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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.08.2020

Noch nie hat mich ein Liebesroman so sehr enttäuscht.

A is for Abstinence
1

Der erste Band der Kellywood-Dilogie „V is for Virgin“ hat mich insofern unterhalten, dass er mir noch einmal aufzeigt hat, wie verwirrend und provokant das Thema Sexualität in der Schule ist. Da mich ...

Der erste Band der Kellywood-Dilogie „V is for Virgin“ hat mich insofern unterhalten, dass er mir noch einmal aufzeigt hat, wie verwirrend und provokant das Thema Sexualität in der Schule ist. Da mich der erste Band doch recht gut unterhalten hat, durfte das Lesen der Fortsetzung „A is for Abstinence“ nicht ausbleiben. Mit Ernüchterung musste ich leider feststellen, dass mich ein Liebesroman noch nie so sehr enttäuscht hat wie dieser.

„A is for Abstinence“ setzt einige Jahre nach der Handlung des ersten Bandes an: Kyle und Val sind nun zwei erwachsene Charaktere, die erfolgreich mit beiden Beinen im Leben stehen. Zwar denkt Kyle, dass er seine rebellische Phase ausgelebt hat – natürlich ist das nicht der Fall -, aber Val ist mittlerweile die Verkörperung einer bodenständigen, fokussierten Karrierefrau geworden, die aufgrund ihrer Arbeit von der Gesellschaft wie eine Heilige verehrt wird. Das Umschwärmen ihrer Freunde und Arbeitskollegen/innen empfinde ich persönlich als viel zu überspitzt und nicht authentisch. Im ersten Band habe ich sowohl ihren jugendlichen Charme als auch die kurze Zündschnur liebgewonnen. Im zweiten Band ist nichts mehr davon übrig, im Gegenteil, sie ist eine ja-sagende, ewig jammernde, inkonsequente Frau, die absolut nicht mehr für sich einstehen und unfassbar leicht um den Finger gewickelt werden kann! Wer auf ein romantisches oder auch spritziges Ende zwischen Kyle und Val hofft, wird hier restlos enttäuscht werden, denn die Themen „Virgin“ und „Abstinence“, die im ersten Band zentral behandelt wurden, werden vor allem am Ende, das ich äußerst beschämend und sinnlos finde, über den Haufen geworfen.

Ich hatte schon immer Schwierigkeiten Kyle und Val als Paar zu sehen, aber im zweiten Band wollte ich das frustrierende Szenario am liebsten allemal abbrechen. In den Dialogen zwischen den beiden Charakteren geht es immer nur um die zwei Beziehungsansichten, die jeweils fanatisch durchgesetzt werden wollen. Da Kyle immer wieder mit dem Thema „Sex“ drängt – er lernt einfach nicht dazu – und der Val ihre ach-so-wichtigen Prinzipien doch nicht so wichtig sind, wird der Handlungsstrang monoton und vorhersehbar. Ich habe bei keinem Aufeinandertreffen der beiden Charaktere Gefühle wahrgenommen, eher Lesefrust meinerseits. Von Kyle kann man leider auch nicht behaupten, dass er überhaupt rational denken kann, denn warum sollte Val zum Beispiel nicht sauer werden, weil er bei einem Dreh mit ihrer besten Freundin herumknutscht. Das Niveau sinkt im zweiten Band. Manche Entscheidungen, vor allem die am Ende des Romans, konnte ich einfach nicht nachvollziehen. Wenn ich ehrlich bin, hat sich die Handlung im zweiten Band nur im Kreis gedreht und absolut nichts Neues geboten. Ich bin enttäuscht.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Gefühl
Veröffentlicht am 06.06.2020

Dramatisch, humorvoll, aber auch kritisch.

V is for Virgin
0

Val Jensen ist selbstbewusst, charismatisch, unglaublich verliebt und hält besonders an einen Punkt in ihrem Leben fest: Ihr erstes Mal wird mit ihrem wundervollen Ehemann geschehen. Dass ihr ungeduldiger ...

