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Veröffentlicht am 27.03.2026

Geheimnisumwobener Auftakt voller Spaß, Spannung und Magie

Born of Salt and Storm
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„Born of Salt and Storm“ ist der Auftakt der Seakissed-Trilogie, die uns in eine Welt der Sagen und Legenden entführt, in eine Geschichte, in der Vorurteile und Hass überwunden werden müssen, um Gefahren ...

„Born of Salt and Storm“ ist der Auftakt der Seakissed-Trilogie, die uns in eine Welt der Sagen und Legenden entführt, in eine Geschichte, in der Vorurteile und Hass überwunden werden müssen, um Gefahren zu bannen …

Das Print ist wunderschön aufgemacht und enthält eine Karte, die der Orientierung dienlich ist. Sophia Reynard lässt sich Zeit, um den Lesenden ihre hier geschaffene Welt mit all den Missständen, Mythen und dem Magischen offenzulegen, was ein greifbares und detailreiches Eintauchen in die Gegebenheiten garantiert. Das Setting kam bildlich, gar faszinierend zur Geltung – maritime oder auch fantastische Geschichten, die sich um das Meer und deren Wesen drehen, sind meiner Ansicht nach viel zu selten. Dass die Autorin es geschafft hat, selbst dem unergründlichen Nass Lebendigkeit einzuhauchen, hat mich schnell an die Handlung, durch die wir mit Tavi gleiten, gefesselt.

Die junge Speerfischerin hat es in ihrer Heimat, der Hafenstadt Vindermer, nicht leicht, gilt sie doch als „Verrätertochter“. Als ihr ein Artefakt in die Hände fällt, gerät ihr einsames, oft unverstandenes Dasein vollkommen aus dem Lot. Denn nicht nur weckt das Seeglas unvorstellbare Kräfte in ihr, sondern zieht auch die Aufmerksamkeit von allerhand Feinden und Bedrohungen an. Und bürdet ihr eine tonnenschwere Aufgabe auf. Dass ihr gerade jemand wie Eero – für dessen Art ihr seit jeher Abneigung eingeimpft wurde – beisteht, wenn sie vor Meeresbestien flüchten und gegen Widrigkeiten kämpfen muss, ihr durch Stürme hilft, irritiert sie. Denn sind er und seinesgleichen nicht fürchterliche Bestien? Doch je mehr Schwierigkeiten Tavi und Eero zusammen überstehen, je mehr Rätsel sie lösen und sich Hintergründen uralter Legenden nähern, umso stärker wird das Band, das sie teilen. Umso größer werden ihre Gefühle, während die Mauern schwinden …

„Born of Salt and Storm“ hebt sich von den 0815-Romantasy-Storys, die den Markt überschwemmen und deren Ähnlichkeit unübersehbar ist, deutlich ab. Nicht nur stehen die „Mission“ und das Worldbuilding samt der verschiedenen Völker und deren Konflikte sowie die Erkundung der Charaktere und ihrer Veränderungen klar im Fokus, auch kreierte die Autorin eine einnehmende, dichte Atmosphäre und einen unterhaltsamen Plot.
Tavi ist nicht die Art Protagonistin, die binnen eines Kapitels von 0 auf 100 schwenkt, sondern eine, die Fehler macht, impulsiv handelt, sich durch Neugier in brenzlige Situationen manövriert und aus Misserfolgen und fatalen Entscheidungen, von denen einige warten, lernt. Lange bleiben ihr wahres Wesen und ihre wirklichen Empfindungen auch vor den LeserInnen verborgen, doch sobald die unnahbare Fassade fällt, zeigt sich ihre Verletzlichkeit. Eero sorgt hingegen für nie gänzlich abflachendes Misstrauen, sind die Motivationen des mythischen Wesens doch schwierig einzuordnen. Tatsache ist, dass beide Schatten mit – in – sich tragen. Wie ihre Beziehung entwickeln sich Tavi und Eero im Verlauf weiter, hinterfragen die ihnen eingeschärften Glaubenssätze und Vorurteile und offenbaren damit ungeahnte Vielschichtigkeit, während eine gewisse (An)Spannung bleibt. Mit den Nebenfiguren bereichert Reynard ihre Handlung zusätzlich. Diese sind keine blassen Schemen, sondern präsent integriert und wunderbar eigensinnig. Es war interessant, einzelne Wesen und Personen kennenzulernen und zu versuchen, sie zu durchschauen. Überrascht zu werden. Mehrfach wankt die Stimmung zwischen bedrohlich und euphorisch, zwischen gefährlich und spaßig, ernst und leicht – kurzum: Im Auftakt der Trilogie ist kein Platz für Monotonie oder Stillstand.
Ebenfalls gelungen war die Ausarbeitung der Sagenwelt, die mit Überlieferungen und Liedern Authentizität erhielt. Stilistisch bewegen wir uns einerseits in einem einfachen, klaren Terrain, andererseits sind es malerische Beschreibungen, nahegehende Emotionen, die der ereignisreichen Geschichte einen Feinschliff verleihen.

