Spannender Schauplatz, beklemmende Stimmung
Das GehöftLara zieht mit Freunden und ihrem autistischen Bruder auf eine abgelegene Hallig, die nur mit einem Boot erreichbar ist und keine sichere Kommunikation mit der restlichen Welt zulässt. Eigentlich sollten ...
Lara zieht mit Freunden und ihrem autistischen Bruder auf eine abgelegene Hallig, die nur mit einem Boot erreichbar ist und keine sichere Kommunikation mit der restlichen Welt zulässt. Eigentlich sollten sie alleine sein und die Natur genießen, doch als ihr Bruder Malte verschwindet kippt die Stimmung. Sind sie wirklich allein? Lara beschleicht ein ungutes Gefühl, auch fängt sie an, an ihrer Liebe mit Henry zu zweifeln, der sich von der Gruppe zurück zieht. Bange Tage stehen an, denn ein Sturm bricht los auf verschiedenen Ebenen.
Mich hat die Stimmung in diesem Thriller direkt mitgerissen und wie die immer wieder aufkommenden Unwetter, gehen die Verdächtigungen mal in diese, mal in jene Richtung. Ich fühle den Zwiespalt in Laras Brust, deren Welt mit der Hallig unterzugehen droht. Die Spannung kann sich lange halten, trotz der begrenzten Personenzahl und Versteckmöglichkeiten, teilweise zweifelt man auch an Laras Wahrnehmung. Der Thriller hat mich gut unterhalten, dennoch gibt es auch ein paar Stolpersteine, die mich beim Lesen gestört haben, die mir nicht realistisch erschienen. Natürlich handelt es sich hier um eine Fiktion, dennoch möchte ich keine Wendungen hinterfragen müssen, auch wenn so neue Möglichkeiten entstehen. Aber das große Finale versöhnt mit den kleinen Schwächemomenten, wie der Naivität der Gruppe, relativ unvorbereitet von der Stadt raus in die Einsamkeit zu ziehen.