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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2025

Hätte gut auf 300 Seiten erzählt werden können

Stromlinien
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Ein Zwillingspärchen, Jale und Enna, die im hohen Norden leben in einem kleinen Ort an der Elbe. Mit der Zeit verstehen wir Leser was die beiden umtreibt, warum die Großmutter so still ist und was das ...

Ein Zwillingspärchen, Jale und Enna, die im hohen Norden leben in einem kleinen Ort an der Elbe. Mit der Zeit verstehen wir Leser was die beiden umtreibt, warum die Großmutter so still ist und was das Leben der drei so prägt. Alea. Die Mutter der Zwillinge sitzt im Gefängnis und soll endlich im Sommer 2023 entlassen werden. Aus meiner Sicht, kann ich nicht mehr über dieses Buch erzählen ohne zu viel zu verraten, denn das 500 Seiten starke Buch zerrt enorm von der Spannung und der Auflösung warum Alea im Gefängnis ist und was sie dort hingebracht hat. Natürlich gibt es auch einen gegenwärtigen Spannungsbogen der sehr dramatisch wird zum Ende hin, aber auch hier, möchte ich nicht zu viel erzählen.
Ich erwähnte bereits: 500 Seiten ist es dick. Die Geschichte ist gut, hätte aus meiner Sicht auf weniger Seiten erzählt werden können, da viel „Füllmasse“ im Text ist. Wenn da jemand aus dem Haus geht, wird erst mal eine Jacke übergestreift, der Schlüssel zur Hand genommen und irgendwo hingeschaut. Ich übertreibe maßlos, aber gestört hat es mich beim Lesen trotzdem. Es ist eine gute Geschichte, sonst hätte ich den Roman nicht zu Ende gelesen.
Fazit: Ja, nicht abgebrochen, aber so recht empfehlen kann ich es dennoch nicht.

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Veröffentlicht am 10.10.2025

„Auf Schienen durchs Paradies – mit Train Japan ins Herz der japanischen Zugkultur“

Train Japan
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Wusstet ihr, dass 45 der 50 verkehrsreichsten Bahnhöfe der Welt in Japan liegen? Kein Wunder also, dass kaum ein anderes Land so sehr für seine Bahnleidenschaft bekannt ist wie dieses. Genau dieses Lebensgefühl ...

Wusstet ihr, dass 45 der 50 verkehrsreichsten Bahnhöfe der Welt in Japan liegen? Kein Wunder also, dass kaum ein anderes Land so sehr für seine Bahnleidenschaft bekannt ist wie dieses. Genau dieses Lebensgefühl – die Mischung aus Präzision, Pünktlichkeit und purer Zug-Faszination – fangen Michelle Mackintosh und Steve Wide in Train Japan perfekt ein.
Schon das poppige, stilvoll designte Cover verspricht Reiseglück, und beim Aufschlagen wird klar: Dieses Buch ist eine Einladung, Japan auf Schienen zu entdecken. Ob pfeilschneller Shinkansen oder nostalgischer Lokalzug – das Autorenduo führt mit spürbarer Begeisterung durch die Vielfalt des japanischen Bahnnetzes. Ihre über sechzig Reisen merkt man jeder Seite an: Hier schreiben zwei Menschen, die wirklich wissen, wovon sie sprechen.
Besonders gelungen finde ich die thematische Struktur des Buches. Statt einer nüchternen Auflistung von Routen widmen sich die Kapitel stimmungsvollen Schwerpunkten wie „Beste Jahreszeit“, „Küstenstrecken“ oder „Gourmetreisen“. So lässt sich Japan immer wieder neu entdecken – ob unter Kirschblüten, im Herbstlaub oder beim Ekiben-Lunch mit Blick aufs Meer. Die vielen Fotos und Illustrationen machen das Buch zudem zu einem echten Hingucker – stylish, detailverliebt und einfach schön anzusehen. Besonders nett finde ich die Zeitschiene am unteren Rand der Seiten wie lange die einzelnen Fahrten brauchen und die Stopps.
Natürlich gibt es auch jede Menge nützliche Tipps: zu Tickets, Strecken, Bahnhöfen und kleinen kulturellen Besonderheiten. Eine Karte oder immer mal Karten zwischendrin für die einzelnen Strecken zur besseren Orientierung hätte ich mir zwar gewünscht, doch das ist Jammern auf hohem Niveau.
Train Japan ist ein Buch, das man nicht nur liest, sondern erlebt – ideal zum Verschenken, Schmökern oder als Begleiter bei der Reiseplanung. Für mich weckt es Sehnsucht nach rasenden Zügen, leuchtenden Bahnhöfen und dem Moment, in dem man durch Japans Landschaften gleitet und denkt: So fühlt sich Entdecken an.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Magie im Teebecher

Thea Magica, Band 1 - Das Geheimnis von Port Mint
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Wir lesen nicht oft das gleiche Buch – aber Thea Magica hat uns als Mutter-Tochter-Duo richtig zusammengebracht. Wir haben es uns mit kleinen Leseschichten abwechseln geteilt. Schon das allein sagt einiges: ...

