Profilbild von PatchisBooks

PatchisBooks

Lesejury Profi
offline

PatchisBooks ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit PatchisBooks über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.07.2019

Rückblickend auf die ganze Reihe: der stärkste Band!

Magisterium - Der kupferne Handschuh
0

MEINE MEINUNG:
Band 1 lag gefühlte 10 Jahre auf dem Sub, und nachdem ich den gehört hatte, musste ich umgehend diesen Teil hier hinterher weghören. Ich denke, das spricht schon sehr für den Auftakt der ...

MEINE MEINUNG:
Band 1 lag gefühlte 10 Jahre auf dem Sub, und nachdem ich den gehört hatte, musste ich umgehend diesen Teil hier hinterher weghören. Ich denke, das spricht schon sehr für den Auftakt der Reihe, doch konnte mich auch der Folgeband jetzt überzeugen? Das und noch vieles mehr erzähle ich euch jetzt in aller Ausführlichkeit. Viel Spaß. ♥

Der Einstieg in diesen zweiten Teil ist quasi wieder genau gleich, wie wir es in Band 1 bereits hatten – wir steigen einige Tage vor Beginn des neuen Schuljahrs in die Geschichte ein und begleiten unsere Protagonisten in den letzten Tagen ihrer Sommerferien. Doch während die Ferien größtenteils belanglos dahin gezogen sind, wird es gen Ende nochmal richtig rasant und Callum sieht etwas, das ihn dazu veranlasst, zu fliehen. Ja! Er flieht tatsächlich vor seinem eigenen Zuhause; vor seinem Vater. Diese Sichtung, die er da macht, bringt so viel Spannung auf die ersten Seiten des Buches, so viel Unverständnis und vor allem: so viel Undurchsichtigkeit mit sich. Es werden so viele Fragen in den Raum geworfen, sodass ich gar nicht anders konnte, als weiter am Ball zu bleiben. Wieder einmal fand ich den gewählten Punkt des Einstiegs wirklich super, denn so spielt sich eben nicht alles nur tief unter der Erde im Magisterium statt, sondern auch zeitweise außerhalb, was Abwechslung schafft und mich persönlich nicht nur mitriss, sondern auch auf die düstere Atmosphäre des Magisteriums vorbereitete.

In ersten Band hatte ich die Oberflächlichkeit, die so mancher Charakter an den Tag, noch bemängelt – hier trat da schon eine deutlich erkennbare Entwicklung ans Licht. Sowohl Callum’s Vergangenheit, sowie auch Aaron’s und Tamara’s familiäres Umfeld wurden genauer beleuchtet und einige offene Fragen geklärt. Mir fiel es immer noch ein wenig schwer, mir die Figuren vor Augen zu rufen, aber wenigstens konnte ich nun einen Draht zu den 3 Hauptakteuren aufbauen. Allgemein war die Harmonie innerhalb des Trios und auch in Kombination mit Nebenfiguren wirklich greifbar und realistisch, denn sowohl Loyalität als auch Streitereien stehen quasi an der Tagesordnung.
Besonders gut gefiel mir Tamara, die für jedes Problem eine Lösung wusste und die mit ihrer Reife und Bodenständigkeit die beiden männlichen Hitzköpfe sehr gut unter Kontrolle hatte. Auch ihre Haltung gegenüber dem Magisterium, diese Loyalität und das Verantwortungsbewusstsein sprach mich sehr an.
Was ich wieder nicht so gerne mochte, war Callum’s große Klappe. Das ging mir im ersten Band schon stellenweise sehr gegen den Strich und das änderte sich auch hier nicht. Er knallt teilweise Aussagen raus, da konnte ich nicht anders als die Augen zu verdrehen. Und seine enorme Naivität nahm ich ihm in Hinblick auf diesen Hauch von Liebesgeschichte, die im Laufe des Buches auftaucht, auch überhaupt nicht ab. Auf mich wirkte er einfach nicht rund – manchmal ist er großkotzig und gnadenlos ehrlich, dann fängt er an zu stottern und zu sabbeln und checkt das offensichtliche nicht, und im nächsten Momente dreht sich die ganze Welt wieder nur um ihn. Versteht mich nicht falsch: Callum ist ein spannender Charakter, mit dem ich sehr gerne und sehr gut mitfiebern konnte – aber seine Art war einfach nicht 100% meins und die Chemie stimmte nicht immer zwischen uns.
Bei Aaron weiß ich dagegen bis heute nicht, woran ich bei ihm bin. Er ist Tamara und Call definitiv ein guter Freund, doch ob er wirklich so richtig ehrlich ist und mit offenen Karten spielt? Da bin ich mir noch unsicher.

Der Schreibstil und der Sprecher Oliver Rohrbeck haben wir wieder unglaublich gut gefallen. Die Kombination passt halt auch einfach perfekt. Das Autorenduo sorgt mit geschickt platzierten Beschreibungen für ein detailliertes Bild vor meinem inneren Auge und der Sprecher tut sein übriges dazu, um die düstere Atmosphäre, die im Magisterium einfach herrscht, zu erzeugen. Ich war wieder einmal während all der 8 Stunden restlos an die Worte des Buches und auch an Herrn Rohrbeck’s Stimme gefesselt und konnte dank angepasster Sprache und einigen nützlichen Details problemlos abtauchen. Auch die rasanten Szenen sind sehr realistisch dargestellt, sodass auftretende Monster und andere seltsame Gestalten weder kurios noch absurd waren, sondern glaubhaft und echt und definitiv gruselig, besonders für das vorgesehene Publikum ab 14 Jahren.

