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Veröffentlicht am 08.01.2017

Das kurze Leben einer Autorin

Lesereise in den Tod
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Dies ist der erste Krimi des Autors Jürgen Schmidt und das fühlt man während des Lesens auch. Was ich aber nicht als negativ bezeichnen möchte, denn in der Story und vor allem im Zusammenspiel mit dem ...

Dies ist der erste Krimi des Autors Jürgen Schmidt und das fühlt man während des Lesens auch. Was ich aber nicht als negativ bezeichnen möchte, denn in der Story und vor allem im Zusammenspiel mit dem Privatermittler Andreas Mücke steckt noch viel Potenzial.
Sehr gut gelungen und hervorheben möchte ich, das es keine langweilige Einleitung über einige Seiten gibt, denn es geht gleich los und man ist mittendrin in der Geschichte. Die Charaktere, allen voran Andreas Mücke, sind authentisch, echt, normal und könnten im Haus nebenan wohnen. Mücke erlebt den alltäglichen Wahn, wie wir ihn alle erleben und das macht ihn so menschlich, sympathisch und realitätsnah. Außer man lässt Mona de la Mare mal außen vor, denn sie ist so übertrieben selbstbewusst, das ich oftmals lachen musste.
Die privaten Einblicke in das Leben von Mücke und seiner Freundin Jess haben bei mir das Gefühl hervorgerufen, das es weitere Bücher geben wird, denn am Ende der Geschichte blieb ich als Leserin etwas im Ungewissen zurück.
Die Geschichte lebt hauptsächlich davon, das Andreas Mücke den Leser an die Hand und mit auf seine Ermittlungsreise nimmt. Die Polizei findet kaum Erwähnung und wenn, dann kamen sie mir ziemlich tapsig daher.
Plötzliche Wendungen haben immer wieder meine Gedanken verworfen, wer denn nun der Übeltäter ist und bis zum Ende begleitete mich diese Spannung. Was mich manchmal etwas irritierte waren die sprunghaften Kapitelwechsel. Den Schreibstil würde ich als sehr gut lesbar beschreiben und auch wenn ich noch nie in Bad Münstereifel und Co. war, hatte ich alles bildlich gut vorstellbar vor meinem inneren Auge.

"Lesereise in den Tod" ist jetzt kein Krimi der den Leser atemlos von einer Seite zur nächsten treibt, aber allemal ein lesenswertes Debüt des Autors in diesem Genre. Sollten weitere Bücher mit Mücke folgen, ich würde sie auf alle Fälle lesen.

Veröffentlicht am 12.09.2017

Skandinavischer Krimi

Kreuzschnitt
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Die Geschichte beginnt mit einem schweren Schicksalsschlag für den Osloer Ermittler Bogart Bull. Seine Ehefrau und seine Tochter werden absichtlich bei einem Autounfall getötet. Den Täter hatte Bull ins ...

