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Veröffentlicht am 09.11.2019

Gehalten im nordländischen Eis

Verborgen im Gletscher
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Er sah ganz unverändert aus. Die Eiseskälte erlaubte keinen Verfall...

Ein Mann wird für rund 30 Jahre im Eis eines isländischen Gletschers konserviert. Im Zuge der weltweiten, viel zu raschen Gletscherschmelze ...

Er sah ganz unverändert aus. Die Eiseskälte erlaubte keinen Verfall...

Ein Mann wird für rund 30 Jahre im Eis eines isländischen Gletschers konserviert. Im Zuge der weltweiten, viel zu raschen Gletscherschmelze tritt seine Leiche nun wieder an die Oberfläche. Gänzlich überraschend für Angehörige und Polizei, wird der Fall des lange vermissten Sigurvin somit wieder aus den Schubladen gezogen.

Dem mittlerweile pensionierten Ermittler Konráð war es vor rund 30 Jahren nicht gelungen, diesen Vermisstenfall aufzulösen. Diverse Zeugenaussagen ließen allerdings schon damals einen Mord vermuten.

Prägend für diese Neuerscheinung des bekannten isländischen Autors Arnaldur Indriðason ist die Zerissenheit des Ermittlers, der - obwohl schon in Rente - diesen Fall nicht ruhen lassen kann. Ganz im Gegenteil - erst auf Bitten des Hauptverdächtigen, später aus eigenem Antrieb - steigt Konráð nochmal ganz tief in diesen Fall ein.

Ein grübelnder Rentner und ein Fall aus dem Archiv bilden hier eine Kombination, die ruhige Ermittlungsarbeit bedeutet. Der in diesem Buch zu erwartende Spannungsbogen hat ein Hoch direkt zu Anfang des Buches, wenn die Leiche gefunden wird. Dann senkt sich der Spannungsbogen allmählich ab über einige mittlerere Kapitel, wo breit über den Tathergang spekuliert wird. Selbstverständlich kommt es dann auch nochmals zu einem Anstieg der Spannung, sobald neue Personen und neue Details bekannt werden.

"Verborgen im Gletscher" ist ein Island-Krimi im Mittelfeld. Ich kenne bisher alle Bücher dieses Autors, die in deutscher Sprache erschienen sind und für mich ist diese Neuerscheinung wahrlich nicht sein stärkstes Werk.

Da dieses Buch jedoch der Auftrakt zu einer neuen Krimi-Reihe ist, könnte ich mir vorstellen, dass diese ruhige, detailstarke Ermittlungsarbeit ein bewusst heraus gearbeitetes Chrakteristikum darstellt und keine Schwäche gegenüber vorherigen Büchern des Autors abbildet. Meine Vermutung ist, wer die Ermittlungen des schwedischen Henning Mankell-Charakters Wallander mag, wird auch die Reihe um den isländischen Konráð schätzen.