Die Abhandlung der Storyline in Band 2 dieser Reihe gefiel mir wieder sehr gut. Call und Co. haben nach einem fulminanten Einstieg in die Geschichte wieder allerlei Abenteuer vor sich und müssen sich nicht nur vielen offenen Fragen und dem Unterricht am Magisterium stellen, sondern auch einigen düsteren Gestalten, die dem Trio nach nicht weniger als dem Leben trachtet. Das hört sich nicht nur spannend an; es ist es auch! Schon beim Einstieg war ich restlos an das Hörbuch gefesselt und diese Spannung, die da sehr früh aufgebaut wurde, lässt zu keiner einzigen Sekunde nach. Die Bücher sind recht kurz, dafür aber knackig und auf den Punkt. Da ist schlicht und ergreifend kein Platz für Langeweile oder unnötige Szenen. Besonders beeindruckte mich hier in „der kupferne Handschuh“ die Vielfalt. Wir starten bei Callum, flüchten und landen letztlich im Magisterium, nur damit die Geschichte dann eine unerwartete Wendung nimmt und uns wieder nch draußen, an die Erdoberfläche katapultiert. Das Buch hat also mehrere Settings und ist deshalb so abwechslungsreich und interessant zu verfolgen. Und das ersticke jede Form von aufkommender Langeweile im Keim.
Das Finale war dann ein regelrechtes Feuerwerk – genau so wie ich es mir in Band 1 schon gewünscht hätte, aber nicht bekam. Hier im zweiten Teil wurde mein Wunsch endlich erfüllt und ich fühlte mich mehr wie in einem Actionfilm, als in einem Fantasy-Buch. Hier gibt es endlich die Rasanz, das Tempo und die Action; und löste bei mir einen stockenden Atem und staunende Blicke aus. Die Autorinnen haben den Leser ganz bewusst auf eine falsche Fährte gelockt, sodass die Überraschung am Ende riesig war. Außerdem gibt es noch eine Enthüllung, die jede Menge Zündstoff für den dritten Band der Reihe liefert.

FAZIT:
„Magisterium – Der kupferne Handschuh“ von Cassandra Clare und Holly Black war noch besser, noch actionreicher, noch überraschender und noch spannender als sein Vorgänger. Beinah alle unerfüllten Wünsche in Band 1 wurden hier doppelt und dreifach wieder wett gemacht und ich bin immer noch schockiert, dass sich die Reihe langsam aber sicher zu einem regelrechten Spektakel entwickelt. Wer auf düstere Fantasy steht; auf Internatsgeschichten mit viel Magie und noch viel mehr gruseligen Gestalten steht, der wird diesen zweiten Band der Reihe einfach lieben. Lediglich Callum vermasselte es hin und wieder mit seiner Art und seinen Charakterzügen, sodass wir an den 5 Sternen knapp vorbei schrammen.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Anders als erwartet - und leider auch nicht ganz so gut wie erhofft.

Catwoman – Diebin von Gotham City
0

MEINE MEINUNG:
„Wonder Woman“ von Leigh Bardugo zählt für mich noch immer zu den Highlights des letzten Jahres. Und das, obwohl ich zuvor noch nie irgendwas über die dortige Protagonistin in Erfahrung ...

MEINE MEINUNG:
„Wonder Woman“ von Leigh Bardugo zählt für mich noch immer zu den Highlights des letzten Jahres. Und das, obwohl ich zuvor noch nie irgendwas über die dortige Protagonistin in Erfahrung gebracht habe. Da ich aber „Gotham“, die Serie, sehr gerne mag, war ich umso gespannter was mich bei „Catwoman – Diebin von Gotham City“ erwartet und was die Queen der Autoren aus der Geschichte gemacht hat. Nachdem ich das Buch also zu Weihnachten bekam [danke an den besten Verlobten der Welt ♥], habe ich auch relativ zackig danach gegriffen und hab mich, zusammen mit Selina nach Gotham City gewagt. Wie es mir dort gefiel, welchen bekannten Figuren ich begegnen durfte und alles weitere erfahrt ihr jetzt. Viel Spaß ?

Der Einstieg besteht aus Selina’s Vergangenheit und nimmt doch einige Seiten in Anspruch. Wir lernen sie also zwei Jahre, bevor die eigentliche Geschichte startet, kennen und erfahren so einiges darüber, woher sie stammt; wie es um ihr familiäres Umfeld bestellt ist und wer sie war, bevor sie zu Catwoman wurde. Diese Form des Einstiegs in die Geschichte hat mir hier enorm gut gefallen. Es eröffnet ein ganz anderes Bild der Hauptfigur, als wir es gehabt hätten, wenn wir Selina erst als Holly kennengelernt hätten. Außerdem schufen schon die ersten Seiten eine riesige Portion Tiefgang und machten klar, dass sie keineswegs aus Lust und Laune heraus Diebstähle begeht sondern ein sehr driftiger Grund dahintersteckt. Dann kommt der Sprung in die Gegenwart und die Fragen, die noch offen bleiben, machten mich zusätzlich neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte.