Die Geschichte beginnt mit einem schweren Schicksalsschlag für den Osloer Ermittler Bogart Bull. Seine Ehefrau und seine Tochter werden absichtlich bei einem Autounfall getötet. Den Täter hatte Bull ins Gefängnis gebracht und somit dessen Leben ruiniert. Nun war er auf Rache aus und hat Bull das Liebste genommen, was sein Leben noch lebenswert machte. Bull versinkt danach im Drogen- und Alkoholsumpf. Bogart schafft es und kann nach einem halben Jahr wieder seinen Job annehmen. Doch er bekommt eine spezielle Aufgabe zugeteilt: Sollten im Ausland Norweger eines nicht natürlichen Todes sterben, soll ein Ermittler aus dessen Heimatland mit vor Ort sein und ermitteln. Wie es so sein soll, führt Bull der erste Mord eines Norwegers nach Frankreich. Hier wurde der reiche Unternehmer Axel Krogh bestialisch ermordet. Bull kommt somit aus seinem Trott heraus und kann sich voll und ganz seiner neuen Aufgabe widmen. Die Story hat der Autor sehr vielschichtig, spannend und extrem brutal angelegt.
Die Rückblicke in die Jahre 1906, 1918 und 1943 haben mich zuerst etwas verwirrt, da ich mich vollkommen aus den aktuellen Geschehnissen des Jahres 2014 gerissen fühlte. Aber so nach und nach wurde mir klar, das alles irgendwie zusammenhängen muss. Leider fand ich diese Kapitel oftmals zu lang und zu ausschweifend, da habe ich manchmal quer gelesen. Hier beschäftigt sich die Geschichte mit dem 2. Weltkrieg und den Widerstandskämpfern in Frankreich.
Was mir sehr gut gefallen hat ist der Charakter von Bogart Bull. Ein Mann der sich zu benehmen weiß, der selbst mit den neuen Kollegen im Ausland respektvoll umgeht und nicht so daherkommt, als wäre er allwissend. Er hat zwar viel erlebt und durchgemacht, aber so langsam merkt er auch, dass das Leben weitergeht. Die Geschichte ist gut zu lesen, alles kann man sich bildlich vorstellen und Øistein Borge hat das Ende so aussehen lassen, das ich auf alle Fälle anmerken kann, das es bestimmt weitergehen wird.

Fazit
Dem Autor ist es gelungen mich spannend zu unterhalten, gleichzeitig ging aber auch die emotionale Ebene von Bogart Bull nicht ganz verloren. Ein besonderer Mix der passte und mich rundum zufriedenstelle.

Veröffentlicht am 05.06.2017

Mord und mehr

Mord in Cork
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Ich liebe Irland und deswegen war dieses Buch von Ursula Schmid ein MUSS für mich.
Es ist kein durchgehender Krimi, sondern es kommen nur Kurz-Krimis vor und wenn ich kurz schreibe, denn meine ich auch ...

Ich liebe Irland und deswegen war dieses Buch von Ursula Schmid ein MUSS für mich.
Es ist kein durchgehender Krimi, sondern es kommen nur Kurz-Krimis vor und wenn ich kurz schreibe, denn meine ich auch kurz.
Hier hätte ich mir gewünscht, das die Krimis etwas tiefer gehen und länger sind, denn in den kurzen angerissenen Storys kann man das Krimi-Potential der Autorin sehr gut erkennen.
Den größten Teil, finde ich, kann man schon fast als Reiseführer sehen, der sich detailliert mit dem County Cork beschäftigt und das sich Frau Schmid hier sehr gut auskennt, das strotzte mir als Leserin aus jeder Seite hervor. Die Liebe zu Cork, den Sehenswürdigkeiten, der Geschichte des Landes und ihre urtypischen Rezepte kann man aus jedem Satz herauslesen.
Da mich Irland, bei meinem ersten Besuch genauso in seinen Bann ziehen konnte, kann ich es sehr gut nachvollziehen, wie es ist, wenn man so extrem von der "grünen Insel" schwärmt.
Wer nach Cork reist, sollte sich dieses Buch auf alle Fälle zulegen, aber die Krimi-Fans unter uns sollten keinen wirklichen Irland-Krimi erwarten.

Veröffentlicht am 14.03.2017

München-Krimi

Die Montez-Juwelen
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Die Personenliste, wer mit wem verbandelt ist und warum, auf der ersten Seite des Buch ist Gold wert. Ich habe zu Beginn sehr oft darauf zurückgreifen müssen, denn es prasselten sehr viele Namen auf mich ...

