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Veröffentlicht am 05.12.2025

Verwirrspiel

Safe Space
3

In Safe Space sucht Anna nach Antworten auf die Frage, was mit ihrer Schwester Sina vor 6 Jahren geschehen ist. Diese ist seit damals spurlos verschwunden und Anna wird noch heute von der Erinnerung des ...

In Safe Space sucht Anna nach Antworten auf die Frage, was mit ihrer Schwester Sina vor 6 Jahren geschehen ist. Diese ist seit damals spurlos verschwunden und Anna wird noch heute von der Erinnerung des blutgetränkten Schlafzimmers verfolgt. Sie lässt sich als Psychologin ausbilden und begibt sich auf eine Spur, welche in die Haftanstalt Weyer führt. Tatsächlich bekommt sie dort einen Job und beginnt eigene Ermittlungen aber keiner darf ihre wahren Gründe erfahren. Gleichzeitig hat auch das Böse nun ein Auge auf sie geworfen und es bleibt offen wer gewinnt.

Sarah Bestgen erzählt die Geschichte aus drei Perspektiven, Anna in der Gegenwart, Sina aus vergangenen Tagebucheinträgen und Leon, ein Freund von Sina, der selbst eine schwierige Vergangenheit verarbeitet und Sina vor Ihrem Verschwinden beschützen wollte. Dank der unterschiedlichen Erzählstränge bekommt man die Informationen immer Stück für Stück offen gelegt und das große Ganze bleibt bis zum Schluss verborgene. Der Thriller ist ein einziges Verwirrspiel aus Lüge und Wahrheit und nicht ausgesprochenen Gedanken und Gefühlen. Die vorkommenden Personen aus der Gegenwart werden absichtlich nicht näher vorgestellt, damit man sich allein auf Annas Wahrnehmung konzentrieren kann, leider ist es so auch etwas verwirrend diese Charaktere einzuschätzen oder Mitgefühl zu entwickeln.

Das Grundgerüst des Thrillers ist gut durchdacht und die Auflösung am Ende kam überraschend aber war dennoch im Rückblick gut nachvollziehbar umgesetzt. Ich konnte mich allerdings mit keiner der Figuren identifizieren und musste mich hier und da aufraffen, vor allem im Mittelteil, nicht den Faden zu verlieren und weiter zu lesen, da mich Sinas und Annas Verhalten zunehmend verärgert hat. Ich hätte mir hier stärkere Frauen gewünscht, vor allem Anna scheint alles aus ihrem Psychologie Studium zu vergessen, als sie ihren Job in Weyer antritt. Generell scheinen alle mit einem persönlichen Trauma zu kämpfen, was ich beim Lesen sehr anstrengend empfand.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 15.11.2025

Fesselnd und spannend bis zum Schluss

Gehe mit den Toten
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"Gehe mit den Toten" ist mein erster Thriller den ich von Alexander Hartung gelesen habe und er hat mich sofort gefesselt. Nachdem der bekannte Wohltäter Bernhard Döring brutal ermordet aufgefunden wird, ...

"Gehe mit den Toten" ist mein erster Thriller den ich von Alexander Hartung gelesen habe und er hat mich sofort gefesselt. Nachdem der bekannte Wohltäter Bernhard Döring brutal ermordet aufgefunden wird, versucht eine junge Kripobeamtin den Mörder zu finden. Dabei macht sie noch weit schlimmere Entdeckungen und sie gerät in tiefe Machenschaften einflussreicher Personen. Als sie von ihrem Chef ausgebremst wird, bittet sie ihren ehemaligen Kollegen Simon um Hilfe und ermittelt auf eigene Faust.

Allen voran ist mir hier die sympathische Ermittlerin Lara Plank, direkt ans Herzen gewachsen. Sie ist etwas rebellisch und verpeilt, aber bleibt hartnäckig am Fall und entdeckt auch geschickt die kleinsten Hinweise. Vielleicht nicht immer realitätsnah, jedoch geschickt um die Spannung weiter aufzubauen. Aber auch in die anderen Charaktere konnte ich mich gut einfühlen und ich muss sagen, bis zum Schluss, war ich auf der falschen Fährte.

