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Veröffentlicht am 02.06.2021

Jahreshighlight!

Der Astronaut
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„Der Marsianer“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher und ich liebe auch die Verfilmung. Könnt ihr euch vorstellen, wie begeistert ich war, als ich erfahren habe, dass ein neues Werk von Andy Weir ...

„Der Marsianer“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher und ich liebe auch die Verfilmung. Könnt ihr euch vorstellen, wie begeistert ich war, als ich erfahren habe, dass ein neues Werk von Andy Weir erscheint? Und wie begeisterter ich das Buch verschlungen habe? Und wie absolut begeistert ich war, als ich nach dem Ende gelesen habe, dass auch dieses Meisterwerk verfilmt wird? Ihr bemerkt wahrscheinlich meine Begeisterung, aber mal im Ernst: ich liebe dieses Buch. Nicht ganz so sehr wie den Marsianer (An Mark Watney wird nie jemand rankommen.), aber auch die Geschichte des Astronauten hat mich absolut umgehauen.

Ich muss gleich vorneweg sagen, dass ich kaum etwas zur Handlung sagen werde, denn Spoiler würden euch den Lesespaß und viele Wow-Momente nehmen. Und was alles in diesem Roman passiert, ist einfach unglaublich und alles, was ich auch nur andeuten könnte, wäre ein Spoiler. Ich liebe es, dass der Klappentext nichts verrät, außer, dass ein Mann in einem Raumschiff aufwacht und scheinbar die Menschheit retten muss. Ganz langsam erinnert er sich daran, warum er im Weltall und was seine Mission ist. Die Geschichte wird dabei in zwei Zeitachsen erzählt: das aktuelle Geschehen an Bord der Hail Mary und in der Vergangenheitsform der Weg dahin. Diese Erzählweise mochte ich sehr.

Protagonist Ryland Grace ist mir als Charakter etwas blass geblieben, ich hätte gern noch mehr über ihn erfahren. Gut gefallen hat mir, dass er die Dinge anpackt, probiert und im Falle eines Scheiterns nicht aufgibt sondern es einfach noch mal versucht, bis er eine Lösung hat. Dabei scheut er sich nicht, Hilfe anzunehmen.
Es gibt aber jemanden, den ich sofort und im Laufe der Handlung immer mehr in mein Herz geschlossen habe. Ich werde nicht verraten, wen ich meine, aber wenn ihr das Buch lest, werdet ihr direkt erkennen, um wen es geht. An zwei Stellen ist mir das Herz gebrochen und ich musste im letzten Teil ein paar Tränen verdrücken.

Der Schreibstil und die Art, wie Ryland spricht und denkt, erinnern sehr an Mark Watney aus „Der Marsianer“: locker, ehrlich und auf den Punkt gebracht. Ich mag das sehr gern. Außerdem haben mich die Dialoge und Rylands Ausdrucksweise oft zum Lachen gebracht. Beispiel: Kaffee bei Schwerelosigkeit aus einem Beutel mit Strohhalm trinken ist „Wie Caprisonne für Erwachsene.“ (Zitat Seite 233)
Ab und zu musste ich das Buch aber auch zur Seite legen, um das Gelesene zu verarbeiten, es ist schonungslos ehrlich und der Grund für Rylands Mission gar nicht so abwegig für unsere Realität.
Die Handlung ist so bildlich beschrieben, dass ich nicht nur alles vor mir sehen konnte, nein es war, als wäre ich mit an Bord des Raumschiffs und würde fremde Welten erkunden. Die Abbildung der Hail Mary vorn im Buch hat dabei sehr geholfen.

Das Ende ist einfach perfekt! Es gibt viele Möglichkeiten, wie die Geschichte enden könnte und ich ahnte ab einem gewissen Punkt, wie der Roman ausgeht. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Schluss nicht allen gefällt, aber für mich gibt es kein passenderes Ende. Ein paar Fragen bleiben offen und ich hätte über manche Dinge gern mehr gewusst, aber dass ein bisschen Raum für Spekulationen bleibt, gefällt mir.

