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Veröffentlicht am 08.04.2026

Viel Gefühl zwischen den Seiten

Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me
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Nach dem plötzlichen, tragischen Tod ihrer Mutter gerät Olives Leben völlig aus den Fugen. Um Abstand zu gewinnen und gleichzeitig ihrer Mutter näher zu sein, zieht sie nach Nashville, in die Stadt, die ...

Nach dem plötzlichen, tragischen Tod ihrer Mutter gerät Olives Leben völlig aus den Fugen. Um Abstand zu gewinnen und gleichzeitig ihrer Mutter näher zu sein, zieht sie nach Nashville, in die Stadt, die einst eine große Rolle im Leben ihrer Mutter spielte. Dort verfolgt Olive ihren Traum, Songwriterin zu werden. In ihrer neuen WG findet sie schnell Anschluss bei Jules und Emily, mit denen sie nicht nur eine wunderschöne Dachterrasse, sondern auch eine enge Freundschaft teilt. Doch direkt gegenüber wohnt eine Jungs-WG, mit der sich die WG in einer regelrechten Fehde befindet. Streiche, Streit und klare Regeln inklusive: Die Jungs sind tabu. Für Olive eigentlich kein Problem… wäre da nicht Drew, mit dem sie bereits einen besonderen Abend verbracht hat und der sie seitdem nicht mehr loslässt.
Während zwischen ihnen etwas wächst, hilft Drew ihr auch dabei, ihre Gefühle in Songs zu verwandeln und Olive beginnt langsam, ihren Weg zurück ins Leben zu finden.

„Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me“ von Laura Willud hat mich auf eine ganz leise, aber unglaublich intensive Weise berührt. Es ist eines dieser Bücher, das sich nicht laut in den Vordergrund drängt, sondern sich Stück für Stück in mein Herz geschlichen hat.

Der Schreibstil von Laura Willud ist angenehm leicht, fast schon sanft, aber gleichzeitig emotional tief. Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, ganz nah bei Olive zu sein, als würde ich ihre Gedanken nicht nur lesen, sondern wirklich fühlen. Besonders die Passagen rund um ihre Songs waren für mich ein Highlight. Dort wird ihre Trauer, ihr Schmerz, aber auch ihre Hoffnung so greifbar, dass ich mehrfach innehalten musste. Diese Verbindung von Musik und Emotionen schafft eine unglaublich dichte Atmosphäre, die sich durch das ganze Buch zieht.

Überhaupt ist die Atmosphäre ein großer Pluspunkt: Nashville wird so lebendig beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, selbst auf dieser Dachterrasse zu stehen, den Blick über die Stadt schweifen zu lassen und die warme Abendluft zu spüren. Gleichzeitig liegt über allem eine gewisse Melancholie, die perfekt zu Olives Geschichte passt, aber ohne dabei erdrückend zu wirken. Es ist vielmehr ein vorsichtiges, hoffnungsvolles Gefühl, das sich immer weiter entfaltet.

Olive selbst habe ich wirklich gefühlt. Ihren Schmerz über den Verlust ihrer Mutter, ihren inneren Kampf, ihre Versuche, irgendwie weiterzumachen – all das wirkte unglaublich authentisch. Besonders berührt hat mich ihr Weg: raus aus der Trauer, raus aus der Einsamkeit und hin zu sich selbst. Wie sie durch das Schreiben ihrer Songs ihre Gefühle verarbeitet und langsam wieder Freude und Sinn im Leben findet, war für mich einer der stärksten Aspekte des Buches. Sie ist einfach ein durch und durch guter Mensch: warmherzig, loyal und ehrlich, jemand, den man sofort ins Herz schließt.

Und dann ist da Drew. Ich mochte ihn wirklich sehr, gerade weil er eben kein typischer Bad Boy ist. Er ist eher dieser „Golden Retriever Boyfriend“ – offen, herzlich, unterstützend. Sein Herz liegt ihm auf der Zunge, und er ist immer für die Menschen da, die ihm wichtig sind. Trotz seiner eigenen Verletzungen durch die Vergangenheit bleibt er weich und ehrlich, was ich unglaublich erfrischend fand. Die Entwicklung zwischen ihm und Olive war für mich genau richtig: zart, intensiv und vor allem echt. Da war keine künstliche Dramatik und kein unnötiger Streit, stattdessen einfach zwei Menschen, die sich gegenseitig Halt geben und zusammen wachsen.

