Profilbild von Naddulein

Naddulein

Lesejury Profi
offline

Naddulein ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Naddulein über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2026

Ein ungwolltes Erbe

Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed
0

Kurz zum Inhalt: Sora Hong ist eigentlich Mitglied ihres Clans und Erbin des Familienimperiums. Doch alle in ihrer Familie verfügen über Mana, eine Art der Magie, nur sie ging leer aus. Aus diesem Grund ...

Kurz zum Inhalt: Sora Hong ist eigentlich Mitglied ihres Clans und Erbin des Familienimperiums. Doch alle in ihrer Familie verfügen über Mana, eine Art der Magie, nur sie ging leer aus. Aus diesem Grund wurde sie noch als Kind, zusammen mit ihrer Mutter, vom eigenen Vater und Herrscher über den Clan verbannt. Doch dann erreicht sie eine Einladung zu ihrer eigenen Volljährigkeitsfeier auf dem Familienanwesen in Busan und dank der Überredungskunst ihrer krebskranken Mutter, tritt sie die Reise an. Dort eskaliert es: Soras Vater will sie als seine Erbin. Soras Halbschwester Jia versucht daraufhin sie zu töten und anstatt zu sterben, kehrt Sora zusammen mit Ran, dem Gott der Tiger als Verbündeten und endlich Mana im Blut zurück. Keine Sekunde zu spät, denn um den Anspruch als das zukünftige Familienoberhaupt zwischen den zwei Schwestern zu klären, müssen beide 10 Höllenprüfungen meistern. Als wenn das nicht schon genug wäre, droht Sora das göttliche Mana in ihrem Blut von innen heraus zu töten.

Fazit: Ich hatte wohl zu große Erwartungen. Die Idee, das Setting in Südkorea und der Schreibstil selber sind wirklich super. Die Höllenprüfungen waren alle individuell und auch die unterschiedlichen Götter der Hölle waren sehr kreativ.
Leider hatte ich mit der Umsetzung der Geschichte so meine Probleme. Es ging mir alles viel zu schnell. Die Prüfungen hatten kaum angefangen, da waren sie schon vorbei und die Szenen wechselten abrupt. Die Liebesbeziehung zwischen Ran und Sora konnte ich nicht nachempfinden. Genauso wenig wie Gils Beweggründe.

Sora hat mich leider des Öfteren genervt, vor allem in Bezug auf ihren Vater. Sie ist mindestens 3x nach wenigen gewechselten Sätzen mit genau den gleichen Gedanken aus seinem Büro wie ein bockiges Kind gerannt ohne weder das zu klären, weswegen sie ihn ursprünglich aufgesucht hat, noch wirklich über die Vergangenheit zu reden.
Das Mysterium der Zwischenwelt selber wurde nicht vernünftig erklärt, noch wie die Flucht daraus möglich war. Das fühlt sich für mich zusammenhanglos und unstimmig mit dem Rest der Geschichte an, als hätte man irgendwie versucht die Begegnung zwischen Ran und Sora spektakulärer zu machen.
Ich bin froh, dass die Charaktere, jeder für sich eine positive Entwicklung durchgemacht haben. Vorneweg Jia. Ich wollte sie am Ende einfach nur in den Arm nehmen. Sie hat sich langsam in mein Herz geschlichen und die Annäherung der zwei Schwestern war herzerwärmend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.02.2026

Den Hype kann ich nicht nachempfinden

Lore. Die Spiele haben begonnen. Sie kämpft um ihr Leben
0

Kurz zum Inhalt: Lore versteckt sich seit der Ermordung ihrer Familie vor ihresgleichen: Götterjägern. Alle 7 Jahre werden die Götter bestraft und müssen als Sterbliche mehr oder weniger als Jagdbeute ...

Kurz zum Inhalt: Lore versteckt sich seit der Ermordung ihrer Familie vor ihresgleichen: Götterjägern. Alle 7 Jahre werden die Götter bestraft und müssen als Sterbliche mehr oder weniger als Jagdbeute auf die Erde. Wer einen Gott tötet, erhält seine Fähigkeiten und muss an dessen Stelle an der Jagd teilnehmen.