„Born of Salt and Storm“ endet mit einem Cliffhanger, der Band 2 auf jeden Fall auf der Must-Read-List platziert.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Spannender Jugendthriller mit überraschendem Twist

Liars all around me
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Sheila Parker wird erschossen und für Ryle Caldwell, den Außenseiter der Harborview High, ist sofort klar, wer hinter dem heimtückischen Mord steckt: Vorzeigeschülerin Avery Lee-Whitmore. Immerhin hat ...

Sheila Parker wird erschossen und für Ryle Caldwell, den Außenseiter der Harborview High, ist sofort klar, wer hinter dem heimtückischen Mord steckt: Vorzeigeschülerin Avery Lee-Whitmore. Immerhin hat sie vor wenigen Wochen erfolglos versucht, von ihm, dem berüchtigten Kleinkriminellen, eine Waffe zu kaufen. Aber Avery hält an ihrer Unschuld fest und überzeugt Ryle, ihr dabei zu helfen, diese zu beweisen. Sie will herausfinden, was wirklich geschah und wieso Sheila zum Ziel eines derartigen Angriffs wurde.
Je weiter die beiden den Hinweisen und Spuren, ihren Ahnungen folgen, umso tiefer geraten sie in ein Netz aus Lügen und Intrigen, aus Gerüchten und Geheimnissen, welches sich über die Mauern der Schule hinauserstreckt und eine ganze Kleinstadt zum Verdächtigen macht …

Ich habe schon andere Bücher von Clara Blais gelesen und war sehr auf ihren Jugendthriller „Liars all around me“ gespannt, der aufgrund allerhand potenzieller TäterInnen und verschiedener Motive bis zuletzt fesselt und zum Miträtseln animiert. Erzählt wird aus wechselnder Perspektive von Avery und Ryle, was nicht nur Einblicke in die beiden unterschiedlichen Teenager und in ihre Gedankenwelt, ihre Probleme, gibt, sondern uns auch an ihren Vermutungen, den Veränderungen und dem Misstrauen teilhaben lässt.

Aufgrund der kurzen Kapitel und der einen oder anderen Überraschung ist ein kontinuierliches Vorankommen und ein gewisses Tempo gegeben. Interessant war, wie die Autorin das Thema „Schubladendenken“ & „Vorverurteilung“ samt der daraus entstehenden Gefahren in ihre Story, die klar und schnörkellos geschrieben wurde, einbettet. Auch fand ich die Gegenüberstellung der konträren Charaktere gelungen – Ryle, der allein wegen seiner Herkunft/sozialen Situation abgestempelt wird, und Avery, die unter enormen (Leistungs)Druck steht. Diese Dynamik war feurig und konfliktreich, entwickelt sich zu einem verständnisvollen Miteinander und einem bittersüßem Mehr.
Blais zeichnete zudem das typische Bild einer Kleinstadt-Gemeinschaft, spickt den Verlauf mit Ungereimtheiten und Hürden und lässt ihren Jugendthriller mit einem unvorhergesehenen Twist enden.   

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Atmosphärisch, spannend und düster

The Ordeals
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Sophia De Winter setzt all ihre Hoffnungen auf die geheimnisumwobene Killmarth-Akademie. Denn nur wenn sie in den elitären Hallen ein Zuhause findet, kann sie ihrem tyranischen Onkel, dem Käfig, der ihr ...

