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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.11.2025

Ein Familienthriller?

Adama
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Adama ist ein packender, mitreißender Roman, der sowohl auf politischer Ebene als auch auf individueller, psychologischer Ebene die lesende Person auf eine Reise durch Israel mitnimmt. Beginnend in der ...

Adama ist ein packender, mitreißender Roman, der sowohl auf politischer Ebene als auch auf individueller, psychologischer Ebene die lesende Person auf eine Reise durch Israel mitnimmt. Beginnend in der "Gegenwart" führt es uns auf die Spuren einer Familie, die durch den zweiten Weltkrieg zerrüttet, versucht zueinander zu finden und sich eine neue Existenz aufzubauen. Zwei Schwestern, die sich in Israel wiederfinden und versuchen eine Welt zu erschaffen, einen Ort, an dem sie zuhause sind. Das ganze Buch ist für mich eine große Suche: Suche nach Ankommen, Suche nach Gerechtigkeit, Suche nach Liebe, vielleicht auch Suche nach Ruhe - aber hinter jeder Geschichte wartet der Tod... oder das Vergessen. Während Ruth in Israel und im Kibbuz genau diesen Ort sieht, werden durch die andere Charaktere immer wieder die Perspektiven aufgebracht, dass auch dieser Ort nicht frei von Gewalt, von Ungerechtigkeit ist. An manchen Stellen fiel es mir schwer, mich mit den Charakteren zu identifizieren und hätte mir mehr Tiefgang gewünscht. Rein Geschichtlich kenne ich mich zu wenig aus, um eine Meinung dazu zu haben, ob die Geschehnisse gut/berechtigt dargestellt wurden. Für einen Epos derartigen Umfangs wären für mich auch mehr Seiten in Frage gekommen. Dennoch ein spannendes Buch, das zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 17.10.2025

Spannende Kriminalreportage

Protokoll eines Verschwindens
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Ich fand die Geschichte sehr gelungen – vor allem journalistisch ist sie extrem stark geschrieben. Alexander Rupflin versteht es, uns direkt in die Szenen hineinzuführen. Es hat sich oft so angefühlt, ...

Ich fand die Geschichte sehr gelungen – vor allem journalistisch ist sie extrem stark geschrieben. Alexander Rupflin versteht es, uns direkt in die Szenen hineinzuführen. Es hat sich oft so angefühlt, als würde ich einen langen, hervorragend recherchierten Artikel aus dem ZEITmagazin hören: voller atmosphärischer Details, die sofort Bilder im Kopf entstehen lassen.
Mit der Stimme des Sprechers konnte ich allerdings nicht ganz warm werden – in schriftlicher Form hätte mir das Buch vermutlich noch besser gefallen. Schade fand ich auch, dass es keine endgültige Auflösung des Falls gibt. Gleichzeitig ist das wohl einfach die Realität, und dafür kann der Autor natürlich nichts.
Insgesamt eine sehr gut aufbereitete Kriminalgeschichte, die dem Opfer mehr Raum gibt als dem Täter und die moralische Graubereiche auslotet, statt einfache Gut-und-Böse-Bilder zu zeichnen.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Zauberhafter Ausflug ins Schwanenhotel

Schwanentage
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„Schwanentage“ ist eine kleine, zauberhafte Geschichte, die uns einen Einblick gerät in ein eigentlich so geordnetes Leben, das aus den Fugen gerät. Die Protagonistin findet sich in einer nicht vorhersehbaren ...

„Schwanentage“ ist eine kleine, zauberhafte Geschichte, die uns einen Einblick gerät in ein eigentlich so geordnetes Leben, das aus den Fugen gerät. Die Protagonistin findet sich in einer nicht vorhersehbaren Situation wieder, in der sie all ihre Pläne einmal umwerfen muss. Ihren Job als Kindermädchen, den sie eigentlich aufgeben wollte und jetzt auf einmal aber die Alleinverantwortung über ihr Ziehkind hat. Ein kleiner Blick in ihr Leben und ein Peek auf die chinesische Gesellschaft. Einfühlsam und zart auf der einen Seite und mit ganz viel Reflexion auf der anderen wird sich diesem Thema gewidmet.
Der Schreibstil gefällt mir sehr gut - vor allem, dass die Autorin es geschafft hat, auf so wenigen Seiten so viel zu transportieren. Die Charaktere wirken nachvollziehbar, authentisch und nahbar. Einzig und allein durch meine Unwissenheit über das Gesellschaftssystem von China blieben bei mir manche Verweise und Metaphern unverstanden.