Selina als Protagonistin war eine kleine Herausforderung. Oder zumindest fällt es mir jetzt schwer, meine Gedanken zu ihr in Worte zu fassen. Auf der einen Seite mochte ich sie unheimlich gerne; ihre taffe, schlagfertige Art hat mich immer wieder zum Schmunzeln und Staunen gebracht und ihr freches Grinsen hat wunderbar zu ihr und zu Catwoman gepasst. Selina ist mutig und risikofreudig, gleichzeitig ist sie enorm intelligent und denkt ihre Pläne stets bis zum Ende, ehe sie damit beginnt und sie in die Tat umsetzt. Außerdem ist sie verantwortungsbewusst und loyal, zumindest den wichtigen Figuren gegenüber. Und all diese Eigenschaften für sich haben mich total beeindrucken können. Die Kombination aber wirkte auf mich nicht harmonisch. Es entstand keine Verbindung zwischen mir und ihr; kein Draht, ich fand sie nicht sympathisch und auch wenn sie ihre Rolle gut spielt und glaubhaft umsetzt, fehlte es mir an Authensität. Ich fieberte mit ihr mit, fühlte mit ihr mit und litt mit ihr; aber so richtig gemocht habe ich nicht. Es ist mir ein riesiges Rätsel, wie das zusammen passt, aber letzten Endes hat mich diese Chaos in meinem Kopf, das ich ihr gegenüber empfand, nicht mal richtig gestört.
Die Nebenfiguren gefielen mir dafür umso mehr. Poison Ivy war mir vor diesem Buch kein Begriff, aber nachdem ich sie kennenlernen durfte, war mir klar, dass diese verrückte Wissenschaftlerin genau das ist die Superhelden-Szene in Gotham braucht. Harley Quinn – eine meiner liebsten Figuren überhaupt, die so toll getroffen wurde von Sarah J. Maas, hat die Geschichte rund um Catwoman enorm bereichert. Und auch andere taten ihr übriges, um die Unterwelt der Stadt darzustellen.

Zum Schreibstil brauche ich wohl kaum etwas sgen. Ich habe Sarah J. Maas oben nicht umsonst als Queen der Autoren betitelt. Ich finde ihren Schreibstil total außergewöhnlich und würde ihre Art zu Schreiben sicher blind erkennen. Dabei kann ich nicht mal benennen, was ihn so anders macht. Ich hab wieder meine Zeit gebraucht um mich damit anzufreunden, doch danach ließ sich das Buch so schnell und trotzdem so atmosphärisch lesen, wie ich es selten erlebt habe. Diese Autorin schafft es, mit bloßen Worten eine Spannung zu erschaffen, und so detaillreiche Bilder der Kulisse, der Figuren, den Szenen, dass ich immer wieder, wenn ich das Buch weglegen musste, erstmal ein paar Sekunden brauchte, um aus dieser Welt wieder aufzutauchen. Für mich gehört Sarah J. Maas zu den besten Autoren, die ich jemals gelesen habe und mit „Catwoman“ macht sie da keine Ausnahme.
Ebenso gefiel mir die Gliederung, denn wir lesen nicht nur aus der Sicht von Selina, sondern auch aus einer zweiten Perspektive, die ich jetzt im Moment aber noch nicht namentlich nenne. Großes Kino – im wahrsten Sinne des Wortes.

Umsetzung der Idee war dagegen nicht ganz ausgereift, meiner Meinung nach. Ich fand den Einstieg noch äußerst spannend, und auch nach dem Zeitsprung war ich noch sehr an die Seiten gefesselt. Doch mein Interesse an der Geschichte ließ dann immer mehr nach. Mir erschloss sich lange nicht, worauf alles abzielt; was es denn für Catwoman zu erreichen galt; was der Sinn ihres Handelns sein könnte. Es kommen zwar immer wieder spannende Szenen, die für sich auch Tempo und Rasanz mitbrachten, im Gesamtbild aber eher Wiederholungen mit kleinen Unterschieden darstellten. Natürlich brachten sie teilweise auch Erkenntnisse mit sich, aber so richtig mitreißen konnte mich der rote Raden hier nicht. Erst zum letzten Viertel hin ging mir dann das nötige Licht auf und ich verstand, was Selina vor hatte – und auch erst ab dem Moment war ich wieder voll dabei und konnte nicht so schnell lesen, wie ich voran kommen wollte. Das Finale brachte dann auch endlich die Action mit, die mir lange Zeit gefehlt hat: es wurde explosiv, gab einige überraschende Wendungen und dramatische Feuerwerk ließ mich den Atem anhalten.
Für war die Umsetzung also eher ein Auf und Ab, was die Spannungskurve betrifft; lange Zeit hatte ich lediglich riesige Fragezeichen im Kopf und hätte mir deshalb viel eher gewünscht, dass Catwoman’s Ziele aufgedeckt werden. So wäre die Spannung definitiv eher gegeben gewesen.

FAZIT:
„Catwoman – Diebin von Gotham City“ von Sarah J. Maas ist zwar grandios geschrieben und bringt riesiges Potential mit; konnte mich aufgrund fehlender Spannung und eher mäßiger Sympathie der Protagonistin gegenüber, lange nicht so begeistern wie „Wonderwoman“ es konnte. Nach langer Überlegung vergebe ich aber aufgrund des großartigen Finales und des Wow-Effekts bei den Schlag auf Schlag aufkommenden Überraschungen dann doch 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Temporeich, überraschend, spannend!

Heliopolis (Band 1) - Magie aus ewigem Sand
0

MEINE MEINUNG:
Die Geschichte zwischen mir und diesem Buch ist nahezu endlos. Ich habe es der lieben Ari von Arisbuechertick [« klick um auf ihren Insta-Account zu gelangen] abgekauft weil sie es so schlecht ...

MEINE MEINUNG:
Die Geschichte zwischen mir und diesem Buch ist nahezu endlos. Ich habe es der lieben Ari von Arisbuechertick [« klick um auf ihren Insta-Account zu gelangen] abgekauft weil sie es so schlecht fand. Meine Erwartungen waren also dementsprechendx niedrig. Als es dann ankam, habe ich lange überlegt, ob es nicht ein Fehler war, das Buch zu kaufen, weil es mich von Tag zu Tag weniger reizte – und jetzt, drum Band 2 und somit das große Finale erschienen ist, war es wieder in aller Munde und ich bin so neugierig geworden, dass ich prompt danach gegriffen habe. Ob ich nun, da meine Erwartungen doch ein wenig gestiegen sind, enttäuscht wurde und Ari zustimmen muss; oder ob ich von Stefanie überrascht wurde, erzähle ich euch hier und jetzt:

In Heliopolis treffen wir auf eine Vielzahl an Charakteren und lernen quasi jeden genau kennen. Zumindest konnte ich mir, rein optisch erstmal, eine jede Figur problemlos vorstellen und mir bildlich vor Augen führen. Die Dynamik zwischen den einzelnen Personen war toll ausgearbeitet und es gab die unterschiedlichsten Kombinationen wie beste Freunde, Pärchen, Familie; doch auch Misstrauen und Antipathie kam dabei nicht zu kurz. Das sorgte in erster Linie dafür, dass die Geschichte an sich sehr glaubhaft wirkte und dem wahren Leben einfach entrissen hätte sein können. Zudem herrschte auch untereinander Undurchsichtigkeit, Zweifel ob man demjenigen nun wirklich vertrauen konnte und sogar eine gewisse Feinseligkeit. Mir gefiel das Miteinander der vielen Figuren enorm gut und freute mich stets, wenn es wieder mal zu Komplikationen kam und man als Leser selbst ins Grübeln geriet, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört.
Unsere beiden Protagonistinnen Hailey und Akasha waren sich oft ähnlich; hatten aber auch unterschiedliche Charakterzüge, die wiederum für Abwechslung sorgte. Ich mochte beide auf ihre eigene Art, obwohl Akasha’s Leben definitiv eine Spur interessanter war als Hailey ihres. Akasha verkörperte halt einfach die „Fantasy-Figur“, während Hailey ein ganz normal Teenager-Mädel ist. Doch beide gefielen mir, weil sie gleichermaßen realistisch, sympathisch und liebenswert waren und weil ich mit beiden so gut mitfiebern konnte. Dabei zeigten auch beide sehr echt ihre Gefühle, was sie enorm greifbar machte und ihnen Tiefgang verlieh.
Doch auch die Nebenfiguren wie Riaz, Jared, Kyle, Dante und all die anderen erreichten mich und konnten mich für sich gewinnen. Besonders eben die oben genannte Undurchsichtigkeit hat mich von einem jeden überzeugt; und dabei schwankten meine Gedanken einem jeden einzelnen gegenüber quasi im Seitentakt und ich wusste am Ende selbst nicht mehr, wem ich vertrauen konnte; wen ich zurecht ins Herz ins Herz geschlossen habe und wer diesen Platz eigenttlich gar nicht verdient hatte; wen ich zu unrecht verteufelt und gehasst hatte und so weiter. Sehr schön inszinierte Charakterwelt, die Stefanie Hasse da kreiert hatte.

Schreibstil-technisch habe ich auch rein gar nichts auszusetzen. Im Gegenteil! Die Geschichte hat sich enorm flüssig und leicht lesen lassen und war trotzdem detaillreich beschrieben. Natürlich kein Vergleich zu den großen Fantasy-Reihen; aber man muss sich auch ganz klar vor Augen führen, dass diese Story ab 13 Jahren deklariert ist – verschachelte Sätze und aneinander gereihte Beschreibungen, die den Lesefluss stören, haben da überhaupt nichts zu suchen und traten Gott sei dank auch nicht ein einziges Mal auf. Die Sprache war der Thematik wie auch dem empfohlenen Alter gut angepasst, glaubwürdig und realistisch und die Dialoge überzeugten ebenfalls durch Greifbarkeit und Echtheit. Besonders gut gefiel mir die Gliederung anfangs: denn die Erzählperspektive wechselte stets zwischen Heliopolis und der normalen Welt. Leider liefen mir persönlich die Stränge ein Tick zu früh zusammen, sodass recht schnell eine der beiden Sichte wegfiel und wir lediglich mit der anderen weitermachten. Ansonsten aber wie gesagt: keinerlei Kritikpunkte am Stil von der Autorin.

