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Owlmuffin

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.11.2020

Gute Idee, langweilige Umsetzung.

COLDTOWN – Stadt der Unsterblichkeit
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🖤„COLDTOWN – Stadt der Unsterblichkeit“🖤

war für mich weder
"brillant" noch "atemberaubend" und schon gar kein blutiger Vampir-Thriller.

Ich hatte sehr hohe Erwartungen an den neuen Fantasyroman von ...

🖤„COLDTOWN – Stadt der Unsterblichkeit“🖤

war für mich weder
"brillant" noch "atemberaubend" und schon gar kein blutiger Vampir-Thriller.

Ich hatte sehr hohe Erwartungen an den neuen Fantasyroman von Holly Black, vor allem als Vampirfan war ich gespannt, was die Autorin auf 480 Seiten erschaffen hat.
Doch statt Grauen und Schock, Spannung und Horror
umfing mich fast ausschließlich Langeweile und das, obwohl der Einstieg vielversprechend war. Ein vampiristischer Fantasy-Thriller? Wohl kaum.
Die wenigen spannenden, blutigen Szenen hat Holly Black zwar genau und vorstellbar gezeichnet, doch sowohl diese wie auch schlüssige Hintergründe und Details zu wichtigen Dingen gehen unter, dafür holt die Autorin bei Nichtigkeiten weit aus. Hartnäckig kämpfte ich mich durch die zähflüssig geschriebenen Seiten, bildlich und atmosphärisch befand ich mich mitten im Geschehen, sah Ereignisse und Orte vor mir. Jedoch wurde ich nicht gepackt. Oder geschockt.
Die Rückblicke, durch die das gegenwärtige Treiben regelmäßig unterbrochen werden, tragen zwar zu einer unspektakulären Ausdehnung der Geschichte und einigen Informationen über Tana und Gavriel bei, jedoch bin ich der Meinung, dass „Coldtown“ großteils aus zahlreichen Längen und unauthentischen Charakteren besteht, deren Reaktionen man nicht ernst nehmen kann.
Als Tana und ihre Begleiter endlich die größte Stadt der Vampire erreichten stieg der Spannungsbogen im Gesamten, es gab zunehmend fesselndere, unerwartete Ereignisse – doch selbst in diesem Teil des Buchs stieß ich auf Wirrungen.
Die Idee hinter „Coldtown“ ist komplex und vielschichtig, logisch ausgearbeitet wäre es interessant dieses ungewöhnliche System zu ergründen. Doch die Umsetzung in diesem Buch ist - für mich - gescheitert. Ein ungünstiger Handlungsaufbau, zahlreiche, teilweise komplizierte oder widersprüchliche Verstrickungen und Regeln, dazu die unendlich scheinenden Ausschweifungen trugen dazu bei, dass am Schluss keine nachvollziehbare, durchdachte Geschichte entstand.

Holly wollte viel: viele Charaktere, viel Handlung, viele Gefühle und irgendwie auch Grausamkeiten – doch am Ende ist es lediglich ein netter, chaotischer Roman, in dem hin und wieder Blut fließt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2020

„Astralliebe“…

Astralliebe
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... ist ein stiller Roman, der den Leser einen Nachmittag lang auf ungewöhnliche Weise nach Edinburgh, Paris und in eine abgeschiedene Waldhütte trägt – auf der Schwelle zwischen Traum und Wirklichkeit, ...

... ist ein stiller Roman, der den Leser einen Nachmittag lang auf ungewöhnliche Weise nach Edinburgh, Paris und in eine abgeschiedene Waldhütte trägt – auf der Schwelle zwischen Traum und Wirklichkeit, Leben und… Tod. Immer dazwischen.

Während der Einstieg spannend und vielversprechend war, auf eine geheimnisvolle Reise voller Übernatürlichkeit hindeutete, sprang der magische Funke in mir leider nicht über.