Was ich ebenfalls besonders hervorheben möchte, ist die Freundschaft zwischen Olive, Jules und Emily. Diese Mädels-WG war einfach großartig. So viel Loyalität, Ehrlichkeit und gegenseitiger Support, das hat sich einfach gut angefühlt. Diese „Mädelspower“ war nicht aufgesetzt, sondern wirkte echt und stark. Es tat richtig gut, eine so gesunde und unterstützende Dynamik zu lesen, in der jede für die andere da ist.

Auch die Handlung insgesamt lebt weniger von großen, dramatischen Wendungen, sondern vielmehr von emotionaler Entwicklung. Es geht um Heilung, um Neuanfänge, um das Wiederfinden von sich selbst.
Für mich ist es ein absoluter Feel-Good-Roman, aber auf eine ruhige, tiefgehende Art. Kein Kitsch, keine toxischen Beziehungen, kein unnötiges Drama, sondern ganz viel Herz, Wärme und Echtheit.

Fazit

In „Blue Sparrow Girls – The Melody of You and Me“ von Laura Willud hat für mich einfach alles gepasst: die Charaktere, die Atmosphäre, die emotionale Tiefe und diese besondere Leichtigkeit, die das Buch trotz der schweren Themen vermittelt. Es ist eine Geschichte, die zeigt, dass man auch nach den dunkelsten Momenten wieder Licht finden kann – manchmal durch Musik, manchmal durch andere Menschen und manchmal einfach durch sich selbst.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

chaotisch witzige Geisterjagd

The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love
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Melody Bittersweet besitzt eine außergewöhnliche Gabe: Sie kann Geister sehen und mit ihnen sprechen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marina gründet sie deshalb die „Girls Ghostbusting Agency“, um ...

Melody Bittersweet besitzt eine außergewöhnliche Gabe: Sie kann Geister sehen und mit ihnen sprechen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marina gründet sie deshalb die „Girls Ghostbusting Agency“, um anderen Menschen bei übernatürlichen Problemen zu helfen.
Ihr erster großer Auftrag führt sie in ein altes Herrenhaus, in dem drei verstorbene Brüder festsitzen – gefangen durch eine ungelöste Familientragödie. Während Melody versucht, die Wahrheit hinter dem Tod des jüngsten Bruders aufzudecken und die Geister zu befreien, gerät sie nicht nur mit ihrem früheren Freund und Rivalen Leo Dark aneinander, sondern auch mit dem skeptischen Journalisten Fletcher Gunn, der sie für eine Hochstaplerin hält. Doch je tiefer sie in den Fall eintaucht, desto komplizierter werden nicht nur die Ermittlungen, sondern auch ihre Gefühle.

„The Girls Ghostbusting Agency“ von Josie Silver hat mich auf eine sehr eigene, charmante und überraschend vielschichtige Weise abgeholt.
Ich muss aber direkt zugeben: Der Schreibstil war für mich am Anfang wirklich gewöhnungsbedürftig. Er ist extrem humorvoll, sehr (selbst)ironisch und stellenweise fast schon ein bisschen „zu viel des Guten“. Ich habe anfangs ein paar Seiten gebraucht, um mich darauf einzulassen, weil die Erzählstimme so präsent und verspielt ist. Aber genau das hat sich dann als große Stärke herausgestellt. Sobald ich mich daran gewöhnt hatte, fand ich diesen Stil einfach großartig. Er macht das Buch unglaublich besonders, bringt so viel Witz und Charme mit und lockert die Geschichte auf eine ganz eigene Weise auf.

Die Atmosphäre ist dabei eine richtig gelungene Mischung: Einerseits haben wir diese leicht düstere, geheimnisvolle Geistergeschichte rund um das alte Herrenhaus und die drei Brüder, andererseits ist alles durchzogen von Humor, Schlagfertigkeit und skurrilen Momenten. Genau diese Balance hat mir richtig gut gefallen, weil das Buch dadurch nie schwer wirkt, obwohl es eigentlich auch um tragische Hintergründe und ungelöste Konflikte geht.