Die Idee hinter diesem Auftakt ist vielversprechend und meiner Meinung nach auch neu und innovativ, denn ich habe zuvor kein einziges Buch in den Händen gehalten, in dem die ägyptischen Götter und Mythen eine Rolle spielten. Zugegeben, großartig eingegangen wird auf besagte Thematik nicht und letztlich sind es wohl nur die ägyptischen Namen der einzelnen Häuser und die am Rande erwähnten Pyramiden, die darauf anspielten. Besonders als sich der Schauplatz dann komplett auf die Erde verlagerte [kein Spoiler, das steht im Klappentext], was es dann auch schon zu Ende mit Mythen und Pyramiden und es wurde zu einer relativ bekannten Teenie-Jugend-Fantasy-Geschichte. Gerade die Wendung, bei der sich des Geschehen dann fort an nur noch auf der Erde abspielte, war nicht 100% mein Geschmack; tat der Spannung, die ich empfand aber keinerlei Abbruch. Denn ja, fesseln konnte mich Akasha’s und Hailey’s Geschichte wirklich. Von der ersten Seite an war ich total in das Buch hinein gezogen und fühlte mich richtig mitgerissen und sehr sehr sehr gut unterhalten. Es wurde, zu keiner einzigen Sekunde langweilig, es wurde auf langweilige Alltagsszenen verzichtet und es gab von jedem Tempo was zu finden. Sowohl mitreißende Action, strategische Gedankengänge wie auch die großen Gefühle – nichts davon kam zu kurz und ich war, wie man in meiner Insta-Story deutlich erkennen konnte, sooo begeistert.
Und dann kam das große Finale dieses ersten Bandes. Die Szene, auf die das ganze Buch aufzielt. Vorweg: das Ende war fulminant und actionreich, mitreißend und spannend; aber ich hatte auch Probleme damit. Einerseits gab es immer wieder Wendungen innerhalb dieses finalen Plots, und zwar so viele, dass ich schon nach der Hälfte davon die Nase voll hatte, und zum anderen war das alles so chaotisch und wirr, dass ich stellenweise echt nur riesige Fragezeichen im Kopf hatte. Das Ende – das wirkliche Ende; die Schlüsselszene wiederholt sich gefühlt 10 Mal, ehe dann auch wirklich die Auflösung ans Licht kommt. Allein diese Visionen von einer bestimmten Person bringen so viel Unklarheit in den Schluss. Denn die besagte Szene, quasi der Endkampf, erleben wir schon nach den ersten zwei Dritteln zum ersten Mal, weil es irgendjemand vor sich sieht – und das passiert oft; je näher wir dem Ende kommen, umso öfter. Kann man sich im Umkehrschluss also so vorstellen: jemand hat eine Vision, der Kampf findet statt und xy und yz sterben dabei, plötzlich leben die aber wieder, weil ich persönlich keine klare Trennlinie zwischen Vision und Realität erkennen konnte. Meiner Meinung nach hätte man das anders lösen können – klarer, mit mehr Struktur und dafür weniger Chaos.

FAZIT:
„Heliopolis – Magie aus ewigem Sand“ von Stefanie Hasse ist in Sachen Charakter, Schreibstil und Grundidee nahezu perfekt. Auch die Umsetzung hat mich lange Zeit überzeugen können. Lediglich der finale Plot war von der Umsetzung her nicht ganz mein Geschmack. Inhaltlich; sprich: was da passiert ist war großes Kino und enorm kreativ, nur gefiel mir die Inszenierung dieses Endes leider nicht. Dennoch war der Lesespaß, das Mitfiebern und vor allem die Spannung definitiv gegeben und deswegen freue ich mich unheimlich auf Band 2 der Reihe und werde ihn mir sicher noch diesen Monat holen und spätestens im Februar zu Gemüte führen, denn ich bin sehr neugierig auf Akasha’s und Hailey’s nächsten Abenteuer, die dann auch schon das Ende der Dilogie mitbringen. Da mich bis auf den Schluss alles überzeugen konnte, gibt’s von mir verdiente 4.5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Ein guter Einstieg ins Dark Romance Genre

Blood & Roses - Buch 1
0

MEINE MEINUNG:
Dieses Genre war mir, ehrlich gesagt, bis auf „Cold Princess“ von Vanessa Sangue [zählt das als Dark Romance?] komplett fremd – aber wer mich kennt, der weiß um meine Neugier. Besonders ...

MEINE MEINUNG:
Dieses Genre war mir, ehrlich gesagt, bis auf „Cold Princess“ von Vanessa Sangue [zählt das als Dark Romance?] komplett fremd – aber wer mich kennt, der weiß um meine Neugier. Besonders als die DR-Titel aus dem Festa-Verlag immer mehr Aufmerksamkeit auf Instagram bekamen, wollte ich auch endlich mal prüfen, wie mir solche Geschichten gefallen. Nun habe ich mit Callie Hart’s „Blood and Roses“ einen Einblick bekommen und möchte euch heute unbedingt erzählen, wie es mir gefallen hat; was ich zu bemängeln habe und alles was dazwischen liegt. Viel Spaß ♥