Val Jensen ist selbstbewusst, charismatisch, unglaublich verliebt und hält besonders an einen Punkt in ihrem Leben fest: Ihr erstes Mal wird mit ihrem wundervollen Ehemann geschehen. Dass ihr ungeduldiger Freund, dem sie es an einem romantischen Abend erzählt, völlig ausrastet, sie stehen lässt, um am nächsten Schultag gleich mit ihrer „Erz-„Feindin eine unbedeutende Liebschaft anzufangen, lässt Val begründet ausrasten. Enttäuschung und Wut ist bekanntlich keine gute Mischung! Nach einem verbalen Frustabbau, der auch ziemlich unter die Gürtellinie geht, wird Val berühmt, da sie ihre Entscheidung bezüglich ihrer Jungfräulichkeit lauthals in der Schulkantine herausposaunt hat. Val wird zu „Virgin Val“ und „Virgin Val“ geht ungewollt viral! Als Val plötzlich von einigen Mitschülern und Mitschülerinnen Zuspruch erhält, juckt es Val in den Fingern, ein Zeichen zu setzen – Niemand sollte sich dazu gedrängt fühlen und" es" einfach tun, weil es alle machen. V is for Virgin und A is for Abstinence. Im Gegensatz zu Rockstar und Teenieschwarm Kyle Hamilton, der alles daransetzen will, die hitzige Val um den Finger zu wickeln und ihre Entscheidung vergessen zu lassen…

Ich wollte „V Is For Virgin“ aus zwei Gründen lesen: Zum einen ist die Thematik „Virgin“ insbesondere in einem Jugendroman außergewöhnlich spannend und neu. Zum anderen wollte ich ein unterhaltsames Buch mit humorvollen Charakteren, viel Drama und laut dem Klappentext einen hitzigen Wortwechsel zwischen zwei Charakteren, die sich absolut auf verschiedenen Ebenen befinden: Val und Kyle. Mittlerweile wird der Roman seitens einiger Leser und Leserinnen stark kritisiert: Slutshaming etc. Die Hauptprotagonistin und ein Nebencharakter schlagen in vereinzelten Szenen über die Stränge, denken und sagen etwas, dass pädagogisch nicht wertvoll ist. Die Kritik seitens einiger Äußerungen und Verhaltensweisen kann ich voll und ganz verstehen, doch für mich steht der Unterhaltswert im Fokus des Lesens und „V Is for Virgin“ hat mich nun einmal durchweg außerordentlich gut unteralten, weshalb mir die Punktevergabe natürlich schwerfällt.

„V is for Virgin“ hat mich insofern unterhalten, weil es mir noch einmal aufzeigt hat, wie verwirrend das Teenagerleben in der Schule ist. Zwar gibt es das ein oder andere Klischee, aber Val ist eine mutige, schlagfertige und scharfsinnige Protagonistin, die mit ihrem facettenreichen Charakter Schwung in die Geschichte bringt. Sie setzt eine Bewegung in Gang und gerät dabei noch in ein Chaos der Gefühle, die sie zu überwältigen droht. Sie während dieser chaotischen Reise zu begleiten, hat unglaublich viel Spaß gemacht. Vor allem da ich nicht wusste, wie es mit Rockstar Kyle Hamilton ausgehen bzw. welche Rolle er in diesem Roman einnehmen wird. Die Ungewissheit ist der Reiz.

Kelly Oram hat einen äußerst lockeren, angenehmen Schreibstil, der genau in den richtigen Szenen, rasant und gefühlvoll werden kann. Es wird gestritten, geweint, geliebt – der Leser wird mitgerissen und gerät oftmals zwischen die Fronten. Alles in allem hat „V is For Virgin“ meine Leseinteressen erfüllt und mich gut unterhalten können. Ein Aufruf trotz der guten Bewertung: Lest kritisch und tauscht euch aus, denn der Jugendroman vermittelt unter anderem ein paar ablehnenden Werte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Geschichte
  • Figuren
Veröffentlicht am 10.02.2020

Beeindruckend. Mitreißend. Ein Lesehighlight im neuen Jahr!

