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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2026

Luft nach oben

Ungelöst – Die erste Zeugin
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"Ungelöst-Die erste Zeugin" ist der Auftaktband zu einer neuen Cold-Case-Reihe des Autors Arno Strobel.

Als Luisa Menkhoff die Uni verlässt, sieht sie auf einem Flugblatt das Gesicht einer Frau, die ...

"Ungelöst-Die erste Zeugin" ist der Auftaktband zu einer neuen Cold-Case-Reihe des Autors Arno Strobel.

Als Luisa Menkhoff die Uni verlässt, sieht sie auf einem Flugblatt das Gesicht einer Frau, die ihr sehr bekannt ist. Es handelt sich um Nicole Klement, die Frau, die an ihrer Entführung als 5- jähriges Mädchen beteiligt war. Gleichzeitig fühlt sie sich beobachtet und beschließt direkt die Polizei zu kontaktieren. Dort trifft sie auf Ramin Brunner, den Kommissar, der eigentlich gerade das Ressort wechselt, sich aber ihre Ausführungen noch anhört. Er beginnt zu ermitteln und wird wie in einen Sog gezogen und verschiebt seinen Start als Leiter der neu gegründeten Abteilung mit Einverständnis seines Chefs. Besonders brisant ist die Tatsache, dass Luisas mittlerweile verstorbener Vater damals schon in einem Mordverdacht gegen den Entführer seiner Tochter ermittelt hat.

Arno Strobel überzeugt auch hier wieder durch einen packenden, in kurzen Kapiteln verpackten Schreibstil. Die Ermittler gefallen mir nach dieser Einführung schon mal sehr gut, haben allerdings auch noch einiges an Ausbaupotential. Luisa war mir persönlich zu involviert und die sich anbahnende Liebesgeschichte hätte es für mich nicht gebraucht. Daher befürchte ich fast, dass sie fester Bestandteil der Reihe sein wird, was mich ein wenig abschreckt. Dies ist wie so vieles im Leben einfach Geschmackssache, meiner ist es nicht.

Insgesamt ein lesenswerter Krimi mit Luft nach oben.

Veröffentlicht am 17.02.2026

Durchschnitt

Polarblut - Tödliches Leuchten
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Der Kriminalroman"Polarblut-Tödliches Leuchten" der Autorin Tuva Bro spielt im beschaulichen Tromsø in Norwegen.

Das Ermittlerteam Anta Thorsen und Hans Vigeland haben es selten mit Mordfällen zu tun, ...

Der Kriminalroman"Polarblut-Tödliches Leuchten" der Autorin Tuva Bro spielt im beschaulichen Tromsø in Norwegen.

Das Ermittlerteam Anta Thorsen und Hans Vigeland haben es selten mit Mordfällen zu tun, eher mit verloren gegangenen Touristen, die die Polarlichter bestaunen wollen.
Dies ändert sich als der überaus erfolgreiche Tourismusunternehmer Glen Solberg vor seinem sehr luxuriösen Haus erschossen wird. Anta und Hans beginnen mit den Ermittlungen, doch schon bald wird eine zweite Leiche gefunden. Diesmal wurde das Opfer erstochen in einer abgelegenen Waldhütte. Die Frau des zweiten Opfers scheint emotionslos mit dem Tod ihres Mannes umzugehen, dies rückt sich vor allem bei Hans in den Fokus der Verdächtigen. Beide Opfer haben allerdings auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun. Da sind die Konkurrenten des Geschäftsmanns eher mit Motiven bedacht.

Die Autorin versteht es gut, die Atmosphäre in Norwegen bei den Polarlichtern zu transportieren und damit eine gute Stimmung zu schaffen. Leider waren mir sowohl Anta als auch als Protagonisten nicht sehr sympathisch, was besonders mit den sehr ausschweifende Beschreibungen der Sporteinheiten von Anta zusammenhängt. Dadurch wurde zu viel der Spannung genommen und der Fall plätscherte dadurch etwas vor sich hin.
Die angedeuteten Vergangenheitsprobleme der Ermittlerin hätten dann auch aufgelöst werden können.

Ein durchschnittlicher Krimi in einer ansprechenden Umgebung.

Veröffentlicht am 14.02.2026

ungewöhnlich

Das Signal
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Mit "Das Signal" hat Ursula Poznanski endlich wieder einen Stand Alone Thriller geschrieben.

Viola, lebt seit einiger Zeit mit ihrem Mann nach einer Zeit im Großstadtdschungel in der Einöde ...

Mit "Das Signal" hat Ursula Poznanski endlich wieder einen Stand Alone Thriller geschrieben.

