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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

Spannender Schauplatz, beklemmende Stimmung

Das Gehöft
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Lara zieht mit Freunden und ihrem autistischen Bruder auf eine abgelegene Hallig, die nur mit einem Boot erreichbar ist und keine sichere Kommunikation mit der restlichen Welt zulässt. Eigentlich sollten ...

Lara zieht mit Freunden und ihrem autistischen Bruder auf eine abgelegene Hallig, die nur mit einem Boot erreichbar ist und keine sichere Kommunikation mit der restlichen Welt zulässt. Eigentlich sollten sie alleine sein und die Natur genießen, doch als ihr Bruder Malte verschwindet kippt die Stimmung. Sind sie wirklich allein? Lara beschleicht ein ungutes Gefühl, auch fängt sie an, an ihrer Liebe mit Henry zu zweifeln, der sich von der Gruppe zurück zieht. Bange Tage stehen an, denn ein Sturm bricht los auf verschiedenen Ebenen.
Mich hat die Stimmung in diesem Thriller direkt mitgerissen und wie die immer wieder aufkommenden Unwetter, gehen die Verdächtigungen mal in diese, mal in jene Richtung. Ich fühle den Zwiespalt in Laras Brust, deren Welt mit der Hallig unterzugehen droht. Die Spannung kann sich lange halten, trotz der begrenzten Personenzahl und Versteckmöglichkeiten, teilweise zweifelt man auch an Laras Wahrnehmung. Der Thriller hat mich gut unterhalten, dennoch gibt es auch ein paar Stolpersteine, die mich beim Lesen gestört haben, die mir nicht realistisch erschienen. Natürlich handelt es sich hier um eine Fiktion, dennoch möchte ich keine Wendungen hinterfragen müssen, auch wenn so neue Möglichkeiten entstehen. Aber das große Finale versöhnt mit den kleinen Schwächemomenten, wie der Naivität der Gruppe, relativ unvorbereitet von der Stadt raus in die Einsamkeit zu ziehen.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2026

Spannend aber zum Mitdenken

Untergang - Jensen und Sander ermitteln
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Das Cover und den Gedanken, dass es um eine teils wahre Begebenheit geht, haben mein Interesse geweckt. Leider habe ich erst später erkannt, dass dies das 6. Buch einer Reihe ist und ich musste erst mit ...

Das Cover und den Gedanken, dass es um eine teils wahre Begebenheit geht, haben mein Interesse geweckt. Leider habe ich erst später erkannt, dass dies das 6. Buch einer Reihe ist und ich musste erst mit den Charakteren warm werden. Auch tauchen zu Beginn viele Namen und Fakten auf, die mir beim Lesen etwas Probleme gemacht haben. Aber ich habe auch im Inhalt gemerkt, wie viel Mühe sich Steffen Jacobsen mit seiner Recherche zu dem Unglück der MS Estonia gemacht hat.

Michael Sander und Lene Jensen, sind ein Paar mit Ecken und Kanten, die aktuell Probleme in der Beziehung haben, wobei dies wohl öfter vorkommt. Beide werden in ein Attentat verwickelt, aber in unterschiedlicher Weise und geraten dadurch in eine Zwickmühle, der eine wird zum Gejagten, während die andere schwankt zwischen ihrer Karriere als Leitende Beamtin und dem Schutz ihrer Familie. Wie kommen beide nur wieder aus dieser misslichen Lage und was spielt das Unglück der MS Estonia für eine Rolle?