Was mich aber am meisten begeistert hat, waren die Charaktere. Ich fand sie wirklich absolut umwerfend und liebenswert und zwar jeden auf seine ganz eigene Art.
Besonders die „Crew“ der Ghostbusting Agency ist mir total ans Herz gewachsen: Melody als Protagonistin, die gleichzeitig stark, chaotisch und unglaublich witzig ist; Marina als beste Freundin, die immer da ist und einen schlagfertigen Kommentar auf der Zunge hat; und natürlich der anfangs etwas unsichere Praktikant Artie. Selbst Dinge wie das Auto Barb bekommen so viel Persönlichkeit, dass man sie einfach mögen muss. Die Figuren wirken alle so lebendig, natürlich und individuell, dass ich beim Lesen ständig schmunzeln musste.
Auch die Entwicklung der Charaktere hat mir sehr gefallen. Man merkt, wie sie an ihren Aufgaben wachsen, sich verändern und dabei trotzdem sie selbst bleiben. Es gibt so viele schräge, witzige und gleichzeitig authentische Figuren, dass das Lesen einfach Spaß macht.

Die Handlung rund um die Geisterbrüder fand ich ebenfalls richtig gelungen. Der Fall hatte genau die richtige Mischung aus Humor, Spannung und emotionalem Kern. Ich habe wirklich mitgefiebert und mir ständig Fragen gestellt: Wer hat Douglas wirklich ermordet? Wie hängt alles zusammen? Und wie lassen sich die Konflikte zwischen den Brüdern lösen?
Das Ganze war originell erzählt und hat mich bis zum Ende neugierig gehalten.

Die Liebesgeschichte – beziehungsweise das Zusammenspiel zwischen Melody, Fletcher und Leo – fand ich ebenfalls spannend. Ich habe das emotional auf jeden Fall gespürt und hatte auch relativ schnell meinen Favoriten. Gleichzeitig fand ich es aber richtig gut, dass dieser Aspekt nicht die gesamte Handlung dominiert hat. Die Romance ist da, sie ist wichtig und trägt zur Geschichte bei, aber sie drängt sich nicht in den Vordergrund. Der Fokus bleibt klar auf der Ghostbusting Agency, ihrer Entstehung und Entwicklung sowie auf dem ersten großen Fall und genau das fand ich sehr angenehm.

Fazit

Insgesamt war das Buch für mich zu keinem Zeitpunkt langweilig. Es hat mich konstant unterhalten, zum Schmunzeln gebracht, manchmal auch den Kopf schütteln lassen – im besten Sinne. Es ist witzig, charmant, ein bisschen verrückt und gleichzeitig spannend erzählt.
Ich kann auf jeden Fall sagen: Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall der Agency.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Mein Besuch im Baby Dragon Café

The Baby Dragon Café
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In „The Baby Dragon Café“ von A. T. Qureshi begleitet man Saphira, die in der Kleinstadt Starshine Valley ein ganz besonderes Café führt: einen Ort, an dem niedliche Babydrachen willkommen sind. Doch so ...

In „The Baby Dragon Café“ von A. T. Qureshi begleitet man Saphira, die in der Kleinstadt Starshine Valley ein ganz besonderes Café führt: einen Ort, an dem niedliche Babydrachen willkommen sind. Doch so zauberhaft diese Idee auch ist, bringt sie große Probleme mit sich, denn die kleinen Drachen setzen mit ihren Feuerstößen regelmäßig Möbel und Einrichtung in Brand, sodass sich Saphiras Rechnungen immer weiter stapeln. Als Aiden, ein eher verschlossener Gärtner aus einer bekannten Drachenreiterfamilie, sie bittet, seinen Babydrachen Sparky zu trainieren, ergibt sich für Saphira eine Chance und zwar nicht nur, ihre Leidenschaft für Drachen auszuleben, sondern auch, Aiden näherzukommen, der sich nach einem schweren Verlust eigentlich von Drachen distanziert hat.

Ich habe mich wirklich sehr auf "The Baby Dragon Café" gefreut, weil die Idee einfach unglaublich süß und gleichzeitig erfrischend anders klang. Und ich muss sagen: Insgesamt hat mir das Buch auch gut gefallen, auch wenn es für mich einige Schwächen hatte.