Fazit: Ich habe so viel mehr erwartet. Ich bin großer Mythologie-Fan, aber hier bin ich einfach nicht ins Buch gekommen. Es war absolut verwirrend. Die Spielregeln der Jagd, zusammen mit den unterschiedlichen Häusern und deren aktuellen Gottheite, die nichts mit dem Hausnamen zu tun haben und dann auch noch Lores unverständliche Beweggründe.
Das Buch war stellenweise langweilig, unlogisch und ich hatte einige “Hä?”-Momente. Sehr schade, da das Buchkonzeot wirklich spannend ist, aber die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen und war einfach nicht so meins.
Ich würde es nicht weiterempfehlen, aber vielleicht war ich auch einfach zu blöd für das Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.02.2026

Tolle Adaption für neue und alte Fans des Klassikers

Romeo und Julia
0

Eine wunderschön gezeichnete Graphic Novel mit der allgemein bekannten tragischen Liebesgeschichte, nah am Original und mit Zusatzinformationen rund um Shakespeare, die frühere Theaterkultur und ausführlicheren ...

Eine wunderschön gezeichnete Graphic Novel mit der allgemein bekannten tragischen Liebesgeschichte, nah am Original und mit Zusatzinformationen rund um Shakespeare, die frühere Theaterkultur und ausführlicheren Fakten zu Shakespeares Sprachgebrauch und lyrischen Motiven.

Ein tolles Buch, um einen Klassiker der Jugend nahe zu bringen, die Geschichte neu zu entdecken oder sie dank Bildern auf einer anderen Ebene zu erleben.

Die Sprache ist überwiegend an die heutige angepasst, auch wenn bekannte Passagen eher in der altertümlichen Variante formuliert sind, wie zum Beispiel die Balkonszene oder der Abschlusssatz: „Kein Leidensweg war schlimmer irgendwo, als der von Julia und Romeo.“. Das war etwas gewöhnungsbedürftig.

Der Stil der Illustrationen gefällt mir richtig gut. Man erkennt die Emotionen in den Gesichtsausdrücken, die Farben strahlen, fangen aber auch die Dramatik der Geschichte ein. Je dramatischer der Inhalt, desto dunkler sind die Farben. Ein besonderes Highlight waren für mich die Kampfszenen. Man spürt die Action, man sieht die Gewalt ohne allzu blutig zu sein.
Wer etwas aufmerksamer liest, kann den Tod des Öfteren versteckt finden, der in der Story natürlich eine große Rolle spielt. Die Interpretation als eigenständige Person, und ihm somit ein Gesicht zu geben, ist sehr gelungen.
Anhand der Kleiderfarbe ist auf den ersten Blick erkennbar, wer zu welcher Familie gehört, was das Leseverständnis erleichtert.

Bei den Informationsseiten bin ich zwiegespalten. Manches hat sich für mich nicht ganz rund angefühlt, wie zum Sprachgebrauch und der Stilistik. Der Grund dafür ist, dass die Sprache in der Novel eine komplett andere war, als Shakespeare es tatsächlich verfasst hat. Zum einen wegen der deutschen Übersetzung und zum anderen der "jungen Sprache".
Ein Highlight war für mich der Einblick in die Geschichte selber anhand der Motive Shakespeares. Sie haben das Stück auf einer tieferen Ebene dargelegt, mein Verständnis gefördert und mich einzelne Stellen nochmal genauer lesen lassen.

Die Geschichte und die wunderschönen, detaillreichen und stimmungsvollen Zeichnungen bekommen 5 Sterne, die Informationsseiten leider nur 3.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2026

Von der lauten Großstadt in die ländliche Rhön

Kiss & Crime - Zeugenkussprogramm
0

Inhalt: Die 17-Jährige Emmy Jansen kommt nichtsahnend nach einer Feier nach Hause, als plötzlich zwei Typen mit Waffen auftauchen. Ihre Mama und deren Freund Jonas werden angeschossen, überleben. Es stellt ...

Inhalt: Die 17-Jährige Emmy Jansen kommt nichtsahnend nach einer Feier nach Hause, als plötzlich zwei Typen mit Waffen auftauchen. Ihre Mama und deren Freund Jonas werden angeschossen, überleben. Es stellt sich heraus, dass Jonas in kriminelle Machenschaften verwickelt ist und die Überfäller auf der Suche nach einer Software waren. Von da an ist Pascal, ein gutaussehender Personenschützer Anfang 20, an der Seite der Familie. Doch die Lage spitzt sich zu und den Jansens bleibt nichts anderes übrig als ins Zeugenschutzprogramm zu gehen. Es geht raus aus der Großstadt Berlin und mitten aufs Land in die Rhön, in das Dorf aus dem Emmys Omi stammt. Und wie sollte es auch anders sein: Pascal kommt mit, gibt sich als Australier aus, geht mit auf Emmys Schule und wohnt auch noch bei Jansens. Emmy wird keine Ruhe vergönnt und so kommt neben dem ganzen Verbrechendrama auch noch die verflixte Sache mit der Liebe dazu.

