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Veröffentlicht am 21.10.2021

Wo beginnt Sexismus?

Die Party
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"Die Party" (2021) ist ein Roman von Ulrike Haidacher, der von einer jungen Frau erzählt, die sich ungewollt auf einer schrägen Party wiederfindet, gefangen in einer Spirale, in der sich Sexismus, Rassismus ...

"Die Party" (2021) ist ein Roman von Ulrike Haidacher, der von einer jungen Frau erzählt, die sich ungewollt auf einer schrägen Party wiederfindet, gefangen in einer Spirale, in der sich Sexismus, Rassismus und Abwertung immer weiter zuspitzen.

Zum Inhalt:
Die Protagonistin, die mit ihrem einfachen Job als Softeisverkäuferin recht zufrieden ist, wird von einem Theater-Regisseur auf eine Party eingeladen. Eigentlich ist sie auf dem Weg zu ihrer Schwester, um sich mit ihren familiären Problemen auseinanderzusetzen, als sie ungewollt doch auf dieser Party landet. Neben dem eingebildeten und egozentrischen Künstler finden sich hier weitere schräge Figuren wie die selbsternannte Powerfrau und das traditionsverbundene Weltverbesserer-Pärchen. Nach und nach zeigen sie ihre unter dem Deckmantel der Aufgeschlossenheit verborgenen Ansichten.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist interessant und ungewöhnlich, aber trotzdem flüssig zu lesen. Gedanken, Gesagtes und Geschehen werden in einem Satz zusammengezogen und in der Ich-Perspektive der Protagonistin erzählt. Dadurch bekommt man das Gefühl sehr nah am Geschehen zu sein und es mit der Protagonistin zusammen zu erleben. Auch die österreichische Umgangssprache, in der die Geschichte geschrieben ist, trägt dazu bei.
Im Umfeld einer Party mit sehr unterschiedlichen Figuren wird die tiefe Verwurzelung von Sexismus, Rassismus und anderen gesellschaftlichen Themen unter dem Deckmantel vermeintlicher Toleranz dargestellt.

Ich konnte für mich leider nichts Neues in der Geschichte entdecken. Wer sich mit den Themen bisher noch nicht so kritisch auseinandergesetzt hat, für den könnte der Roman durchaus interessant sein. Bei den Partygästen hätte ich mir eher einen Querschnitt durch die Bevölkerung gewünscht, als die doch sehr speziellen Figuren, um das Ausmaß der Problematik besser darzustellen. Mir hat der ausgefallene Schreibstil gut gefallen, da er aber sehr speziell ist, rate ich zu einem Blick in die Leseprobe.

Fazit: Eine ausgefallene Herangehensweise an gesellschaftliche Reizthemen, vor allem an das Thema Sexismus, die sich liest wie geschriebenes Kabarett, aber leider nicht viel Neues zu bieten hat.

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Veröffentlicht am 11.10.2021

Unter Rittern

KNIGHTS - Ein gefährliches Vermächtnis
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"Knights – Ein gefährliches Vermächtnis" (2021) ist ein Urban-Fantasy-Roman für Jugendliche ab 14 Jahren und Auftakt einer Trilogie von Lena Kiefer. Erzählt wird die Geschichte von Charlotte und ihrer ...

"Knights – Ein gefährliches Vermächtnis" (2021) ist ein Urban-Fantasy-Roman für Jugendliche ab 14 Jahren und Auftakt einer Trilogie von Lena Kiefer. Erzählt wird die Geschichte von Charlotte und ihrer Verbindung zu der Organisation KORT, den Nachfahren der Ritter der Tafelrunde.

Zum Inhalt:
Charlotte hat sich jahrelang vor KORT versteckt und ihre spezielle Gabe geheim gehalten. Als sie plötzlich verfolgt wird, bieten ihr ausgerechnet die Nachfahren der Ritter der Tafelrunde Sicherheit. Trotz ihres Misstrauens muss sie sich mit ihnen verbünden. Und dann entwickeln sich auch noch zwischen ihr und Noel, dem Lancelot-Erben, unerwartete Gefühle. Aber diese Liebe birgt auch einen Fluch und konfrontiert sie mit einem mächtigen Gegner.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist flüssig, angenehm zu lesen und altersgerecht. Kampf- und Liebesszenen werden eher dezent geschildert. Durch einen Prolog zum Einstieg und guten Erklärungen zu den Hintergründen der Nachfahren der Tafelrunde wird man gut in die Geschichte eingeführt. Leider wird die inhaltlich durchaus interessante und spannende Geschichte durch Aneinanderreihungen, Wiederholungen und Erwähnung von völlig unbedeutende Nebensächlichkeiten an vielen Stellen langweilig erzählt.
Die Geschichte wird größtenteils aus Charlottes Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in ihre Gefühle und Gedanken. Ihr Leben und ihre Vorgeschichte werden ebenfalls eindrücklich geschildert. Die anderen Charaktere bleiben leider eher blass.

Die Idee der Weiterentwicklung der Artus-Sage in der heutigen Zeit finde ich sehr interessant. Inhaltlich ist die Geschichte auch spannend aufgebaut und konnte mich überzeugen. Aber die Ausarbeitung bleibt mir teilweise zu flach, um mich wirklich mitzureißen.

Fazit: Eine tolle, interessante und spannende Weiterentwicklung der Geschichte der Ritter der Tafelrunde in der heutigen Zeit, die leider in der Umsetzung nicht völlig überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 30.09.2021

Die Wahrheit hinter dem Unerklärlichen

The Stranger Times
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"The Stranger Times" (2021) ist ein Urban-Fantasy-Roman und der Auftakt einer Trilogie von C. K. McDonnell, der die Wahrheit hinter den unerklärlichen Berichten der Wochenzeitung „The Stranger Times“ enthüllt.

Zum ...

"The Stranger Times" (2021) ist ein Urban-Fantasy-Roman und der Auftakt einer Trilogie von C. K. McDonnell, der die Wahrheit hinter den unerklärlichen Berichten der Wochenzeitung „The Stranger Times“ enthüllt.

Zum Inhalt:
Die Protagonistin Hannah will ihr altes Leben hinter sich lassen und nimmt einen Job bei der Wochenzeitung „The Stranger Times“ an. Anfangs ahnt sie nicht, wie sehr sich ihr Leben ändern wird, doch schon bald taucht sie zusammen mit den anderen Mitarbeitern der Zeitung in einen verborgenen und magischen Teil der Welt ein.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Gemeinsam mit Hannah bricht man in ihr neues Leben und ihren neuen Job auf, was den Einstieg sehr leicht macht. Die Geschichte wird immer wieder durch lustige Beschreibungen und Zeitungsartikel aus „The Stranger Times“ aufgelockert.
Die Charaktere und Situationen sind ausführlich beschrieben, wodurch man die Geschichte gut miterleben kann. Auch gibt es immer wieder Überraschungen und Wendungen, weshalb es bis zum Ende spannend bleibt.

Die abenteuerliche, spannende und magische Urban-Fantasy-Geschichte rund um „The Stranger Times“ hat mir gut gefallen und ich hatte viel Spaß beim Lesen. Anhand der Buchbeschreibung hatte ich mir mehr ausgefallene, neue Ideen erhofft.

Fazit: Eine spannende, abenteuerliche und magische Reise mit einer etwas „anderen“ Zeitung in den etwas „anderen“ Teil der Welt. Strange!

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Veröffentlicht am 23.09.2021

Geld verdirbt den Charakter

Das Hochzeitsgeschenk
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"Das Hochzeitsgeschenk" (2013) ist ein Roman von Franz Bartelt, der von der Liebe zwischen Majésu Monroe und Noème Parker erzählt, die in einfachen Verhältnissen beginnt und nach einer Erbschaft im Streit ...

"Das Hochzeitsgeschenk" (2013) ist ein Roman von Franz Bartelt, der von der Liebe zwischen Majésu Monroe und Noème Parker erzählt, die in einfachen Verhältnissen beginnt und nach einer Erbschaft im Streit um Geld endet.

Zum Inhalt:
Der Kuriositätenhändler Majésu und die Klassenkämpferin Noème teilen nicht nur ihre Verachtung für die Reichen, sondern bald auch Tisch und Bett. Kurz nach der Hochzeit sterben Noèmes Eltern und hinterlassen ihr eine enorme Erbschaft, durch die die früheren kommunistischen Ideen schnell von Geldgier und Egoismus abgelöst werden. Für Liebe ist da kein Platz mehr und zwischen Noème und Majésu entbrennt ein irrwitziger Ehekrieg.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist flüssig, anspruchsvoll und ausladend, aber durchaus angenehm zu lesen. Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive aus Sicht von Majésu geschrieben und seine Gedanken sind teilweise sehr lustig formuliert. Inhaltliche und stilistische Übertreibungen werden gekonnt als Stilmittel eingesetzt.
Die Charaktere sind sehr gut aufgebaut, vor allem Majésu, der sich selbst und sein Leben eingehend beschreibt. Noème wird bei ihrem Wandel von der Klassenkämpferin zur reichen, kapitalistischen Erbin sehr gut dargestellt.

Ich hatte Spaß beim Lesen dieser skurrilen Liebesgeschichte, die voller Absurditäten und Übertreibungen steckt, und auf lustige und kluge Weise die Beziehung zwischen Menschen, Geld und Kapitalismus beschreibt.

Fazit: Ein großer Spaß für alle, die gerne schräge und skurrile Geschichten voller Übertreibungen und Irrsinn lesen.

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Veröffentlicht am 18.09.2021

Im Netz der Daten

K.I.
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"K.I." (2019) ist ein Sciencefiction-Thriller, oder auch Techno-Thriller, von Christian J. Meier. Die Ärztin Jette Blomberg und der KI-Experte Patrick Reinerts müssen sich einer großen Gefahr stellen, ...

"K.I." (2019) ist ein Sciencefiction-Thriller, oder auch Techno-Thriller, von Christian J. Meier. Die Ärztin Jette Blomberg und der KI-Experte Patrick Reinerts müssen sich einer großen Gefahr stellen, die der Welt durch die digitale Vernetzung droht.

Zum Inhalt:
In der nahen Zukunft, im Jahr 2031, erkennt die Onkologin Jette Blomberg Unregelmäßigkeiten in der von künstlicher Intelligenz gesteuerten medizinischen Behandlung, die sich in den Händen des im Westen herrschenden Cloud-Konzerns Gaia befindet. Gemeinsam mit dem KI-Experten Patrick Reinerts und seiner Prognose-KI Laplace, die eine drohende digitale Apokalypse prognostiziert, begibt sie sich auf die Suche nach den Hintergründen und Verantwortlichen.

Persönliche Einschätzung:
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Erklärungen rund um künstliche Intelligenz sind gut in die Geschichte eingebaut und verständlich. Die Handlung ist in mehrere Erzählstränge aufgeteilt, die sich nach und nach zusammenfügen. Dadurch fällt es etwas schwer in die Geschichte einzusteigen und sich zurechtzufinden.
Der beschriebene allumfassende Einsatz von künstlicher Intelligenz und die Machtübernahme und Manipulation der Menschen, die damit einhergehen, basieren auf heute schon erkennbaren Entwicklungen. Die Notwendigkeit des Abwägens von Chancen und Risiken und die Gegenüberstellung von Freiheit und Bequemlichkeit wird durch die Geschichte sehr gut dargestellt.

Der Autor hat ein faszinierendes und erschreckendes Szenario für die nahe Zukunft entworfen, das mich beeindruckt und nachdenklich gemacht hat. Wie viel von unserer Freiheit haben wir schon unbewusst geopfert? Und wo sollten wir die Grenze ziehen?

Fazit: Ein spannender Sciencefiction-Thriller über die Gefahren, die künstliche Intelligenz mit sich bringen kann, und eine Anregung zum Nachdenken über die fortschreitende Digitalisierung.

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