Der Schreibstil von A. T. Qureshi ist angenehm leicht und flüssig zu lesen. Ich bin schnell in die Geschichte hineingekommen und hatte durch die bildhaften Beschreibungen sofort ein klares Bild von Starshine Valley und dem Café vor Augen. Alles fühlt sich sehr cozy und warm an – fast wie eine kleine Wohlfühlwelt, in die man sich zurückziehen kann. Genau dieses ruhige, entspannte Lesegefühl zieht sich durch das ganze Buch, was ich einerseits sehr mochte, andererseits aber auch dazu geführt hat, dass mir stellenweise ein bisschen Spannung gefehlt hat.

Die Grundidee ist für mich definitiv eines der größten Highlights. Babydrachen, die zwar unfassbar niedlich sind, aber gleichzeitig alles abfackeln, das war oft einfach unterhaltsam und hat für einige charmante Momente gesorgt. Und ganz ehrlich: Sparky war für mich das absolute Highlight. Ich konnte ihn mir so lebendig vorstellen, dass ich beim Lesen ständig schmunzeln musste. Er hatte richtig Persönlichkeit und hat der Geschichte unglaublich viel Herz gegeben.

Saphira mochte ich insgesamt gern, auch wenn ich manchmal gemischte Gefühle hatte. Ihre Lebensfreude und ihre Liebe zu Drachen fand ich sehr ansteckend, gleichzeitig merkt man aber auch ihre Unsicherheiten, vor allem weil sie nicht aus einer Drachenreiterfamilie stammt und sich dadurch oft wie eine Außenseiterin fühlt. Dieser Aspekt zieht sich durch einen großen Teil der Geschichte, und ich fand es schön, dass sie am Ende langsam erkennt, dass sie keine externe Anerkennung braucht. Allerdings war sie mir im Umgang mit Sparky teilweise etwas zu überbehütend und emotional, was mich hin und wieder ein bisschen gestört hat.

Aiden bildet dazu einen starken Kontrast. Er ist eher verschlossen, teilweise fast mürrisch, und hat durch den Tod seines Bruders eine sehr komplizierte Beziehung zu Drachen. Gerade dieser Hintergrund hat ihn für mich interessant gemacht. Ich mochte es, wie sich seine Entwicklung langsam entfaltet und wie er durch Saphira und Sparky wieder einen Zugang zu Drachen findet und merkt, dass nicht alles mit Schmerz verbunden sein muss. Diese emotionale Komponente war für mich einer der stärkeren Teile der Geschichte.

Ein ganz großes Plus waren für mich die Nebencharaktere. Sie wirken offen, herzlich und bringen nochmal eine ganz eigene Wärme in die Geschichte. Sie haben das Buch für mich lebendiger gemacht und ich habe mich wirklich gefreut, dass einige von ihnen wohl eigene Geschichten bekommen werden.

Was für mich allerdings nicht ganz funktioniert hat, war die Liebesgeschichte zwischen Saphira und Aiden. Ihre Beziehung ging mir einfach zu schnell und hat sich teilweise zu plötzlich entwickelt. Ich habe die emotionale Tiefe ein bisschen vermisst, vieles wirkte eher oberflächlich und nicht ganz ausgearbeitet. Dadurch konnte ich die romantischen Momente leider nicht so richtig fühlen, was schade ist, weil gerade hier viel Potenzial gewesen wäre.

Auch die Handlung selbst war stellenweise etwas flach. Es passiert nicht durchgehend besonders viel Dramatisches oder Spannendes, was zwar gut zum cozy Charakter passt, aber manchmal auch ein wenig eintönig wirkte. Ich hätte mir an manchen Stellen etwas mehr Konflikt oder Entwicklung gewünscht, um die Geschichte noch packender zu machen.

Fazit

Trotz dieser Kritikpunkte habe ich das Buch insgesamt gerne gelesen. Es ist perfekt, wenn man etwas Leichtes, Warmes und Entspanntes sucht – eine Geschichte, die einen nicht stresst, sondern einfach ein gutes Gefühl hinterlässt. Für mich war es kein absolutes Highlight, aber definitiv ein schönes, gemütliches Leseerlebnis mit einer wirklich tollen Grundidee und einem unvergesslichen kleinen Drachen.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Schöne Kulisse, aber wenig Spannung

Les Bouttiers – Wir sind jetzt
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In „Les Bouttiers – Wir sind jetzt“ von Antonia Wesseling kehrt Elodie nach Jahren widerwillig nach Paris zurück – in die Stadt, die sie seit dem tragischen Tod ihrer Mutter gemieden hat. Eigentlich hatte ...

