ruhiger Familienroman mit Spannungspotential
SanddornschwesternNur auf das Drängen ihrer Enkelin Nina lässt sich Agnes auf eine Reise nach Heringsdorf ein. Dort auf der Insel ist die jetzt 85jährige aufgewachsen und nach ihrem Weggang 1930 nie wieder zurückgekommen. ...
Nur auf das Drängen ihrer Enkelin Nina lässt sich Agnes auf eine Reise nach Heringsdorf ein. Dort auf der Insel ist die jetzt 85jährige aufgewachsen und nach ihrem Weggang 1930 nie wieder zurückgekommen. Zu traumatisch sind ihre Erinnerungen wegen des damaligen Vorfalls 1929. Ein Vorfall, der sie veranlasste die Ostsee zu verlassen und für den sie sich bis heute die Schuld gibt. Später gab es dann die Teilung Deutschlands, aber nun 1990 sind die Grenzen offen und Agnes beginnt eine Reise in ihre Kindheit und Jugend. Auch wenn sich vieles in den 60 Jahren die dazwischen liegen verändert hat und das nicht nur zum Guten, gibt es noch immer Orte, die die Erinnerungen wachrufen. Die fügt die Autorin immer wieder als Rückblenden ein, was mir sehr gut gefallen hat.
Der Familienroman ist einfühlsam geschrieben und schafft ein anschauliches Bild davon, wie Agnes mit ihrer Familie und insbesondere ihren beiden Schwestern ihre Jugend verbracht habt und wie sie sich mehr oder weniger engagiert in die anfallenden Arbeiten beim Hotelbetrieb eingebracht haben. Sie sind lebendig geschildert. Jedoch fand ich viele Entwicklungen hierbei vorhersehbar und dadurch kam bei mir nicht so richtig Spannung auf. Lediglich das Ende hat mich berührt. Als Agnes, dessen Lebenslauf von den eigenen Schuldgefühlen geprägt ist, dank ihrer Enkeltochter endlich die richtige Entscheidung trifft. Insgesamt gebe ich 3,5 Lese-Sterne.