Verwirrspiel
Safe SpaceIn Safe Space sucht Anna nach Antworten auf die Frage, was mit ihrer Schwester Sina vor 6 Jahren geschehen ist. Diese ist seit damals spurlos verschwunden und Anna wird noch heute von der Erinnerung des ...
In Safe Space sucht Anna nach Antworten auf die Frage, was mit ihrer Schwester Sina vor 6 Jahren geschehen ist. Diese ist seit damals spurlos verschwunden und Anna wird noch heute von der Erinnerung des blutgetränkten Schlafzimmers verfolgt. Sie lässt sich als Psychologin ausbilden und begibt sich auf eine Spur, welche in die Haftanstalt Weyer führt. Tatsächlich bekommt sie dort einen Job und beginnt eigene Ermittlungen aber keiner darf ihre wahren Gründe erfahren. Gleichzeitig hat auch das Böse nun ein Auge auf sie geworfen und es bleibt offen wer gewinnt.
Sarah Bestgen erzählt die Geschichte aus drei Perspektiven, Anna in der Gegenwart, Sina aus vergangenen Tagebucheinträgen und Leon, ein Freund von Sina, der selbst eine schwierige Vergangenheit verarbeitet und Sina vor Ihrem Verschwinden beschützen wollte. Dank der unterschiedlichen Erzählstränge bekommt man die Informationen immer Stück für Stück offen gelegt und das große Ganze bleibt bis zum Schluss verborgene. Der Thriller ist ein einziges Verwirrspiel aus Lüge und Wahrheit und nicht ausgesprochenen Gedanken und Gefühlen. Die vorkommenden Personen aus der Gegenwart werden absichtlich nicht näher vorgestellt, damit man sich allein auf Annas Wahrnehmung konzentrieren kann, leider ist es so auch etwas verwirrend diese Charaktere einzuschätzen oder Mitgefühl zu entwickeln.
Das Grundgerüst des Thrillers ist gut durchdacht und die Auflösung am Ende kam überraschend aber war dennoch im Rückblick gut nachvollziehbar umgesetzt. Ich konnte mich allerdings mit keiner der Figuren identifizieren und musste mich hier und da aufraffen, vor allem im Mittelteil, nicht den Faden zu verlieren und weiter zu lesen, da mich Sinas und Annas Verhalten zunehmend verärgert hat. Ich hätte mir hier stärkere Frauen gewünscht, vor allem Anna scheint alles aus ihrem Psychologie Studium zu vergessen, als sie ihren Job in Weyer antritt. Generell scheinen alle mit einem persönlichen Trauma zu kämpfen, was ich beim Lesen sehr anstrengend empfand.