A Wish for Us
3

„A Wish For Us“ ist ein New Adult Roman von Tillie Cole und erhält von mir fünf von fünf Herzen. Ein wortgewaltiger Liebesroman, der sich mit originellen, äußerst tiefgründigen Themen auseinandersetzt ...

„A Wish For Us“ ist ein New Adult Roman von Tillie Cole und erhält von mir fünf von fünf Herzen. Ein wortgewaltiger Liebesroman, der sich mit originellen, äußerst tiefgründigen Themen auseinandersetzt und sich vom Rest der Neuerscheinungsflut abhebt. Wenn dich die Charaktere mit nur wenigen Worten und doch unscheinbaren Gesten zum Weinen bringen, weißt du, dass die Autorin eine Meisterin ihres Faches ist. Kann die Handlung noch dramatischer und emotionaler werden? Definitiv, denn Tillie Cole hebt alles auf die nächste Ebene. Beeindruckend. Mitreißend. Mein Lesehighlight im Januar!

Story 5/5
Charaktere 5/5
Gefühle 5/5
Spannung 5/5
Schreibstil 5/5
Ende 5/5

Infolge der Schwärmereien meiner Freunde hatte ich mich vor dem Lesen schon eingestellt, dass mich Tillie Cole mit einer äußerst gefühlsbetonten Liebesgeschichte überraschen wird, aber auf diese geballte emotionale Wucht war ich absolut nicht vorbereitet. „A Wish For Us“ entpuppt sich als Monatshighlight – ein Buch, das ich definitiv öfter lesen möchte und werde!

Obwohl der männliche Hauptprotagonistin Cromwell – ein sehr erfolgreicher 19-jähriger Newcomer-DJ – zunächst sein Bestes gibt, seine schlechten Eigenschaften aufzuzeigen, um die Menschen um sich herum wegzustoßen, hat er eine besondere Faszination ausgeübt, der ich von Anfang an erlegen war. Es ist gewollt, dass der Leser diesen unzufriedenen, uncharmanten, schroffen jungen Mann zunächst abstoßend findet, aber viel interessanter ist es dann, seine facettenreiche Charakterentwicklung mitzuerleben. Cromwell ist ein Einzelgänger, verbirgt eine inspirierende Vergangenheit und ist Synästhetiker – ein Aspekt, der in diesem Buch noch eine sehr wichtige Rolle einnehmen wird. Vor allem ein origineller Aspekt, den mich dazu verleitet hat, mehr über diese Gabe bzw. Fluch, wie Cromwell es nennen würde, zu erfahren.

– „Was hörst du, Cromwell?“, fragte mein Vater.
Ich schloss die Augen und lauschte dem Stück. Farben tanzten vor meinen Augen.
„Klavier. Violinen. Celli…“ Ich holte tief Luft. „Ich kann Rot, Grün und Rosa hören.“ – S. 10

Als Cromwell auf die ehrgeizige Bonnie trifft und ein Musikprojekt mit ihr anfertigen muss, könnte seine Laune nicht tiefer in den Keller sinken. Bonnie ist das komplette Gegenteil: ambitioniert, liebenswürdig, fürsorglich. Eine junge Frau, die sich als einzige Person traut, dem verdrossenen „Superstar“ gehörig die Meinung zu geigen. Ein abwechslungsreicher, äußerst humorvoller Schlagabtausch folgt dem nächsten! Ich bin ein großer Fan davon, wenn die Hauptprotagonisten sich zunächst provozieren, Grenzen austesten und ausersehen über die Stränge schlagen. Ich habe mich köstlich amüsiert und jede spannungsgeladene Szene verschlungen.

