Helenas Geschichte ist ehrlich, brutal und gleichzeitig hoffnungsbringend. Doch der Schreibstil konnte mich nicht überzeugen.
Gin BoomKurz zum Inhalt: Helena ist dem Alkohol verfallen, doch sie kämpft dagegen an. Nach einem Entzug kehrt sie wieder in ihren Alltag und dem Job in der Medienwelt zurück. Sie tut sich schwer, setzt sich selber ...
Kurz zum Inhalt: Helena ist dem Alkohol verfallen, doch sie kämpft dagegen an. Nach einem Entzug kehrt sie wieder in ihren Alltag und dem Job in der Medienwelt zurück. Sie tut sich schwer, setzt sich selber unter Druck, unterdrückt die Schatten der Vergangenheit, setzt ihre Liebelei mit Can mehr schlecht als Recht fort und versucht so gut wie möglich weiterzumachen. Ganze 9 Monate hält sie durch, bis zu einer Silvesternacht, die alles auf den Kopf stellt. Und plötzlich steht sie wieder ganz am Anfang.
Fazit: Mir ist schon lange keine Bewertung so schwer gefallen.
Die Themen, die in diesem Buch behandelt werden, wie die Alkoholkrankheit und dass Männer kein Gespür für Konsens haben, sind so wichtig. Hier sind sie ehrlich, brutal und ungeschönt. Sie haben mich zum Nachdenken angeregt und auch angesprochen.
Der größte Kritikpunkt für mich ist der Schreibstil, mit dem ich persönlich nicht zurechtkam. Es war mir zu abgehakt, zu wenig rund und las sich eher wie ein Theaterskript, mit seinen sehr kurzen Sätzen, übertriebenen Satzzeichen in der wörtlichen Rede und durch die Einteilung in die vier Jahreszeiten, wie Akte. Es sind sehr kurze Kapitel, wobei es eher Abschnitte als wirkliche Kapitel sind. Fast jeder Abschnitt wechselt zu einer anderen Perspektive, der vielen Personen, die in der Geschichte vorkommen. Die Menschen haben teilweise ähnliche Namen, sodass es mir schwer viel sie auseinander- oder den Überblick zu behalten. Die Geschichte ist sehr schnell und man springt von einem Geschehen ins nächste. Ein paar Handlungsstränge oder Personen weniger wären vollkommen in Ordnung gewesen und dafür den Fokus mehr auf das wichtige. All das sind Gründe weswegen ich kaum einen Bezug zu den einzelnen Charakteren hatte, es war schlichtweg zu wenig Zeit.
Helenas Geschichte mit all ihren Hochs und Tiefs war ehrlich, brutal und gleichzeitig hoffnungsbringend. Ich bin dankbar das Buch gelesen zu haben, denn es hat mich trotz meiner Schwierigkeiten beim Lesen zum Nachdenken angeregt und wird mich noch eine Weile begleiten.