Die Kapitel sind mir generell etwas lang, aber da ich dieses Buch eh nicht aus der Hand legen konnte, ist es mir beim Lesen nicht groß aufgefallen. Der Fall wird im Verlauf immer mysteriöser und brenzliger und ließ mich bis zum Schluss nicht los. Immer neue Verdächtige und schockierende Enthüllungen gepaart mit wortgewannten und spritzigen Diskussionen ließen mich schaudern und schmunzeln.

Jetzt brenne ich darauf die weiteren Bücher der Reihe um Lara Plank zu lesen.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Liebevoller Umgang mit großer Wut

Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?
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Mein erster Gedanke nachdem ich mich in die süßen Zeichnungen von Lisa Rammensee verliebt habe und das Buch gelesen war, ließ mich schmunzeln. Genau so sieht unser Alltag im Moment aus. Der kleine Pandabär ...

Mein erster Gedanke nachdem ich mich in die süßen Zeichnungen von Lisa Rammensee verliebt habe und das Buch gelesen war, ließ mich schmunzeln. Genau so sieht unser Alltag im Moment aus. Der kleine Pandabär ist morgens ein glückliches Junges, doch im Verlauf des Tages weiß Tilly nicht, wie es mit seinen Gefühlen und Einflüssen, die von außen kommen, umgehen soll. Dies führt zu ständigem Frust welcher sich immer wieder in Wutausbrüchen bemerkbar macht. Doch mit liebevoller Zuneigung und Verständnis hilft Mama Pandabär ihrem Kleinen mit seinen Gefühlen umzugehen, so dass er abends friedlich einschlafen kann.

Mir gefällt die handliche und stabile Form des Buchs, trotz des für ein Pappbuch höheren Seitenumfangs, lassen sich die Seiten gut blättern. Die großen Bilder begleiten den Text auf allen Seiten und spiegeln hervorragend die Gefühle des kleinen Pandabären. Sie sind farbenfroh und niedlich gezeichnet, wir fühlen mit ihm und können gar nicht böse sein. Die Texte sind groß gedruckt und in schöner Reimform, diese lieben meine Kinder sehr und sie lassen sich prima vorlesen. Nora Imlau hat meiner Meinung nach ein gutes Gespür wie man Gefühle von und für Kinder verständlich darstellt. Das Buch hilft Kindern aber auch Erwachsenen Wut-Gefühle besser miteinander zu verarbeiten. Besonders hervorzuheben ist hier die letzte Doppelseite im Buch, die sich speziell an den erwachsenen Leser richtet, mit lieben Worten und Gedankenanstößen für einen entspannteren Familienalltag.

Ein schönes Buch für Kleinkinder ab 2 Jahren, welche lernen mit ihren Gefühlen umzugehen und das auch noch für einen erschwinglichen Preis, einfach toll!

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Schwer zu lesen, aber mit sympathischen Held

Mumpelmoff und das Wunder am Schloss
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Mumpelmoff ist ein kleines Rundherum, welches allein bzw. mit seinem Ballon Kleinmeins in einem alten und verlassenem Schloss lebt. Es sehnt sich nach einem Freund. Als eines Abends eine Eulenprinzessin ...

Mumpelmoff ist ein kleines Rundherum, welches allein bzw. mit seinem Ballon Kleinmeins in einem alten und verlassenem Schloss lebt. Es sehnt sich nach einem Freund. Als eines Abends eine Eulenprinzessin in der Nähe des Schlosses auftaucht, versucht es sich durch selbstgemachte Kostüme mit der Eule bekannt zu machen. Leider gelingt dies nicht, doch kommt ihm eine gute Fee zur Hilfe.