– „Deine Musik hat keine Seele“, platzte sie heraus. Meine Kippe blieb auf halbem Weg zum Mund stecken. Irgendwas an ihren Worten verpasste mir tatsächlich einen Stich. – S. 13

Doch jetzt zu dem Punkt, der mein Herz schneller schlagen lässt: meine Betroffenheit. Der Schreibstil ist wortgewaltig – anders könnte ich ihn nicht beschreiben! Meine Rezension könnte quasi nur aus Zitaten bestehen, um euch diese geballte emotionale Kraft aufzuzeigen. Die Verletzlichkeit, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit der authentischen Charaktere, die mich mit nur einer einzigen Geste zum Weinen bringen konnten, hat man vor allem ab der Hälfte des Buches am eigenen Körper gespürt – Gänsehaut, Kloß im Hals, klammes Gefühl in der Bauchgegend. Ich saß während des Lesens atemlos im Zug - der Schaffner musste mich mehrere Male ansprechen, damit ich wieder aus der Trance erwache. Und wenn man denkt, dass die Geschichte nicht dramatischer und emotionaler werden könnte, hebt Tillie Cole alles wieder auf die nächste Ebene. Beeindruckend. In diesem ganzen emotionalen Chaos kam mir nur ein einziges Mal der Gedanke, dass wirklich viele Zufälle nacheinander geschehen, aber rückblickend kann das Buch auch noch so viele Schwächen haben – in diesem Roman werden so viele verschiedene tiefgründige Themen und Werte behandelt, die mich allesamt äußerst ergriffen haben.

– Meine Sinne waren so überwältigt, dass ich kaum atmen konnte. Ich sah Farben und Feuerwerk. Schmeckte Süßem roch ihren Duft und atmete ein, wer sie war. Linien und Formen und Töne und Farben, leuchtend und matt. Das alles traf mich wie eine Flutwelle. Und ich ließ es herein. Wie ein brechender Damm. Ich ließ sie herein. – S. 181

„A Wish For Us“ zeigt, dass Kommunikation keine Worte braucht, um Gefühle beim Leser aufkommen zu lassen. Cromwell und Bonnie sind Charaktere, die eine besondere Beziehung zu Worten pflegen und diese Faszination ist ansteckend. Sie teilen eine Leidenschaft – die Musik –, die ich niemals in diesem Maße ansatzweise verstehen werde, aber mit jeder Geste und jeder Mimik, die wiederum auf einer ganz besonderen gefühlvollen Art und Weise vermittelt werden, näher an mich heranlasse. Mein Herz wurde unzählige Male gebrochen - wieder und wieder. Ich hatte keine Zeit mich zu sammeln. Die Zeit habe ich mir aber auch nicht genommen, denn ich war viel zu eingebunden. Den einzigen Kritikpunkt, der mir am Herzen liegt, ist die fehlende Triggerwarnung am Anfang des Buches, die angesichts vieler schwieriger Thema negative Reize beim Leser auslösen könnte.

Dieser Liebesroman zieht den Leser in den Bann, lässt ihn staunen, mitfiebern, über den poetischen Schreibstil schwärmen. Eine Liebesgeschichte, die sich mitunter vielen anderen aufgrund origineller Themen abhebt und im Meer von Neuerscheinungen nicht in Vergessenheit geraten wird. Mein erster Tillie Cole Roman und definitiv nicht mein letzter!

  • Gefühl
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.10.2019

Ein absolutes Highlight!

The Difference Between Us
1

„The Difference Between Us“ ist der zweite Band der „Opposites Attract“-Reihe von Rachel Higginson und erhält von mir - wie auch der erste Band - wieder volle 5 von 5 Herzen. Erst Vera und Killian, jetzt ...

„The Difference Between Us“ ist der zweite Band der „Opposites Attract“-Reihe von Rachel Higginson und erhält von mir - wie auch der erste Band - wieder volle 5 von 5 Herzen. Erst Vera und Killian, jetzt Molly und Ezra – eine Liebesgeschichte mit hitzigen Wortgefechten, berührenden Gesten und einer Tiefe, die unter die Haut geht. Ich habe mich wieder köstlich amüsiert. Wenn es um Humor geht, kann keiner Rachel Higgsinson das Wasser reichen! Ich habe gelacht, geweint, mitgefiebert und vor Wut geschäumt. Klasse! Ein Monatshighlight, das ich nur weiterempfehlen kann.

