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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2026

Besessen

Tödliches Angebot
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Protagonistin und Ich -Erzählerin ist Margo, die ganz offensichtlich Einen an der Klatsche hat.

Klar, sie lebt in etwas beengten Verhältnissen und hat bei der Haussuche mit ihrem Mann einfach kein Glück, ...

Protagonistin und Ich -Erzählerin ist Margo, die ganz offensichtlich Einen an der Klatsche hat.

Klar, sie lebt in etwas beengten Verhältnissen und hat bei der Haussuche mit ihrem Mann einfach kein Glück, weil Sie mit einem „überschaubaren Vermögen“ immer wieder überboten werden. Man versteht auch, dass sie endlich glaubt ihrem größten Wunsch endlich näher zu kommen, als sie von einem Haus erfährt, dass noch nicht bei einem Makler gelistet ist.

Was sie aber in der Folge unternimmt, um dieses Haus zu bekommen, ist abgefahren.Sie steigert sich immer mehr in eine krankhafte Besessenheit, vernachlässigt ihre Arbeit, und keine Ahnung was für eine seltsame Beziehung sie mit ihrem Mann Ian führt. Hatte sie jemals moralische Grenzen, so verlieren sich diese vollständig im Verlauf der Geschichte.

Ich hatte das Hörbuch vorliegen, und es war kurzweilig und manchmal sogar humorvoll. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse, aber im Mittelteil gibt es so einige Längen.

Die Charaktere waren mir auch viel zu flach gezeichnet. Ich hätte schon gerne mehr Hintergründe zu den Figuren erfahren.

Es war auf jeden Fall mal ein anderer Ansatz, die ganze Geschichte aus Sicht einer unsympathischen und durchgeknallten Protagonistin zu lesen, aber so ganz überzeugt bin ich nicht.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Eine Drohne namens Elanus

Elanus
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Mit Jona hat sich die Autorin nicht gerade den sympathischsten Protagonisten einfallen lassen, aber das war ganz sicher ihre Absicht. Der 17jährige ist hochbegabt und kommt zumindest am Anfang reichlich ...

Mit Jona hat sich die Autorin nicht gerade den sympathischsten Protagonisten einfallen lassen, aber das war ganz sicher ihre Absicht. Der 17jährige ist hochbegabt und kommt zumindest am Anfang reichlich überheblich rüber, als er gleich am ersten Tag meint dem Professor im Vorlesungssaal demonstrieren zu müssen, wie schlau er ist. Nicht ohne Grund haben seine Eltern darauf bestanden, dass er bei einer Familie unterkommt und erst mit 18 in ein Studentenwohnheim umziehen darf. Seine Sozialkompetenz ist deutlich ausbaufähig.

Auf Zurückweisung reagiert Jona dann auch erwartungsgemäß beleidigt und lässt sich zu einem kindischen Streich hinreißen, der ordentlich nach hinten losgeht. Als genau der Professor bei dessen Vorlesung er gestört hat am nächsten Tag tot ist, hat er ein schlechtes Gewissen und will herausfinden, was passiert ist, denn irgendetwas stimmt mit dieser Uni nicht und mit seiner Gastfamilie auch nicht.

Seine selbstgebaute Drohne Elanus ist ihm bei seiner Recherche eine große Hilfe. Man kann allerdings auch Mädchen damit hinterher spionieren und hat dann plötzlich ein zusätzliches Problem.

Gerade die Verbindung von technischen Neuheiten und spannender Geschichte finde ich immer wieder klasse bei der Autorin.



Auch dieses Jugendbuch war wieder sehr nett und unterhaltsam, so wie ich es von Ursula Poznanski gewohnt bin. Ich hatte eine gut Zeit mit dem Buch, und es war für zwischendurch genau das Richtige.

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Veröffentlicht am 24.04.2026

Die Nebenpfade im Leben betreten

Statt aus dem Fenster zu schauen
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Als Sophie bei Ebay Kleinanzeigen auf kaufen klickt, ist sie von sich selbst überrascht und vielleicht auch etwas schockiert. Sie hat 3000 Euro , also ihr komplettes Sparguthaben in ein Haus investiert, ...

Als Sophie bei Ebay Kleinanzeigen auf kaufen klickt, ist sie von sich selbst überrascht und vielleicht auch etwas schockiert. Sie hat 3000 Euro , also ihr komplettes Sparguthaben in ein Haus investiert, dass irgendwo in der Einöde im Osten Deutschlands liegt.

Wow, das ist mal ein Move! Sophie lässt ihr Studium erst einmal „pausieren“, kündigt ihr WG Zimmer und macht sich mit nicht mehr als einem Rucksack und einem Fahrrad per Bahn einmal quer durchs Land auf den Weg zu ihrem Haus. Das Haus ist eine Bruchbude, aber im Gegensatz zu Anderen, die jetzt schreiend davongelaufen wären, will Sophie nicht aufgeben und bleibt. Sie hat zwar keine Ahnung, aber es gibt nichts, was man per Youtube Video nicht lernen könnte.

