Wollige Ermittlungen
WiddersehenSchon das Cover wirkt wie eine liebevolle Einladung zurück nach Glennkill, wo die Schafe erneut im Mittelpunkt eines ungewöhnlichen Kriminalfalls stehen. Die vertraute Herde rund um Miss Maple kehrt voller ...
Schon das Cover wirkt wie eine liebevolle Einladung zurück nach Glennkill, wo die Schafe erneut im Mittelpunkt eines ungewöhnlichen Kriminalfalls stehen. Die vertraute Herde rund um Miss Maple kehrt voller Erwartungen auf ihre alte Weide zurück, doch die Idylle aus der Erinnerung zeigt schnell Risse. Fremde Schafe, ein veränderter Ort und eine spürbar seltsame Atmosphäre lassen die Rückkehr alles andere als heimelig wirken. Als dann auch noch die Schäferin Rebecca verschwindet und ein verstörender Hinweis im Schäferwagen zurückbleibt, kippt die Stimmung endgültig ins Rätselhafte. Die Geschichte entfaltet sich mit einer Mischung aus feinem Humor und unterschwelliger Spannung, die sich leise steigert. Besonders reizvoll bleibt der Blick aus der Perspektive der Schafe, die menschliche Geschehnisse mit entwaffnender Logik deuten. Charakterlich überzeugt erneut die Vielfalt der Herde, allen voran die kluge Miss Maple und die charmant eigenwillige Madouc. Der Schreibstil wirkt leicht, bildhaft und voller liebevoller Wortspielereien, die immer wieder ein Schmunzeln hervorrufen. Auch die irische Kulisse wird atmosphärisch eingefangen und trägt viel zur besonderen Stimmung bei. Die Handlung bleibt dabei eher gemütlich als rasant, lebt aber von ihrer Idee und den Figuren. Kleine humorvolle Spitzen lockern ernste Momente gekonnt auf. Im Verlauf entsteht ein warmes, beinahe vertrautes Lesegefühl, das sich langsam entfaltet.
Im Fazit überzeugt der Roman als liebevoller, humorvoller Cozy Crime, der mit origineller Perspektive und warmem Erzählton vor allem durch seine besondere Atmosphäre glänzt.