Da es sich um einen Science Fiction-Roman mit einer Weltraum-Mission handelt, gibt es viele technische und wissenschaftliche Details. Ich persönlich finde das super interessant und beschäftige mich schon viele Jahre mit dem Universum, Planeten usw. Aber ich möchte gern darauf hinweisen, da der Roman gespickt ist mit Fachbegriffen, wissenschaftlichen Experimenten und Theorien und das manche vielleicht stört. Man muss aber nicht alle Details verstehen, um der Handlung folgen zu können.

Leider ist mir eine Sache negativ aufgefallen, die mir die Geschichte etwas schwer gemacht hat: Abgesehen von den Rechtschreibfehlern gab es auch viele logische Fehler, bei denen ich mich ständig gefragt habe, ob ich es einfach nicht verstehe oder ob das tatsächlich falsch ist. Im Buch kommt beispielsweise eine Temperatur immer wieder vor und an einer Stelle steht statt 96,415 plötzlich 91,415. Das ist noch ein harmloses Beispiel, wenn innerhalb von wenigen Zeilen aber elf, dann acht und wieder elf Tage als Reisedauer angegeben sind, dann stört das schon erheblich den Lesefluss. Die ganzen Unkorrektheiten haben der Geschichte an sich nicht geschadet, es hat mich nur oft im Lesen unterbrochen und ich finde es schade, dass es solche Fehler ins Buch geschafft haben.


Fazit

„Der Astronaut“ hat mir sehr viel Spaß gemacht und mir eine so großartige Lesezeit beschert, dass ich nach dem Ende einen richtigen Bookhangover hatte. Das Thema kann uns irgendwann tatsächlich in der ein oder anderen Weise betreffen und ich hoffe, dass wir spätestens dann endlich alle zusammenarbeiten. Freundschaft und Zusammenhalt sind die zentralen Themen des Romans und damit zeigt Andy Weir genau das, worauf es wirklich ankommt.

Ein absoluter Pageturner, durchweg spannend, unterhaltsam, überraschend und mit vielen Wow-Momenten, die mir den Atem raubten.

„Der Astronaut“ ist mein Jahreshighlight und ich kann es jetzt schon kaum erwarten, das Buch noch mal zu lesen kurz bevor der Film erscheint.


Allgemeines zum Buch

Autor: Andy Weir
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 10.05.2021
Seiten: 555
Genre: Science Fiction
Einzelband
Meine Bewertung: 5/5 Sterne

Unbezahlte Werbung, das Buch wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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Veröffentlicht am 08.05.2021

So viel mehr als der Klappentext erahnen lässt

Mit Abstand verliebt
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Single sein, daten und verlieben in Zeiten von Corona ist ganz bestimmt nicht leicht. Als ich das Buch „Mit Abstand verliebt“ (Der Titel ist echt genial.) in den Neuerscheinungen entdeckt habe, war ich ...

Single sein, daten und verlieben in Zeiten von Corona ist ganz bestimmt nicht leicht. Als ich das Buch „Mit Abstand verliebt“ (Der Titel ist echt genial.) in den Neuerscheinungen entdeckt habe, war ich sofort angetan von der Idee und super neugierig, wie die Liebesgeschichte während einer Pandemie umgesetzt wurde.

Jellas und Lennards Liebesgeschichte wird aus beider Perspektive durch einen allwissenden Erzähler geschildert. Diese beginnt am 22. Februar 2020, als sich die beiden Protagonisten auf einer Party kennenlernen, kurz vor dem ersten Lockdown, den damals noch niemand hat kommen sehen.
Zwischen den Kapiteln erfährt der Leser tagesaktuelle Meldungen zur Corona-Krise, welche alle am Ende des Romans durch Quellenangaben belegt werden. Allein dadurch fühlte ich mich ins vergangene Jahr zurückversetzt, als wir alle die Nachrichten, Pressekonferenzen und Beschlüsse verfolgten und mit erleben mussten, wie sich unser komplettes Leben von heute auf morgen grundlegend veränderte. Hier hätte ich mir gewünscht, ein wenig mehr von den Gedanken und Gefühlen der Figuren zu erfahren. Bisher hat schließlich noch niemand einen Lockdown erlebt und dahingehend kamen mir die Meinungen der Charaktere etwas zu kurz.