Fazit: Ein gutes und gelungenes Young Adult Buch, mit ein wenig Drama, Action und natürlich ganz wichtig: Liebe. Emmy hat wirklich überhaupt keine Lust auf das Landleben, was sie sehr oft zum Ausdruck bringt. Mein absolutes Highlight ist Emmys Omi, die in jeder freien Minute ihre Groschenromane diktiert und herrlich ehrlich ist. Die Autorin bringt mit einem tollen und jugendlich leichten Schreibstil, einer Prise Humor und echtem Teenagertrotz eine schöne Geschichte zu Papier. Natürlich darf man die Details des Zeugenschutzprogramms hier nicht so genau nehmen, denn es wäre ganz sicher ausgeschlossen, dass sie in einen Ort ziehen, bei dem man erkannt werden könnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2026

Wie weit würdest du gehen, um deinen eigenen Mord aufzuklären?

Not Quite Dead Yet
0

Inhalt: Es ist der 31. Oktober. Die 27-Jährige Jet ist auf dem jährlichen Halloween-Jahrmarkt und hat die Schnauze voll und keine Lust ihren Eltern beim Standabbau zu helfen. Sie geht alleine nach Hause, ...

Inhalt: Es ist der 31. Oktober. Die 27-Jährige Jet ist auf dem jährlichen Halloween-Jahrmarkt und hat die Schnauze voll und keine Lust ihren Eltern beim Standabbau zu helfen. Sie geht alleine nach Hause, doch dort erwartet sie ihr Mörder. 3x schlägt er auf ihren Kopf ein. Im Krankenhaus erfährt sie, dass sie mit ihrem Schädelbruch höchstens noch 7 Tage zu leben hat, bevor ein Aneurysma sie umbringt. Jet beschließt ihre letzten Tage zu nutzen und ihren eigenen Mord aufklären will. Ihr ehemaliger Freund und Nachbar Billy hilft ihr. Zusammen prüfen sie Alibis, suchen die Mordwaffe und bringen dabei mehr als nur ein vergrabenes Geheimnis ans Tageslicht.

Fazit: Absolut geniales Buch! Es hat mich so zum Heulen gebracht!
Der Einstieg war zwar etwas mühselig, da auf den ersten Seiten mit Namen um sich geworfen wird und ich musste ein Personenregister anlegen. Danach ging es steil bergauf.
Jet ist zu Beginn unglücklich, zynisch, bissig und unterschwellig sprachlich aggressiv, um zu Sticheln und liebt Sarkasmus. In ihren letzten Tagen macht sie eine unfassbare Entwicklung durch. Sie fängt an zu reflektieren und das positive in ihrem Leben zu sehen, sie wird ruhiger und ist endlich ehrlich zu sich selbst und anderen und das schönste: Sie sieht ein, dass sie viel zu hart mit sich selber ins Gericht geht. Ihren Freund Billy, wollte ich einfach nur umarmen. Er ist so ein sympathischer und herzensguter Mann. Seine Liebe zu Jet spürt man direkt.
Auch die am Anfang schwierige Beziehung von Jet zu ihrer Familie entwickelt sich dank Jets Reflektion zum Besseren. Lieber spät als nie.
Auch wenn ich bereits im ersten Drittel des Buches den Mörder entlarvt hatte, hat es der Spannung keinen Abbruch getan. Ich hatte gehofft, dass ich mich doch irre.
Die Emotionen in diesem Buch sind bei mir Achterbahn gefahren. Bis zu Jets Tod hatte ich einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass sie das Ganze doch noch überlebt. Ab und zu gibt es auch ein paar Stellen, die die düstere Stimmung mit Humor auflockern. Ehrlicherweise konnte ich gefühlt 100 Seiten vor Schluss das Weinen nicht mehr aufhören.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere