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Patricia_Wolkenspringerin

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Veröffentlicht am 05.10.2020

Das Fuchsmädchen und der Samurai

Im Schatten des Fuchses
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Das Cover

Das Cover ist ein extremer Blickfang und ist eine wunderschöne Bereicherung für jedes Bücherregal. Als ich es in der Buchhandlung gesehen habe, wurden meine Hände magisch davon angezogen. Der ...

Das Cover

Das Cover ist ein extremer Blickfang und ist eine wunderschöne Bereicherung für jedes Bücherregal. Als ich es in der Buchhandlung gesehen habe, wurden meine Hände magisch davon angezogen. Der schwarz-rote Kreis wirkt sowohl warm, dynamisch wie auch düster und mysteriös. Das helle Blau entschärft die Intensität des Kreises und gibt dem Betrachter ein andächtiges Gefühl. Die Atmosphäre von Japan wird in diesem Cover perfekt übermittelt und als Japan-Fan musste ich das Buch sofort starten.

Der Schreibstil

Die ersten zwei Kapitel waren für mich etwas schleppend und mühevoll. Ich bin mir nicht sicher woran es genau gelegen ist, aber ich hatte am Anfang wirklich Schwierigkeiten in die Geschichte rein zu kommen. Ich wurde erst von der Handlung gepackt als sich Yumeko und Tatsumi zum ersten Mal trafen. Ab diesem Zeitpunkt wollte ich unbedingt wissen, was als nächstes geschieht. Ebenfalls wurde der Schreibstil um einiges flüssiger. Ich konnte ab diesem Abschnitt viel leichter in die Geschichte eintauchen und die Welt um mich herum vergessen.

Die Charaktere

Die Hauptcharaktere sind Yumeko und Tatsumi und die Handlung wird abwechselnd aus deren Blickwinkel erzählt.

Yumeko ist eine Waise, die von einem Mönchsorden aufgenommen wurde. Dort versucht sie zu lernen ihre menschliche Hälfte mit der Yokai Hälfte in Einklang zu bringen. Da die beiden Hälften recht unterschiedlich sind und sie auch nicht genau weiß, wer sie genau sein möchte, ist sie noch weit davon entfernt sich selbst zu akzeptieren. Jedoch lernt sie auf ihrer Reise mit Tatsumi nicht nur die Welt und seine Mitmenschen besser kennen, sondern mit kleinen Schritten findet sie zu sich selbst. Sie war mir wirklich sehr sympathisch. Sie ist zwar behütet aufgewachsen und daher etwas naiv, aber sie hat ein Herz aus Gold und nimmt kein Blatt vor dem Mund. Trotz ihrer Yokai-Natur hat sie kein schlechtes Wesen und versucht niemanden mit Yokai-Streichen zu verletzen.

Tatsumi ist ein ausgebildeter Samurai des Schattenclans, der rational und gefühlskalt agiert. Er hat in seinem Leben nie Zärtlichkeit erfahren und wurde von seinem Clan zu einer Waffe gemacht, die nur Befehle ausführt und nichts hinterfragt. Das ändert sich jedoch als er Yumeko kennenlernt. Plötzlich sieht er die Welt mit anderen Augen und hinterfragt zum ersten Mal seine Handlungen. Tatsumi war für mich ein tragischer Charakter, weil er viel mit sich kämpft und im Laufe der Geschichte wird seine komplette Welt auf den Kopf gestellt. Seine innerliche Zerrissenheit wird authentisch beschrieben.

Die Nebencharaktere sind detailliert beschrieben und die Gruppe, die im Laufe der Geschichte mit Tatsumi und Yumeko reist, habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Es war eine chaotische und lustige Gruppe, die mich oft zum Grinsen gebracht hat.

Die Handlung & das Fazit

Am Anfang plätschert die Handlung ereignislos voran und wie bereits erwähnt hatte ich Schwierigkeiten in die Geschichte abzutauchen. Sobald sich Yumeko und Tatsumi treffen nimmt auch die Geschichte aber an Fahrt auf und ein spannendes Ereignis folgt dem nächsten. Sie reisen quer durch das Land und die Beschreibungen ihrer Abendteuer in Japan sind wunderschön und stimmungsvoll.

Ich habe den Fantasyroman trotz anfänglicher Schwierigkeiten genossen und werde definitiv die Folgebänder kaufen.

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Veröffentlicht am 26.08.2020

Emotionsgeladener Auftakt, der Lust nach mehr macht!

Die Verfluchten. Lucius und Lyra
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Der Schreibstil

Luca Jaro hat einen fesselnden und flüssigen Schreibstil. Für ihr Erstlingswerk hat sie eine bildliche Schreibweise, die sowohl dramatische Ereignisse als auch emotionale äußert authentisch ...

Der Schreibstil

Luca Jaro hat einen fesselnden und flüssigen Schreibstil. Für ihr Erstlingswerk hat sie eine bildliche Schreibweise, die sowohl dramatische Ereignisse als auch emotionale äußert authentisch beschreiben kann.

Die Charaktere

Aufgrund des Klappentexts hatte ich mir Lyra ein wenig anders vorgestellt, als sie dann tatsächlich war. Ich dachte eher, dass sie eine starke, selbstbewusste und selbstständige junge Frau sein würde, die bereit ist für ihr Glück zu kämpfen. Jedoch erkannte ich schnell, dass Lyra im Buch ein sehr gebrochener Charakter ist, die durch die Vergangenheit ihren Willen zum Kämpfen stark eingebüßt hat. Sie setzt ihre Kraft nicht ein und rennt von den Kadask mit Tricks davon. Lyra ist seit Jahren auf sich alleine gestellt und hatte seit einem schicksalshaften Tag in ihrem Leben keine Verbündete mehr. Daher sehnt sie sich umso mehr nach Liebe und Akzeptanz. Sie vertraut nur zögerlich und wenn, dann absolut. Sie hat noch einiges zu lernen, da sie zeitweise sehr naiv agiert und ihre Gefühle meist ein großes Durcheinander sind.

Lucius war mir zu Beginn des Buches etwas unsympathisch. Er ist arrogant, selbstgefällig, kaltherzig und engstirnig. Er denkt immer alles besser zu wissen und lässt sich von niemandem zu einer anderen Sichtweise bringen. Lucius ist ein mächtiger Verfluchter, dem niemand durch seine Gabe etwas anhaben kann. Dadurch denkt er, dass er über jedem steht und das zeigt er auch ganz offen. Erst als er zögerlich Gefühle für Lyra entwickelt, zeigt er eine ganz andere Seite von sich. Plötzlich ist er zärtlich, lustig und verwegen. Jedoch ist er stark in die Machenschaften der Kadask verwickelt und spürt eine Verbundenheit zu diesen, die absolut ist. Er lässt sich von seiner Treue nicht abbringen, obwohl die Kadask bei weitem nicht als die Guten bezeichnet werden können. Manchmal wollte ich ihn am liebsten zur Besinnung schütteln, weil seine Liebe für die Kadask, die er oft als Familie bezeichnet, unfassbar blind ist. Ihm ist egal, dass Lyra unter den Kadask leidet, immerhin verfolgen die Kadask ein großes Ziel, dass wichtiger ist als seine Liebe zu Lyra. Diese Einstellung war für mich sehr frustrierend.

Im Laufe des Buches lernt man immer mehr über die Verfluchten kennen, die für die Kadask tätig sind. Für den Leser ist das kein freundliches Zusammentreffen. Die Kadask denken, dass sie die absolute Macht über die Menschen innehaben und jeder, der nützliche Kräfte hat, wird in ihrem Kreis aufgenommen, ob dieser will oder nicht. Bis jetzt war kein Verbündeter der Kadask sympathisch, sondern im Leser wecken sie durch ihr arrogantes Verhalten eine starke Abneigung. Die Autorin schafft es daher ausgezeichnet, die Gefühle der Leser hoch schaukeln zu lassen, sodass man sofort für Lyra am liebsten Partei ergreifen möchte um sie vor allem zu schützen.