Viola, lebt seit einiger Zeit mit ihrem Mann nach einer Zeit im Großstadtdschungel in der Einöde auf dem Land. Sie haben sich ihren Traum vom Eigenheim verwirklicht. Um diesen Traum perfekt zu machen, fehlt nur noch der Umbau des alten Kellers zu einem exklusiven Weinkeller. Doch gerade da passiert es, Viola stürzt und ist ab dem Zeitpunkt auf die Hilfe ihres Mannes angewiesen.
Dieser überschüttet sie teils mit Fürsorge, hindert sie allerdings auch daran Fortschritte zurück in die Selbstständigkeit zu machen. Da kommen ihr Zweifel an seiner Liebe und sie beginnt ihn zu verfolgen. Die Technik macht es möglich und da es so gut funktioniert, spioniert sie immer weitere Menschen aus ihrem Umfeld aus. Schon bald ahnt sie, dass ihr Leben nicht mehr sicher ist.....

"Das Signal" punktet durch den spannenden Schreibstil der Autorin, auch wenn es zwischenzeitlich zu viel der sich drehenden Gedanken von Viola wird, schaffte es Ursula Poznanski mich am Lesen zu halten.

Die Auflösung war für mich schlüssig und ich empfehle das Buch gerne weiter.


Veröffentlicht am 14.02.2026

toller Auftaktband

Happy Head
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Bei Happy Head handelt es sich um den Auftaktband zu der Near Future Fiction-Thriller-Reihe von Josh Silver.

Herzlichen Glückwunsch Sebastian Seaton, Du wurdest als Teilnehmer unseres experimentellen ...

Bei Happy Head handelt es sich um den Auftaktband zu der Near Future Fiction-Thriller-Reihe von Josh Silver.

Herzlichen Glückwunsch Sebastian Seaton, Du wurdest als Teilnehmer unseres experimentellen Mental-Health-Programms ausgewählt.

Seine Eltern sind begeistert, machen sie sich doch Sorgen um ihren Sohn der schüchtern, Angst geplagt und dadurch anscheinend so gar nichts mit seinem Leben anfangen kann.
Sie sagen zu und bringen Seb in das entfernte Domizil, in dem er mit 100 anderen ausgewählten Jugendlichen "Heilen" soll. Schon nach kurzer Zeit empfindet Sebastian die gestellten Herausforderungen und Regeln als äußerst seltsam und ungerecht. Seine Bekanntschaft mit Finn, dem Rebell der Gruppe bestärkt ihn in seinen Hinterfragungen. Die beiden beginnen zu recherchieren und was sie dabei herausfinden, lässt sie an ihrer Sicherheit im Camp zweifeln.

Es handelt sich hier um ein spannendes Jugendbuch, welches verschiedene Genres in sich vereint. Eine tolle Mischung aus Thriller, Dystopie und ein kleines bisschen Romanze, welche zum Glück nicht überhandnimmt.

Die Auflösung zum Ende in ist stimmig und lässt auf einen ebenso spannenden wie dystopischen zweiten Band hoffen.

Veröffentlicht am 14.02.2026

beeindruckend

Ausreden
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Der Journalist und Publizist Florian Klenk hat mit seinem Buch "Ausreden" den Versuch gewagt das Leben der Serienmörderin Elfriede Martha Blauensteiner anhand von Protokollen zusammenzufassen.

Elfriede ...

Der Journalist und Publizist Florian Klenk hat mit seinem Buch "Ausreden" den Versuch gewagt das Leben der Serienmörderin Elfriede Martha Blauensteiner anhand von Protokollen zusammenzufassen.

Elfriede Blauensteiner, in Österreich auch als "Schwarze Witwe" bekannt, suchte sich ihre Opfer per Kontaktanzeigen, um nach ihrem Tod an ihr Vermögen zu gelangen. Sie war im höchsten Maße spielsüchtig und verspielte ihre "Beute" anschließend in den Casinos.
Florian Klenks Schreibstil war im ersten Moment für mich gewöhnungsbedürftig, aber war absolut stimmig zum Text. Die zugrundeliegenden Protokolle der Gerichtspsychiaterin lassen einem das Blut in den Adern gefrieren. Sätze ohne Gefühl oder gar Reue gehen tief und ließen mich öfter den Kopf schütteln.

Das Aufwachsen von Blauensteiner war ein hartes und entbehrliches Stück Kindheit, geprägt von Kälte und Gewalt. Doch dies war in der damaligen Zeit leider üblich und dennoch wurden nicht alle Kinder als Erwachsene zu Serienmördern. Ein Gedankenspiel, welches bis heute Gültigkeit hat, wann entscheidet es sich, welche Mensch durch seine Kindheit zum Mörder wird und welcher nicht.

Besonders Lesenswert fand ich die Passage, in dem Klenk aus der Sicht der Tochter Blauensteiner berichten kann, mit der er persönliche Gespräche führen konnte. Ein völlig konträres Bild zu den Einlassungen der Mutter, die sich immer als Versorgende, pflegende und liebende Person darstellte, die nie morden, sondern nur helfen wollte.

Florian Klenk hat mit "Ausreden" ein beeindruckendes Bild einer Serienmörderin geschaffen.