Story ♥♥♥♥♥/5
Charaktere ♥♥♥♥♥/5
Gefühle ♥♥♥♥♥/5
Spannung ♥♥♥♥♥/5
Schreibstil ♥♥♥♥♥/5
Ende ♥♥♥♥♥/5

„The Difference Between Us“ ist der zweite Band der „Opposites Attract“-Reihe von Rachel Higginson und eine Neuerscheinung, auf die ich mich besonders gefreut habe. Nachdem sich der erste Band „The Opposite Of You“ als Monatshighlight herausstellte, stand für mich fest, dass ich alle Liebesromane von Rachel besitzen, lesen und lieben werde – und ich wurde keineswegs enttäuscht!

Nach dem gefühlvollen Liebeschaos zwischen Vera und Killian konzentrieren wir uns im zweiten Band auf Veras quirlige Freundin Molly und Killians strengen „Bruder“ Ezra. Die beiden Persönlichkeiten haben wir zwar im ersten Band als Nebencharaktere mehr oder weniger kennengelernt, aber ihre Stärken und Schwächen, Ängste und Sehnsüchte erfahren wir jetzt endlich in „The Difference Between Us“. Da Rachel Higginson die Nebencharaktere – in jedem Band – sehr stark in die Geschichte miteinbezieht, habe ich die liebenswürdige Molly und den schroffen Ezra schon lange ins Herz geschlossen. Beide haben unterschiedliche Ansichten auf das Leben und die Arbeit – Molly ist sensibel und kreativ, Ezra hingegen das Ebenbild eines kaltherzigen Geschäftsmannes -, dementsprechend sind die beiden im ersten Band schon unangenehm aneinandergeraten. Natürlich zum Missfallen von Vera und Killian, die sich eine lockere und angenehme Atmosphäre im Freundeskreis wünschen. Zumal die Hochzeit der beiden bevorsteht, müssen Ezra und Molly endlich ihre Sturheit ablegen und sich als harmonische Trauzeugen behaupten. Schon allein dieser Punkt lässt mich Schmunzeln: Ezra und Molly, die Streithähne, sollen zusammenarbeiten? Unmöglich! Es kann nur witzig werden!

– Ich hingegen war auf Ezras Bewunderung und Respekt nicht angewiesen. […] Überhaupt gab ich mich nur wegen der Verlobungsparty mit ihm ab. Sobald die vorüber war, wollte ich nichts mehr mit ihm zu tun haben, und am liebsten wäre mir, er würde vergessen, dass ich existierte. – S. 31

Zu Beginn des Lesens war ich wahnsinnig gespannt auf die Lebensgestaltung der beiden Charaktere und ich wurde nicht enttäuscht. Wir begleiten die 27-jährige Molly dabei, wie sie ihren Job bestreitet, mit Vera lustige Dinge unternimmt und versucht, die Karriereleiter mit Selbstbewusstsein zu erklimmen. Außerdem versucht sie mit aller Macht, eine Begegnung mit Ezra zu vermeiden – die jedes Mal katastrophal endet! Ich habe oft Tränen gelacht, weil die Szenen so humorvoll gestaltet wurden und die beiden sich hitzige Wortgefechte liefern können! Gegensätze ziehen sich laut einer Volksweisheit in Liebesdingen bekanntlich an, aber ist diese Theorie auch auf die Beziehung zwischen Ezra und Molly übertragbar? Findet es heraus! Ich habe mich auf jeden Fall köstlich amüsiert.

– Ezra Baptiste war einer der unerträglichsten Männer, die mir je begegnet waren. Arrogant, herablassend und verschämt gut aussehend, besaß er all die Wesenszüge eines Menschen, mit dem ich nichts zu tun haben wollte. – S. 33