Die Personenliste, wer mit wem verbandelt ist und warum, auf der ersten Seite des Buch ist Gold wert. Ich habe zu Beginn sehr oft darauf zurückgreifen müssen, denn es prasselten sehr viele Namen auf mich ein, aber keine Sorge, das hat sich nach einigen Kapiteln gelegt und dann hatte ich den Durchblick.
Dieser Krimi aus München macht durch seinen Lokalkolorit richtig Lust diese Stadt wieder einmal zu besuchen und sich auf die Spuren der örtlichen Beschreibungen zu machen. Dieser Teil der Geschichte ist Sabine Vöhringer hervorragend gelungen. Zudem bekommt man Einblicke in die Macht-, Neid- und Gierkämpfe der reichen Münchener Geschäftsleute. Hier will jeder für sich das größte und fetteste Stück vom Kuchen abhaben.
Die Protagonisten sind gut gewählt und könnten genauso in diesem Umfeld auch existieren. Allen voran natürlich Tom Perlinger, der hat irgendwas der Kerl. Ein Frauenheld, muskulös, gut aussehend und sexy.
Neben der Geschichte, die in der heutigen Zeit spielt, habe ich die Abschnitte gerne gelesen, die sich mit dem früheren München und den Montez-Juwelen beschäftigt haben. Sehr interessant und aufschlussreich.
Der Fall an sich war spannend und hat zum Ende hin nochmal reichlich an Fahrt aufgenommen. Sehr schön finde ich auch immer, wie hier geschehen, das nach dem Ende einer Story, manchmal noch eine Seite kommt, wo beschrieben wird, wie es nach dem Lösen des Falles mit den Personen weitergegangen ist und so blieben keine Fragen offen.
Für Krimi- und München-Fans ein Muss und ich wünsche mir, das es noch weitere Fälle mit Sixpack-Tom geben wird.

Veröffentlicht am 21.11.2016

Untreue Ehemänner

Schere 9
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Nach dem Prolog wurde mir sofort klar, das ich das Buch nicht würde lange aus der Hand legen können und so kam es, das ich es an einem Abend regelrecht verschlungen habe. Isabella Archan ist es mit der ...

Nach dem Prolog wurde mir sofort klar, das ich das Buch nicht würde lange aus der Hand legen können und so kam es, das ich es an einem Abend regelrecht verschlungen habe. Isabella Archan ist es mit der ungewöhnlichen Story, dem neuen Ermittlerteam um Hauptkommissar Heinz Baldur und ihrem unvergleichlichen Schreibstil gelungen mich in einen regelrechten Lese-Sog zu ziehen. Der Prolog alleine ist schon ein "heißer" und dramatischer Start in eine Story um untreue Ehemänner, die willenlos gemacht und dann qualvoll gefoltert werden, bis zum erlösenden Tod. Auf dem Cover ist das Buch als Kriminalroman beschrieben worden, ich würde es aber eher in die Kategorie Thriller einordnen, denn dafür ist es schon ziemlich hart und brutal an einigen Stellen.
Gut gelungen ist das schnelle Zusammenfinden des neuen Teams geworden, welches mit seinen Ermittlungen den Großteil des Buches einnimmt, aber auch kleine Einblicke in das wenige Privatleben bietet. Plausibel und gut erklärt ist auch die Lösung des Falles, der zum Ende nochmal eine nicht zu ahnende Wendung nimmt und die Spannung nochmals in die Höhe treibt.
Besonders haben mich wieder die einzelnen Abschnitte fasziniert, bei denen man lesen konnte wie der/die Täter agieren, ohne das bis auf den letzten Seiten jemals ein Name in Bezug darauf genannt wurde. Im Verlauf der Story werden zwar immer wieder Personen und Hinweise genannt, die man zwar schon kennt, aber noch nicht so richtig einzuordnen wusste in den Fall, aber so nach und nach setzt sich alles zu einem Ganzen zusammen und man kommt der Lösung aber trotzdem noch nicht so richtig nah, so das man denkt, ach ja, der/die könnte/n das gewesen sein.
Isabella Archan's Schreibstil ist wie immer klar, kurz und knackig, keine großen Umschreibungen, sie kommt direkt auf den Punkt und so schleicht sich auch keine Stelle ein, die ich als langatmig oder langweilig empfunden habe.
Ich könnte mir vorstellen, das es mit Hauptkommissar Heinz Baldur, Kommissar Thomas Habermann und der Praktikantin Melek Arslan noch weitere Fälle geben könnte, ich wäre auf alle Fälle lesetechnisch wieder mit dabei.