Sissi Steuerwald beschreibt Gefühle und Gedanken malerisch und detailliert, lässt die Selbstzweifel der jungen Protagonisten authentisch, wenn auch wiederholend, erscheinen. Bildlich stand ich bei Nacht an wundervoll geschilderten Orten, sah das winterliche Glitzern des Schnees und spürte das (un-)angenehme Kribbeln, die Anziehung der beiden.
Hannahs Einstellung, ihre Sichtweise und die spürbare Liebe zu ihrer Sheltiehündin erweckten augenblicklich Sympathie – genau wie sich ihre beste Freundin durch eine unverblümte, direkte Art in mein Herz witzelte. Dass Liam etwas verbirgt, mit sich selbst ringt, macht ihn undurchsichtig, regt zu Vermutungen an – und letztendlich wurde ich überrascht, denn womit Liam hadert, was ihn zum Traumwandeln brachte, … damit hatte ich genauso wenig gerechnet wie Hannah.
Ben, - der Auslöser des Unglücks oder des Glücks? - seine Rolle in der Geschichte und sein Verhalten waren mir ein Dorn im Auge, ebenso wenig nachvollziehbar wie seine übertriebene Reaktion, als er Liam zu Gesicht bekam - bis… bis auch er nach jahrelangen Schweigen & Selbstgeißelung den Mut hat, den Schrecken in Worte zu fassen, der ihn so verändert hat. Doch diese Offenbarung treibt Hannah von dem weg, was sie sich selbst so sehr wünscht.

Das Zusammenspiel der Charaktere, ihre Unterschiede und Eigenheiten sind gut gelungen, auch wenn ich die Entwicklung der Beziehung zwischen Liam und Hannah als zu einfach und schnell empfand. Trotz einer Menge Gefühl, einem gewissen Ernst im Verlauf verzichtet die Autorin nicht gänzlich auf Humor, sodass sich auf 326 Seiten eine leicht zu lesende, intensive Liebe zwischen zwei Menschen entwickelt, die sich ohne einen schwerwiegenden Unfall vielleicht nie begegnet wären?!
Mir persönlich fehlte etwas. Was genau? Das Astrale, das Mystische und Verträumte. Ich fand es schade, dass die Handlung mit schlichten Dingen gefüllt wurde, anstatt den Fokus auf dieses interessante Thema zu legen.

Am Ende ist „Astralliebe“ ein Fantasy-Jugendroman, der von Vergebung, Überwindung und Verzeihen, von Freundschaft und Liebe erzählt, zum Nachdenken anregt und dem Leser wortlos die Frage stellt:
Was ist wirklich wichtig im Leben?

FUNFACT: In jeder Geschichte von Sissi taucht ein Sheltie auf.

Herausgegeben wurde das Buch am 05. November bei BoD.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2020

Manchmal ist weniger mehr.

Die Hornisse
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„Die Hornisse“

...konnte mich leider nicht begeistern. Auch wenn der Bezug zur Situation des geteilten Deutschlands und dem Mauerfall authentisch und interessant war, waren diese Rückblicke in die Vergangenheit ...

„Die Hornisse“

...konnte mich leider nicht begeistern. Auch wenn der Bezug zur Situation des geteilten Deutschlands und dem Mauerfall authentisch und interessant war, waren diese Rückblicke in die Vergangenheit bis zum Schluss lose Fäden, die zusätzlich zu den vielen Namen für Verwirrung sorgten. Für mich war die Handlung weder einfach noch schlüssig zu verfolgen. Daran konnte auch die regelrecht plötzliche Auflösung nichts ändern. Selbst wenn die Geschichte ausgiebig durchdacht und konzipiert wurde, war sie, selbst nach einem spannenden Ende, oberflächlich betrachtet eine verstrickte Aneinanderreihung verschiedenster Hinweise und Details, manche relevant, manche einfach unnötig, sowie Ereignissen in denen zu viele Akteure mitwirkten.

Marc Raabe schreibt flüssig und detailliert. Szenarien waren authentisch und gut vorstellbar geschildert. Der Ermittler Tom Babylon ist ein interessanter Charakter, der mir sofort sympathisch war. „Die Hornisse“ ist bereits der dritte Band um den LKA-Ermittler und die tiefen Einblicke in seine persönliche Geschichte sind bewegend, seine Gedanken und Reaktionen nachvollziehbar. Dass ein unmenschlicher Mord an dem erfolgreichen Musiker Brad Galloway Wahrheiten zutage führt, die das private Leben des engagierten Beamten nachhaltig beeinflussen und die letzten Jahre mit seiner Ehefrau und seinem Sohn Phil infrage stellen, war sowohl für ihn als auch für mich unvorhersehbar. Thriller, in denen Kinder eine Rolle spielen, sind auf eine gewisse Weise immer schwere Kost – und dieses Druckmittel integrierte der Autor am Ende gekonnt und fesselnd. Die wenigen grausamen Szenen und spannenden Ereignisse wurden bildlich beschrieben, packten und überraschten mich. Wie sich der Verlauf entwickelt ist nicht vorhersehbar – was unter anderem der Vielzahl von Geschehnissen, Personen, Vermutungen geschuldet ist. Aber selbst, wenn der mysteriöse Fall der „Hornisse“ aufgeklärt werden sollte ... Toms Geschichte geht weiter, die besessene Suche nach seiner toten Schwester bekommt durch eine erschütternde Entdeckung eine neue Richtung – doch ob ich die Reihe um den starken Polizeibeamten wegen dieser Entwicklung weiter verfolgen muss?!

Der Begriff „Die Hornisse“ tauchte erst nach über der Hälfte der 544 Seiten auf, und war am Ende nicht sonderlich relevant. Meinem Eindruck nach hat der Autor zu viel gewollt – verschiedene Vorfälle der Vergangenheit kombiniert mit einem aktuellen Mord, der aus Rache einem bekannten LKA-Ermittler angehängt werden soll, plus die persönliche Entwicklung von Tom Babylon, dazu kommen noch etliche Charaktere, die sowohl etwas zu dem Erzählstrang aus der Vergangenheit wie auch zu dem grausamen Mord an dem Rockstar, beitragen, zahlreiche Verdächtige, Motive, unbedeutende Indizien etc: manchmal ist weniger einfach mehr. „Die Hornisse“ büßt durch die vielen Verstrickungen in meinen Augen stark an potenzieller Spannung ein und ist eher ein solider Krimi mit einigen erschreckenden Szenarien als ein nervenaufreibender Thriller.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2020

Unglaublich bewegend, tiefgründig & poetisch.

Weil du mich atmen lässt
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Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch gelesen habt und genau wisst, dass keine Worte zum Ausdruck bringen können, was ihr fühlt?
So ergeht es mir mit meinem ersten Roman von Maria Väth:
"WEIL DU MICH ATMEN ...

Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch gelesen habt und genau wisst, dass keine Worte zum Ausdruck bringen können, was ihr fühlt?
So ergeht es mir mit meinem ersten Roman von Maria Väth:
"WEIL DU MICH ATMEN LÄSST"

...weil sie mir den Atem raubte.
Und dazu die Sprache.

Ich werde nichts zu der unglaublich guten Handlung sagen, denn diese muss jeder für sich selbst ergründen.
"WEIL DU MICH ATMEN LÄSST" schildert intensiv eine Auszeit der Normalität von Finn und Paula - selten konnte ich Charaktere auf so eine glaubhafte, realistische Weise kennenlernen. Beide sind nicht das, was sie vorgeben zu sein, was sie täglich der Welt zeigen. Beide sind anders und doch gleich. Beide sind mehr.
Er ist kein muskelbepackter Prolet, dem Geld das Wichtigste ist.
Sie ist keine verdreckte Obdachlose, die nie was erreichen könnte.

Paula und Finn haben eine bewegende Vergangenheit. Geheimnisse, die sie zu einem leblosen Alltag zwingen, einer freudlosen Routine. Einem Leben ohne Fülle.
Mitten in einer Normalität, die nach Flucht verlangt.

Eine tagtägliche Busfahrt, von der zehn Minuten das stille Highlight des Tages sind. Tagtäglich zehn Minuten die Fremde in kratziger Wolle betrachten. Tagtäglich diese anonyme Zuflucht.
Doch irgendwann treffen sich selbst in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln die Blicke.
Manchmal braucht der Mensch eine Auszeit von der Normalität. Und einen Joker für die Wahrheit.