Ezra hingegen scheint mit seinem Erfolg im Leben sehr zufrieden zu sein: zahlreiche Geliebte und eröffnete Restaurants, Geld, Macht und eine Attraktivität, der die meisten Frauen erlegen sind. Da wir die Geschichte nur aus Molly Sicht erleben, wissen wir zunächst nicht, ob mehr hinter dem hochmütigen Ezra steckt. Doch eine Frau wie Molly mit einem so großen Herz, die für ihre Liebsten kämpft und im Notfall Paroli bieten kann, scheint er nicht gewohnt zu sein. „The Difference Between Us“ würde keine fünf von fünf Herzen erhalten, wenn mich die emotionale Tiefe nicht so berührt hätte. Wir erfahren, wie es um Ezra steht: eine schwierige Vergangenheit. Auch Molly hat ihre Päckchen zu tragen. Es wird ein wichtiges Thema angesprochen, das sehr sensibel behandelt wird – dank Ezra, der im zweiten Band die eiskalte Maske fallen lässt! Ich bin durch und durch begeistert! Ezra ist eine Wundertüte, Molly ist die Güte in Person und es hat unheimlich Spaß gemacht, die beiden im zweiten Band zu begleiten. Nicht nur Molly hat sich Hals über Kopf in Ezra verliebt.

– Er lächelte breit und aufrichtig, auf ungewohnte Weise sanft, und setzte sich mir gegenüber. Das mag der Moment gewesen sein, in dem ich mich in ihn verliebte. Und wenn es nicht Liebe war, dann auf jeden Fall Begehren. Ziemlich heftiges Begehren. – S. 271

Der Schreibstil von Rachel Higginson ist wieder locker, leicht und sehr angenehm zu lesen. Es gibt wie im ersten Band wieder viele gefühlvolle Szenen – nicht nur zwischen Molly und Ezra! Ich konnte das Buch nicht aus den Händen legen. Mollys Wortgefechte, Ezras Sturheit, Wyatts humorvolle Sprüche, Veras Freundlichkeit, Killians Fertigkeiten: Ich habe alle Charaktere wieder ins Herz geschlossen, mit ihnen gefiebert, geweint und gefeiert! Zusätzlich werden wir auf den dritten Band „The Problem With Him“ vorbereitet. Wyatt und Kaya. Ich kann es kaum erwarten.

– Ezra Baptiste. Unternehmer, Gastronom, Wetterfrosch. […] Die Anreden „Lieber Ezra“, „lieber Mr. Baptiste“ und „Blödmann“ verkniff ich mir und beschränkte mich auf ein einfaches „Ezra“. – S. 52

  • Cover
  • Geschichte
  • Figuren
  • Gefühl
  • Stimmung
Veröffentlicht am 06.09.2019

Liebe? Spannung? Unterhaltung?

Cherish Love
3

„Cherish Love“ von Nalini Singh erhält von mir 2 von 5 Herzen. Der erste Band der neuen New Adult Reihe von Bestseller-Autorin Nalini Singh hat in kurzer Zeit schon viele Leser für sich eingenommen, leider ...

„Cherish Love“ von Nalini Singh erhält von mir 2 von 5 Herzen. Der erste Band der neuen New Adult Reihe von Bestseller-Autorin Nalini Singh hat in kurzer Zeit schon viele Leser für sich eingenommen, leider gehöre ich nicht dazu. Unsichere Hauptprotagonisten, unangenehme Kosewörter, das stets gleichbleibende Gedankenkarussell, eine ungeduldige und hektische Romanze sowie eine Leserin, die einfach keinen Bezug zur Geschichte herstellen konnte. Leider hat mich „Cherish Love“ eher enttäuscht, freue mich aber über jeden Fan, der sich für diese Reihe begeistern kann. Geschmäcker sind eben verschieden.

Story ♥♥♥/5
Charaktere ♥♥,♥/5
Gefühle ♥♥/5
Spannung ♥♥/5
Schreibstil ♥♥♥,♥/5
Ende ♥,♥/5

„Cherish Love“ ist der heiß ersehnte erste Band der neuen New Adult Reihe von Nalini Singh und ein Spin-Off um die aus „Rock Kiss“ bekannten Bishop-Brüder. Eine Bestseller-Autorin, ein wunderschönes Cover und eine Leseprobe, die mir außerordentlich gut gefallen hat. Jedoch muss ich mit Ernüchterung feststellen, dass ich einfach zu viele Probleme mit diesem Liebesroman habe. „Cherish Love“ hat viele Leser für sich eingenommen und ich freue mich sehr über die große Fanbase, aber leider muss ich das Resümee ziehen, dass es mich eher enttäuscht hat.