Wir lesen nicht oft das gleiche Buch – aber Thea Magica hat uns als Mutter-Tochter-Duo richtig zusammengebracht. Wir haben es uns mit kleinen Leseschichten abwechseln geteilt. Schon das allein sagt einiges: Dieses Buch entfaltet beim Lesen einen solchen Zauber, dass man es kaum mehr aus der Hand legen möchte.
Die Geschichte um Robin, die plötzlich mit einer geheimnisvollen Gabe und einem Umzug in das Küstenstädtchen Port Mint konfrontiert wird, hat uns beide sofort gepackt. Vivien Verley erschafft eine Welt, die man beim Lesen fast schmecken kann – nach Salzluft, Geheimnissen und einer guten Tasse Tee. Die Idee, Magie über Tee zu wirken, ist sehr originell und doch so simple, dass überzeugt!
Robin ist eine dieser Figuren, die man gern begleiten möchte – mutig, sensibel, manchmal überfordert, aber nie aufgebend. Meine Tochter mochte besonders, dass Robin so ehrlich mit ihren Gefühlen ist, während ich beeindruckt war, wie sie trotz allem die Ruhe bewahrt. Man spürt, dass in ihr eine große Stärke wächst – leise, aber entschlossen.
Auch die Nebenfiguren sind wunderbar lebendig: Mailin mit ihrem Piratenmut, Cornelius mit seiner geheimnisvollen Ruhe – und dazwischen eine Freundschaft, die sich so echt anfühlt, dass wir beim Lesen mehrmals schmunzeln, mitfiebern und mitfühlen mussten.
Die Magie rund um das „Thea Magica“ ist dabei nicht nur Kulisse, sondern Herzstück des Buches. Vivien Verley spielt mit Ideen, die gleichzeitig fantastisch und nachvollziehbar sind: über Macht, Verantwortung und den Mut, man selbst zu bleiben – auch wenn andere das nicht verstehen.
Der Schreibstil ist leicht, atmosphärisch und bildreich. Man liest Seite um Seite, ohne es zu merken, und plötzlich ist man mittendrin in einer Welt, die so liebevoll ausgedacht ist, dass man sich fragt, ob irgendwo da draußen vielleicht wirklich Tee mit magischer Wirkung existiert. (Wir haben beim Lesen übrigens tatsächlich neue Sorten ausprobiert.)
Am Ende waren wir uns einig: Thea Magica ist ein Buch, das man gemeinsam erleben möchte. Es hat uns erbunden durch Neugier, Fantasie und Gespräche über Mut und Freundschaft.
Fazit:
Eine warmherzige, klug erzählte Geschichte voller Magie, Tee und echter Gefühle. Perfekt zum gemeinsamen Lesen, Träumen und Staunen – ob mit oder ohne Zauber im Becher.
Und nicht zu vergessen mit einem soooooo schönen Farbschnitt!!!!

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Wie kann Führung menschlicher werden?

Empathische Führung
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Ich finde Lunia Hara ist unglaublich charismatisch – klar, klug, empathisch und dabei wunderbar authentisch. Daher habe ich natürlich gerne zu ihrem Buch gegriffen!
In Empathische Führung verbindet Lunia ...