Die Handlung & das Fazit

Die Flucht von Lyra vor den Kadask ist kurz und brutal. Schnell haben diese sie überwältigt, was mich etwas gestört hat, da sie ja seit Wochen vor ihnen flieht und dann begeht Lyra einen Fehler nach dem anderen und lässt sich dadurch schnappen.

Lyras Gefühle konnte ich in dem Buch sehr gut nachvollziehen, ganz anders als bei Lucius. Einige ihrer Handlungen waren zwar unreif und nicht gut durchdacht, aber man merkt, dass sie noch viel lernen wird auf dieser schweren Reise und dies Schritt für Schritt passieren wird.

Nach ¾ des Buches nimmt die Geschichte an Fahrt auf und man erfährt viel mehr über Lyra, wie auch über die Kadask. Es baut sich eine unglaubliche Spannung auf, die einem bis zum Schluss fest umklammert. Das Finale des Buches ist wie eine Explosion und das offene Ende lässt einem sehnsuchtsvoll wartend nach dem zweiten Teil zurück.

Ich habe die Hoffnung, dass Lyra charakterlich um einiges stärker wird, als im ersten Teil, da sie in diesem Buch sehr oft von allen verschiedenen Seiten als Punchingball verwendet wird. Ich hoffe sie wird gerissener und kann den anderen beweisen, dass sie nicht nur eine Schachfigur ist, die von anderen benutzt werden kann. Lyra hat so viel Potenzial und ich hoffe stark, dass dieses im zweiten Teil auch genutzt wird. Ebenfalls hoffe ich, dass Lucius mehr Menschlichkeit zeigt als bisher und endlich zu Lyra steht.

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Veröffentlicht am 02.07.2020

Ein sexy, mürrischer Kommissar und eine starke, liebevolle Heldin

Blind Date – Tödliche Verführung
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Blind Date – Tödliche Verführung ist ein packender Thriller mit einem wirklich spannenden Konzept: Was ist, wenn man Blind Dates mit drei verschiedenen Männern hat und einer sich als kaltblütiger Serienmörder ...

Blind Date – Tödliche Verführung ist ein packender Thriller mit einem wirklich spannenden Konzept: Was ist, wenn man Blind Dates mit drei verschiedenen Männern hat und einer sich als kaltblütiger Serienmörder entpuppt?

Ich liebe Thriller, die einem atemlos machen und man das Buch am liebsten sofort auslesen möchte, weil diese gewisse Spannung einem packt. Wenn dann auch noch die Hauptcharaktere zerrissen sind, Ecken und Kanten haben und ein gewisser Sexappeal mitspielt, dann hat man meine Begeisterung sicher. All diese Kriterien konnte Blind Date von Becca Foster leider nicht erfüllen.

Das Cover mit den Rosenblättern ist wunderschön und es war auch eines der Gründe, warum ich es in die Hand genommen habe.

Die Handlung ist vorhersehbar und es gibt bis zum Schluss keine einzige schockierende Wendung, die man meiner Meinung nach aber sehr wohl hätte einbauen können. Die Handlung hat enorm viel Potenzial, das leider nicht genutzt worden ist.
Der Spannungsaufbau ist gut und konstant, da sich dieser bis zum Schluss halten konnte. Becca Fosters Schreibstil ist flüssig, da sich die Seiten wie von selbst lesen. Jedoch hatte ich das Gefühl, dass man als Leser sofort in die Hauptgeschichte hinein geworfen wird, ohne vorher die Chance zu bekommen die Hauptprotagonisten und das Setting näher kennenzulernen. Denn schon nach den ersten 5 Seiten ist Hartley bereits auf dem Weg zu ihrem ersten Blind Date.

