nachbarschaft. Beunruhigend, ...

Eher zufällig bin ich an diese Geschichte geraten und hatte gar keine großen Erwartungen.

Das Setting ist eine amerikanische Vorstadt mit einer auf den ersten Blick netten Nachbarschaft. Beunruhigend, dass eine junge Mutter nicht vom Joggen zurückkehrt und bald als vermisst gemeldet werden muss. Noch beunruhigender, dass kurz darauf eine weitere Frau und ihre sechsjährige Tochter verschwinden. Die Polizei tappt im Dunkeln, während die Autorin den Blick der Leser auf einen dunklen Keller lenkt , in dem ein Mädchen seit langer Zeit gefangen gehalten wird.

Immer wieder springt die Handlung von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück. Plötzlich taucht nach 11 Jahren die verschwundene Delilah wieder auf. Was ist passiert und hängen die Fälle der verschwundenen Frauen irgendwie zusammen? Die Autorin deckt immer mal wieder ein Puzzleteilchen dieser Geschichte auf und führte zumindest mich als Leserin beim Miträtseln konsequent in die nächste Sackgasse. So blieb es für mich die ganze Zeit spannend und das Ende war durchaus überraschend.

Vielleicht war dieser Thriller teilweise ein bisschen konstruiert, aber mich hat die Geschichte abgeholt und wunderbar unterhalten.

Ich hatte das Buch als Hörbuch vorliegen und hatte großen Spaß an der gelungenen Vertonung.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Abschlußband - Nicht der stärkste Teil der Reihe

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Nachdem ich erst kürzlich „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ das 2.Buch von Alena Schröder‘s Trilogie gelesen und sehr gemocht habe, war es jetzt schön Teil 3 gleich folgen zu lassen.

Der Schreibstil ...

Nachdem ich erst kürzlich „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ das 2.Buch von Alena Schröder‘s Trilogie gelesen und sehr gemocht habe, war es jetzt schön Teil 3 gleich folgen zu lassen.

Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt flüssig und gefühlvoll.

Ich war gespannt wie es in Hannah‘s Leben wohl weitergehen würde. Wie traurig, dass sowohl ihre Mutter Silvia, als auch ihre Großmutter Evelyn in dem Erzählstrang von 2023 nicht mehr leben. Hannah wirkt etwas orientierungslos, als sich überraschenderweise ihr Vater bei ihr auftaucht. Er, der ihre Existenz so viele Jahre ignoriert hat, möchte plötzlich, dass sie ihn, seine Frau und ihre beiden Halbbrüder kennenlernt. Hannah lässt sich darauf ein, vielleicht auch weil sie etwas einsam ist. Ihre beste Freundin ist gerade aufs Land gezogen und hat ein Baby bekommen. Kollegin Ulrike hat sie überrumpelt und ihren Neffen Justus bei ihr einquartiert, weil nach dem Auszug der Freundin ein Zimmer frei geworden ist. Soll Hannah ihren Vater wirklich in ihr Leben lassen? Hannah ist sich gar nicht sicher, ob das eine gute Idee ist.


Im 2. Erzählstrang gehen wir zurück nach Güstrow 1945. Der Krieg ist verloren. Marlen ist Kriegswaise und wird von der Malerin Wilma adoptiert und lebt fortan mit ihr und der alten Haushälterin Burgel in einem einsamen Haus am Stadtrand. Wilma‘s Mann Jon ist noch nicht aus dem Krieg zurückgekehrt. Marlen unterstützt Wilma beim Malen, hat offensichtlich Talent und lernt ganz viel von ihrer Ziehmutter. Da Wilma zunehmend an Sehkraft verliert, übernimmt Marlen die Malerei immer mehr, auch wenn Wilma die Werke immer noch selbst signiert, bevor sie sie verkauft. Marlen ist inzwischen erwachsen, doch ein eigenes Leben kann sie so nicht führen.

Die beiden Erzählstränge waren wirklich sehr verschieden und das Zusammenführen am Ende hat mich dann auch etwas enttäuscht, weil es sehr konstruiert wirkte und es nur einen hauchdünnen Zusammenhang zwischen beiden Geschichten gab.