Vorweg: ich glaube, dass die Charaktere an sich, in solchen Geschichten eine eher untergeordnete Rolle einnehmen. Dass der Leser sie zwar mag und mit ihnen mitfiebern kann, sie aber niemals den Tiefgang verpasst bekommen, den man in anderen Büchern erwartet und antrifft. Mir persönlich war es hier auch gar nicht so wichtig, dass ich jede Ecke, jede Macke und jedes Detail unserer Figuren erfahre und kannte.
Jedenfalls: Dieses Buch kommt mit insgesamt sehr wenigen Figuren aus. Gerade die Nebenfiguren werden nur wenig beleuchtet und erhalten von der Autorin nur wenig Aufmerksamkeit. Muss definitiv nichts schlechtes sein; denn solange dafür mehr Augenmerk auf die wichtigen Charakteren gelegt wird, kann ich sehr gut damit leben und das ist hier der Fall.
Unsere beiden Protagonisten Sloane und Zeth kommen keineswegs zu kurz. Beide haben eine Geschichte, die sie erzählen und ihre Vergangenheiten sind nicht nur erwähnt worden, sondern auch tiefgründig und authentisch ausgearbeitet. In gewisser Weise fühlte ich mich aber an all die anderen Erotik-Bücher, die ich je gelesen habe, erinnert. Junges Mauerblümchen trifft auf bitterbösen Bad Boy. Diese Klischees waren erfüllt, doch im Gegensatz zu vielen anderen Charakteren aus anderen Geschichten waren mir Sloane und Zeh unglaublich sympathisch und, das wichtigste: sie handelten und dachten glaubhaft. Oftmals ist es pure Naivität, die da aus den jungen Dingern spricht; und das meist noch gepaart mit Dümmlichkeit und Kopflosigkeit. Sloane ist eine junge Frau, die weiß, was sie will; die ein Ziel vor Augen hat. Mit ihrem Job als Ärztin ist sie alles andere als unselbstständig und ich mochte sie deshalb nur umso mehr. Eine gesunde Portion Neugier machten sie in meinen Augen nur noch greifbarer und ich schloss sie von der ersten Sekunde an sehr ins Herz.
Zeth verkörperte natürlich alles, was ein Bad Boy Buch-Charakter brauch: groß, breit wie ein Schrank, muskulös wie ein UFC Kämpfer und ausgestattet mit einem Herz, so kalt wie Alaska. Bei ihm war tatsächlich so ziemlich jedes Klischee erfüllt und natürlich bringt auch er auch die dramatische Vergangenheit mit, die ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist. Der einzige Unterschied zu anderen Bad Boys besteht wohl darin, dass er von Anfang an auch zeigt, dass er sehr wohl ein Herz hat. Zumindest seine Gedanken und Handlungen lassen darauf schließen – im Gegensatz zu seinen Worten, aber die Dialoge in dem Buch sind ohnehin oft sehr derb und gespickt mit Wörtern, die ich hier bewusst nicht nenne – dazu aber nachher nochmal mehr.
Auf alle Fälle traf auch Zeth voll und ganz meinen Geschmack, eroberte mein Herz und schaffte es, dass ich ihn trotz seiner ruppigen, stellenweise gewaltsamen Art sympathisch und tatsächlich sogar liebenswert fand. Lediglich der Beschützerinstinkt und diese herrische Ader, die besonders gen Ende dann bei ihm durchkommt, ruinierte mir das Bild des perfekten Protagonisten.

Callie Hart hat sich für die wohl am besten passende Sprache entschieden: die, von der derberen Art. Denn wenn ein Buch von Drogen, Sex, Gewalt und Co. handelt, erwarte ich keinen poetischen Schreibstil. Ich will dieses „Dark“, das schon im Genre-Namen steckt, auch beim Stil zu spüren bekommen und in diesem Fall ist es der Autorin absolut gelungen, mich damit abzuholen und mich zu überzeugen. Ich kam sehr schnell voran, die Story ließ sich zügig, ja beinah in Windeseile lesen und trotzdem entstand eine packende Atmosphäre dabie. Es wird kein Blatt vor den Mund genommen – es wird kurz und knackig beschrieben. Auch die erotischen Szenen waren auf den Punkt: heiß, sexy und teilweise sogar obszön; aber nur das passte nunmal zur eigentlichen Story. Und wie oben bereits kurz angedeutet, waren auch die Dialoge untereinander zwar ruppig und derb, aber keineswegs niveaulos.
Und ganz wie ich es mir wünschte, erzählten beide Protagonisten. So erfahren wir nicht nur, was Sloane durch den Kopf geht; was sie tut und denkt, sondern bekommen auch einen Einblick in Zeth’s Gefühlswelt und in sein Privatleben, was eben dann dafür sorgte, dass er nicht nur der ‚arschige‘ Mistkerl war, sondern sich auch für gewisse Dinge verantwortlich fühlte und dem auch nachkam.

Der Klappentext verrät ja doch recht wenig, was innerhalb dieser 176 Seiten passiert. Also war alles, worauf ich mich vorbereiten konnte, dass es sich um Dark Romance handelt und dass Sloane etwas tun wird, auf das sie nicht stolz sein wird. Meine Neugier war groß, meine Hoffnungen hoch und als ich dann anfing zu lesen, wurde ich gleich sehr positiv überrascht – denn es beginnt genau so, wie ich es mir gewünscht hatte: ohne große Einleitung, dafür mit einer Menge Kribbeln. Wir treffen natürlich direkt auf Sloane, die kurz davor steht, das zu tun, auf das sie später nicht stolz sein wird. Diese erste Szene umfasst nicht viele Seiten und ist trotzdem fesselnd; macht einfach Lust auf mehr. Außerdem können wir uns gleich ein eigenes Bild von der Protagonistin machen. Nach dieser ersten Einstiegsszene begleiten wir Sloane noch wenige Zeilen lang, ehe dann ein Zeitsprung von ca. 2 Jahren geschieht und wir quasi in ein ganz neues Leben der Hauptfigur eintauchen.
Mir gefiel der Aufbau der Geschichte enorm gut. Es beginnt spannend und mit einer gehörigen Portion Erotik, wird dann ein kleines bisschen ruhiger um die Charaktere besser kennen zu lernen, ehe die dunklen Gestalten der Stadt ins Spiel kommen, und steigert sich dann zum großen Finale hin. In erster Linie überzeugte mich wohl die Tatsache, dass es neben dem Sex tatsächlich auch eine mitreißende und neugierig machende Handlung gab und ich genügend Stoff fand, um richtig mitfiebern zu können. Jetzt rückblickend war es sogar eher der „Thriller“-Aspekt, der hier überwiegte und der mich begeisterte und der Erotik-Anteil war zwar da, nahm aber nicht so viel Raum ein wie erwartet. Lediglich am Schluss kam nochmal eine Szene, die sehr heiß und sehr speziell war und die doch sehr detailliert und intensiv beschrieben wurde – die aber gleichzeitig auch eine Menge zur Aufklärung der Geschichte beitrug. Ich jedenfalls wurde durch diesen Schluss enorm neugierig auf Band 2 gemacht und freue mich zu erfahren und vor allem mitzuerleben, was Sloane und Zeth noch so erleben werden und wie die Geschichte letztlich endet.