Ich hätte mir hier viel mehr Details aus Hartleys Leben gewünscht, wie zum Beispiel was sie charakterlich ausmacht, was liebt/hasst sie, hat sie Familie, woher kennt sie ihre beste Freundin Taylor, etc. Kleinigkeiten, die dem Leser helfen eine Bindung zum Charakter aufzubauen, als auch sich mit diesen besser identifizieren zu können. Manche Dinge wurden erst in der Mitte des Buches geklärt, andere wiederum nie. Mir hat einfach der charakterliche Tiefgang gefehlt und dies umfasst nicht nur Hartleys Charakter, sondern alle die in diesem Buch vorkommende.

Hartley ist ein liebevoller, frecher Charakter, die ihren Mann verloren hat. Jedoch hat sie sich niemals davon unterkriegen lassen, obwohl sie dieser Verlust noch immer sehr schmerzt. Sie ist stark und arbeitet immerzu an sich selbst. Sie gibt anderen Menschen so viel und das bewundere ich an ihr. Sie war mir von der ersten Seite an sympathisch und daher fand ich es schade, dass man als Leser nicht mehr von ihr kennenlernen konnte.

Kommissar Ace war von allen Charakteren mein Favorit. Er hatte Ecken und Kanten, war mürrisch, sexy und sanftmütig. Gerne hätte ich noch viel mehr von ihm gelesen, da er für mich sehr interessant war.

Die Freundschaft zwischen Hartley und Taylor hat mir richtig gut gefallen, da sie sehr innig ist und mich Taylor ein wenig an meine beste Freundin erinnert hat.

Dieser Thriller ist für jeden, der einen spannenden Lesestoff für einige kurzweilige Stunden sucht ohne große Erwartungen zu haben.

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Veröffentlicht am 13.06.2020

Eine leichte Sommerlektüre ohne Tiefgang

Wer Ja sagt, muss sich wirklich trauen
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Ich habe damals die 1. Auflage erwischt mit dem Cover, das mir um einiges besser gefällt als die Darstellung der Braut in der aktuellen Ausgabe. Auf dem ursprünglichen Cover war eine Dame im farbigen Sommerkleid ...

Ich habe damals die 1. Auflage erwischt mit dem Cover, das mir um einiges besser gefällt als die Darstellung der Braut in der aktuellen Ausgabe. Auf dem ursprünglichen Cover war eine Dame im farbigen Sommerkleid abgebildet, die ihre Beine mit den Armen sanft umschlungen hat, hinter sich die grüne Weite der Natur. Dieses Cover hat mich dermaßen angesprochen und es passt auch perfekt zum Inhalt. Ich bin echt froh, dass ich dieses Cover noch erwischt habe.

Wer Susan Elizabeth Philipps kennt, weiß was einen bei ihrem Schreibstil erwartet. Sofort ist man in die Geschichte involviert und die Charaktere haben Ecken und Kanten. Nicht nur wird die Geschichte der Hauptprotagonisten beschrieben, sondern auch hier gibt es wieder eine Nebengeschichte.

Bei der Handlung geht es um die Fortsetzung zum Band „Der schönste Fehler meines Lebens“, welcher die Geschichte des Bräutigams erzählt, der von Lucy sitzen gelassen wurde und der auf der Suche nach seinem eigenen Happy End ist. Um die Geschichte von Lucy besser nachvollziehen zu können, würde ich empfehlen diesen Teil zuerst zu lesen, bevor man „Wer ja sagt, muss sich wirklich trauen“ liest.

Alle Charaktere – also Lucy, ihre beste Freundin Meg und Lucys Ex-Bräutigam Ted – sind die Kinder von Charakteren, die bereits von Susan Elizabeth Philipps ihr eigenes Buch bekommen haben.

Lucys Eltern: Wer will schon einen Traummann

Teds Eltern: Komm und Küss mich!