In „Les Bouttiers – Wir sind jetzt“ von Antonia Wesseling kehrt Elodie nach Jahren widerwillig nach Paris zurück – in die Stadt, die sie seit dem tragischen Tod ihrer Mutter gemieden hat. Eigentlich hatte sie ihren Traum von einer Karriere in der Mode längst begraben, doch als ihr Vater das angeschlagene Familienunternehmen Bouttier retten soll, führt kein Weg an der Rückkehr vorbei. Zwischen dem traditionsreichen Modehaus, alten Erinnerungen und neuen Herausforderungen wird Elodie nicht nur mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, sondern auch mit zwei Männern, die ihr Herz durcheinanderbringen: Gabriel, ihr Adoptivcousin und einst engster Vertrauter, und Adam Le Blanc, der charismatische Erbe des konkurrierenden Modelabels, mit dem sie bereits eine leidenschaftliche Nacht verbracht hat.
Gefangen zwischen Gefühlen, Loyalitäten und Intrigen muss Elodie herausfinden, welchen Weg sie gehen will.

Der Schreibstil von Antonia Wesseling hat mir grundsätzlich wieder sehr gut gefallen. Er ist flüssig, angenehm zu lesen und gerade in emotionaleren Szenen auch wirklich atmosphärisch. Ich mag ihre Art zu Schreiben wirklich sehr gerne.
Allerdings hat es bei mir ein bisschen gedauert, bis ich richtig in die Geschichte reingekommen bin. Gerade am Anfang hat sich alles etwas gezogen, und ich hatte das Gefühl, dass vieles eher oberflächlich bleibt, anstatt wirklich in die Tiefe zu gehen. Das fand ich schade, weil gerade das Setting so viel Potenzial bietet.

Dennoch war das Setting für mich tatsächlich eines der Highlights des Buches: Paris, die Modewelt, die Fashion Shows, das ganze Drumherum – das hat mir richtig gut gefallen. Diese Einblicke in das Modehaus Bouttier und die kreativen Prozesse haben der Geschichte für mich das gewisse Etwas gegeben. Davon hätte ich mir ehrlich gesagt noch deutlich mehr gewünscht, genauso wie generell mehr „Paris-Vibes“.

Was die Handlung angeht, war ich ein bisschen zwiegespalten. Über weite Strecken war mir das Ganze fast zu unspektakulär. Es gab einige Längen, in denen einfach nicht genug passiert ist, um mich wirklich zu fesseln. Und dann kommt am Ende plötzlich ein krasser Twist, der zwar überraschend ist, für mich aber irgendwie nicht ganz zu dem eher ruhigen Verlauf davor gepasst hat. Das wirkte fast ein bisschen unausgeglichen.

Die Charaktere haben mich ebenfalls unterschiedlich abgeholt.
Elodie mochte ich grundsätzlich – sie ist sympathisch und hat durchaus Stärke. Trotzdem hat mir bei ihr etwas gefehlt. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mehr für sich selbst einsteht, mehr ihren eigenen Weg geht, gerade was ihre Träume im Bereich Modedesign angeht. Teilweise wirkte sie auf mich ein bisschen zu passiv.

Besonders positiv überrascht hat mich Adam. Seine Figur fand ich wirklich gelungen. Seine inneren Konflikte und sein Kampf mit den Erwartungen seines Vaters waren für mich nachvollziehbar und haben ihm Tiefe gegeben. Auch die Entwicklung, die er im Laufe der Geschichte durchmacht, mochte ich sehr. Vor allem die Beziehung zwischen ihm und Elodie hat für mich funktioniert: Man hat das Knistern gespürt, die Anziehung war greifbar, und ihre Dynamik hat mich emotional am meisten abgeholt.