Schon mal vorab, ganz überzeugt hat mich dieses Buch nicht, was aber vor allem an den vielen selbst ausgedachten Wortneuschöpfungen liegt. Über diese bin ich beim Vorlesen regelmäßig gestolpert auch wenn ich mich eigentlich als eine gute Vorleserin fühle. Auch mein Kind, allerdings noch nicht 5 Jahre, hatte dazu eher Rückfragen, statt diese für lustig zu halten.
Die unterschwelligen Themen in der Geschichte gefallen mir jedoch sehr. Es geht um Einsamkeit, Freundschaft, Treue, positives Selbstbild, umarmt von einer leicht gruseligen Umgebung und ganz viel Magie.
Es ist etwas ganz besonderes, wie sich Bo Starker diese eigene Welt ausgedacht und zum Leben erweckt hat. Nicht nur textlich, auch über die Illustrationen hat sie uns Mumpelmoffs Geschichte erzählt. Die Bilder sich detailreich, aber auch etwas düster und zugleich wunderschön. Vor allem das  Cover mit seiner goldenen Prägung sind zauberhaft!
Wir haben mit Mumpelmoff gelitten, als er sich ganz hinten im Buch entdeckt hat und uns umso mehr gefreut, als die Eule ihm seine besondere Seite zeigte, ganz ohne Kostüm.
Eingeteilt ist das Buch in 3 Teile mit je 3-4 Kapiteln. Der erste Teil war erwas zäh zu lesen, der mittlere hat beim Kind Interesse geweckt und der letzte Teil hat uns am besten gefallen, wenn die gute Fee auftaucht und Mumpelmoff sich selbst lieben lernt.

Das Buch passt gut zur aktuellen, etwas düsteren Jahreszeit, in der sich jeder nach den Leuchtpilzen sehnt um etwas mehr Licht um sich zu haben. Vielleicht lesen wir das Buch erst nochmal, wenn mein Kind älter ist, mal sehen ob es uns dann vom Text besser gefällt.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Spannend und trifft das Mutterherz

Gejagt durch Brandenburg
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Mich hat der Titel angesprochen und auch das düstere Bild eines Menschen auf der Flucht unterstreicht den Titel.

Bei "Gejagt durch Brandenburg" handelt es sich um die Fortsetzung der Krimireihe mit der ...

Mich hat der Titel angesprochen und auch das düstere Bild eines Menschen auf der Flucht unterstreicht den Titel.

Bei "Gejagt durch Brandenburg" handelt es sich um die Fortsetzung der Krimireihe mit der Kriminalhauptkommissarin Carla Stach. Ein Jugendlicher wird beobachtet wie er vom Schauplatz eines Mordes flieht und schon bald verdichten sich die Hinweise, dass es sich dabei um Toni handelt, Carlas Sohn. Ein Gefühlschaos beginnt, zwischen Verdacht, Vorverurteilung und Hoffnung, dass es sich alles um ein Missverständnis handelt. Kann Carla Beweise für Tonis Unschuld finden und gibt es einen Zusammenhang mit Noahs Fall, der sich kurz zuvor im Gefängnis umgebracht hat, nachdem er seine Unschuld beteuert hat.

Der Titel ist etwas irreführend, auch wenn wir Toni auf seiner Flucht begleiten, ist diese eher unspektakulär und die Jagd ist mehr eine normale Fahndung bzw. Ermittlungsarbeit, statt einer aktiven Jagt. Dennoch konnte mich der Krimi von Anfang bis Ende fesseln. Allem voran habe ich mit Carla und Kathrin, ihrer Frau, gelitten und mitgefühlt. Als Kommissarin trifft es sie besonders hart, dass ihr Sohn kriminell sein soll, das Buch zeigt in diesem Punkt sozialkritische Züge, denn vorverurteilt wird schnell und so werden auch die Angehörigen vom Täter gerne zu Opfern.
Lebendig wird der Krimi durch vielfältige Caraktere, welche nicht aalglatt sind, sondern auch unsympathische Züge aufweisen. So hat mich Kathrin zunehmend genervt, statt ihre Frau beizustehen, handelt sie recht egoistisch und sieht nur das unschuldige Kind in Toni. Eine Beziehung kann schnell zerbrechlich werden, wenn man nicht die gleiche Meinung teilt.

Der Autor hat hier ein spannendes Verwirrspiel um Schuld und Unschuld geschaffen und dem Zweifel an die eigenen Erinnerungen oder erzieherischen Fähigkeiten. Bis zum Schluss bleibt die Frage nach Tonis Schuld offen und die Leser:innen können selbst miträtseln. Dass es sich hier bereits um den 4. Teil handelt, hat mich beim Lesen nicht gestört, auch wenn ich die vorigen Teile (noch) nicht kenne. Aber das Ende, lässt auf ein Wiedersehen mit Carla Stach vermuten und ich freue mich darauf.

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