Megs Eltern: Kein Mann für eine Nacht

Dadurch, dass ich die Geschichte der Eltern bereits gelesen und geliebt habe, hatte ich sehr hohe Erwartungen an „Der schönste Fehler meines Lebens“ und „Wer ja sagt, muss sich wirklich trauen“. Leider wurden meine hohen Erwartungen nicht erfüllt, da ich mit den Hauptcharakteren nicht zu 100% warm geworden bin. Teilweise waren ihre Entscheidungen für mich total unlogisch und bei den Haaren herbei gezogen.

Lucy hat alles daran gesetzt das perfekte Mädchen gegenüber der Öffentlichkeit, die perfekte Tochter für ihre Eltern und die perfekte Schwester zu sein. Dabei hat sie sich total aufgegeben, nie eine Kindheit erlebt, nie eine rebellische Phase überwinden müssen. Sie war quasi seitdem sie 14 Jahre alt war eine Erwachsene. Tief in sich fühlt sie, dass sie mit Ted nicht glücklich werden kann, weil sie auch hier die perfekte Frau spielen müsste. Wozu sie keine Kraft mehr hat und deshalb mit wehenden Fahnen bei ihrer Hochzeit flieht. Alles was sie nie erlebt hat, möchte sie nun nachholen.

Panda ist zuerst sehr geheimnisvoll. Bei der ersten Hälfte des Buches wird seine schwere Kindheit ganz kurz angeschnitten. Er ist oft angespannt und sehr verschlossen Lucy gegenüber.

Dadurch, dass am Beginn nur kurz und irgendwie recht überflogen auf Panda eingegangen wird, vergisst man seine Vergangenheit durch die Handlungsverläufe schnell wieder und kann manche Reaktionen von ihm gar nicht nachvollziehen. Überhaupt warum er gegenüber Lucy so geheimnisvoll tut und bei jedem anderen nicht.

Lucys Gefühle und Standpunkte werden so stark vertreten, dass Panda total außen vor gelassen wird. Obwohl er ein Hauptprotagonist ist und Lucys Gedanken oft um ihn herum kreisen, ist er trotzdem nicht sehr präsent für mich gewesen. Mir haben seine Gedanken und Gefühle stark gefehlt. Erst zum Ende hin kommt er – endlich – zu Wort und kann seine Geschichte erklären.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich die Nebencharaktere spannender und um einiges mehr ins Herz geschlossen habe, als die Hauptprotagonisten. Teilweise habe ich nur darauf gewartet, dass deren Geschichte endlich wieder angeschnitten wird, weil ich es mit Lucy manchmal nicht mehr ausgehalten habe. Das war für mich sehr schade, weil ich Lucy bei „Wer will schon einen Traummann“ bereits als Kind kennenlernen durfte und damals in mein Herz geschlossen hatte.

Bis zum Ende hin entwickelt sich die Beziehung zwischen Panda und Lucy weder nach vor, noch zurück. Erst zu Ende hin öffnen sie sich vollkommen dem anderen gegenüber, was für mich als Leser zu spät war.

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Veröffentlicht am 05.01.2021

Meine Erwartungen wurden leider nicht erfüllt

Celestial City - Akademie der Engel
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Das Cover
Der wunderschöne weiß-violette Hintergrund mit dem starken Kontrast zu den schwarzen Engelsflügeln ist wunderschön und atemberaubend. Celestial City 1 besitzt ein Cover, welches mich seit langem ...

Das Cover
Der wunderschöne weiß-violette Hintergrund mit dem starken Kontrast zu den schwarzen Engelsflügeln ist wunderschön und atemberaubend. Celestial City 1 besitzt ein Cover, welches mich seit langem wirklich begeistert. Nicht nur ist es ein unglaublicher Blickfang, sondern es passt perfekt zur Hauptprotagonistin und ihrem Gefühlsleben. Diese zu Boden gerichtete Haltung strotzt nur so von Selbstzweifel und auch Selbsthass.

