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Veröffentlicht am 01.03.2026

Die Housesitterin

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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Absolut atmosphärisch, perfide und voller Twists. Definitiv ein Thriller, der unter die Haut geht.

„Die Housesitterin“ von Emily Rudolf ist ein nervenaufreibender Pageturner, der von der ersten Seite ...

Absolut atmosphärisch, perfide und voller Twists. Definitiv ein Thriller, der unter die Haut geht.

„Die Housesitterin“ von Emily Rudolf ist ein nervenaufreibender Pageturner, der von der ersten Seite an eine dichte, unheilvolle Atmosphäre erzeugt. Was als scheinbar harmloser Job auf einer idyllischen Ostseeinsel beginnt, entwickelt sich schnell zu einem psychologischen Katz-und-Maus-Spiel. Hier ist nichts so, wie es scheint.

Cecilia ist eine Protagonistin, die ich sofort gespürt habe. Sie ist verletzlich und verloren, aber keineswegs naiv. Nach dem Tod ihrer Mutter treibt sie orientierungslos durchs Leben. Genau diese emotionale Bruchstelle macht sie zur perfekten Figur für diesen Thriller. Ihre innere Unsicherheit spiegelt sich in der isolierten Kulisse der Insel wider. Diese wirkte mit jeder Seite beklemmender.

Die Villa der Familie Waldner wird dabei fast selbst zu einer Figur. Sie ist groß, still, voller Schatten und Geheimnisse. Die einsame Lage verstärkt das Gefühl der Ausweglosigkeit. Die Anziehung zwischen Cecilia und Johannes Waldner bringe eine zusätzliche, spannungsgeladene Ebene ein. Doch statt romantischer Sicherheit wächst mein Misstrauen gegenüber ihm, gegenüber den anderen Ankömmlingen und irgendwann sogar gegenüber Cecilia selbst.

Besonders stark empfand ich den raffinierten Plotaufbau. Emily Rudolf legt meisterhaft Fährten und baut perfekt Erwartungen auf. Doch im nächsten Moment zerstört sie alles gnadenlos. Jede neue Information wirft mehr Fragen auf und jede Perspektive verschiebt das Bild. Die Twists kommen absolut überraschend, dabei wirken sie aber nie konstruiert, sondern logisch und durchdacht.

Was diesen Thriller für mich zu einem Highlight macht, ist die psychologische Tiefe. Es geht nicht nur um äußere Bedrohung, sondern auch um Manipulation, Macht, Abhängigkeit und die Frage, wem man trauen kann. Auch wenn man glaubt, die Wahrheit längst erkannt zu haben.

Für mich ein Thriller, den ichkaum aus der Hand legen konnte.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Please unfollow

Please unfollow
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Ein Buch so schonungslos ehrlich, hochaktuell und unfassbar bewegend.

„Please Unfollow“ von Basma Hallak ist eines dieser Bücher, das ich nicht einfach gelesen habe, denn ich habe es zutiefst gefühlt. ...

Ein Buch so schonungslos ehrlich, hochaktuell und unfassbar bewegend.

„Please Unfollow“ von Basma Hallak ist eines dieser Bücher, das ich nicht einfach gelesen habe, denn ich habe es zutiefst gefühlt. Für mich ein absolutes Highlight.

Sherrys Geschichte geht absolut unter die Haut. Sie ist eine Jugendliche, deren gesamtes Leben seit ihrer Adoption öffentlich ausgeschlachtet wurde. Für Likes, Klicks und Reichweite. Wo alles wichtiger ist als Privatsphäre, Gefühle oder Identität. Die Vorstellung, dass Millionen Menschen dich zu kennen glauben, während du selbst keine Ahnung hast, wer du eigentlich bist, ist so erschütternd. Genau das hat Basma Hallak intensiv, sensibel und gleichzeitig kompromisslos ehrlich zu Papier gebracht.

Das Setting im Camp für straffällige Jugendliche in der Sächsischen Schweiz bildet dabei einen starken Kontrast zur Onlinewelt. Zum ersten Mal ist Sherry nicht der Content, keine Marke, keine Projektionsfläche. Sondern einfach nur ein Mädchen, das Fehler gemacht hat und lernen muss, mit den Konsequenzen zu leben. Diese leisen Momente des Nicht-Performen-Müssens sind so unglaublich kraftvoll und wichtig.