Leicht zu lesen, mit Tiefgang - für mich ein sehr gelungener Erstkontakt mit chinesischer Literatur. Gerne mehr davon.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Gelunges Mulan-Retelling

The Night Ends With Fire
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Ich fand das Buch sehr gelungen und mitreißend. Besonders spannend war für mich der Ansatz, die Geschichte von Mulan neu zu erzählen – diesmal mit einem stärkeren Fokus darauf, dass es nicht nur Gut und ...

Ich fand das Buch sehr gelungen und mitreißend. Besonders spannend war für mich der Ansatz, die Geschichte von Mulan neu zu erzählen – diesmal mit einem stärkeren Fokus darauf, dass es nicht nur Gut und Böse gibt, sondern sich alle Charaktere in Graubereichen bewegen. Meilin verfolgt ihre eigenen Ziele und ist nicht einfach nur die selbstlose Tochter, die ihren Vater retten möchte. Dieser Perspektivwechsel macht die Geschichte vielschichtiger und tiefgründiger.

Auch die Figuren Tiantang und Lei fand ich interessant, sie haben für mich die Handlung zusätzlich bereichert. Vor allem aber bin ich gespannt, wie es weitergeht und für wen Meilin sich letztlich entscheiden wird. Bisher fand ich hat die Story überwiegt, was ich aber keineswegs als schädlich empfunden habe. Ein guter Kontrast zu den aktuellen Fantasybüchern, in denen kaum noch Story vorhanden ist. Wer also ein Fantasy Buch sucht, das den Plot im Fokus hat, ist hier richtig. Ich bin natürlich trotzdem gespannt, wie der Romance-Part in Buch 2 umgesetzt wird.

Erwähnenswert ist außerdem, wie wunderschön das Buch eingebunden ist – ein echtes Highlight! Ich habe mir bereits den zweiten Band bestellt, was wohl das beste Zeichen dafür ist, dass hier alles richtig gemacht wurde.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Interessanter Ansatz

WARDA
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Das Buch hat mich mit seiner Grundidee sofort neugierig gemacht: Die Frage, ob Liebe oder Hass stärker ist, finde ich total spannend – und auch wichtig, gerade in der heutigen Zeit. Der Einstieg war richtig ...

Das Buch hat mich mit seiner Grundidee sofort neugierig gemacht: Die Frage, ob Liebe oder Hass stärker ist, finde ich total spannend – und auch wichtig, gerade in der heutigen Zeit. Der Einstieg war richtig stark geschrieben, ich war direkt drin in der Geschichte und wollte wissen, wie es mit Warda weitergeht.
Leider hat mich die Umsetzung dann nicht ganz überzeugt. Zwischendurch wirkte die Sprache auf mich etwas unnatürlich, fast schon gestellt – das hat es mir schwer gemacht, wirklich in die Figuren einzutauchen. Vor allem zu Warda selbst konnte ich keine richtige Verbindung aufbauen. Ich hätte mir gewünscht, dass ihre Radikalisierung tiefer und nachvollziehbarer dargestellt wird. So blieb vieles eher an der Oberfläche, und ich habe oft nicht ganz verstanden, warum sie bestimmte Entscheidungen trifft.
Ein weiterer Punkt, der mich irritiert hat, war die Liebesgeschichte zwischen ihr und Tamer. Ich fand das ziemlich konstruiert – vor allem, weil Warda anscheinend sehr an Tamers verstorbene Schwester erinnert. Dass er sich dann ausgerechnet in sie verliebt, fand ich... ehrlich gesagt ein bisschen seltsam.
Trotz allem finde ich es gut, dass das Buch sich an so ein schwieriges und relevantes Thema heranwagt. Für mich war die Umsetzung aber nicht ganz rund – gute Ansätze, aber mit Luft nach oben.
Fazit: Starkes Thema und ein vielversprechender Anfang, aber sprachlich und inhaltlich leider nicht ganz stimmig für mich.

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