Der Schreibstil
Leia Stone hat zu Beginn der Handlung wirklich einen überzeugenden Schreibstil. Die Gefühle kamen zwar nicht wirklich authentisch rüber, weil etwaige Gefühlsausbrüche wie aus dem Nichts auftauchten, aber die Handlung und die Umgebung wurden wunderschön und eindrücklich beschrieben. Ab der Hälfte jedoch war ich vom Schreibstil richtig enttäuscht, denn plötzlich wurde er richtig plump und brüchig. Die Aussagen mancher Charaktere passten überhaupt nicht mehr zu ihnen, wie auch ihrem Verhalten. Ihnen wurden charakterliche Merkmale gegeben, die sie gar nicht gezeigt haben. Teilweise konnte ich nur mehr den Kopf schütteln, weil ich nicht verstehen konnte, was ab der Hälfte mit dem Schreibstil der Autorin passiert ist.

Die Charaktere
Die Charaktere an sich hatten irre viel Potenzial und wurden interessant beschrieben, jedoch war ihr Verhalten überhaupt nicht konsistent und überzeugend.
Brielle war zu Beginn der Handlung eine total taffe und selbstbewusste Frau, die sich von nichts und niemanden unterkriegen lies. Plötzlich - aus mir unerklärlichen Gründen - verhielt sie sich, als sie an die Fallen Academy kam, wie eine Männer-ansabbernde, gezwungen großspurige 16-jährige, obwohl sie 18 Jahre alt ist! Ich war richtig baff von ihrem kindlichen, naiven Getue, welches überhaupt nicht zu einer angehenden Erwachsenen passt. Es war wirklich zum Haare raufen, weil die kompletten anfänglichen Charakterzüge verworfen bzw. komplett überzeichnet wurden.
Lincoln hatte genauso viel Potenzial wie Brielle, was leider überhaupt nicht genutzt wurde. Seine charakterliche Entwicklung war überhaupt nicht überzeugend, sondern lächerlich. Nichts hat hier Sinn gemacht und das hat mich wirklich enttäuscht.
Die Nebencharaktere waren wenigstens die einzigen, die einigermaßen konstant in ihrem charakterlichen Verhalten waren.

Die Handlung
Die Handlung und die Gegebenheiten vom Krieg, die Frage nach Gott und Versklavung der Menschen durch die Dämonen haben mir wiederum sehr gut gefallen und konnten mich überzeugen. Die Welt, die Leia Stone erschaffen hat, ist außergewöhnlich und interessant. Sie greift einige Themen auf, die wirklich zum Nachdenken anregen, umso ärgerlicher war dann für mich die Inkonsistenz der Charaktere.
Auch die Gegebenheiten an der Schule waren seltsam. Zuerst wurde Brielle vor dem extremen Mobbing an der Fallen Academy gewarnt und dann gibt es genau eine einzige(!) Person, die es auf sie abgesehen hat und auch nur, weil diese ebenfalls Lincoln als Schwarm hat. Keiner der Schüler hatte ein Problem mit ihren schwarzen Flügeln, was doch sehr verwirrend ist, denn immerhin ist das nicht normal in ihrer Welt, sondern kann gut und gerne als Bedrohung eingestuft werden. Irgendwie war das für mich extrem realitätsfern.

Das Fazit
Das Cover und das Potenzial der Handlung konnten mich einigermaßen überzeugen, deshalb gebe ich dem Buch drei Sterne, obwohl es wirklich hart an der Grenze zu zwei Sternen liegt. Ich werde mir den zweiten Band kaufen, weil ich hoffe, dass dieser um einiges besser sein wird als der erste Teil. Ich bin jedoch sehr enttäuscht, da das Buch meine Erwartungen wirklich nicht erfüllen konnte.

Das beste Zitat
„Ich war im Begriff, dem schuleigenen Oberarmleuchter hoffnungslos zu verfallen. Nur war er womöglich kein solcher Armleuchter. War er vielleicht nie gewesen.“ Buch Seite 194

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