Seit sich die Tage so gleichförmig anfühlten, hatte sie jedes Zeitgefühl verloren.
Zitat Seite 332

Insgesamt hat das Autorenduo die realen Entwicklungen gut in die Geschehnisse des Romans einfließen lassen, nur eben deren Gedanken und Gefühle hätten etwas mehr ausgearbeitet werden können.
Nicht nur die beiden Hauptfiguren zeigen, wie sich die Situation auf ihr Leben auswirkt. Vor allem die Beeinträchtigungen und Folgen auf das Leben der Nebencharaktere veranschaulicht deutlich, wie unterschiedlich die Menschen vom Corona-Virus betroffen sind/waren: Home Office, Home Schooling, Jobverlust, Angst vor einer Ansteckung, Vereinsamung. Aber auch Neuanfänge, neue Chancen. „Mit Abstand verliebt“ zeigt, „dass man auch in düsteren Zeiten fast immer etwas positives für sich herausziehen kann.“ (Zitat Seite 169). Gleichzeitig wurde mir beim Lesen aber auch bewusst, welche schrecklichen Langzeitfolgen das Virus auslösen kann.

Mit Jella und Lennard wurden zwei sehr unterschiedliche Charaktere und damit sehr unterschiedliche Meinungen zur Pandemie sowie den damit verbundenen Einschränkungen dargestellt. Die 35-jährige Jella Humboldt ist weltoffen, schlagfertig, reist gern und viel. Anfangs nimmt sie die ganze Situation nicht ernst, ist genervt von den vielen Einschränkungen und enttäuscht, dass sie ihren lang ersehnten Urlaub nicht machen kann.
Das genaue Gegenteil dazu ist Lennard Vogel, 37 Jahre alt. Ordnung, Sauberkeit, Effizienz und Planung sind die Grundfesten seines Lebens. Er hält sich von Beginn an die neuen Regeln, Kontaktreduzierung, Abstand halten und Maske tragen sind für ihn selbstverständlich, um sich und andere zu schützen.

Diese beiden Gegensätze zeigen überdeutlich die beiden Seiten des Lockdown: die Sehnsucht nach unserer alten Freiheit und dem Bestreben, sich und andere nicht zu gefährden. Auch Jella plagt das schlechte Gewissen, als sie durch direkte Einblicke in den neuen Krankenhausalltag ihrer Freundin Tini hautnah miterlebt, wie schwer viele Krankheitsverläufe sind.
Zudem zeigt Jella, wie es bestimmt vielen Menschen aktuell geht: sie will helfen, weiß aber nicht wie, ist hin- und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach ihrem alten Leben und dem schlechten Gewissen, denn ihr geht es ja gut, während in der Welt momentan so viel Leid herrscht.

Und waren wir nicht alle gerade erschöpft vom Leben?
Zitat Seite 264

Trotz der Einblicke in Schicksale, Herausforderungen und Folgen der Pandemie hat mich das Buch nicht nur zum Nachdenken angeregt, sondern auch sehr gut unterhalten. Der Schreibstil ist flüssig, die Dialoge und Beschreibungen oft witzig. Das Leben geht weiter, nur eben anders, eingeschränkter. Lennard entdeckt das Backen für sich, widmet sich wieder mehr dem Zeichnen, hilft den Nachbarn. Jellas Freundin Fee überlegt sich neue Ideen, wie sie ihr Einkommen sichern und gleichzeitig etwas für andere tun kann.