In „Cherish Love“ geht es um die erste Schwärmerei und den Mut, für den gemeinsamen Traum zu kämpfen. Die kurvenreiche, rothaarige junge Frau Ísa Rain hatte vor sieben Jahren Sailor Bishop gehörig den Kopf verdreht. Sailor ergriff nicht die Chance, seinen ersten Schwarm kennenzulernen und erfuhr nicht einmal ihren Namen. Wie es das Schicksal so will, erhält der 23-jährige Jungunternehmer nach sieben langen Jahren eine zweite Chance! Das Problem: Der große Altersunterschied und Isas desaströse Beziehungserfahrungen. Seine Traumfrau ist 28 Jahre alt, millionenschwer, steht mit beiden Beinen fest im Leben und das Ticken ihrer biologischen Uhr wird immer lauter…

Obwohl mich die ersten Kapitel der Leseprobe überzeugen konnten und ich mich wahnsinnig auf die Liebesgeschichte gefreut habe, habe ich nach fünfzig Seiten recht schnell gemerkt, dass „Cherish Love“ nicht für mich geschrieben wurde. Das größte Problem hatte ich mit den Charakteren und der Erzählperspektive. Der Roman ist in der dritten Person geschrieben und ich brauchte immer viel Zeit, um nach einer kurzen Lesepause wieder einzusteigen. Ich konnte zu beiden Hauptprotagonisten keinen Bezug aufbauen, es war zum Verzweifeln. Wir haben zwar viel Zeit, die Figuren ausgiebig kennenzulernen, aber Isa und Sailor blieben in meinen Augen durchweg eher blasse und hektische Charaktere, die sich ständig wiederholten, inkonsequent/unsicher waren und meine Nerven strapazierten. Wir lernen beide Großfamilien hinter den Figuren kennen - Irrungen und Wirrungen -, aber ich habe alle Szenen sehr distanziert wahrgenommen. Es werden sowohl negative als auch positive Emotionen vermittelt, aber irgendwie haben beide Figuren immer die von mir gewünschte Verbindung zur Geschichte gestört, indem sie wieder und wieder unangenehme Kosewörter wie „sexy Rotschopf“ verwendeten, das stets gleichbleibende Gedankenkarussell nicht stoppen können oder für mich nicht nachvollziehbare Handlungen vollzogen. Ich mag es außerdem nicht, wenn eine Figur sich selbst als reife und konsequente Person wahrnimmt und im Nachhinein doch durch naive und kindliche Äußerungen/Handlungen das Gegenteil beweist.

„Wir werden uns nicht wiedersehen“, sagte sie mit Nachdruck und überhörte den lauten Protest ihrer Teufelin.„Ich lasse mich nicht mit Kindern ein.“
„Oh, ich bin schon eine ganze Weile keins mehr.“ – S. 123

Ein weiteres Problem mit „Cherish Love“ ergibt sich dadurch, dass ich mir die Liebesgeschichte mit ganz anderen Erwartungen vorgenommen habe. Enttäuschungen entstehen immer nur durch falsche Erwartungen. Die Leseprobe vermittelte mir, dass ich eine romantische, vielleicht zarte Liebesgeschichte erwarten kann. Isa und Sailor sind jedoch eher ungeduldige, fieberhafte Menschen, die, wenn sie aufeinander losgelassen werden, nicht mehr kontrolliert werden können. Im wahrsten Sinne des Wortes: Hungrige Blicke, hektische Küsse, Anzüglichkeiten. Zu rasant für mich. Mir fehlen lange und intensive Gespräche und vor allem Figuren, die zuhören und vor allem eine Isa, die ihre Zickigkeit ablegt und einen gestandenen jungen Mann mit 23 Jahren ernst nimmt. Zusätzlich wird der Fokus auf viele Probleme der beiden Hauptprotagonisten gelenkt (Familie, Freunde, Job), die zwar äußerst interessant sind und die Geschichte auflockern, aber auch für den langsamen und chaotischen Handlungsverlauf verantwortlich sind.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Gefühl/Erotik