Der Thriller konnte mich leider nicht komplett überzeugen, im ersten Drittel kam für mich nicht genügend Spannung auf. Ich bewundere die gute Faktenlage und die ganzen Zusammenhänge der verschiedenen Geheimdienste, aber es las sich für mich zu trocken, als sei es ein Bericht. Irgendwann kam dann die Verschwörungsfiktion dazu und es wurde allmählich flüssiger und actionreicher. Aber vor allem der spannende und skrupellose Schluss im letzten Drittel/Viertel haben mit dem Anfang versöhnt, auch wenn bei mir noch Fragen offen blieben. Vielleicht hätte ich besser in den Thriller gefunden, wenn ich die vorigen Bücher gekannt hätte oder auch die Frage, wieso es heißt "Jensen und Sander ermitteln" würde sich vielleicht aufklären, denn auch wenn Lene Jensen hier ermitteln sollte, ist es doch fast ausschließlich Michael Sander der den Thriller trägt und Lene gerät nach dem holprigen Start mehr in den Hintergrund des Geschehens und betreibt Schadensbegrenzung statt zu ermitteln.
Für mich ein solider Thriller mit Startschwierigkeiten und Längen, aber mit rasantem Schluss.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Grandioser Start, schwaches Ende

Doppelspiel
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Tom Borg, ein durchaus erfolgreicher Autor steckt in der Krise. Nach seinen vorigen Erfolgen und der Verfilmung seiner grandiosen Buchreihe möchte er in etwas neues starten und lässt dafür sogar seinen ...

Tom Borg, ein durchaus erfolgreicher Autor steckt in der Krise. Nach seinen vorigen Erfolgen und der Verfilmung seiner grandiosen Buchreihe möchte er in etwas neues starten und lässt dafür sogar seinen beliebten Hauptcharakter Nic Castillo sterben. Doch schon nach dem ersten Kapitel erfasst ihn eine Schreibblockade und beim Versuch neue Ideen zu finden, wird er in einen realen Mord verwickelt, der erschreckend dem Szenario seines Manuskripts ähnelt. Eine verwirrende und abstruse Jagt beginnt.

War ich vom Cover und den ersten Kapiteln noch gefesselt, so wurde ich nach dem Mord einer erotischen Tänzerin doch um so mehr enttäuscht. Gerne hätte ich ja so spannend weitergelesen, aber im Verlauf der Geschichte wurde nur alles immer klischeehafter und verworrener. Leider nicht auf überraschende Weise mit tollen Wendungen, sondern nach dem Motto viel hilft viel, aber manchmal ist eben weniger auch mehr. So ermüden mich Bücher, in denen nahezu alle Randgruppen untergebracht sind, auf eine Weise die sich mehr nach einer Checkliste anfühlt, als nach gelebter Vielfalt. Auch haben viele Aktionen der Figuren für mich keinen Sinn ergeben. Wieso flieht Tom überhaupt, wie kann er trotz Flucht und dem Versuch selbst die Mörder zu finden noch an seinem Buch arbeiten? Andere Situationen haben sich dafür nahezu perfekt gefügt, so sind die Ermittlerinnen Olivia und Nazrin ihm immer knapp auf der Spur, egal wie unlogisch die Spurensuche läuft, aber durch glückliche Zufälle kann Tom dann doch entkommen. Teilweise war dies zwar belustigend und amüsant, aber wenig glaubhaft und irgendwann wirkte alles aufgesetzt. So konnte mich auch das Ende nicht überzeugen und ebenso der dort platzierte Cliffhanger zur Trilogie. Da die Reihe ja fortgesetzt werden soll, hätte mir zudem mehr Tiefe in den Charakteren gefallen, aber bisher wirken sie recht platt und ich konnte mich mit keinem so recht anfreunden, es werden zwar hier und da Infos aus dem Privatleben gestreut, aber danach nicht mehr aufgegriffen und es tut auch nichts zum eigentlichen Plott, ausser diesen in die Länge zu ziehen.

Ich kannte zuvor keinen der Autoren, hatte aber gute Bewertungen ihrer Bücher gesehen, leider hat mich dieses hier nicht überzeugt und ich werde mich auch nicht durch die Fortsetzungen quälen. Ein gutes Buch muss für mich nachvollziehbar sein, zumindest in Teilen und hier wurde ich nicht überzeugt, schade.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Backspaß mit tierischem Freund

Carli und Klecks backen einen Kuchen
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Dieses Buch zeigt eine schöne Freundschaft zwischen dem kleinen Jungen Carli und seiner Hauskatze Klecks. Mama hat Geburtstag und bekommt einen Kuchen. Da hat Carli eine Idee, er will seinem kuscheligen ...