"Weil Du mich atmen lässt" klingt so leise, schmiegt sich Wort für Wort in die Seele, um ohrenbetäubend zu schreien.
Hier geht es nicht nur um eine wunderschöne Liebesgeschichte, die mich zum träumen und seufzen brachte. Hier, zwischen all den Worten, liegt eine Tiefe, die mich berührte.
Undurchdringliche Charaktere, die sich stückchenweise, mit bedacht und vorsicht, öffnen, ihre Geschichte plötzlich ausspucken und sich für offene Fragen verschließen. Ein Verlauf, der nicht voraus zu ahnen ist, alle Hoffnungen über Bord wirft, um sie irgendwann wieder einzusammeln. Ich konnte mitfühlen und verstehen, jeden Gedanken, jede Handlung. Sah die Welt durch ihre Augen, ließ mich von der Atmosphäre umfangen- melancholisch und frei, beklemmend und doch voller Wunder.
Keine Seite ist vergeudet, denn das Interesse herauszufinden, wer Paula, wer Finn wirklich sind, was diese beiden eindrucksvollen Charaktere verbergen, bleibt bis zum bittersüßen Ende. Wie sich der Verlauf entwickelt, durch Unsicherheiten, Geständnisse, überraschende, spannungsgeladene Ereignisse, ist nicht vorhersehbar, angespannt konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Sinnlich und ausdrucksvoll floss eine ungeahnte Leidenschaft und Erotik in die facettenreiche Geschichte, die Funken sprühten auf mich über, ließen Schmetterlinge tanzen.
Selbst in kreativen, witzigen Dialogen steckten Wahrheiten, mit denen ich nicht rechnete, wundervoll und außergewöhnlich verpackt - seichte tropften sie auf poetische Weise dahin um in den eigenen Gedanken explosionsartig niederzuregnen, nachzuhallen. Intensiv und eindringlich verbanden sich zwei so scheinbar gegensätzliche Welten, um sehnsuchtsvoll ineinander zu gleiten. Zwei wunde Seelen die ihr Leben lang darauf warteten, sich zu finden. Nein, dieser Liebesroman ist keine klischeehafte, einfache, schon hundertemal gelesene Geschichte; Maria beschrieb die Liebe, das Verlangen auf eine unvergleichliche, intensive Art; neu und eindringlich. Die gewählten Formulierungen sind ein Farbenspiel aus Emotionen, greifbaren Bildern und Details.
Ein Roman, der die standardisierte Normalität aus traurigen Augen anstarrt, den lethargischen Alltag der Menschheit in Frage stellt und die Gesellschaft zwischen den Zeilen anklagt.
Die Wahrheit liegt oft im verborgenen, hinter der Fassade, hinter all dem Schein.

Dieses Buch ist wie die exotische Pistazie in einer Nussmischung - außergewöhnlich, selten und aromatisch.

  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2020

Mitreißende Fantasy.

Mondnacht
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Sofie Richard kreierte mit "Mondnacht" einen abenteuerlichen, lebhaften Fanatasy Roman, der trotz einem zarten, märchenhaften Hauch voller Spannung ist.
Ich war sogleich gefesselt, die Neugier wurde geschürt ...

Sofie Richard kreierte mit "Mondnacht" einen abenteuerlichen, lebhaften Fanatasy Roman, der trotz einem zarten, märchenhaften Hauch voller Spannung ist.
Ich war sogleich gefesselt, die Neugier wurde geschürt und durch einen flüssigen Schreibstil flogen die Seiten dahin. Hinter dem stimmigen Cover verbergen sich Zauberei, Gnome, Götter - und lassen dabei keinen Raum für Langeweile. Die ungewöhnliche Geschichte entwickelt sich stetig, weder Eyla noch der Leser tritt gelangweilt auf der Stelle. Sofie schafft eine mitreißende Mischung aus einer gefühlvollen Ruhe und einem rasanten Verlauf. Durch detailierte, bildliche Beschreibungen sah ich die Orte und Wesen, fand mich gedanklich in den Szenen ein. Die geheimnisvolle, teilweise düstere Atmosphäre vermischte sich mit dem eindrucksvollen, mutigen Charakter der tapferen Protagonistin und lies mich aufgeregt hoffen, dass Eyla ihr Ziel erreicht, denn Raah und seine Armee sind gnadenlos. Wird sie es wirklich schaffen?

  • Cover
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