Besonders beeindruckt hat mich, wie aktuell und gesellschaftskritisch der Roman ist. Themen wie Sharenting, digitale Ausbeutung von Kindern, Identitätsverlust, Gruppenzwang und Cancel Culture werden nicht oberflächlich angerissen, sondern tiefgründig beleuchtet. Ohne moralischen Zeigefinger, aber mit einer Wucht, die so was von nachhallt.

Sherry ist keine perfekte Protagonistin, aber das macht sie so authentisch. Auch die Dynamik innerhalb der Clique im Camp ist so vielschichtig und realistisch dargestellt.

Der Schreibstil empfand ich als direkt, modern und emotional intensiv. Ich habe zwischen den Zeilen die Ohnmacht, den Druck und diese permanente Angst davor, wieder entlarvt zu werden absolut gespürt.

Ein Buch, was lange im Kopf bleibt. Es wird gezeigt, was es bedeutet, wenn das eigene Leben zur öffentlichen Ware wird. Ein hochaktuelles Thema und ein buschiges Highlight, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Nightwood Academy 3

Nightwood Academy 3 – Dark Romantasy Serie
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Dieser Sammelband ist wieder emotional, düster und absolut fesselnd.

Amber Auburn liefert wieder einmal eine intensive Mischung aus Dark Romantasy, emotionalem Chaos und nervenaufreibender Spannung. ...

Dieser Sammelband ist wieder emotional, düster und absolut fesselnd.

Amber Auburn liefert wieder einmal eine intensive Mischung aus Dark Romantasy, emotionalem Chaos und nervenaufreibender Spannung. Die Episoden 9–12 bilden einen unglaublich starken Abschnitt der Reihe, der mich komplett in seinen Bann gezogen hat.

Abby steht mehr denn je im Zentrum der Ereignisse. Genau das macht ihre Entwicklung so faszinierend. Sie ist längst nicht mehr das Mädchen vom Anfang. Sondern sie wächst sichtbar an ihren Herausforderungen, sowie den Zweifeln und Entscheidungen, die ihr abverlangt werden. Besonders gelungen fand ich den inneren Konflikt zwischen Herz und Verstand, der Abby absolut greifbar und authentisch wirken lässt.

Auch die emotionale Dynamik hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Die Beziehung zu Ryder entwickelt sich intensiv, gefühlvoll und gleichzeitig so kompliziert. Dennoch bleibt Lucian ein wichtiger Teil von Abbys Gedankenwelt, was für eine spannende und glaubwürdige emotionale Zerrissenheit sorgt. Dieses Liebesdreieck fühlt sich niemals oberflächlich an, sondern ist eng mit Abbys Vergangenheit und ihren offenen Fragen verknüpft.

Das Tempo der Handlung zieht noch einmal deutlich an. Die Nightwood Academy versinkt zunehmend im Chaos, Bündnisse zerbrechen, die Kämpfe werden brutaler und die Atmosphäre wird spürbar düsterer. Es gelingt der Autorin hervorragend, Spannung, Action und Emotionen miteinander zu verweben. Dabei kommt keines der Elemente zu kurz. Besonders die Enthüllungen rund um Abbys Vergangenheit und ihre Familie haben für echte Gänsehautmomente gesorgt.

Für mich macht die stetige Eskalation der Ereignisse und der Raum für emotionale Tiefe diesen Sammelband besonders stark. Die düstere Akademie-Atmosphäre, die komplexen Beziehungen und die zahlreichen Geheimnisse sorgen dafür, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Für mich ist die Serie ein absolutes Highlight. Ich freue mich schon auf den nächsten Sammelband.

Veröffentlicht am 01.03.2026

Lights out

Lights Out
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Für mich leidet mehr Schein als Sein.

„Lights Out“ von Navessa Allen hat mich mit dem düsteren Social-Media-Setting und dem Versprechen von obsessiver Spannung definitiv neugierig auf die Story gemacht. ...

Für mich leidet mehr Schein als Sein.

„Lights Out“ von Navessa Allen hat mich mit dem düsteren Social-Media-Setting und dem Versprechen von obsessiver Spannung definitiv neugierig auf die Story gemacht. Maskierte Männer, gefährliche Fantasien und eine Beziehung, die in moralischen Grauzonen beginnt, klingt nach intensiver Dark Romance. Leider konnte mich die Dark-Rom-Com Geschichte dennoch nicht wirklich überzeugen.

