Völlig losgelöst, von der Erde
Die Leuchtkraft der Sonne nimmt plötzlich rapide ab und erstmal weiß keiner, warum. In ein paar Jahrzehnten würde es dies aber das Ende der Menschheit bedeuten, würde es nicht den Physiklehrer Dr. Ryland ...
Die Leuchtkraft der Sonne nimmt plötzlich rapide ab und erstmal weiß keiner, warum. In ein paar Jahrzehnten würde es dies aber das Ende der Menschheit bedeuten, würde es nicht den Physiklehrer Dr. Ryland Grace geben. Einst von seinen Wissenschaftlerkollegen ob seiner in ihren Augen verrückten Theorien bezüglich Wasser als Grundlage allen Lebens geächtet, flüchtete er sich in eine Highschool und fand sein neues Glück im Beruf des Lehrers. Bis eines Tage Eva Stratt auf der Matte steht und ihn bittet, den Grund für das Sonnenproblem zu finden. Zusammen mit Wissenschaftlern aus aller Welt werden kleine Organismen, die sog. Astrophagen, als Täter ausgemacht. Nur ein Stern im Sonnensystem scheint den hungrigen Astrophagen zu widerstehen: Tau Ceti. Und plötzlich findet sich Ryland Grace im Weltall wieder, auf einer Jahre dauernden Mission, um die Welt zu retten. Der Astronaut, der eigentlich gar keiner ist, bekommt allerdings Hilfe von einer Seite, mit der er nie gerechnet hätte. Einem Alien, mit dem genau selben Problem. Zusammen versuchen sie das Schicksal ihrer Planten doch noch zum Guten zu verändern.
Ich habe vor einigen Jahren den "Marsianer" als Film gesehen und fand ihn wirklich gelungen. Als ich nun gesehen habe, dass ein Film mit Ryan Gosling in die Kinos kommt, dessen Romanvorlage vom gleichen Autor stammt, dachte ich mir, lies mal die Geschichte vorher, dann hast Du einen guten Vergleich. Und ich habe wirklich noch nie ein Buch gelesen, dass Spannung, Wissenschaft und Drama so gut miteinandern verwebt. Gut, im Bereich der Wissenschaft war ich dann schon ein paar Mal raus und konnte jetzt nicht mehr allen Zahlen, Daten und Fakten folgen. Da kommt dann der Physiknerd in Andy Weir raus. Was aber überhaupt nicht schlimm ist, denn warum sich jetzt diese Flüssigkeit mit diesem Stickstoff nicht pefekt verhält, ist nicht wirklich relevant und tut der Spannung und Faszination keinen Abbruch.
Das Buch ist mehr als ein Sci-Fi Roman. Es ist eine Story von Freundschaft, Zusammenhalt und den unbändigen Willen, Dinge zu schaffen, die man sich niemals zugetraut hätte. Und auch wenn es nur eine fiktive Geschichte ist, die auch oft vom Glück der Protagonsiten lebt, ist der gesamte Handlungsablauf so schlüssig, dass man sich vorstellen kann, dass es so in Wirklichkeit auch laufen könnte. So abstrus es sich auf den ersten Blick auch anfühlen möchte.
Ich denke, wenn mein Physiklehrer Ryland Grace oder Andy Weir geheißen hätte, dann hätte mir der Unterricht wesentlich mehr Spaß gemacht. Denn "Der Astronaut" zeigt, dass Wissenschaft nicht nur interessant und wichtig ist, sondern auch Spaß machen kann und unterhaltsam ist. Und wer weiß? Vielleicht klopft in ein paar Jahren oder Jahrzehnten eine Kreatur an unsere Erdentüre und sagt "Houston, wir haben ein Problem".