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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2025

gemischte Gefühle

Die Spur der Vertrauten
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"Die Spur der Vertrauten" der Autorin Christelle Dabos würde ich als ein ziemlich herausforderndes Buch für Jugendliche bezeichnen. Mir war die Autorin durch ihr Werk die Spiegelreisenden bekannt, darum ...

"Die Spur der Vertrauten" der Autorin Christelle Dabos würde ich als ein ziemlich herausforderndes Buch für Jugendliche bezeichnen. Mir war die Autorin durch ihr Werk die Spiegelreisenden bekannt, darum war der Schreibstil schon bekannt.

Claire und Goliath leben in einer dystopischen Welt, in der das Wir über allem steht. Es gibt kein ICH und kein DU, ein besonderer Blickwinkel auf eine Welt, die so anders als die unsrige gestaltet wird. Jeder ist nur ein Rädchen im großen und ganzem Ameisenhaufen, der diese Welt am Laufen hält. Die unterschiedlichen Instinkte und die daraus resultierenden Aufgaben im System sind aufeinander abgestimmt und lassen keine Ausbrüche nach rechts und links zu.

In alledem Claire, die kurz vor ihrem Abschluss steht und Goliath der als "Schützer" schon einiges an körperlichen Einschnitten erleben musste, auch er kurz vor dem Wendepunkt in seinem Leben. Sie bemerken, dass auffallend viel Schüler in letzter Zeit verschwunden sind, aber niemand sonst scheint diese Tatsache zu interessieren. Nach anfänglichen Bedenken schließen sie sich entgegen der Vorschriften zusammen, um das Geheimnis zu lüften.

Nach dem Lesen des Buches bin ich nach anfänglicher Euphorie doch etwas ernüchtert. Besonders zum Ende des Buches hin kann ich mit den Zusammenhängen und den Ursachen nicht so wirklich konform gehen.
Die Protagonisten wurden mir allerdings im Laufe der Geschichte mit ihren Eigenheiten immer sympathischer und ich konnte mit ihnen mit leiden und fühlen.

Für Jugendliche würde ich das Buch nicht empfehlen, da es zu komplex und auch sehr lang aufgebaut ist. Da sehe ich es eher als gelungene Dystopie für junge Erwachsene.

Veröffentlicht am 04.12.2025

altersentsprechende Umsetzung

Heldentage
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"Heldentage" von Martin Schäuble war nicht mein erstes Buch des Autors. Er beschäftigt sich immer mit wichtigen Themen und bringt diese auf den Punkt. Schon mit "Alle Farben grau" konnte er mich überzeugen.

Der ...

"Heldentage" von Martin Schäuble war nicht mein erstes Buch des Autors. Er beschäftigt sich immer mit wichtigen Themen und bringt diese auf den Punkt. Schon mit "Alle Farben grau" konnte er mich überzeugen.

Der Einstieg mit Nilos Spielsucht und der daraus resultierenden Eskalation gegen seine Mutter bringt ihn in die Psychiatrie. Dort trifft er auf Faris, der eine ähnliche Symptomatik an den Tag legt. Als sie gemeinsam mit Mayla flüchten, kommen sie sich auf eine besondere Art näher.

Mir hat hier der kurze, knackige Schreibstil von Martin Schäuble wieder sehr gut gefallen. Seine Dialoge zwischen den Jugendlichen sind altersentsprechend gewählt, ohne zu sehr abzudriften. Besonders Faris und Nilo mit ihrer Kumpelhaftigkeit, die in dem Alter wichtig für die Entwicklung Jugendlicher ist, wird super transportiert.
Die Reise auf der Flucht ist spannend zu lesen und die Themen Freundschaft, Sucht und Vertrauen nehmen einen hohen Stellenwert ein, ohne dabei in kitschige Sentimentalität zu entgleiten.

Es gibt ein gutes Ende, was altersentsprechend gestaltet ist.

Das Buch wird ab 12 Jahren empfohlen, was ich mit den Augen einer Erzieherin nur unterschreiben kann. Für mich ist dieses Jugendbuch sehr empfehlenswert.

Veröffentlicht am 02.12.2025

gute Spannung

Body Number One
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" Body Number One" war für mich das zweite Buch der Autorin Helen Fields. Schon mit ihrem Buch konnte sie mich mit ihrem Schreibstil überzeugen.

In Edinburgh werden anscheinend wahllos Menschen ermordet ...

" Body Number One" war für mich das zweite Buch der Autorin Helen Fields. Schon mit ihrem Buch konnte sie mich mit ihrem Schreibstil überzeugen.