Ich finde Lunia Hara ist unglaublich charismatisch – klar, klug, empathisch und dabei wunderbar authentisch. Daher habe ich natürlich gerne zu ihrem Buch gegriffen!
In Empathische Führung verbindet Lunia Hara genau das, was ich an ihr so schätze: emotionale Intelligenz mit praktischer Klarheit. Sie schreibt über eine neue Art des Führens, die nicht auf Kontrolle, sondern auf Vertrauen basiert – auf Zuhören, auf Verständnis, auf der Fähigkeit, Menschen wirklich zu sehen. Eigentlich kein rocket science, aber noch mal gut auf den Punkt gebracht.
Besonders berührt hat mich, wie sie den Bogen spannt zwischen Arbeitswelt und Gesellschaft. Führung, so Lunia Hara, endet nicht an der Bürotür. Jede Entscheidung, die wir treffen, hat Auswirkungen – auf Systeme, auf Menschen, auf unser Zusammenleben. Diese Haltung zieht sich durch das ganze Buch: Verantwortung als etwas zu begreifen, das größer ist als die eigene Position. Sehe ich auch so.
Ich mochte auch, wie konkret sie wird. Zwischen inspirierenden Gedanken finden sich handfeste Tipps, die sofort umsetzbar sind – von ehrlicher Kommunikation über Feedback-Kultur bis hin zu Selbstreflexion. Denn: Wer sich selbst nicht versteht, kann andere nicht führen.
Das Buch liest sich leicht, ist aber alles andere als oberflächlich. Lunia Hara schreibt mit Wärme und Klarheit, ohne belehrend zu wirken. Stattdessen öffnet sie Perspektiven: Wie kann Führung menschlicher werden, ohne an Stärke zu verlieren? Wie schaffen wir Räume, in denen Menschen wachsen dürfen?
Das Vorwort von Verena Pausder, die ich ebenfalls sehr schätze, passt perfekt – zwei starke Stimmen, die zeigen, dass Zukunftsführung weiblich, mutig und empathisch gedacht werden darf.
Empathische Führung muss der Weg in die Zukunft sein, der Druck gut zu leisten steigt immer weiter, da braucht es Führungspersönlichkeiten mit Werten und safe spaces. Lesen, einsinken lassen und dann– in Meetings, in Gespräche, in den Alltag – den Inhalt mitnehmen und anwenden. Weil es erinnert: Führen heißt, Menschen bewegen. Und das gelingt nur mit Herz.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Ein Roman, der weh tut – und genau deshalb so wichtig ist“

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Dieser Roman hat mich erschüttert wie lange kein anderer. Schon die ersten Seiten haben mir den Boden unter den Füßen weggezogen: Ein kleiner Junge, namenlos, aufgesammelt in den Wirren des Kriegsendes, ...

Dieser Roman hat mich erschüttert wie lange kein anderer. Schon die ersten Seiten haben mir den Boden unter den Füßen weggezogen: Ein kleiner Junge, namenlos, aufgesammelt in den Wirren des Kriegsendes, ohne Erinnerung an Herkunft oder Familie – und statt Geborgenheit erwartet ihn ein katholisches Kinderheim voller Härte, Zwang und Gewalt.
Ich musste mehrmals innehalten beim Lesen, weil mir die Grausamkeit und Kälte, die Susanne Abel so eindringlich beschreibt, fast körperlich wehgetan haben. Das Nummernsystem, die Strafen, das Schweigen – all das hat mich nicht losgelassen. Doch mitten in dieser Hölle leuchtet Margret auf, das etwas ältere Mädchen, das den Jungen Hardy nennt und ihm ein Versprechen gibt: ihn nie wieder loszulassen.
Was mich tief bewegt hat, ist, wie Susanne Abel zeigt, dass man das eigene Leid nicht einfach abschütteln kann. Hardy und Margret versuchen, sich ein Leben aufzubauen, doch die Traumata bleiben, wirken nach, überschatten auch die nächsten Generationen. Besonders die Gegenwartsebene mit Emily hat mich berührt: das Mädchen, das endlich Fragen stellt, wo zuvor Schweigen war, das wagt hinzusehen, wo alle anderen verdrängen. Emily steht für mich als Hoffnungsfigur – eine, die den dunklen Kreislauf durchbrechen kann.
Oft war die Lektüre schwer auszuhalten. Ich habe Wut gespürt, Trauer, Ohnmacht – und dann wieder Hoffnung und tiefe Rührung, wenn kleine Momente von Nähe und Liebe aufblitzten. Es ist dieser Wechsel, der das Buch für mich so hart, aber auch so unvergesslich gemacht hat.
Susanne Abel hat hier keinen leichten Familienroman geschrieben, sondern ein Werk, das in die Tiefe geht, das aufrüttelt und nachhallt. Ich werde Hardy und Margret, aber vor allem Emily, noch lange in mir tragen.
Für mich ist „Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104“ ein aufwühlendes, ergreifendes Buch, das Mut erfordert – aber genau deshalb gelesen werden muss.

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