Sophia De Winter setzt all ihre Hoffnungen auf die geheimnisumwobene Killmarth-Akademie. Denn nur wenn sie in den elitären Hallen ein Zuhause findet, kann sie ihrem tyranischen Onkel, dem Käfig, der ihr Leben ist, entfliehen … Selbst das Wissen, sich vorab in den potentiell tödlichen „Ordeals“ beweisen zu müssen, hält die junge Illusionistin nicht davon ab, den Versuch zu wagen. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass ihre eigenen Fähigkeiten zu schwach sind – und sie ihr Vertrauen einem nicht ganz fremden Rivalen schenken muss. Aber Alden Locke kann kein schlechteres Los sein als der „Sammler“ …

Rachel Greenlaw entführt uns in eine Dark-Academia-Story, deren dichte, bedrückende Atmosphäre die LeserInnen sogleich umfängt. Zu Beginn bekommen wir einen kleinen Eindruck von Sophias Situation, ihrer Gefangenschaft und der Aufträge, zu denen sie gezwungen wird, sind Teil von Verlust und Wahrheiten, die Fragen in der 20-Jährigen aufwerfen.

Voller Details kam das Setting – mit besonderem Augenmerk auf die Prüfungen, die Hallen der Killmarth und deren Umgebung – zur Geltung, während die Storyline durchweg von Mystik, Ehrfurcht und einer subtilen Bedrohung, von Misstrauen und Vorsicht begleitet wird. Das Worldbuilding, die verschiedenen Arten der Wirker und die Gegebenheiten dieser Welt, insbesondere der Universität, werden nach und nach aufgegriffen und verständlich dargelegt.
Zwar waren die wenigsten Figuren nahbar eingebunden, doch der Umstand, dass jedeR eigene Intentionen verfolgt, nie sicher, wer die Wahrheit spricht, gibt der Geschichte einen gewissen Reiz. Sophia war in meinen Augen eine Frau, die sich sowohl ihrer Schwächen als auch ihrer Stärken, ihrer Reize und Ziele bewusst ist, die ihre Fesseln unter allen Umständen lösen und nichts mehr wollte als ein Leben in Freiheit. Dass die Ordeals und ihre Ausbildung an der Killmarth-Akademie nicht das Schwierigste sind, das in den kommenden Wochen auf Sophia wartet, ahnt die ehemalige Jägerin noch nicht.

Im Verlauf lässt De Winter langsam ihre Mauern fallen, lässt von Gedanken, die sie seit ihrer Kindheit begleiten, ab, wächst über sich hinaus und schöpft Hoffnung … eine, die sie zerstören könnte. Sophias Hintergründe bewegen, doch manch ausschweifende, hochtrabende Analyse ihrer Erkenntnisse zerrte die Story unnötig in die Länge. Hingegen hätte der romantischen Entwicklung zwischen ihr und Alden mehr Zeit – mehr Argwohn – gutgetan. Nichtsdestotrotz mochte ich die Protagonistin und den Botaniker, ihre Gespräche und das hier und da spritzige Geplänkel. Stilistisch hält Greenlaw an einem eindringlichen Ton fest, an klaren Worten und greifbaren Beschreibungen, die uns an das düstere Geschehen fesseln.

„The Ordeals“ ist eine Dark-Romantasy, in der Spannung und Konkurrenzkämpfe, Verrat, Magie, Angriffe und etliche Wendungen, Blut und Action samt Gefühl zugegen sind – und ein Ende, das auf die Fortsetzung fiebern lässt.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Lesenswert!

Ein Kranich unter Wölfen
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Als Iseuls Schwester zur Beute des grausamen Königs Yeonsan wird, beschließt die 17-Jährige, die Sicherheit ihres Dorfes zu verlassen und sich auf den Weg in die Hauptstadt zu machen, um Suyeon nach Hause ...

Als Iseuls Schwester zur Beute des grausamen Königs Yeonsan wird, beschließt die 17-Jährige, die Sicherheit ihres Dorfes zu verlassen und sich auf den Weg in die Hauptstadt zu machen, um Suyeon nach Hause zu holen. Schnell erkennt das Mädchen, dass die Macht des Königs absolut ist, seine Taten das Volk in Angst hüllen und jede Verweigerung von Treue Yeonsan gegenüber, jedes falsche Wort den Tod bedeuten könnte.
Daehyun hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Reich von seinem Bruder und dessen Schreckensherrschaft zu befreien. Lange genug litten die Menschen unter dem skrupellosen Tyrannen. Unter seiner Unberechenbarkeit. Seiner sucht nach Leid und Schmerz.

Als sich die Schicksale von Daehyun und Iseul kreuzen, überwiegen Abneigung und Misstrauen, und doch beschließen sie, zusammenzuarbeiten und gemeinsam entweder eine Veränderung für Joseon zu erzwingen oder zusammen zu sterben. …

„Ein Kranich unter Wölfen“ spielt Anfang des 15. Jahrhunderts und orientiert sich in Teilen an realen historischen Ereignissen, was dem Jugendroman etwas Durchdringendes, Relevantes gibt. Erzählt wird in einem recht einfachen, leicht verständlichen Stil aus diversen Blickwinkeln, sodass wir einen umfangreichen Eindruck der allgemeinen Situation des Reiches, des Regimes und der Hauptakteure bekommen. Dass June Hur neben den historischen Aspekten und der soften, sich im Hintergrund abspielenden Romanze auch Crime einfließen lässt, ist der Spannung und der Atmosphäre zuträglich. Denn in Joseon treibt ein Mörder sein Unwesen – einer, der es auf ganz bestimmte AnhängerInnen abgesehen zu haben scheint.

Insgesamt fand ich das Buch wirklich abwechslungsreich und, abgesehen von einigen Stolpersteinen und unrunden Sätzen, gut zu lesen. Lediglich die einen oder anderen (koreanischen) Namen und Begrifflichkeiten erfordern Konzentration. Dafür bekommen wir authentisch wirkende Gegeben- und Gepflogenheiten, eine sture Protagonistin und einen im Herzen guten Prinzen. Im Verlauf finden sich jedoch Wiederholungen und Längen, zudem wirkt die Geschichte nicht immer rund. Positiv waren die subtile Liebesgeschichte, die Planung des Putsches und die Mordermittlungen wie auch die politisch angespannte Lage, das allumfassende Misstrauen, die nicht wegzudenkende Gefahr und der Drang, mitzurätseln.

Trotz Kritikpunkten ist „Ein Kranich unter Wölfen“ ein lesenswerter Roman, der Wichtiges anspricht und darstellt.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Kurzweilige, unterhaltsame Stunden garantiert.

Red Flags
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Während Poppy haargenaue Vorstellungen von ihrem Partner und eine Red-Flag-List hat, sich mit niemandem, der keine 100 % ist, zweimal trifft – reine Zeitverschwendung, immerhin sucht sie die beste Option, ...

Während Poppy haargenaue Vorstellungen von ihrem Partner und eine Red-Flag-List hat, sich mit niemandem, der keine 100 % ist, zweimal trifft – reine Zeitverschwendung, immerhin sucht sie die beste Option, und keine Notlösung –, ist Cam stets der, der eher früher als später die Flucht ergreift, wenns ernst wird. Zu groß sind seine Ängste davor, derjenige zu sein, der nicht genügt und verlassen wird …
Als die – unabhängigen – Freundeskreise der beiden sie dazu drängen, der nächsten Beziehung(smöglichkeit) mindestens zwei Monate lang eine Chance zu geben, finden Poppy und Cam, die sich bisher nur flüchtig begegnet sind, zueinander.

Erzählt wird aus wechselnder Perspektive, was es einfach macht, Cam und Poppy kennenzulernen, ihre Intentionen und Zweifel zu verstehen.
Das Miteinander der beiden 18-Jährigen zu verfolgen, ihren Eisernenwillen, acht Wochen trotz aufkommender Konflikte und wehender Red-Flags, samt ihrer Entwicklung zu erleben, war unterhaltsam. Auch die Nebenfiguren kommen gut zur Geltung und sorgen zusätzlich für Abwechslung.

Obgleich der Stil der Zielgruppe entsprechend leicht und locker ist, sich das Buch flott lesen lässt, flocht Sophie Jo neben Witz und Charme auch sensible Themen ein: schwierige familiäre Verhältnisse, die Idealisierung der Liebe und des/der PartnerIn, toxische Beziehungen, diverse Ängste und ihre Ursachen sowie Erkrankungen. All diese Probleme in Kombination mit der Stereotypenzeichnung der Protagonisten und die Verdeutlichung von „Neigungen“, denen nicht nur TeenagerInnen – sei es durch die Medien oder fälschliche Vorbilder – viel zu oft verfallen sind, geben diesem Roman etwas Realitätsnahes sowie die Möglichkeit, sich mit den Charakteren, ihren Reaktionen und Verhaltensweisen zu identifizieren.

Ich finde das illustrierte Cover übrigens wirklich süß und ansprechend, und auch im Inneren gibt es gestalterische Details, die die Geschichte aufwerten. Insgesamt ist „Red Flags“ ein kurzweiliges Jugendbuch, das daran erinnert, dass niemand perfekt und Flucht selten der Weg zum Glück ist.

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