Zwischen Rausch und Verlust
Es war nicht anders möglichDas Cover des Debütromans von Svenja Liesau hat mich sofort angesprochen. Auch der Klappentext versprach eine interessante Geschichte - was dann aber erwartete, damit hatte ich allerdings nicht gerechnet: ...
Das Cover des Debütromans von Svenja Liesau hat mich sofort angesprochen. Auch der Klappentext versprach eine interessante Geschichte - was dann aber erwartete, damit hatte ich allerdings nicht gerechnet: ein wilder Ritt zwischen Rausch und Trauer.
Das Buch startet mit einer langen Playlist, die der Rowohlt-Verlag auch auf entsprechenden Streamingplattformen teilweise bereitstellt. Für ein stilechtes Erlebnis lief die Playlist natürlich während der Lektüre mit.
Im Zentrum des Buches steht Martina, die den Verlust ihres Vaters zu verarbeiten hat. Neben der Bewältigung dieses Verlusts stehen jedoch Rauschzustände und Berliner Eckkneipen im Mittelpunkt. Nach dem ersten Teil voller teilweiser Absurditäten schüttelt man vielleicht ein wenig den Kopf, will jedoch weiterlesen, um zu verstehen, was in der Protagonistin vorgeht. Im gesamten Buch verschwimmen Realität und absurde Rauschzustandsgedanken mit Gedanken an den verstorbenen Vater (inklusive Briefe und SMS an ihn). Daraus entsteht ein eigenwilliger, stellenweise absurder Text, der sich nicht immer leicht greifen lässt – der mir aber gerade durch diese Unberechenbarkeit Freude beim Lesen bereitet hat.