Ich mochte das Debüt von Anna Katharina Scheidemantel wirklich sehr. Ihre Protagonistin ist zwar zunächst etwas naiv aber sie lernt schnell Entscheidungen zu treffen, Probleme zu lösen und wird mit den Konsequenzen ihres irrwitzigen Kaufes erwachsen.

Sie lernt, dass es ungemein befriedigend ist etwas mit den eigenen Händen zu schaffen, weiß schnell die Ruhe und die neue Freiheit zu schätzen. Doch ob das Leben als Landfrau ihr Weg sein wird oder nicht und die Frage, die damit einhergeht, wer sie eigentlich sein möchte im Leben, das muss sich erst noch herauskristallisieren.

Ich hatte das Hörbuch vorliegen, welches von Chantal Busse wunderbar eingesprochen wurde und empfehle das Buch unbedingt weiter an Personen, die so ein Aussteigerleben gerne mal in ihrem Safe Space durchspielen möchten. Also, man bekommt schon Lust auf Hühnerhaltung!

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Leider enttäuschend

No Way Home
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Die Personenkonstellation ist in diesem Roman wieder ganz typisch T.C.Boyle, durchweg unsympathisch.

Da ist zum einen der Assistenzarzt Terry Tully aus Los Angeles. Er erfährt, dass seine Mutter verstorben ...

Die Personenkonstellation ist in diesem Roman wieder ganz typisch T.C.Boyle, durchweg unsympathisch.

Da ist zum einen der Assistenzarzt Terry Tully aus Los Angeles. Er erfährt, dass seine Mutter verstorben ist und ihm, ihrem einzigen Kind ihr Haus in einer Kleinstadt in der Wüste im Umkreis von Las Vegas vermacht hat. Die Gegend sagt ihm eigentlich gar nicht zu, aber das Haus verkaufen und seinen Studienkredit abbezahlen, scheint doch ein vernünftiger Plan zu sein. Er reist an, um alle Formalitäten zu erledigen und lernt am Abend in einer Bar Bethany kennen. Bethany ist gerade aus ihrer Wohnung rausgeflogen und sieht in Terry einen Ausweg aus ihrer mißlichen Lage zu kommen. Sie ist eine manipulative Person, optisch sehr ansprechend und wickelt den jungen Arzt mühelos um den Finger. Kaum das er wieder geradeaus gucken kann, ist sie schon bei ihm eingezogen und macht sich unentbehrlich. Der Hund seiner Mutter ist auch so ein Problem, denn nach Los Angeles mitnehmen, kann er den nicht. Bethany kümmert sich eher schlecht als recht, aber sie kümmert sich.

Das Haus verlottert, denn Bethany ist eher eine Partymaus als eine Hausfrau. Ärger droht auch durch Bethany‘s Exfreund Jesse, von dem sie nicht loskommt und der seinerseits diesen Spießer an ihrer Seite nicht ertragen kann.

T.C. Boyle reizt diese toxische Dreierbeziehung bis zur Schmerzgrenze aus und am Ende flüchtet er sich nach der immer mehr eskalierenderen Spirale der Eifersucht zwischen den Kontrahenten in ein offenes Ende.

Leider fand ich diesen Roman enttäuschend, sehr viele Längen, Klischees ohne Ende, vielfach vorhersehbar und keine aktuellen Themen, die mit eingeflossen wären in seinen Text. Für seine Gesellschaftskritik ist der Autor doch eigentlich bekannt. Schade, keine Empfehlung, aber bitte unbedingt andere Bücher von T.C. Boyle lesen, z.b. Blue Skies!



2,5 Sterne

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Coaching oder Umerziehungslager

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene Buchholz ist eine erfolgreiche Managerin, die dem Unternehmen schwarze Zahlen beschert, deren Führungstil von ihren Mitarbeitern aber nett formuliert als ausbaufähig beschrieben wird. Dennoch, ...

Marlene Buchholz ist eine erfolgreiche Managerin, die dem Unternehmen schwarze Zahlen beschert, deren Führungstil von ihren Mitarbeitern aber nett formuliert als ausbaufähig beschrieben wird. Dennoch, sie soll demnächst als CEO die Führung des Konzerns übernehmen und wird zur Steigerung ihrer Empathiefähigkeiten auf ein Achtsamkeitsseminar geschickt. Marlene ist alles andere als begeistert, aber was bleibt ihr übrig, sie will die Beförderung unbedingt.

Mit viel Humor und einem locker, leichtem Schreibstil entwickelt Maxim Leo eine Geschichte, deren Ende man zwar ein bisschen vorausahnt, die aber dennoch einige unerwartete Wendungen hat. Es macht einfach Spaß der taffen Managerin bei ihrer Wandlung zu folgen . Der ewig positive Coach Alex kämpft in seinem Inneren dann auch mit Selbstzweifeln und kann die Strategien, die er unterrichtet so gar nicht auf sich selbst anwenden.

Manches Klischee wird gestreift doch das verzeiht man gerne, da die Geschichte äußerst unterhaltsam erzählt wird. Ich hatte das Hörbuch vorliegen, welchen hervorragend von Vera Teltz eingesprochen wurde. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich die Geschichte durchgehört.

Mein Fazit: sehr kurzweilig und unterhaltsam

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