FAZIT:
„Blood and Roses“ von Callie Hart war im Groben und Ganzen betrachtet ein gelungener Einstieg in das Genre. Mir gefielen sowohl die Figuren wie auch der Schreibstil sehr gut; und auch die Handlung konnte mich fesseln. Man muss sich einfach darauf gefasst machen, dass es derber zugeht; sowohl in Bezug auf die Storyline als auch auf die Sprache. Ich fühlte mich gut unterhalten, hatte ein paar (wenige) schöne Lesestunden und kann nichts finden, was mich großartig gestört hätte. Letzten Endes konnte es mich aber auch nicht gänzlich vom Hocker hauen, aber ich bin definitiv gespannt auf Band 2 und freue mich darauf. Ich vergebe insgesamt 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 19.07.2019

Ich liebe diese Atmosphäre!

Magisterium - Der Schlüssel aus Bronze
0

MEINE MEINUNG:
Nach Band 1 und 2 war für mich ziemlich schnell klar, dass ich unbedingt am Ball bleiben möchte und erfahren will, wie es weitergeht mit Callum & Co. Besonders nachdem ich Band 2 noch stärker ...

MEINE MEINUNG:
Nach Band 1 und 2 war für mich ziemlich schnell klar, dass ich unbedingt am Ball bleiben möchte und erfahren will, wie es weitergeht mit Callum & Co. Besonders nachdem ich Band 2 noch stärker fand als den Auftakt war ich umso neugieriger auf den dritten Teil der Reihe. Jedenfalls bin ich inzwischen auch damit durch und kann euch heute meine Meinung dazu liefern. Falls ihr Band 1 + 2 noch nicht kennt, solltet ihr an dieser Stelle wohl besser nicht weiterlesen; ich versuche zwar stets nicht zu spoilern, doch gerade in Bezug auf die beiden Vorgängerbände kann ich das nicht gewährleisten. Falls ihr die anderen Teile aber kennt, dürft ihr gern dran bleiben und ich wünsche euch viel Spaß bei der Rezension. ♥

Auch in diesen Band steigen wir wieder kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs in die Geschichte ein – dieses Mal jedoch unmittelbar bevor Callum und seine Freunde ans Magisterium zurückkehren. Da jedoch nicht der Unterricht bevorsteht, sondern etwas ganz anderes, fand ich den Sprung in die Geschichte sehr erfrischend und obwohl es Parallelen gibt zu seinen Vorgängern, auch neu und erfinderisch. Das Autorenduo hat sich hier bewusst dafür entschieden, den Einstieg etwas anders zu gestalten, als in Band 1 + 2 und auch die Art von Spannung, die hier prompt ins Spiel kommt, unterscheidet sich deutlich von dem, was wir als Leser der Vorgänger, bereits kennenlernen durften. Mir persönlich gefiel der Einstieg noch besser; wurde vom Geschehen noch mehr mitgerissen und sah in diesem Anfang noch mehr Potential. Ich war zugegebenermaßen sehr überrascht von dem Mut der beiden Autorinnen, denn schon auf den ersten Seiten gibt es einen Plot, der es in sich hat und den Verlauf der restlichen Geschichte maßgeblich beeinflusst.