Dieses Buch zeigt eine schöne Freundschaft zwischen dem kleinen Jungen Carli und seiner Hauskatze Klecks. Mama hat Geburtstag und bekommt einen Kuchen. Da hat Carli eine Idee, er will seinem kuscheligen Freund auch einen Kuchen backen. Weil er schon groß ist, schafft er es bestimmt ganz allein. Oder doch nicht? Was wohl Papa zu dem Chaos sagen wird?

Über viele liebevolle Illustrationen begleiten wir die beiden dabei, wie mit kleinen Hindernissen, ein wunderschöner Katzenkuchen entsteht. Die Bilder zeigen eine vielseitige Familie mit Kindern in unterschiedlichen Lebensphasen und auch mit teils körperlichen Beeinträchtigungen. Diese werden so mühelos integriert, dass sie mir erst am Ende des Buches aufgefallen sind und ich beim wiederholten Lesen besser darauf geachtet habe. Dies gefällt mir besonders, da es so als normal aufgefasst wird und nicht wie in anderen Kinderbüchern aufgesetzt und speziell hervorgehoben wirkt.

Das Buch hat ein handliches Format, ist stabil, auch in kleinen Kinderhänden. Mein zweijähriger war begeistert, vor allem von Klecks. Sein großer Bruder widerum hat mir gleich erklärt, Nudeln und Ketchup gehören nicht in einen Kuchen! Die Texte bestehen aus kurzen und einfachen Sätzen, meist auch nur 1-2 Sätze pro Seite. Genau richtig dosiert für junge Zuhörer ab ca. 2 Jahre. Mir und meinen Kindern hat das Buch sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Zwischen Vertrauen, Zweifeln und Ängsten

Giftiger Grund
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Mich hat hier das giftig leuchtend neongrüne Cover angelockt, passend zum Titel "Giftiger Grund" und ja, die Hauptfigur Joran von Thomas Knüwers Kriminalroman ist auch in einem giftigen Umfeld aufgewachsen.
Nach ...

Mich hat hier das giftig leuchtend neongrüne Cover angelockt, passend zum Titel "Giftiger Grund" und ja, die Hauptfigur Joran von Thomas Knüwers Kriminalroman ist auch in einem giftigen Umfeld aufgewachsen.
Nach einem unglücklich verlaufenden Überfall auf eine Tankstelle, muss Joran und seine beiden Freunde in den Jugendknast. Joran trifft es am schlimmsten und er kommt daher als letztes wieder frei, fest entschlossen sein Leben zu ändern und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Gar nicht so leicht als Ex-Häftling und mit alten Freunden, die sich wieder in sein Leben drängen, schnell verstrickt er sich in neue Probleme und wir Leser:innen sind hautnah dabei. Hin- und hergerissen zwischen Mitleid für Joran, Angst um ein kleines Mädchen namens Edda und der Frage, was treibt die Lostplace Forografin Charu an.

Sprachlich war der Krimi sehr gut zu lesen, ich konnte mich mit den Charakteren sehr gut anfreunden und habe zunehmend mit Joran gelitten, wie er den Umständen ausgeliefert ist. Die Sprache variiert je nachdem, wessen Gedanken und Handeln wir begleiten, was es einfach macht die Personen voneinander abzugrenzen. Ich wurde im allgemeinen gut unterhalten und einzelne Wendungen kamen recht überraschend. Leider bin ich mit dem Schluss etwas im Zwiespalt, da passiert dann doch sehr viel und statt dass sich alles am Ende fügt, entstehen für mich zu viele neue offene Fragen. Teils auch etwas unglaubwürdig, ich hätte mir da mehr erwartet, vor allem was mit Edda passiert. Könnte ein neues Genre sein Tragik-Krimi denn es geht weniger um Ermittlungen wie sonst in Krimis, als viel mehr um unglückliche Umstände in die die 3 Charaktere geraten sind und die es nun vor der Polizei zu vertuschen gilt.

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