Auch das Thema Umwelt wurde aufgegriffen, was mir sehr gefallen hat. „Wie kann es sein, dass unser Tun einen so krassen Effekt auf unsere Umwelt hat und uns das offenbar weiterhin nicht bewusst ist? […] Es wurde vielleicht Zeit, dass wir alle mal innehalten“ (Zitat Seite 248/249).
Denkanstöße wie diesen findet man viele in der Geschichte, die so viel mehr ist, als ich beim Lesen des Klappentextes erwartet habe. Wir begleiten nicht nur zwei Singles, die sich während des Lockdowns verlieben. Wir lernen Menschen und deren Schicksale kennen, authentisch und direkt aus dem Leben gegriffen.

„Liebe ist systemrelevant.“
Zitat Seite 469


Fazit

Der Roman beschäftigt sich auf so vielfältige Weise mit der Pandemie und den Folgen. Er regt zum Nachdenken an und besticht gleichzeitig durch Witz und authentische Charaktere. An einigen Stellen fiel mir das Lesen schwer, denn es ist eben keine Fiktion, die hier beschrieben wird, sondern das echte Leben. Nichtsdestotrotz mochte ich das Buch und hoffe jetzt umso mehr, dass wir alle zusammenhalten und diese Pandemie gemeinsam überwinden, das Virus besiegen und zu unserem alten Leben zurückkehren, uns aber reflektierter mit Umweltfragen auseinandersetzen und nicht mehr alles als selbstverständlich annehmen.


Allgemeines zum Buch

Autor: Juli Rothmund
Verlag: S. Fischer Verlag
Erscheinungsdatum: 24.0.2021
Seiten: 466
Genre: Zeitgenössischer Liebesroman
Einzelband
Meine Bewertung: 4/5 Sterne

Unbezahlte Werbung, das Buch wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

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Veröffentlicht am 06.05.2021

Amüsante Geschichte mit melancholischer Protagonistin

Das Leben kann mich kreuzfahrtweise
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Endlich ein neuer Roman von Susanne Hasenstab! „Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus“ gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern, weshalb ich unglaublich gespannt auf ihr neues Werk war.

Die Geschichte ...

Endlich ein neuer Roman von Susanne Hasenstab! „Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus“ gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern, weshalb ich unglaublich gespannt auf ihr neues Werk war.

Die Geschichte beginnt bereits urkomisch und dank des bildlichen, flüssigen Schreibstils konnte ich mir alles wunderbar vorstellen. Wie Protagonistin Ines die Mitreisenden an Bord des Kreuzfahrtschiffes beschreibt ließ mich des Öfteren Tränen lachen. Sei es der österreichische Akzent eines alten Mannes, die unsinnigen Dialoge zwischen den meist älteren Gästen oder die Kommunikation zwischen Mutter und Tochter, witzige Situationen waren hier vorprogrammiert.
Als Ines die sogenannten „Abgeknickten“ beschrieb, brach ich in schallendes Gelächter aus. Auf solch eine Beschreibung muss man erst mal kommen!

Bei all der Komik war aber deutlich die Melancholie und innere Zerrissenheit der Protagonistin spürbar. Sogar der oft stürmische Wellengang an Bord und das graue Wetter bei den Landausflügen passten zu Ines und spiegelten auch perfekt ihre nachdenkliche und melancholische Grundstimmung wider. Während alle um sie herum mehr oder weniger ihren Urlaub genossen, war Ines oft in Gedanken bei ihrem Günther. Als dann mit dem attraktiven Johann, der mir mehr als unsympathisch war, ein neuer Mann in Ines Leben trat, schien die Gelegenheit, Günther endlich zu vergessen, gekommen zu sein.

Das Ende der Geschichte hat mich etwas überrascht, es gefällt mir aber, dass es mal nicht typisch ist, und anders, als man erwarten würde.


Fazit

Ines Geschichte an Bord eines Kreuzfahrtschiffes hat mich sehr unterhalten. Es war amüsant und sehr bildlich geschrieben. Die leicht melancholische Stimmung passte zum regnerischen Ziel der Kreuzfahrt. Leider war mir Ines manchmal fast schon zu düster und passiv, weswegen ich die knapp 300 Seiten Seiten nicht so schnell lesen konnte, wie ich erst dachte.