Insgesamt mochte ich die Reihe aber ganz gerne. Jedes Buch kann auch für sich gelesen werden, das hat die Autorin gut hinbekommen. Ein runderes Bild bekommt man natürlich, wenn man alle 3 Bücher liest.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Schräg

Stadt der Hunde
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Der Gehirnchirurg Jaap Hollander ist nicht gerade ein angenehmer Zeitgenosse, als man ihm zu Beginn des Buches begegnet. Er ist in seinem Job brillant, was ihm die Macht verleiht andere Menschen zu benutzen ...

Der Gehirnchirurg Jaap Hollander ist nicht gerade ein angenehmer Zeitgenosse, als man ihm zu Beginn des Buches begegnet. Er ist in seinem Job brillant, was ihm die Macht verleiht andere Menschen zu benutzen und mit wenig Respekt zu behandeln. Für seine Patienten ist er der Lebensretter, für seine Mitmenschen oft ein Ekel. Inzwischen ist er im Ruhestand und geschieden. Doch dass seine Tochter vor zehn Jahren spurlos verschwunden ist, nagt an ihm, und er kehrt jährlich zu dem Ort zurück, an dem sie zuletzt gesichtet wurde, in der Hoffnung doch noch Spuren zu finden. Als er gebeten wird ein sehr riskante Gehirnoperation bei einer arabischen Prinzessin durchzuführen, wird ihm eine hohe Belohnung in Aussicht gestellt, mit der er seine Nachforschungen nochmal intensivieren könnte.

Jaap macht innerhalb dieser Geschichte eine Wandlung durch, die ihn demütig werden lässt und dazu bringt, gemachte Fehler zu bereuen.

Der Weg dorthin ist etwas schräg und sollte von Jedem selbst entdeckt werden. Ich fand den Roman auf jeden Fall unterhaltsam und wollte auch immer wissen was als nächstes passiert. Der Autor driftet mir aber zu sehr ins Absurde oder in den magischen Realismus. Damit habe ich zugegeben meine Schwierigkeiten.

Erstaunlich war für mich, dass er am Ende nochmal die Kurve kriegt und die Geschichte ein einigermaßen nachvollziehbares Ende bekommt.

Wer sich an z.b sprechenden Hunden nicht stört, dem könnte diese Geschichte durchaus gefallen.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Berührende Migrationsgeschichte

Vatermal
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„Vatermal“ ist eine Familiengeschichte, die unter die Haut geht.

Der Sohn, Arda, liegt mit Organversagen im Krankenhaus und es ist unklar, ob er es schaffen wird. Abwechselnd wird er von seiner Mutter ...


„Vatermal“ ist eine Familiengeschichte, die unter die Haut geht.

Der Sohn, Arda, liegt mit Organversagen im Krankenhaus und es ist unklar, ob er es schaffen wird. Abwechselnd wird er von seiner Mutter und seiner Schwester besucht, die seit 10 Jahren nicht mehr miteinander gesprochen haben. Vom Krankenbett aus schreibt er Briefe an seinen abwesenden Vater, über sein Leben, seine Träume, seine Gefühle.

Schon das Wort „Papa“ oder „Baba“ aufzuschreiben klingt für Arda seltsam, denn sein Vater ist für ihn eine Leerstelle, die er nur mit Erzählungen seiner Mutter und seiner Schwester füllen kann. Sein Vater ist zurück in die Türkei gegangen und hat Ümran mit den Kindern mittellos zurückgelassen.

Arda wächst mit seiner überforderten Mutter und seiner Schwester Ayla, im Ruhrgebiet auf. Er erzählt von seinem Leben mit Schikane und Rassismus, von Perspektivlosigkeit und geplatzten Träumen, einem Leben ohne Pass und ohne Geld. Die Figuren wirken sehr authentisch und der Roman wird sehr ehrlich und kraftvoll mit Zuhilfenahme von Jugendsprache zeitweise auch grob, dann wieder zart und humorvoll erzählt.

Die Tragik dieser Geschichte hat mich sehr berührt und ich werde sicher noch eine Weile darüber nachdenken.

Unbedingt lesen!

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