Bereits in Band 1 + 2 habe ich bemängelt, dass ich Call oftmals ein wenig zu kopflos fand, was seine Aussagen betraf. Immer wieder gab er „Zeugs“ von sich, das mich dazu brachte, die Augen zu verdrehen und zu denken „das hat er jetzt nicht gesagt, oder?“. Denn in den meisten Fällen fand ich ihn äußerst sympathisch und nett, lediglich unterbrochen durch seine verbalen Aussetzer. Auch dass er vieles bzw. dass er quasi alles auf sich projeziert und oft sehr von sich eingenommen scheint, hinderte mich daran, ihn als perfekten Protagonisten zu betiteln. In Band 3 verschwanden diese Probleme nicht; aber ich spürte dennoch eine Entwicklung und somit Besserung, und das machte bereits einiges aus. Logisch; die drei Freunde werden älter und somit auch reifer und verloren einiges von ihrer Naivität; aber es sind nach wie vor junge Teenager, die ein gewisses Maß an Kindlichkeit definitiv brauchten und auch hatten.
Callum glänzte wieder durch Mut, Loyalität und Ehrlichkeit, durch unerbittlichen Kampfgeist und durch seinen Sinn für Gerechtigkeit. Manchmal schweifen seine Gedanken in etwas seltsame Richtungen; doch zum Glück war das eher die Seltenheit in diesem dritten Band. Ich mochte ihn einfach gerne, deutlich mehr als in den Vorgänger-Bänden und ich schloss ihn nun ein für alle Mal ins Herz. Über seine kleinen Macken konnte ich hier auch wesentlich besser hinwegsehen – oder sie fielen mir nicht so stark auf; das ist natürlich auch möglich.
Tamara war jedoch weiterhin mein liebster Charakter! Sie hatte einfach alles, was ich mir von guten Protas wünsche: humorvoll, empathisch und genau so mutig und loyal wie Call. Sie begeisterte mich immer wieder durch ihre Intelligenz und ihr Engagement, ihre Bodenständigkeit und ihr überaus großes Talent, Zeichen richtig zu deuten und Pläne ordentlich auszuarbeiten. Rein vom Gefühl her hätte sie auch eine astreine Erwachsene sein können und das imponierte mir.
Der dritte im Bunde, Aaron war wieder gewohnt undurchsichtig und geheimnisvoll. Schon in der Rezension zu Band 2 hatte ich angemerkt, dass er zwar ein sehr guter Freund für die zwei anderen Teenies war, ich aber keine Ahnung hatte, ob ich ihm vertrauen konnte – daran hat sich nichts geändert. Ich möchte ihn als Freund sehen; als treuen Begleiter von Callum; aber ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob er nicht doch ein Geheimnis hütet, das allen noch gefährlich werden könnte.
Ansonsten treten in Band 3 auch noch einige neue Figuren auf, die mir soweit alle gut gefallen haben. Besonders gut fand ich, wie das Autorenduo den Leser mit dem ein oder anderen Charakter auf völlig falsche Fährten lockte – bei mir gelang das jedenfalls wunderbar und ich war unglaublich überrascht, wie sehr ich mich in so manchem geirrt hatte.

Atmosphärisch, düster und geheimnisvoll. Diese drei Worte beschreiben den Stil der beiden hochkarätigen Autorinnen nahezu perfekt. Wieder war ich von dem Lese-Feeling absolut gefangen und fühlte mich regelrecht mitgerissen und direkt unter die Erde ins Magisterium versetzt. Dazu kommt, dass ich die Stimme von Oliver Rohrbeck einfach genial finde und so passend für die Geschichte rund um Callum und Co. Ich glaube, dass es gerade Stil, Sprache und Sprecher war, was mich so enorm an das Buch gefesselt hat. Wieder hatte ich permanent ein klares Bild der Geschehnisse vor Augen und hatte überhaupt kein Problem damit, mir alles vorzustellen und mich fallen zu lassen. Großartig! Wirklich großartig!

Da im vorherigen Teil der Geschichte noch einige Fragen offen geblieben sind, vermutete ich einiges an Zündstoff in diesem dritten Band. Dazu kam der große Knall beim Einstieg, der Ruder ebenfalls nochmal herum riss und eine Menge Action, Tempo und Spannung versprach. Und genau das war es auch, was uns in diesem dritten Teil erwartet: jede Menge Überraschungen und Wendungen an den richtigen Stellen; interessante und aufklärende Passagen und ein Protagonisten-Trio, das der Geschichte jede Menge Leben einhauchte. Ich war wieder sehr mitgerissen und total ans Geschehen gefesselt und fand die einzelnen Plots wirklich gut ausgedacht, ausgearbeitet und noch besser platziert. Immer wieder wurde ich als Leser auf falsche Fährten gelockt; nur um anschließend völlig überrumpelt von den entsprechenden Auflösungen zu werden. Dennoch war meine Begeisterung in Band 2 einfach größer; und ich kann einfach nicht in Worte fassen, warum. Vielleicht, weil das Tempo hier in „Der Schlüssel aus Bronze“ ein wenig langsamer wirkte – als würde alles mit angezogener Handbremse geschehen. Vielleicht auch, weil ich in Band 2 den Ablauf einfach eine Nuance besser und interessanter fand. Dennoch kam auch in diesem dritten Band zu keiner einzigen Sekunde Langeweile auf – es gab ständig neue Erkenntnisse für die drei Hauptfiguren und sie hatten wieder ein fulminantes Schuljahr zu bewältigen. Das Ende konnte dem Ende des Vorgängers dann auch nicht gänzlich das Wasser reichen; war aber auch keineswegs schlecht, sondern einfach weniger explosiv. Alles in allem eine sehr gelungene Ausführung der Geschichte, nur eben kein absolutes Highlight, wie ich es mir erhofft hatte.

FAZIT:
„Magisterium – Der Schlüssel aus Bronze“ von Cassandra Clare und Holly Black ist eine rund herum stimmige, mitreißende Geschichte, die ihren Vorgängern in nichts nachsteht. Es war wieder rasant, actionreich und voller Überraschungen. Dazu kam der weiterhin sehr düstere, geheimnisvolle und vor allem atmosphärische Schreibstil und der unglaublich grandiose Sprecher. Leider aber gefiel mir Band 2 der Reihe eine Nuance besser. Nichts desto trotz freue ich mich wie ein kleines Kind auf Band 4 der Reihe und kanns kaum erwarten, ihn endlich in ungekürzter Form hören zu können und zum Glück ist es am 28.01.2019 schon soweit. Jedenfalls gibt’s von mir für den dritten Band wohl verdiente und passable 4 von 5 Sternen.