Allgemeines zum Buch

Autor: Susanne Hasenstab
Verlag: blanvalet
Erscheinungsdatum: 22.03.2021
Seiten: 299
Genre: Humor / Satirischer Roman
Einzelband
Meine Bewertung: 4/5 Sterne

Unbezahlte Werbung, das Buch wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt.

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Veröffentlicht am 22.03.2021

Mit guten Denkanstößen

Nur wer sichtbar ist, findet auch statt
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Nach Aussage der Autorin ist ihr Buch wirklich für jeden etwas, egal ob Berufsanfänger, Gründer oder Führungskraft. Die Kernaussage ist, „Dinge selbst (…) in die Hand zu nehmen“ (Zitat Seite 23) und dass ...

Nach Aussage der Autorin ist ihr Buch wirklich für jeden etwas, egal ob Berufsanfänger, Gründer oder Führungskraft. Die Kernaussage ist, „Dinge selbst (…) in die Hand zu nehmen“ (Zitat Seite 23) und dass man für sich selbst einstehen, aktiv werden und sich selbst ins Gespräch bringen soll. Wenn wir etwas wollen, müssen wir uns auch mal selbst vorschlagen.

Tijen Onaran beschreibt die Findung der eigenen Stärken und wie man diese in eine Marke verwandelt. Mit vielen anschaulichen Beispielen und eigenen Erfahrungen gibt sie Tipps für das Anfangen, Durchhalten sowie Krisen und Selbstzweifel überwinden. Auch die Themen Digitalisierung und Social Media kommen nicht zu kurz. Gerade die Social Media nehmen (in der heutigen Zeit verständlicherweise) großen Raum ein. Hier sehe ich eine Aussage aber kritisch: „… im digitalen Zeitalter müssen sich alle Menschen mit dem Thema Personal Branding auseinandersetzen.“ (Zitat Seite 221) Meiner Meinung nach muss nicht jeder eine Marke oder auf Social Media aktiv sein. Wie anfangs schon erwähnt soll sich das Buch an jeden richten, doch die meisten Aussagen und Empfehlungen lassen erkennen, dass Personal Branding hauptsächlich etwas für Menschen ist, die Social Media nutzen und sich damit mit ihrer Einzigartigkeit etablieren wollen. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt, widerspricht für mein Empfinden aber der ersten Aussage.

Nicht nur für das persönliche Branding, auch was das eigene Unternehmen betrifft, erhält der Leser etliche Tipps.

Das Buch beinhaltet einige Denkanstöße zu Religion, Hetze im Netz und Bildung, die ich sehr interessant finde. Besonders was die Schule angeht:
In der Schulzeit lernen wir nicht, frei zu sprechen oder zu argumentieren, schon gar nicht Kritik anzunehmen. Jeder Mensch ist einzigartig und hat einen Unique Selling Point, aber in der Schule „werden wir in Klassenverbänden mit Gleichaltrigen vereint und verglichen“ (Zitat Seite 54), dabei sind individuelle Wissenstände und Entwicklungen egal. „Ein einzigartiges Talent zu fördern ist also nicht Teil des Bildungssystems.“ (Zitat Seite 55), vielmehr wachsen wir mit dem ständigen sich vergleichen auf. Ideen präsentieren, gute Vorträge halten, klar argumentieren – das alles lernen wir nicht in der Schule. Einzigartig sein bedeutet nicht besser als andere zu sein.
Diesen Aussagen kann ich nur zustimmen, genau so war es zumindest in meiner Schulzeit.

Challenges und Zusammenfassungen nach jedem Kapitel regen dazu an, aktiv zu werden.


Fazit

Das Buch regt in verschiedenen Themen zum Nachdenken an und gibt gute Tipps zum Thema „für sich selbst einstehen und aktiv werden“. Ich kann aber nicht zustimmen, dass das Buch etwas für jeden ist.


Allgemeines zum Buch

Autor: Tijen Onaran
Verlag: GOLDMANN Verlag
Erscheinungsdatum: 17.08.2020
Seiten: 256
Genre: Sachbuch/Ratgeber
Meine Bewertung: 3/5 Sterne

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Veröffentlicht am 06.03.2021

Unglaublich toll!

