Eine packende, stürmische Flut.
The Sea Spinner (Wind Weaver 2)– Es gibt einige Reihen, die vom Fluch des zweiten Buches betroffen sind, doch diese Geschichte hat mir sogar noch besser gefallen als Band 1. –
Der Schreibstil und das Worldbuilding waren einfach wieder ...
– Es gibt einige Reihen, die vom Fluch des zweiten Buches betroffen sind, doch diese Geschichte hat mir sogar noch besser gefallen als Band 1. –
Der Schreibstil und das Worldbuilding waren einfach wieder grandios. Wie die Inselstadt Hylios mit den vielen Zitrusbäumen, Kanälen und dem schwimmenden Markt beschrieben wurde, war einfach traumhaft schön. Die Geschichte ist deutlich ruhiger am Anfang, da sie sich sehr um die Charakterentwicklung dreht, aber genau das hat die Figuren nochmal so viel greifbarer und authentischer gemacht. Im ersten Band war die Stelle mit den Riesen-Tausendfüßlern eine meiner liebsten. Auch hier gibt es wieder einige neue Kreaturen, die einem die Haare zu Berge stehen lassen.
Was einem sofort auffällt, ist, wie sehr Rhya die Fyrenacht plagt. Sie versucht, so gut es geht, den Bewohnern mit ihrem Heilwissen zu helfen. Gerade in dieser schweren Zeit bräuchte sie selbst jemanden, der ihr zur Seite steht, aber Pen schirmt sich immer weiter ab bei dem Versuch, alles wieder geradezurücken. Viele Glaubenssätze haben sich in ihren Kopf eingenistet, wenn es um ihre Fähigkeiten geht. Doch sie spürt, dass Pens Ansatz für sie nicht die Lösung sein kann. Gemeinsam mit Soren versucht sie endlich, keine Angst mehr vor ihrer Macht zu haben. Was mir wirklich gefallen hat, war, dass man das Erlernen und Beherrschen von Rhyas Fähigkeiten auch wirklich miterleben konnte. In vielen Fantasy-Büchern können die Protagonisten einfach alles gleich, ohne wirklich dafür etwas machen zu müssen. Das war hier definitiv nicht der Fall. Auch wenn sie natürlich etwas Unterstützung von Soren bekommen hat, musste sie sich trotzdem vieles selbst erkämpfen.
Soren… Ich muss mich wirklich zwingen, mich kurz zu halten, denn ich könnte viel zu lange über diesen Mann schreiben. Ich war schon im ersten Teil Team Soren, und meine Liebe zu ihm und den beiden hat sich nur noch vertieft. Ich habe die neckenden Dialoge der beiden so geliebt und teilweise beim Lesen mit den Füßen gekickt wie ein verliebter Teeny, haha. Ich habe das wirklich selten, dass mich das Knistern zwischen zwei Figuren so mitreißt. Schon im ersten Buch hatte er das, was mir bei Pendefyre gefehlt hat … Er sieht Rhya als ebenbürtig und traut ihr ihre Kräfte zu, anstatt sie kontrollieren zu wollen.
Pendefyre hat es mir wieder nicht leicht gemacht. Stellenweise wollte ich am liebsten die imaginäre Wand durchbrechen und ihn mal kräftig schütteln. Wie schon aus dem ersten Teil bekannt, kämpft er noch immer damit, Rhya ihre eigenen Entscheidungen treffen zu lassen und sie nicht dauerhaft beschützen und verstecken zu wollen. Seine innere Zerrissenheit ist so spürbar und es wurde auch erklärt, warum er sich so verschließt. Es ist irgendwie auch nachvollziehbar. Trotzdem lösten manche seiner Sprüche bei mir eine Abneigung ihm gegenüber aus. Auch wenn er natürlich auch gute Eigenschaften hat.
Die Nebencharaktere haben einfach mein ganzes Herz. Durch sie ist die Reise so viel emotionaler geworden. Die Found Family aus Farley, Jac, Mabon, Cadogan und Carys bekommt aber noch Zuwachs. Einige der neuen Charaktere waren einfach zum Knuddeln. Besonders Vaughn hat es mir angetan. Was mir auch sehr gefallen hat, war die diverse Repräsentation der Figuren, denn es gab auch eine stumme Nebenprotagonistin, weshalb auch Zeichensprache in der Geschichte eine Rolle spielt.
In den letzten Kapiteln nimmt die Spannung noch einmal extrem zu und wird düster. Das Ende ist einfach absolut böse. Es bleibt so vieles offen und bei manchen Figuren weiß man wirklich nicht, wie es ihnen im nächsten Band ergehen wird.
Fazit: Nach diesem Buch ist mir klar, dass diese Reihe einen großen Platz in meinem Herzen hat. Wer Found Family liebt, wird mit den liebenswerten Nebencharakteren eine Freude haben. Dieser Band ist zwar nicht so kampflastig, aber trotzdem gibt es genug spannende Momente für meinen Geschmack. Die knisternde Romanze war für mich das Highlight. Rhya lernt viel Wichtiges über sich selbst und ihre Kräfte kennen, und so wie das Buch aufgebaut worden ist, habe ich das Gefühl, dass der letzte Band richtig episch werden wird. Ich kann und will gar nicht mehr länger warten, das nächste Buch lesen zu können.