Die Ausgangsidee ist absolut spannend. Aly flüchtet sich in Online-Fantasien und Josh macht diese zur Realität. Doch irgendwie lag hier für mich schon das Problem. Vieles entwickelt sich sehr schnell und bleibt für mich dabei emotional eher oberflächlich. Gerade bei einer Geschichte, die mit Stalking-Elementen und dunklen Sehnsüchten spielt, hätte ich mir mehr psychologische Tiefe und innere Konflikte gewünscht. Stattdessen wirkte für mich vieles eher wie eine Aneinanderreihung von heißen Momenten ohne nachhaltige Entwicklung. Und dazu ein Humor, der mich nicht erreicht hat.

Auch die Charaktere blieb für mich distanziert. Aly trifft Entscheidungen, die ich nicht immer nachvollziehen konnte und Josh bleibt lange eher Projektionsfläche als wirklich ausgearbeitete Figur.

Die Bedrohung im Hintergrund sollte für zusätzliche Spannung sorgen, fühlte sich für mich jedoch nicht konsequent genug ausgearbeitet an, um echten Nervenkitzel zu erzeugen.

Der Schreibstil ist flüssig und das Buch lässt sich schnell lesen. Wer spice-lastige Dark Romance mit Social-Media-Trope und der gewissen Brise Humor sucht, wird hier vermutlich besser unterhalten sein als ich. Mir fehlte jedoch die emotionale Intensität und die Tiefe, die das Thema eigentlich hergegeben könnte.

Für mich eine vielversprechende Idee, die mich aber nicht abgeholt hat. Leider für mich mit zu wenig psychologischen Tiefgang, zu wenig echte Spannung und einem Rom-Com Anteil, mit dem ich diesmal nichts anfangen konnte.

Veröffentlicht am 01.03.2026

To Cage a Wild Bird

To Cage a Wild Bird
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Ein starker dystopischer Auftakt, der brutal, spannend und voller emotionaler Zerrissenheit ist.

„To Cage a Wild Bird“ bringt die Dystopie zurück. Die Story ist düster, grausam und nah dran für mich ...

Ein starker dystopischer Auftakt, der brutal, spannend und voller emotionaler Zerrissenheit ist.

„To Cage a Wild Bird“ bringt die Dystopie zurück. Die Story ist düster, grausam und nah dran für mich ein Highlight zu sein.

Die Welt von Dividium ist brutal durchdacht. Ein System, in dem Reiche aus dem Leid der Unterdrückten Profit und Unterhaltung ziehen, wirkt nicht nur beklemmend real, sondern ist konsequent zu Ende gedacht.

Raven ist eine knallharte und entschlossene Protagonistin. Ihre Motivation ist sofort greifbar. Die Liebe zu ihrem Bruder und die Bereitschaft, sich selbst in ein tödliches Gefängnis einzuschleusen, machen sie absolut interessant. Doch egal wie stark sie scheint, sie ist definitiv nicht unverwundbar. Gerade diese Mischung aus Kampfgeist und Angst hat mir gut gefallen und macht sie sehr glaubwürdig.

Endlock ist ein grausames Setting. Hier wird permanenten Druck erzeugt. Die Spiele, die Jagd auf Gefangene und die allgegenwärtige Gewalt sorgen für echte Spannung und lassen kaum Zeit zum Durchatmen.

Besonders gelungen ist dabei die Found-Family-Dynamik, die inmitten der Hoffnungslosigkeit kleine Lichtblicke schafft.

Die Beziehung zwischen Raven und Vale entwickelt sich langsam und mit spürbarer innerer Zerrissenheit. Vale bleibt lange undurchsichtig, was die Frage nach Vertrauen konstant offenhält. Die emotionale Entwicklung bleibt für mich an manchen Stellen dennoch etwas vorhersehbar.

Für mich gibt’s ein wenig Abzug in der Wertung, da einige klassische Elemente, stark an bekannte Dystopien erinnern und sich nicht immer komplett neu anfühlen. Außerdem hätte ich mir an manchen Stellen noch mehr Tiefe in der Weltpolitik und den Nebenfiguren gewünscht.

Dennoch ist die Story ein intensiver, düsterer und emotionaler Auftakt mit einer starken Heldin, hohem Spannungsfaktor und einer langsam knisternden Romance. Trotz kleiner Schwächen hat mich das Buch überzeugt. Ich bin neugierig auf die Fortsetzung.