Midnight Chronicles - Blutmagie
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Endlich geht es mit den Midnight Chronicles weiter! Sehnsüchtig habe ich auf „Blutmagie“ gewartet und direkt mit meiner lieben Andrea von easypeasybooks.de einen Buddy Read gestartet. Dass wir das Buch ...

Endlich geht es mit den Midnight Chronicles weiter! Sehnsüchtig habe ich auf „Blutmagie“ gewartet und direkt mit meiner lieben Andrea von easypeasybooks.de einen Buddy Read gestartet. Dass wir das Buch schon einen Tag früher als geplant beendet haben, sagt glaube ich alles – zum Schluss war die Spannung so groß, dass wir einfach weiterlesen mussten. Die Geschichte war ununterbrochen unterhaltend und sorgte immer wieder mit neuen Entwicklungen und Geschehnissen für Spannung – ein absoluter Page Turner!

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, auch wenn ich sagen muss, dass mir Laura Kneidls Schreibstil in ihren New Adult Romanen bisher besser gefallen hat. In „Blutmagie“ gab es einige sich wiederholende Phrasen und auch eine romantische Szene folgte einem typischen Muster mit Sätzen und Handlungen, die man fast immer in solchen Szenen liest.
Das Buch ist meiner Meinung nach richtigerweise ab 16 Jahren empfohlen, da die Beschreibungen vom Töten der Kreaturen brutal und blutig sind und nicht unbedingt etwas für einen schwachen Magen. Das passt aber zur Geschichte, Vampire sind nun mal blutrünstige Wesen, die instinktiv handeln.
Auch wurde auffallend viel geflucht, was nicht unbedingt nötig gewesen wäre.

Alle, die „Das Flüstern der Magie“ der Autorin gelesen haben, dürfen sich auf ein kurzes Wiedersehen mit Fallon freuen.
Und auch Roxy und Shaw spielen in „Blutmagie“ eine Rolle, was ich gut finde, allerdings ist mir negativ aufgefallen, dass Roxy in so gut wie jeder Szene nur Essen im Kopf hat und immer wieder darauf reduziert wurde, wie sehr sie Fast Food liebt.

Mit Cain und Warden verfolgen wir im zweiten Band der Midnight Chronicles zwei starke Protagonisten, deren Beziehung zueinander nachvollziehbar war, weswegen mir die beiden sympathischer waren als Roxy und Shaw im ersten Teil. Zuanfang erfahren wir in kurzen Rückblicken von ihrer Vergangenheit und warum die beiden sich zerstritten hatten.

Nach einem unglaublich krassen Showdown war mir das Ende plötzlich viel zu abgehackt. Eine Szene zwischen Warden und Cain hat mir gefehlt, ich konnte Wardens (fehlende) Reaktion nicht nachvollziehen.


Fazit

Jetzt habe ich nur Punkte aufgelistet, die mir nicht so gut gefallen haben, aber wirklich: „Blutmagie“ war großartig – ab Seite 1 fesselnd, überraschend und mit tollen Charakteren. Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, fühlte ich mich verloren, weil ich so gefangen war in der Welt der Hunter. Ich kann es einfach jetzt schon kaum erwarten, zu erfahren, wie es weitergeht. Es ist so toll, dass es noch vier weitere Bücher geben wird!

Würde ich von all den Dingen erzählen, die mir an diesem Buch gefallen haben, würde ich nicht mehr aus dem Schwärmen rauskommen und zudem viel zu sehr spoilern. Ich kann euch nur empfehlen, die Reihe zu lesen!


Allgemeines zum Buch

Autor: Laura Kneidl, Bianca Iosivoni
Verlag: LYX Verlag
Erscheinungsdatum: 24.02.2021
Seiten: 414 (+ Glossar und Personenverzeichnis)
Genre: Urban Fantasy
Zweiter Band einer sechsteiligen Reihe
Meine Bewertung: 4/5 Sterne

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