Ganz anders sah es bei Gabriel aus. Die Verbindung zwischen ihm und Elodie konnte ich überhaupt nicht richtig fühlen. Zusätzlich hatte ich ein Problem mit der ganzen Konstellation – auch wenn er „nur“ ihr Adoptivcousin ist, fand ich es irgendwie seltsam und ehrlich gesagt eher abstoßend, dass sie ihn anziehend findet. Das hat es mir schwer gemacht, mich auf diese Beziehung einzulassen. Dazu kam, dass ich Gabriel als Figur generell nicht besonders mochte. Er wirkte auf mich zu angepasst, zu sehr darauf bedacht, es allen recht zu machen, und dabei irgendwie blass.

Das Liebesdreieck an sich hat mich sowieso nicht wirklich angesprochen. Für mich hat es eher gestört als die Geschichte bereichert. Dazu kommt der recht hohe Spice-Anteil – der war mir persönlich teilweise zu viel und hat für mich sogar ein bisschen von der eigentlichen Chemie und Spannung zwischen den Figuren genommen, anstatt sie zu verstärken.

Fazit

Unterm Strich war „Les Bouttiers – Wir sind jetzt“ von Antonia Wesseling für mich ein Buch mit viel Potenzial, das aber nicht ganz ausgeschöpft wurde. Es gab schöne Ansätze – vor allem im Setting, im Schreibstil und in der Figur von Adam –, aber die Handlung war mir stellenweise zu langatmig und insgesamt zu wenig packend.
Für den zweiten Band wünsche ich mir vor allem: mehr Elodie, die wirklich ihren eigenen Weg geht, mehr Fokus auf Mode, mehr Paris-Atmosphäre und eine tiefere, spannendere Handlung. Dann könnte die Reihe für mich wirklich noch deutlich gewinnen.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

ein würdiger Abschluss einer wundervollen Reihe

Whitestone Hospital - Colliding Hearts
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Im letzten Band der Whitestone-Hospital-Reihe begleiten wir die Künstlerin – Lauras Schwester - Jess Collins, deren Leben gerade völlig aus den Fugen geraten ist. Die Wohnung, in die sie einziehen wollte, ...

Im letzten Band der Whitestone-Hospital-Reihe begleiten wir die Künstlerin – Lauras Schwester - Jess Collins, deren Leben gerade völlig aus den Fugen geraten ist. Die Wohnung, in die sie einziehen wollte, ist abgebrannt, ihre Kunst verkauft sich kaum noch, Galerien zeigen kein Interesse an ihren Werken und finanziell wird die Lage immer schwieriger. Genau in dieser chaotischen Phase begegnet sie immer wieder dem Thoraxchirurgen Ian Rice aus dem Whitestone Hospital. Ian ist eigentlich dafür bekannt, sich auf drei Dinge zu konzentrieren: seinen Job, guten Kaffee und unverbindliche Affären. Doch Jess lässt ihn nicht los. Etwas an ihr berührt ihn so sehr, dass er sie unbedingt an seiner Seite haben möchte.
Während sich zwischen den beiden langsam eine Beziehung entwickelt, wird Jess von einem Ereignis getroffen, das ihr ohnehin fragiles Leben endgültig erschüttert und sie dazu zwingt, alles zu hinterfragen.

Mit „Whitestone Hospital – Colliding Hearts“ endet eine Reihe, die mich über mehrere Bände hinweg begleitet und bewegt hat. Da ich die vorherigen Bücher bereits alle gelesen habe, war die Vorfreude auf den Abschluss natürlich besonders groß.

Der Einstieg ins Buch fiel mir diesmal allerdings etwas schwerer als erwartet. Die ersten Kapitel wirkten auf mich überraschend ruhig und teilweise auch ein wenig langatmig. Ich hatte zunächst das Gefühl, nicht sofort richtig in die Geschichte hineinzufinden. Das lag vielleicht auch daran, dass die letzten Teile der Reihe bei mir schon eine Weile zurückliegen und mir zu Beginn ein bisschen die direkte Verbindung zur Welt des Whitestone Hospitals gefehlt hat. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte anfangs viel Zeit, um Jess’ Situation zu schildern, wodurch der Einstieg eher leise und zurückhaltend wirkt.

Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat mich die Geschichte wieder in ihren Bann gezogen. Ava Reed schafft es einfach immer wieder, mit ihrem Schreibstil eine ganz besondere Atmosphäre zu erzeugen. Ihre Sprache ist gefühlvoll, einfühlsam und unglaublich nah an den Figuren. Man spürt beim Lesen, wie viel emotionale Tiefe in ihren Geschichten steckt.

Auch diesmal ist das Thema, das im Verlauf der Handlung aufgegriffen wird, sehr emotional und geht wirklich nahe. Ohne zu spoilern kann ich sagen, dass es sich um ein Thema handelt, das schwer wiegt und viele intensive Gefühle auslöst. Genau hier zeigt sich aber auch die Stärke von Ava Reeds Schreibstil: Sie behandelt diese Aspekte sehr sensibel, authentisch und respektvoll.

Während des Lesens habe ich unglaublich mit Jess mitgefühlt. Ihre Situation, ihre Unsicherheiten und ihr innerer Kampf werden sehr greifbar dargestellt. Besonders beeindruckt hat mich, wie stark sie trotz allem bleibt. Ihr Leben bricht an mehreren Stellen gleichzeitig auseinander, und dennoch gibt sie nicht einfach auf. Diese innere Stärke und gleichzeitig ihre Verletzlichkeit machen sie zu einer sehr authentischen und nahbaren Protagonistin.
Auch die psychologische Tiefe dabei hat mir sehr gefallen. Die emotionalen und mentalen Aspekte werden nicht nur oberflächlich angerissen, sondern wirklich ernst genommen und verarbeitet. Gerade die Art und Weise, wie Jess mit ihren Gefühlen, Ängsten und Herausforderungen umgeht, wirkt sehr realistisch. Das macht die Geschichte stellenweise wirklich intensiv, aber genau dadurch auch so berührend.

Ein großes Highlight für mich war zudem die Beziehung zwischen Jess und Ian. Ihre Dynamik hat mir unglaublich gut gefallen.
Ian ist ein Charakter, den man aus den vorherigen Bänden bereits kennt, und ich fand es spannend, ihn hier noch einmal von einer ganz anderen Seite zu erleben. Hinter seinem Sarkasmus und seiner scheinbar lockeren Art steckt deutlich mehr, als man zunächst denkt. Besonders schön fand ich, wie unterstützend er gegenüber Jess ist. Seine Gefühle für sie sind ehrlich, tief und bedingungslos und genau das merkt man in jeder gemeinsamen Szene.
Was ich an ihrer Beziehung besonders mochte, war, wie ruhig und harmonisch sie sich entwickelt. Es gibt keine toxischen Dynamiken, keine künstlich aufgebauschten Konflikte und keine unnötigen Missverständnisse, die nur für Drama sorgen sollen – etwas, das im New-Adult-Genre leider häufig vorkommt und das ich persönlich nicht sonderlich mag. Stattdessen wirkt ihre Beziehung einfach echt. Sie ist geprägt von Unterstützung, Vertrauen, Geduld und Verständnis. Ian steht Jess zur Seite, ohne sie zu drängen, und gibt ihr gleichzeitig den Raum, den sie braucht. Diese sanfte, respektvolle und liebevolle Dynamik hat das Lesen unglaublich angenehm gemacht.

Natürlich habe ich mich auch sehr darüber gefreut, einige der bekannten Figuren aus den vorherigen Bänden wiederzusehen. Da ich alle Teile der Reihe gelesen habe, war es schön, zumindest kleine Begegnungen mit den Charakteren zu erleben. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen gewünscht, noch ein bisschen mehr von ihnen zu sehen, einfach weil sie mir über die Reihe hinweg sehr ans Herz gewachsen sind. Trotzdem hat es sich immer wie ein kleines Wiedersehen angefühlt, wenn sie auftauchten.

Fazit

Insgesamt ist „Colliding Hearts“ von Ava Reed für mich ein sehr emotionaler und würdiger Abschluss der Reihe. Auch wenn der Einstieg für mich etwas holprig war und ich einen Moment gebraucht habe, um wieder richtig in die Geschichte hineinzufinden, hat mich das Buch am Ende doch sehr berührt. Die Mischung aus emotionaler Tiefe, authentischen Figuren und einer liebevollen, unterstützenden Beziehung hat mich wieder einmal daran erinnert, warum ich Ava Reeds Bücher so gerne lese.

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