In Edinburgh werden anscheinend wahllos Menschen ermordet und die Ermittler brauchen eine ganze Weile, um überhaupt einen Zusammenhang herzustellen. Ist doch der Modus Operandi immer ein ganz anderer und somit ziemlich untypisch für einen Serienkiller.
Connie Woolwine, mir bekannt aus "The Institution" nahm in diesem Band eine ganz andere Rolle und für mich auch schon Persönlichkeit ein.
Sie ist jetzt nicht der Typ, mit dem ich schnell warm werde, aber etwas fasziniert mich dennoch an ihr. Genauso geht es mir mit Sam Lively, auch er nicht gerade ein einfacher Charakter.

Die Einlassungen des Killers sind spannend und lassen tief in die Seele und sein Trauma blicken. Im Thriller gibt es einiges an Wendungen, keinerlei Längen, sodass ich dieses Buch in kürzester Zeit verschlungen habe. Die Kulisse von Edinburgh wurde ebenso gut herausgearbeitet wie die schottische Atmosphäre,

Ein bunt zusammengewürfeltes Team, was noch Potenzial nach oben hat und einiges an Fällen lösen kann.
Mich hat der Thriller sehr gut unterhalten und darum empfehle ich ihn gerne weiter.

Veröffentlicht am 27.11.2025

guter Einstieg

Die Bibliothek meines Großvaters
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"Die Bibliothek meines Großvaters" ist das Debüt des japanischen Autors Masateru Konishi und gleichzeitig der erste Teil einer Trilogie. Schon das Cover spricht mich sehr an.

Ich muss gestehen, mit Büchern ...

"Die Bibliothek meines Großvaters" ist das Debüt des japanischen Autors Masateru Konishi und gleichzeitig der erste Teil einer Trilogie. Schon das Cover spricht mich sehr an.

Ich muss gestehen, mit Büchern aus Japan tue ich mich in Hinblick auf die Mentalität meistens etwas schwer. Bei dem hier gelesenen fiel es mir erstaunlicherweise relativ leicht, mich auf das Geschehen einzulassen.
Protagonisten sind Kaede, eine junge Lehrerin und ihr Großvater. Nachdem Kaede ein geheimnisvolles Buch mit rätselhaften Zeitungsberichten in die Hände fällt, denkt sie sofort an ihren dementen Großvater, der ein genialer Kopf war und trotz seiner Demenz immer noch ist. Gemeinsam versuchen sie, die Rätsel zu lösen. Dies lässt einiges an spannenden Elementen aufkommen, was mein Leseerlebnis um einiges gesteigert hat.

Der Autor Masateru Konishi hat einen angenehm ruhigen Schreibstil, der tief berühren kann. Er hat die Demenz seines eigenen Großvaters in dieser Geschichte perfekt eingebaut und für Menschen ohne Erfahrung im Demenz-Bereich mit Sicherheit auch sehr lehrreich.

Die japanische Mentalität mit ihrem großen Respekt und Zurückhaltung wird durch das Miteinander von Kaede und ihrem Großvater sehr authentisch beschrieben.

Mich hat "Die Bibliothek meines Großvaters" gut unterhalten und ich freue mich schon auf den zweiten Band.

Veröffentlicht am 25.11.2025

spannende Wendungen

Eisnebel
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"Eisnebel" der Autorin Alice Marshall war für mich das erste Buch der Autorin.

Nach der Leseprobe war ich mir noch nicht schlüssig, ob ich mit der Story warm werde. Zu oft habe ich schon Bücher ...

"Eisnebel" der Autorin Alice Marshall war für mich das erste Buch der Autorin.

Nach der Leseprobe war ich mir noch nicht schlüssig, ob ich mit der Story warm werde. Zu oft habe ich schon Bücher mit ähnlichem Setting gelesen.

Als Theo Connor kennenlernt, einen gut betuchten jungen Mann aus einer langen reichen Dynastie, kann sie ihr Glück kaum fassen. Connor trägt sie auf Händen, beschenkt sie reich und möchte sie so schnell wie möglich heiraten. Dafür gibt es allerdings noch eine Hürde zu bewältigen:
Theo muss in den Augen seiner Familie für Connor würdig gehalten werden. Was liegt da näher, Weihnachten auf dem "Familienberg" in Idlewood mit der gesamten Familie zu verbringen. Doch kaum ist dies geplant, bekommt Theo Nachrichten, die sehr bedrohlich wirken: Sie soll die Hände von Connor lassen....

Die Autorin versteht es, eine spannende Atmosphäre zu schaffen, die mit unheimlich vielen Wendungen aufwarten kann.

Insgesamt kann ich sagen, mich hat der Thriller gut unterhalten und empfehle ihn gerne weiter.